Mannheim versucht Fotos alter Gemälde aus der Wikipedia zu klagen

Bei den Betreibern der Online-Enzyklopädie Wikipedia ist eine Klage der Stadt Mannheim eingetroffen. Diese reklamiert das Urheberrecht an Fotos für sich, die in einem Museum ausgestellte Gemälde zeigen, deren Maler seit langer Zeit tot sind. mehr... Logo, Wikipedia, Wikimedia Foundation Bildquelle: Wikipedia Logo, Wikipedia, Wikimedia Foundation Logo, Wikipedia, Wikimedia Foundation Wikipedia

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Mannheim war mir immer schon unsympatisch...
 
@Agassiz: Das ist witzig. Ich kann der Stadt Mannheim auch nichts abgewinnen. Seltsam, dass es offensichtlich nicht nur mir so geht.
 
Naja, irgend wie muss die Stadt Mannheim ja zu Kohle kommen. Aber ob das mit ein paar Gemälden zu machen ist, möchte ich doch ganz stark bezweifeln! Die spinnen, die Mannheimer.
 
@SunnyMarx: Brauchen die Kohle um vielleicht endlich mal an Straßennamen zu kommen - und der Druck der Schilder kostet auch einiges ;)
 
@Zwerg7: Nicht neidisch werden, Quadrate sind halt praktisch. Man muss nicht großartig suchen ^^
 
Moment, der "Urheber" ist doch der Maler, egal ob tot oder nicht... Wusste nicht, dass man in Deutschland mittlerweile das Urheberrecht kaufen kann.
 
@Slurp: Richtig gelesen? Wohl eher nicht. Text in der News lautet: "...Diese reklamiert das URHEBERRECHT AN FOTOS für sich, die in einem Museum ausgestellte Gemälde zeigen, deren Maler seit langer Zeit tot sind...." An den Fotos der Gemälde also. Nicht an den Gemälden. Das ist ein Unterschied.
 
@Kiebitz: Oh, Tatsache. Hatte mich danach schon gewundert, wieso über Schöpfungshöhe geredet wird. Dann hab ich dazu nichts gesagt
 
Ich glaube, sie sind damit schon im Recht. Man darf ja auch keine Landschaftsaufnahmen verbreiten ohne Zustimmung des Fotografen, der das Urheberrecht an diesen Aufnahmen hält.
Dass das fotografierte Objekt, in dem Fall die Landschaft, nicht dem Fotografen gehört bzw. urheberrechtlich geschützt ist, ist ja klar. Wenn man das selber fotografiert, dürfte man es ja auch so viel verbreiten wie man möchte.
Wenn man also überall das gleiche Recht anwenden will und nicht mal so und mal so, wie es einem gerade passt, müsste man das auch im Fall der Gemälde durchziehen.
D.h. es spricht überhaupt nichts dagegen, Fotos von den Gemälden online zu stellen, sofern man die Fotos eben selber angefertigt hat oder die Erlaubnis des Fotografen eingeholt hat.
Ich kann die Argumentation schon nachvollziehen. Ich selber hab ja auch die Urheberrechte an Fotos, die ich aufgenommen habe, selbst wenn meine einzige Arbeit das Drücken des Auslösers war (=kaum Eigenleistung). Sonst würde das ja bedeuten, dass alle jemals aufgenommenen Fotos, bei denen der Fotograf nicht mehr gemacht hat als einfach abzudrücken, nicht unter ein Urheberrecht fallen, weil die eingebrachte eigene Leistung des Fotografen verschwindend gering war.
 
@mh0001: eine landschaftsfotografie hat einen künstlerrischen hintergrund. z.b. motivauswahl, lichtverhältnisse, ect.

ein blankes abfotografieren fällt da aus meiner sicht nicht drunter.
 
@Crazylena: welche beleuchtung, blende, filter, verschlußzeiten, filmempfindlichkeiten, winkel, brennweite, abstand usw würdest du denn empfehlen?...knipsen kann jeder, aber zum photographieren gehört dann doch ein bisschen mehr
 
@mh0001: irgendwo hast Du recht aber hier wurde stupide ein Gemälde abfotografiert, eine Leistung die zwar bezahlt wird aber keine Kunst ist. Es geht hier auch nicht darum, dass der Fotograf die Gemälde künstlerisch abgebildet oder gar verfremdet hat, sondern um eine möglichst getreue Kopie.
 
@mh0001: Naja, wenn das Foto einen einmaligen Augenblick einfängt, mag das ja zutreffen, aber eines, das jeder x-beliebige problemlos identisch anfertigen könnte? Ich weiß nicht...

Woran erkennt man denn wohl, dass es sich bei den strittigen Fotos speziell um diese besonderen, von der Stadt beauftragten handelt?
 
Warum nicht die Fotos rausnehmen und selber welche von den Gemälden machen.
Weil ein Fotograf hat eigentlich schon das Recht an eigenen Fotos - der Inhalt an sich (die Gemälde) sind aber wohl nicht mehr geschützt.

Trotzdem ein unsympatischer Zug von Mannheim, da Wikipedia damit ja kein Geld verdient und es daher nicht kommerziell ausnutzt.
 
