Wasserkühlung im Großformat: Microsoft will Datenzentren versenken

Die Idee ist simpel, aber nicht so einfach umzusetzen, da man es hier mit der Natur zu tun hat: Denn Microsoft verfolgt derzeit die Idee, seine Datenzentren unter Wasser zu platzieren. Unter dem Projektnamen Natick arbeitet man derzeit an in sich ... mehr... Datenzentrum, Datenzentren, Meer, Project Natick Bildquelle: Microsoft Datenzentrum, Datenzentren, Meer, Project Natick Datenzentrum, Datenzentren, Meer, Project Natick Microsoft

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Sind die Meere nicht warm genug???
 
@McClane: Naja, momentan kühlen Klimaanlagen die Server. Ob das besser für die Umwelt ist? Ich persönlich glaube nicht, kann aber dein Argument nachvollziehen. Die klimatischen Auswirkungen sind nicht vorherzusehen, wenn dort mal ganze Serverfarmen im Wasser stehen.
 
@McClane: Ganz ehrlich, das fällt nicht auf. Da haben wir ganz andere Probleme, die die Meere erwärmen. Unter strich ist es auf jeden Fall effizienter, da Klimaanlagen richtig richtig viel Energie verbraten.
 
@FatEric: Für das direkte biologische Wasserumfeld wird das ganz sicher auf Dauer relevant sein. Das "Fällt nicht auf"-Zeitalter sollte schon längst abgelegt sein. Außerdem... einer fängt mit nem Datenzentrum an... wann und wo kommt der neue? Da immer mehr erneuerbare Energien verwendet werden empfinde ich das Energieproblem sekundär.
 
@McClane: Wir fallen aber immer auf. Wir leben nunmal auf diesem Planeten wie jedes andere Lebewesen auch. Ein Rudel Löwen fällt in einem Gebiet mit Zebras auch auf. Es geht halt darum, den Einfluss zu reduzieren. Und Klimaanlagen geben halt dann heiße Luft in die Umgebung ab. Das ist jetzt auch nicht besser.
 
@FatEric: Man kann den "Fehler" in der Energie suchen... in den Klimaanlagen... warum nicht dann auch in der Technik die die Wäre produziert?
Wie wäre es alternativ mit einer Kühlung im All? Da es dort ab einer gewissen Höhe praktisch ein Vakuum gibt sollte es vom kühlen bis zum "Schockfrosten" locker ausreichen ;)
 
@McClane: Wir gut kann denn deiner Meinung nach Wärme abgegeben bzw. wegtransportiert werden, in so nem Vakuum ?
Es gibt da an so nem gewissen Weltraumteleskop sogar extra nen großes Schutzschild gegen die Sonne, grade weils eben garnicht so einfach ist, dort oben was kühl (genug) zu halten. Und die Betreiber davon hatten oder haben sogar immernoch ziemliche Probleme damit, die "Genauigkeit" der gelieferten Bilder aufrecht zu erhalten, grade weil es sich, so seltsam das auch klingen mag: erwärmt hat.
https://de.wikipedia.org/wiki/Wide-Field_Infrared_Survey_Explorer

Davon ab dürfte die, auf die Wasserleitungen zu und von der im All befindliche Kühleinheit, wirkende Schwerkraft ziemlich schnell dafür sorgen, das das Dingens mit Karacho (wieder) auf der Erde aufschlägt ;-)
Je weiter oben, umso dicker müssten die nämlich isoliert sein, damit es nicht schon in den Leitungen selber einfriert ;-)
Wie groß bzw. aus welchem genügend druckfesten Material bestehend und welchen Stromverbrauch habend eine Pumpe wäre, die in der Lage ist, ne Flüssigkeit ca 100km mehr oder weniger senkrecht nach oben zu pumpen, keine Idee irgendwie...
 
@McClane: Da werden keine Megajoule an Energie reingepumpt wie es der Fall wäre wenn das Kraftwerk am Meer betrieben wird. Zumal das Wasservolumen deutlich größer ist. Wenn zum Betrieb des ganzen die Meeresströmung genutzt wird, fällt da mittelfristig sogar kein Unterschied im Energieniveau an, weil Energieerhaltungssatz. Die Energie nimmt nur lediglich einen Umweg über das Phänomen "Wetter" welches auch für die Meeresströmungen verantwortlich ist. Für das Meer/das Klima ist das nicht anders als wenn das Datenzentrum irgendwo auf der Welt steht. Nur fällt die Energie zur Klimatisierung raus. Ergo ist es sogar besser für das Meer.
 
