Filmindustrie lässt per DMCA eigene legale Suchmaschine sperren

WhereToWatch heißt ein Dienst der Motion Picture Association of America (MPAA), mit dem die Filmindustrie-Vereinigung auf legale Angebote hinweisen will. Das bedeutet natürlich, dass man möglichst prominent platziert und vor allem anstatt illegaler ... mehr... Software, Piraterie, Illegal, Downloads, Piracy Bildquelle: Anti Piracy Software, Piraterie, Illegal, Downloads, Piracy Software, Piraterie, Illegal, Downloads, Piracy Anti Piracy

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Tja, mal wieder ziemlich peinlich. Wer sich fragt, ob es sowas eigentlich auch für den deutschen Markt gibt, wird bei werstream.es fündig :)
 
da merkt man das die Filmindustrie nicht mehr ganz knusper ist wenn sie eigene Angebote anprangern
 
@MarcelP: Nicht ganz knusper sind Politiker, die solche Gesetze durchwinken, obwohl es Kollateralschäden noch und nöcher gibt. Denn meistens trifft es leider nicht die Deppen der Filmindustrie sondern legale andere Angebote, die sich mühsam der zu Unrecht erhobenen Vorwürfe erwehren müssen.
 
@Karmageddon: ganz ehrlich? Da Geld die Welt regiert und man sowieso nur sich selbst und seinem eigenen Gewissen als Politiker "unterstellt" ist, würde ich auch Geldkoffer annehmen und Gesetze - zumindest jene, die mich nicht unmittelbar die Karriere kosten, (mit-)durchwinken. Ich wünschte so etwas wäre verboten - aber dazu müsste die Bezahlung von Politikern irgendwie gemessen werden und entsprechend (nicht von ihnen) angepasst werden können/dürfen. Das wiederum ist problematisch für die Demokratie. Ergo: Geldkoffer -> Gesetze, denn Steuergelder gibt es so oder so, Geldkoffer aber nur bei "Leistung".
 
Ha ha (nelson.wav).
 
Naja die wissen ja wo die illegalen Angebote im Internet sind, genauso wie FOX die IP-Adresse 127.0.0.1 bei Google als Sperrauftrag eingereicht hatte, weil man von diesem Rechner illegale Filme downloaden konnte.
 
Naja, der Digital Millennium Copyright Act ist ja nun kein System, sondern nur die rechtliche Grundlage.

Ja, das Ding ist problematisch, schon in sich selbst.

Aber, ebenso wie hierzulande das Modell der Abmahnung schamlos ausgenutzt wird, so werden halt dort auf Basis des DMCA Automatismen eingerichtet...

... die halt weder der einen noch der anderen Seite gerecht werden noch irgendwelchen Anforderungen genügen, die über "schnelles Geld" hinausgehen.

DAS gehört definitiv abgeschafft. Ebenso wie hierzulande halt die Abmahnindustrie.
 
@RalphS: Die Abmahnanwälte sind bald anderweitig ausgelastet. Wenn 3D Drucker billiger werden und die Kiddys sich ihre Lego Steine und Playmobil Figuren selber drucken. Da kann so ein Anwalt tausende aus jedem Kinderzimmer klagen.
 
@Butterbrot: das müssten die Abmahnanwälte aber erst einmal nachweisen. Wenn die Kopien "gut genug" sind, wird man sie kaum von China-Kopien oder echten Figuren unterscheiden können.
 
@Butterbrot: sobald ich einen 3D Drucker kaufen kann mach ich mir auch Legosteine, aber sonderteile die es offiziell nicht gibt.
 
@RalphS: Und jetzt Ernsthaft: Die Abmahnung ist der Versuch sich aussergerichtlich und Kostengünstig zu einigen. Gäbe es keine Abmahnungen, würden die Anwälte jedes mal klagen und vor Gericht auch gewinnen. Der Unterschied wäre dann, das du anstatt 1000,- Abmahngebühr plötzlich 5000,- Schadenersatz, 900,- Gerichtskosten und deinen eigenen Anwalt bezahlen müßtest. Ausserdem wären dann die Gerichte noch mehr überlastet. Sicherlich gibt es einige, wenige, schwarze Schaafe, die dieses System ausnutzen, aber niemand hier in Deutschland muß eine Abmahnung bezahlen wenn er sie für ungerecht hält. --- PS: Du mußt auch die 20 Euro Verwarnung fürs falsch Parken nicht bezahlen ( das ist auch eine Art Abmahnung), dann klagt das Ordnungsamt und Du zahlst 80 Euro Plus 1 Punkt und dazu Gerichtskosten von ca 500,- und deinen Anwalt.
 
@Butterbrot: wenn du wegen falschparken vor Gericht ziehst,
Und verlierst bekommst du dafür keinen Punkt, du zahlst die 20 Euro und die gerichtskosten.
Im Bußgeldkatalog steht genau drinnen für was du welche Strafe bekommst. Das ändert sich nicht durchs Gericht.
 
