Happy Birthday to you? Millionenschweres Copyright unter Beschuss

Wer ein bestimmtes Musikstück verwenden will, kann sich im Grunde entscheiden: Entweder man zahlt Lizenzgebühren für die Nutzung oder greift auf ein Lied zurück, das entweder aufgrund seines Alters oder auf Wunsch des Urhebers frei zu verwenden ist. ... mehr... Licht, Silvester, Feuerwerk Bildquelle: Fieldington (CC BY-SA 3.0) Licht, Silvester, Feuerwerk Licht, Silvester, Feuerwerk Fieldington (CC BY-SA 3.0)

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2030 würde der Urheberschutz auslaufen, nicht 1930, wg. 95 Jahren Schutzdauer in den USA, oder?
 
@Winnie2: Alleine die Tatsache dass ein Lied 95 Jahre (!!!) lang geschützt ist, ist schon lächerlich.
 
@moribund:
Ich widerspreche dir da nicht, nur was ist gerecht? Angenommen ein Künstler komponiert ein Lied und veröffentlicht es u. 20 Jahre lang kauft es niemand. Plötzlich wird es ein Hit. Soll ein Künstler deswegen dann leer ausgehen?
Nach dem Patentrecht wäre das nämlich so. Bei Erfindungen gilt eine Schutzfrist von i.d.R. 20 Jahren, danach kann die Sache frei genutzt werden.
 
@Winnie2:
Tja das nennt man dann aber Pech!
Er hatte 20 Jahre.
Darüber hinaus konnte er in diesen 20 Jahren das Lied zB bei Konzerten spielen und Eintritt verlangen.

Außerdem zwingt ihn niemand Künstler zu werden:
99,9% der Bevölkerung haben nicht mal die Möglichkeit mit einer einzigen Schöpfung Jahrzehnte lang Kohle zu kassieren sondern gehen täglich Arbeiten.
Wieso soll jemand der sich mal ein paar Minuten Geräuschkulisse ausgedacht hat ewig dafür Kohle kassieren?
(Und das sag ich als wirklich großer Musikfan.)
 
@moribund: Wenn jemand mit meiner Arbeit Geld verdient, will ich da evtl. einen Teil von abhaben. Darum. Happy Birthday als Song ist ein blödes Beispiel, weil die Komponisten schon länger verstorben sein dürften. Da ist eher das Problem das sich irgendwer die urheberrechtlichen Nutzungs- und Verwertungsrechte (in dem Fall wohl Warner/Chapell) gekrallt hat.

Urheberrecht gehört insofern überarbeitet als das es weder vererblich, verkäuflich, noch sonst irgendwie abtretbar ist und auch nur eine natürliche Person urheberrechtliche Nutzungs- und Verwertungsrechte besitzen kann, keine Firma/Verlag. Dann auf Lebenszeit des Urhebers geschützt, und fertig.
 
@Minty_Insurrect: Es sagt ja auch niemand , dass Du nicht einen Teil abhaben sollst - aber sicher nicht für 95 Jahre!!
 
@moribund: Warum nicht? Wenn jemand nach 95 Jahren noch Geld mit meiner Arbeit verdient, warum sollte mir dann nicht immer noch was zustehen? Vorausgesetzt ich lebe noch natürlich.
 
@Minty_Insurrect: Diese Argumentation kann man auf sehr viele DInge beziehen, und trotzdem bekommen die meisten Menschen einfach ein Monatliches gehalt und wenn sie bei Ihrer Firma nicht mehr arbeiten eben nix mehr, auch wenn die mit deinen Leistungen weiter arbeiten. Warum sollten hier Musiker eine Extrawurst bekommen?
 
@moribund: Aus dir spricht nur eines, der Neid! Du kannst es nicht, ein Lied schreiben und singen und damit Millionen verdienen, wieso sollten es also andere können und dürfen.
 
@Conos: Nein, diese Argumentation kann man nicht auf sehr viele Dinge beziehen. Wenn man nicht mehr bei einer Firma arbeitet, dann arbeitet diese Firma auch nicht mehr mit deinen Leistungen, sondern mit den Leistungen anderer Arbeiter.

Das meiste was Firmen an Produkten und Dienstleistungen anbieten ist "verbrauchbar". Musik ist das nicht. Ergo -> Nicht zu vergleichen.
 