@McClane: Macht keinen Unterschied. Die Wärmemengen, die da produziert werden sind absolut nichts verhältnismäßig zur gigantischen Wassermenge der Weltmeere. Um das in Relation zu bringen: Allein die Sonne jagt durch Absorption eine Leistung von durchschnittlich etwa 125 PW (dürfte zumindest in der Größenordnung richtig sein). Alle deutschen Rechenzentren zusammen haben etwa eine Leistung von einem GW, das ist ein Hundert-Millionstel. Man bemerke, dass etwa die Hälfte dieser Leistung der Kühlung zuzuschreiben ist. Es spielt also größenordnungsmäßig nicht einmal ansatzweise eine Rolle.

Wenn nun die Energie aus Gezeitenkraftwerken oder ähnlichem kommt, dann ist das Argument völlig entkräftet. Die Energie aus den Gezeiten wird früher oder später (auch auf natürlichem Wege) ohnehin in Wärme umgesetzt, sprich in der Bilanz macht es genau gar keinen Unterschied ob da nun ein Computer sitzt oder nicht.

Nochmal ausdrücklich: Die vom Menschen umgesetzte Wärme spielt beim Treibhaus-Effekt keine Rolle, und das sollte man in der gegenwärtigen Umwelt-Paranoia auch nicht durcheinander werfen. Das freigesetzte CO2 ist das was die Albedo der Erde verändert und somit die Energiebilanz durcheinanderbringt. Die eigentliche Wärmeleistung macht dabei kaum einen relevanten Unterschied.
 
Du hast aber schon eine ungefähre Ahnung, wie winzig solche Serverkisten - auch wenn es viele sind - im Verhältnis zur Menge an Meerwasser sind? Kaum vorstellbar, dass man da einen messbaren Effekt hätte.

EDIT: Mist, verklickt. Sollte eine Antwort auf [o1] sein.
 
@DON666: Das ist wie mit dem Fischen fischen... ein "bisschen hier"... "ein bisschen da..." schwups sind sie weg wenn da keiner n Riegel vorschiebt. Das bisschen fällt nicht auf... bis man dann aufwacht und merkt das hier keine und da keine mehr sind und kaum noch woanders überhaupt.
 
@McClane: Nur was macht es für einen Unterschied, wenn das Rechenzentrum eh gekühlt werden muss? Eine Klimaanlage kühlt mit extrem viel Aufwand in die Atmosphäre. Glaubst Du, dass Atmosphäre und Meere wärmetechnich getrennt sind? Atmosphäre gibt Wärme an die Meere ab und auch umgekehrt. Daher wäre es absolut sinnvoll, Rechenzentrum direkt im Meer zu kühlen, da der Energieaufwand für die Kühlanlage selbst drastisch reduziert wird. Die Wärmeabgabe des Rechenzentrums (ohne die Klimaanlage) bleibt natürlich gleich.
 
@Nunk-Junge: Ich glaube, das die Meeresbewohner in diesen mehreren hundert Meter Tiefe verdammt lange Zeit hatten, sich an die dort normalerweise herschenden etwa 4 Grad Wassertemp anzupassen. Da nun ne Ladung Tauchsieder reinzuhängen könnte die womöglich vor einige Probleme stellen ? Selbst wenn nur das aufgewärmte Wasser kaminartig aufsteigt, wird eine Umwälzung stattfinden.
 
@DerTigga: Tauchsieder ist von der Dimension wohl der falsche Begriff. Der Effekt wäre wohl geringer als wenn ein Taucher in einem See tauchen geht. Aber natürlich stimmt es vom Prinzip: Alles was man macht hat Auswirkungen. Selbst die Menschen tragen durch ihre bloße Existenz zur globalen Erwärmung bei. 7,3 Mrd Menschen mit grob 100 W Wärmeabstrahlung ergibt 730 Gigawatt konstante Heizleistung. Trotzdem reden alle nur über Autos, die das Klima erwärmen...
 
@Nunk-Junge: Wenn man das ganze als Einzelgerät sieht, dürftest du Recht haben. Die News spricht aber von Kapseln, also mehreren. Zugegeben ziemlich spekulativ, aber: würden die wirklich so weit auseinander liegen ? Und immerhin spricht die News auch von enormer entstehender Hitze.
Irre ich mich, oder war das Problem der Klimaerwärmung nicht eher das, das die Wärme verstärkt dran gehindert wird, eben durch diese Treibhausgase, ins Weltall entweichen zu können ? Quasi zurück reflektiert wird ?
Ansich aber dennoch ein interessanter Gedankengang, was du da aufzeigst, muss ich zugeben.
 