@Nelethill: Nö... Du hast die Chance auf eine billige gebührenpflichtige Verwarnung vertan und wirst auf dem Verwaltungsweg mit einem teureren Bußgeld (zzgl. Verwaltungskosten) belegt. Dagegen kannst Du klagen, aber billiger wird es vor Gericht nicht... Selbst wenn die Strafe reduziert wird, bist Du mit den Gerichts- / Zeugenkosten etc dabei.

Meine persönliche Erfahrung ist übrigens, dass bei mir bislang wirklich alle Knöllchen berechtigt waren, und war immer recht froh wenn ich mit einer gebührenpflichtigen Verwarnung davongekommen bin, die ich umgehend bezahlt habe.
 
@Butterbrot: alle Abmahnanwälte sind schwarze Schafe. Es gibt vielleicht ein paar weiße (ehrliche) Schafe, die tatsächlich das Ziel verfolgen sich außergerichtlich zu einigen. Dass die Anwälte die Verhandlungen jedes Mal gewinnen würden, ist pure Spekulation und Dutzende wenn nicht Hunderte von bekannten Fällen würden dagegen sprechen.

Wichtig wäre allerdings: überprüft der Abmahnanwalt den Grund für die Abmahnung nicht ausreichend und schickt diese raus - z.B. hundertfach oder mehr - soll er dafür mit seiner Anwaltslizenz haften, denn das ist ILLEGALE Geldmacherei (also Abmahnung verschicken, hoffen, dass wer bezahlt - und das ganz ohne ausreichende Grundlage zu einer solchen Abmahnung - wie bei der Redtube-Geschichte). Außerdem sollte man Anwälte, die Abmahnungen widerrechtlich zustellen, auch und ebenfalls gerichtlich belangen dürfen (Schadensersatz + persönliche Haftung des Anwalts bzw. die Haftung seiner GmbH oder Versicherung).

Wenn es keine Abmahnungen gäbe, wären Gerichte übrigens so stark ausgelastet, dass man zwar einen Gerichtsprozess am Hals hätte, dieser aber wohl verjähren würde BEVOR er überhaupt verhandelt werden würde. Stelle also bitte das Abmahnwesen nicht als einen Vorteil für die Abgemahnten dar, denn es ist mit größter Wahrscheinlichkeit überwiegend ein Vorteil für die Abmahner (die potentiellen Geschädigten), da es ermöglicht schneller an wenigstens irgendeinen Geldbetrag zu kommen statt einen langwierigen Gerichtsprozess abzuwarten, der vielleicht - sofern die Beweise gegen den Abmahner sprechen - sogar negativ für diesen ausgehen könnte. Die Gegenseite ist meistens nämlich juristisch nicht informiert (genug), um die Fallen zu erkennen.
 
@Butterbrot: Willst du das Abmahnsystem ernsthaft schönreden? Die Abmahnung ist hierzulande nichts weiter als ein Abzockmodell. In den meisten anderen europäischen Ländern ist eine Abmahnung das was ihr Name sagt, eine Abmahnung/Unterlassungsaufforderung - und keine Schadensersatzrechnung - dort können weder die erstmaligen Anwaltsgebühren noch eine sofortige Rechnung an den Beklagten gestellt werden. Da geht es ausschließlich um die Beseitigung des Rechtsverstoßes.

Der Sinn einer ersten Abmahnung sollte im Interesse des Abmahners ausschließlich sein, den Rechtsverletzer über sein Vergehen zu informieren, damit der Rechtsverstoß schnellstens beseitigt wird und nicht, um den Beklagten tausende Euros abzuknöpfen und daraus ein teilweise schon mafiöse Geschäftsmodell zu entwickeln, was auf Einschüchterung im Wortlaut der Anwaltsschreiben basiert.

In den meisten europäischen anderen Ländern (zB auch unser Nachbar Schweiz) muss der Abmahner seinen Anwalt auch selbst bezahlen. Dadurch wird vermieden, dass sich Abzockanwälte sowas zum Geschäftsmodell machen. Abmahnen kann (auch hierzulande) schließlich jeder auch selbst ohne Jurist zu sein. Wer die Dienstleistung eines Anwalts dafür in Anspruch nimmt, sollte gefälligst auch für die Kosten selbst aufkommen - so wie es bei Marklern jetzt auch geregelt ist.

In anderen Ländern gilt, dass erst wenn der Abgemahnte nicht auf die erste Abmahnung reagiert und den Rechtsverstoß beseitigt bzw unterlässt, der Abmahner die Möglichkeit hat einen Anwalt auf Kosten des Beklagten einzuschalten. Und selbst der dürfte immer noch keine Schadensersatzrechnung stellen, sondern nur seine reinen Anwaltsgebühren aufführen.