@Scaver: ROFL!!!! Ja genau, Du Westentaschen-Siegmund Freud... :)
Wenn man etwas kritisiert ist es immer Neid.
 
@Minty_Insurrect: Zum einen hat sich das niemand gekrallt, die Frauen haben es einfach verkauft.

Und wenn es nicht verkäuflich wäre, würde die Branche sterben! Urheber wäre von Natur aus dann immer der Künstler., Warum sollte aber ein Unternehmen den Künstler bezahlen, wenn sie die Rechte dann nicht bekommen können, um damit Geld zu verdienen. Das heißt jeder Künstler müsste für Vermarktung, Produktion usw. alleine sorgen bzw. auf eigene Kosten Leute damit beauftragen.
Aktuell übernehmen das die Firmen, Verlage. Diese finanzieren dies durch den Erhalt der Rechte. Ohne diese würden sie nichts mehr verdienen und die Leistungen auch Künstlern nicht mehr anbieten können.

Auch wenn man jetzt sagen könnten, die Verlage könnten den Job weiter machen, bekommen die Rechte aber nicht, sondern lassen sich von den Künstlern wie ein Dienstleister bezahlen.
Klarer Fall: Den Job würde für das Geld niemand auf dieser Welt machen!

Zu den 95 Jahren. Der normale Arbeiter oder Angestellte arbeitet und bekommt danach Rente. Ein Künstler bekommt diese Rente nicht, da Künstler nicht in die Rentenkasse einzahlen. Ebenfalls bekommen Ehepartner im Falle des Todes je nach Umstand eine Zeitlang auch noch einen Teil der Rente des verstorbenen. Auch das Fällt bei Künstlern weg, da diese ja erst gar keine Rente bekommen.

Die 95 Jahre inkl. der Vereinbarkeit sollen eben genau das abdecken!
 
@moribund: Nö es geht nicht um die Kritik an sich, die geben hier einige ab und die ist ggf. auch angebracht.
Aber deine Wortwahl belegt das eindeutig:
"99,9% der Bevölkerung haben nicht mal die Möglichkeit mit einer einzigen Schöpfung Jahrzehnte lang Kohle zu kassieren sondern gehen täglich Arbeiten.
Wieso soll jemand der sich mal ein paar Minuten Geräuschkulisse ausgedacht hat ewig dafür Kohle kassieren?"

"Ewig" kassiert eh niemand und zudem heißt deine Aussage "andere können mit paar Minuten Arbeit massig verdienen und ich muss jeden Tag arbeiten gehen"

Und dazu muss mein kein Psychologe sein (auch wenn ich da einige Kurse hatte) um das zu erkennen.
Aber passt, heul halt, für dich ändert sich die Welt eh nicht ;)
 
@Minty_Insurrect: falsch, sie Arbeit sehr wohl mit meinen Leistungen weiter. Beispiel: Programmierer. Seit wann ist Software verbrauchbar? Die Auswertungen die ich heute erstellt habe werden noch sehr lange Zeit genutzt werden, auch wenn ich heute das Unternehmen verlassen sollte. Da möchte ich nun auch gerne 95 Jahre Lang eine Nutzungsgebühr bekommen.. *Ironie*
 
@Scaver: Urheber ist immer der Künstler. Das Urheberrecht ist nicht übertragbar (abgesehen von Erbfolge). Nur die Verwertungsrechte. Und das brauchen die Verlage eigentlich nicht länger als der Künstler lebt. Es reicht wenn der Künstler es ihnen auf Lebenszeit einräumt und seinen Anteil kassiert. Wenn die Verlage damit nicht wirtschaftlich klarkommen, dann machen sie was falsch und würden zu recht nichts verdienen.

Wenn der Verlag nichts produziert oder Dienstleistungen anbietet (CDs, BluRay, Server-Bereitstellung etc. pp) sollte der Verlag auch kein Recht haben irgendwas einzufordern. Geleistet hat der Künstler, nicht der Verlag.
 