@DerTigga: Du kannst fragen: Die meisten Menschen glauben die Klimaerwärmung kommt durch das CO2. Das ist natürlich Quatsch. Globale Erwärmung geschieht vor allem durch Sonneneinstrahlung. Das CO2 beeinflusst dabei, wieviel der Wärmestrahlung absorbiert wird (etwas vereinfacht ausgedrückt). Es ist so, wie Du es schon angedeutet hast. Mehr CO2 verhindert, dass die Wärme entweicht / reflektiert und dadurch erwärmt die Sonneneinstrahlung das Klima. Der Mensch hat es schon geschafft, eine globale Abkühlung herbeizuführen. In der Zeit von ca. 1940-1975 gab es einen Rückgang der globalen Temperaturen und die meisten Klimatologen befürchteten eine neue Eiszeit. Ursache war die Verschmutzung (z.B. durch Ruß) der Atmosphäre durch die schnell wachsende Industrie und damit eine hohe Reflexion der Sonneneinstrahlung. Mit dem Umweltschutz kam dann quasi die globale Erwärmung, denn der Dreck wurde gefiltert, das CO2 aber gibng weiter in die Atmosphäre. Die globale Erwärmung wird übrigens zu 90 % von den Meeren aufgenommen. Daher sind Rechenzentren im Meer eigentlich noch weniger als Peanuts für die Erwärmung. Das ist als wenn ich einen Kieselstein in die Alpen bringe; dadurch wird das Gebirge nur unwesentlich höher.
 
@DON666: Du weißt schon, wie winzig ein Auto im Vergleich zur ganzen Atmosphäre ist. Da werden die Abgase wohl kaum einen messbaren Effekt haben.
 
@gettin: Du weißt schon, wie viele von den Karren seit über 100 Jahren rumfahren? Jegliche andere Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren kommen ja auch noch obendrauf. Die Dimension ist wohl nicht vergleichbar, auch wenn ich natürlich verstehe, worauf du hinaus willst.

Hast du denn einen vergleichbaren Einwurf auch bei der Nes gebracht, dass Google (oder wer auch immer das war) aus denselben Gründen Datenzentren in kalten Gegenden errichtet? Immerhin schmelzen dann die Polkappen auch extrem schneller weg...
 
Das dürfte die Ausfallszeiten von Servern bei Festplattenausfällen enorm in die Höhe schnellen lassen.
 
@Mikel7: Pro Kiste werden zwei Techniker mit versenkt, einer für die Turbine und einer für die IT.
 
Schöne Idee
 
"Chef, wir brauchen einen neuen Praktikant, der letzte wurde auf dem Weg zum Serverraum von einem Hai gefressen."
 
Ob sich MS damit bewusst ist, dass damit eine generelle Umweltbelastung entstehen könnte? Klar der eigene Geldbeutel wird langfristig entlastet (wenn man mal die Entwicklungszeit und die immensen Gelder für die Umsetzung des Projektes mit einkalkuliert). Doch auf Dauer erwärmen wir hier unsere Meere weiter, die Flora und Fauna könnte noch 100 Meter über den Rechenzentren in Mitleidenschaft gezogen werden... Vor allem, wenn MS damit Erfolg haben sollte, wird es sehr schnell, ganz viele Nachahmer geben und damit noch mehr Umweltbelastung.
Grundlegend die Idee ist nicht schlecht, aber unsere Langzeitfolgen überhaupt nicht abschätzbar
 
@bambaacha: Bist Du Dir bewusst, dass die Rechenzentren an Land auch gekühlt werden müssen und damit die Umwelt erwärmen?
 
Hunderte von Metern versenken ... als ob es nicht genügen würde die Teile Küstennah zu verbauen bzw. sich das Meerwasser über eine paar Meter her zu pumpen. Jedes Atomkraftwerk steht am Wasser um sich dort seine Kühlflüssigkeit zu besorgen. Wenn MS an der Arsch der Welt unter Wassser will dann hat man auch was zu verbergen!
 
@winfuturemann2: Wa tha fach, also mal ernsthaft. Hier hast du den Aluhut des Tages.
 
Interessant:
"- With the end of Moore’s Law, the cadence at which servers are refreshed with new and improved hardware in the datacenter is likely to slow significantly. We see this as an opportunity to field long-lived, resilient datacenters that operate “lights out” – nobody on site – with very high reliability for the entire life of the deployment, possibly as long as 10 years.
- Natick datacenters consume no water for cooling or any other purpose."
 
Ähm...erst steht da was von ner Versenkung in hunderte Meter Wassertiefe, dann steht da was von angeflanschtem Gezeitenkraftwerk, das Strom liefern soll ? Sorry..aber wie stark sind wohl Gezeiten (nurnoch) in diesen hunderten Meter Wassertiefe ? Ich neige stark dazu, behaupten zu wollen: im unter 10% Bereich ?
 
@DerTigga: Vielleicht ist statt Gezeiten auch Meeresströmung gemeint.
 
Noch mehr Infos gibt es für alle Interessierten gut versteckt im Internet, bei SpiegelOnline ;)

http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/project-natick-microsoft-will-rechenzentren-versenken-a-1074999.html
 
Oder man baut das Datenzentrum an eh schon kalten Orten. z.B Antarktis ^^.
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