@pcfan: weil das fotografieren der gemälde warscheinlich nicht erlaubt ist.
 
@Crazylena: Dann hätte der Fotograf der Stadt Mannheim auch schon illegal gehandelt ...

Es handelt sich hier aber um öffentliche Werke. Warum fotografieren (ohne Blitz sofern dieser die Gemälde schädigt) solcher Werke illegal sein sollte oder könnte, entzieht sich mir.
 
@e-foolution: wenn die stadt mannheim eine genehmigung erteilt hat nicht.

es gibt reichlich museen und ausstellungen in denen das fotografieren ganz oder teilweise verboten ist.
spontan fallen mir da teile der meersburg und schloss salem ein.
 
Na super, ich unterstütze die Wikimedia jedes Jahr mit Spenden... ich will aber nicht dass damit Anwälte bezahlt werden müssen. Die Mannheimer sollten mal besser die Kirche im Dorf lassen!
 
Eine Suche nach "Foto Schöpfungshöhe" ergibt, dass für Fotos eben *keine* Schöpfungshöhe erforderlich ist. D.h. das Drücken des Auslösers irgendeiner Kamera bewirkt bereits den Urheberschutz. Die Debatte um Selfies von Affen braucht hier gar nicht geführt werden, weil der Mannheim-Fotograf ein Mensch war.
Zur Erinnerung: Zeitweilig war Marion Knieper von resp. für "Marions Kochbuch" regelrecht berühmt. Dort gab es lauter Photos von Lebensmitteln. Viele private Homepage-Betreiber haben bei Marions Lebensmittel-Photos gedankenlos zugegriffen - und dürften allesamt reichlich bezahlen. Ein einziges Bananen-Photo kostete bereits um die 1.000 Euro, und bei Zahlungsweigerung auch noch zzgl. der Gerichtskosten. Aus der Zahlung wiederum resultierte wohlgemerkt keine Erlaubnis zur Nutzung des Bananen-Photos: Die Tausende von Euro dienten nur zur Deckung des Schadens, dass man zeitweilig unerlaubt das Photo genutzt hatte, d.h. man musste das Photo also wieder löschen und eine Unterlassungsverpflichtung unterschreiben.
 
@Pater_Lingen: Ist aber auch irgendwie nachvollziehbar, denn Lebensmittelfotografie ist ein eigener Zweig der Fotografie und sicher nicht unbedingt trivial (zumindest dann, wenn wir von der professionellen Variante reden).
 
@DON666: Hast Du Dich mal mit "Marions Kochbuch" beschäftigt? Die Seite wurde - und das hat der Gründer sogar ganz dreist zugegeben - nur als Lockvogel-Angebot erstellt, damit fleißig die Bilder anderweitig genutzt werden und dann abgemahnt werden kann.

Und von Food-Fotografie wollen wir hier nicht sprechen; die meisten Bilder sind dermaßen trivial, dass sie an Banalität und fehlender Schöpfunghöhe nicht mehr zu unterbieten sind. Aber google ruhig mal selbst, dann weißt Du, was ich meine.
 
Deutsche Behördenkacke. Überall kräftig die Gebühren und Abgaben erhöhen und dann schön alles einschränken wollen.
 
.. morgen entdeckt dann Google-Books, dass Abfotografieren und Abscannen so ziemlich dasselbe ist, übermorgen wird irgendwer erklären, dass auch Abtippen was schöpferisches ist ... bis ein Admin bei Wikipedia entnervt per "Format C:" das gesammelte Menschheitswissen auf eine verstreute Handvoll Bücherfreunde und das Kellerarchiv eines ehemaligen Mannheimer Verlagshauses reduziert ... wer erninnert sich noch an Brockhaus? ... unglaublich skrupellos, aber die Chance zur Welt-Wissenshauptstadt zu werden, musste Mannheim wohl einfach ergreifen ??!! ;-)
 
photographie ist nicht kopieren...auch wenn das motiv schon lange nicht mehr urheberrechtlich geschützt ist...andererseits ist das selberanfertigen von guten photographien solcher werke schlecht möglich, weil in allen museen photographierverbot herrscht...
 
Ich glaube es gab mal ein ähnlichen Fall, da wurde dem Fotograf das Recht zugesprochen. Ich bin gespannt und drücke Wikipedia die Daumen
 
Wir hatten in einem ähnlichen Fall einen Rechtsstreit vor dem BGH gegen eine bekannte Stiftung von Kulturgütern aus Berlin gewonnen. Hintergrund war der Verkauf von Kunstdrucken und Postern über das Portal www.kunstbilder-galerie.de, von denen sich einige der Werke auch im „Eigentum“ bzw. in den Museen der Stiftung befinden. Zwar wurde von der Stiftung generell die Gemeinfreiheit der betroffenen Werke anerkannt, dann aber über das Hausrecht versucht, eine Monopolisierung der Verwertungsrechte zu erwirken. Erfreulicherweise hat der BGH dann auch in unserem Sinne entschieden – auch wenn die juristische Grundsatzfrage damals nicht abschließend geklärt wurde. In der Urteilsbegründung wurde darauf verwiesen, dass die Klägerin nicht nachweisen konnte, dass das Hausrecht verletzt wurde.
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