@Conos: So, du hast also was anderes gefunden was nicht verbrauchbar ist? Sehr schön. Und ich sag dir was: Ich bin durchaus dafür das Programmierer das Urheberrecht und Verwertungsrecht an ihren Programmen behalten dürfen. Ich sagte doch, das es in Bezug auf Nutzungs- und Verwertungsrecht dahingehend überarbeitet gehört das nur natürliche Personen dieses Recht besitzen dürfen und es nicht vererbt, verkauft oder sonstwie abtreten dürfen sollten.

Nur wird dann im Arbeitsvertrag stehen das du auf Urheberrechtsansprüche verzichtest. Dafür kriegst eben eine Rente, immerhin.

Edit: Übrigens bist du immer der Urheber der von dir erschaffenen Software, denn das Urheberrecht ist nur vererbbar, nicht verkäuflich oder vertraglich übertragbar. Zumindest hier in Deutschland. Du kannst nur die Nutzungs- und Verwertungsrechte übertragen.

Edit 2: Achso, Freischaffend vs. Festangestellt ist übrigens auch noch mal ein deutlicher Unterschied, kann man auch nicht einfach so vergleichen.
 
@Minty_Insurrect: und was ist zb mit patenten die du (mit) entwickelt hast? da verdient die firma auch weiter daran !
 
@couch: Wenn ich es ihnen erlaube, oder überlasse (oder per Gesetz/Arbeitsvertrag erlauben/überlassen muss)... Joa... Sonst? Nein...

Aber als Angestellter kriegt man auch Lohn von der Firma. Als Freischaffender kriegt man keinen Lohn von einer Firma, wie gesagt, ist nicht zu vergleichen.
 
@Scaver:
Du denkst ich bin neidisch auf Künstler/Kreative?
Offensichtlich hast Du nicht zu ende gedacht, denn es betrifft zwei Seiten:
diejenigen die bezahlt werden, und die welche bezahlen müssen, was wie der obere Fall zeigt ebenfalls Künstler/Kreative sind.
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Zu Deiner Information:
1. Ich bin selbst in der kreativen Branche tätig und weiß daher, dass man sich ein "künstlerisches Werk" nicht einfach so aus dem Ärmel schüttelt und dass es einen Haufen Arbeit bedeuten kann.
2. Bin ich ein großer Musikfan und habe große Bewunderung für etliche Künstler und deren Leistungen in diesem Bereich.
3. Besteht mein halber Freundes- und Bekanntenkreis aus Musikern, die hauptberuflich ihr Geld damit verdienen. Und die sind wirklich über jeden Euro froh der reinkommt. (Verdienen vor allem über Auftritte.)
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Aber:
jeder von ihnen sagt sie haben sich bewußt für eine Musikerkarriere entschieden und ihnen war klar dass die Chancen reich damit zu werden nicht allzu groß sind. (Insbesondere weil die meisten davon in unkommerzielleren Genres wie Jazz , Blues, etc ihre Brötchen verdienen).
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Außerdem:
war meine Kommentar die Antwort auf Winnie2s 20-Jahre-Beispiel und ist in diesem Zusammenhang zu sehen.
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Und zur Sache:
man muss auch die Verhältnismäßigkeit wahren:
95 Jahre für ein Musikstück sind einfach zu viel.
Wie man "Happy Birthday"-Beispiel sieht stößt man hier auf das selbe Problem wie bei anderen Urheber- und Patentrechtsangelegenheiten bzgl. langer Laufzeit:
den "Kleinen" die es sich nicht leisten können für ihr Projekt soviel Kohle abzudrücken wird es schwerer gemacht.
Wie in anderen Bereichen werden damit imho Kunstprojekte, Innovationen und sonstige kreative Leistungen gebremst weil es sich der Künstler schon nicht leisten kann einen Haufen Gebühren dafür zu zahlen.
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Und für mich als jemanden der im Medienbereich tätig ist ändert sich die Welt sehr wohl.
Noch ein Tipp: "einige Kurse belegen" ist wohl etwas zu wenig, kleiner Sigmund... ;)
 
@Winnie2: Ja, denn Kunst und Kultur gehört frei.
 
@moribund: wären es "nur" 70 Jahre wie ursprünglich vorgesehen, hätte Disney seine Maus schon 1999 verloren … Wo die 95 Jahre wohl nur herkommen?
 
@treponem:
In Deutschland sind es 70 Jahre, nur in den USA sind es 95 Jahre; in vielen Ländern gelten jedoch 50 Jahre.