Schadenersatz einzufordern geht in den anderen Ländern meist ausschließlich übers Gericht. Ein Gericht braucht man hier ja im Prinzip auch, weil jeder Anwalt über die IP-Adressen eine Absegnung des Gerichts braucht, um an die Adresse dahinter zu kommen. Nur dass man in anderen Ländern nicht komplette Listen durchwinkt, sondern jeder Fall einzeln vorgetragen werden muss, inkl. vorherigen Abmahnschreiben usw. Und würde man das hierzulande auch so regeln, gäbs diese ganzen Abzockkanzleien auch nicht, die unbemerkt zigtausend Massenabmahnungen rausschicken und sich daran bereichern. Da würde jedem Provinzgericht sofort auffallen, dass illegale Massenabmahnungen stattfinden, wenn 1000x der gleiche Fall vorgetragen wird. Hierzulande versteckt man sich dagegen hinter vermeindlich "niedrigen außergerichtlichen Kosten", um das Opfer.. äh den Beklagten schneller zur Zahlung zu bewegen und um selbst nicht vor Gericht als Massenabmahner aufzufliegen. Dabei wird der Wortlaut bewusst so gewählt, dass sich der Beklagte finanziell total eingeschüchert fühlt und schnell zahlen will, bevor es noch teurer wird.

In der Regel arbeiten diese Abzockanwälte aber auch auf eigene Faust und berufen sich nur auf ein allgemeines Mandat ihres vermeindlichen Auftraggebers. Die Anwälte, die sich auf sowas spezialisieren, haben dann meist eigene Loggerbuden, die tausende IP-Adressen sammeln. Oft werden dabei sogar Honeypots ausgelegt. D.h. die laden die Filme ihres Mandaten selbst in die Filebörsen..und sobald einer runterlädt und damit auch selbst anbietet, haben sie seine IP-Adresse für die Abmahnung und auch die Gewissheit, dass es der richtige Film war. Da reichen schon ein paar Sekunden. Das Gericht interessiert es später nicht, ob das Opfer nur 1% des Films anbot oder den ganzen Film. Schließlich ist er ja der böse Filesharer und die Loggerbuden mit ihrer professionell entwickelter Software höchst seriös und unabhängig, wie ihr Anwalt dem Gericht bestätigt... *hust* Die Honeypots und die ganze Abzockmasche nachzuweisen, ist für die Betroffenen aber sehr schwer. Meist fliegt sowas erst medial auf, wenn wirklich rauskommt, dass es Massenabmahnungen sind, oder man durch Recherche rausfindet, dass die Geschäftsführer der angeblichen unabhängen Loggerbuden alte Schulfreunde mit dem Anwalt waren oder im gleichen Haus wie der Anwalt ihren Firmensitz registriert haben, bei dem sie dann im Nebenzimmer sitzen. Manchmal kommt auch erst vor Gericht raus, dass es gar keine Auftragsmandate gibt und sie einfach auf gut Glück alles abmahnen.

Und das betrifft ja nicht nur Filme, sondern auch Bilder usw. Gibt ja sogar Agenturen, die sich auf sowas spezialisieren.. die verfolgen im Internet, welche Bilderchen sich viral in Sozialen Netzwerken und Blogs verbreiten, und kaufen sich dann nachträglich die Rechte um die Blogs dann reihenweise abzumahnen. Obwohl sie diese Bilder kein einziges Mal selbst verkauft haben, werden zigtausend Euros allein durch die Abmahnwelle generiert - und die Masche funktioniert eben nur, weil man hierzulande gleich eine Schadensersatzrechnung an die Abmahnung heften kann. Und das gibts eben nur bei uns und in Österreich.

In den anderen Ländern funktioniert das Rechtssystem auch ohne diese Abzockmöglichkeit wunderbar, weil jeder weiß, wenn er den Rechtsverstoß nicht umgehend beseitigt oder Wiederholungstäter wird, dann gehts vors Gericht und es wird richtig teuer. Aber niemand läuft Gefahr Opfer von solchen Abzockanwälten zu werden, wie bei uns. Wenn in anderen Ländern in den Medien über solche Massenabmahnungen berichtet wird, schütteln die nur alle vertuzt den Kopf, wieso sowas seitens der Politik nicht unterbunden wird. Aber da viele unserer Politiker auch als Anwälte tätig sind, kann mans natürlich nachvollziehen, warum dem eigenen Berufszweig keiner ans Bein pinkeln will. Von jedem abgezockten Euro fließen schließlich auch 19% in die Haushaltskasse des Staates. ;)
 
@Butterbrot: Faszinierend. Nichts anderes hab ich doch geschrieben: daß das ursprünglich sinnvolle Konzept (egal ob Abmahnung oder der Schutz des geistigen Eigentums) in der Praxis zu allem verwendet wird, nur nicht zu dem, wofür es gedacht war (oder zumindest nicht in erster Linie).

Es geht ja hier nicht um die Abmahnung, sondern um die DMCA-gestützte Abzocke. Das macht die Idee des bewußten Schutz des geistigen Eigentums nicht falsch, unzulässig oder unzumutbar oder wie man es auch nennen will. Das Problem ist, daß unterm Deckmantel "DMCA" - wie auch unterm Deckmantel "Abmahnung" hierzulande --- Schindluder getrieben wird.

Nirgendwo steht geschrieben, daß der DMCA nur für automatisch zusammengesammelte Quellen Anwendung findet. ... Wäre im Gegenteil eher schön gewesen, wenn das gleich im Gesetzestext ausgeschlossen gewesen wäre.
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