In Deutschland wurde die Schutzfrist bereits zweimal verlängert. Ursprünglich galten mal 30 Jahre, dann 50 Jahre, nun 70 Jahre.

Es geht hier nicht so sehr um die Künstler die auf der Bühne stehen sondern um die Komponisten der Musikstücke und Liedtexter. Diese stehen nicht auf der Bühne u. wollen dennoch an den Einnahmen beteiligt werden.
Die meisten Lieder haben die Künstler die auf der Bühne stehen nicht alleine geschrieben.
 
Ich wünsche mir so sehr dass ich noch erlebe, das solche seltsamen Lizenz und Patent Probleme nicht nur gefühlt, sonder auch faktisch absurd sind.
 
Was soll das eigentlich? 95Jahre ist ein Musikstück geschützt, dass nach einem halben Jahr (spätestens) schon ausgelutscht ist?
Gerade bei Musik sollte das Recht auf höchstens 10 Jahre eingekürzt werden... die "Urheber" bauen sich da eine Tonspur mit 3-4min Länge und kassieren dafür über die Jahre Millionen bis ganz und gar Milliarden, das einem sowas nicht schon eher komisch vorgekommen ist, ist mir ein Rätsel.

Das Urheberrecht gehört dringend überarbietet, denn es wird schon lange nicht mehr dafür genutzt, die Entwicklung voran zu treiben, sondern nur noch um die cashcow zu melken.
 
@bLu3t0oth: Dann würden aber große Stars nach 10 Jahren mit sogenannten Evergreens oder Ohrwürmern nix mehr verdienen! Auch die Schlagerbranche würde alt aussehen mit ihren "Schätzchen".
 
@sandvik: Dose Mitleid und so... andere arbeiten auch für ihr Geld..
 
@sandvik: Die "verdienen" nach 10 Jahren genug um 95 jahrelang davon leben zu können...
 
@bLu3t0oth: "denn es wird schon lange nicht mehr dafür genutzt, die Entwicklung voran zu treiben"
Das war auch nie der Sinn von Urheberrecht in Bezug auf Musik.
 
@bLu3t0oth: Wenn es nach einem halben Jahr wirklich schon ausgelutscht ist, wieso wird es dann noch gespielt? Solange das Stück wert ist gehört zu werden, so lange ist es auch wert dass der Künstler seinen Obulus dafür bekommt. Oder der, der ihm die Rechte für klingende Münze abgekauft hat.
 
@rallef: Dann würden also die Rechte mit dem Tod des Künstlers erlöschen? Oder sollen sie auf die Erben übergehen, wenn die willkürlich festgelegte Frist noch nicht vorbei ist? Welche Frist ist denn angemessen? Nach 20, 70 oder 95 Jahren? Oder noch länger..?
 
Das Ende der Schutzfrist ist die falsche Frage. Viel mehr sollte jemand die Frage stellen wann endlich etwas dagegen unternommen wird, dass die Schutzfrist immer wieder verlängert wird. Hier sieht man wieder wie viel Macht die Musikindustrie hat, wenn sie sich Gesetzesänderungen erkaufen kann ...
 
@Lofi007: Es ist nicht die Musikindustrie, sondern Disney. Die Schutzfristen wurden immer wieder dnan verlängert, wenn Mickey Mouse drohte gemeinfrei zu werden.
 
1921 + 95 = 2016 ? Heißt das läuft so oder so erst nächstes Jahr aus ?
 
@Zreak: nicht ganz - Copyright kann nicht rückdatiert werden und da es erst 1922 in Kraft trat sind alle Werke davor nicht geschützt. In dem Fall wären jegliche Lizenzforderungen unrechtmäßig gewesen.
edit: hm, das war so nicht ganz richtig. Es gab schon vorher Urheberrecht aber einige Sachen sind rausgefallen weil diese Praxis mit den Verlängerungen noch nicht ganz so auf die Spitze getrieben wurde und weil Werke deren Urheberrechte noch beim ursprünglichen Author lagen tatsächlich nach 70 Jahren hinüber sind.
Die Rechte die dauernd verlängert werden sind die Rechte die bei Unternehmen liegen.
 
nur für ein wort, abmahnung, gema kopie?
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