Streit um Rechtmäßigkeit von Einbetten fremder Videos geht weiter

Der I. Zivilsenat des Bundesgerichtshof hat in dieser Woche eine Entscheidung in einem fast fünf Jahre währenden Rechtsstreit um das Einbetten von YouTube-Videos gefällt. Dabei geht es im sogenannten "Bestwater"-Fall um die Frage, ob das so genannte ... mehr... Google, Youtube, Videoplattform, Generation Bildquelle: Google Google, Youtube, Videoplattform Google, Youtube, Videoplattform Google

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In einer Zeit, wo Videos von überall kopiert und neu hochgeladen werden, ist das Einbetten doch ein Segen!
 
@HendrikM: Nicht wenn man die Chance sieht, sich damit den ein oder anderen EUR über den Rechtsweg zu erpressen.
 
@HendrikM: Generell sehe ich das ähnlich. Aber hier ging es darum, dass Firma A ein Video für seine Produkte gemacht hat und Vertreter für Firma B dieses Video für Produkte für Firma B nutzen.
 
"Der Produzent des Videos, eine beauftrage Firma, hatte das Material bei YouTube hochgeladen. Der Kläger besteht darauf, dass dies ohne seine Zustimmung geschehen sei."

Sollte der Kläger sich nicht an die Produktionsfirma wenden, wenn das Video ohne Einverständnis auf Youtube eníngestellt wurde? Hier liegt in meinen Augen die Urheberrechtsverletzung, denn die beiden Handelsvertreter müssten darauf vertrauen dürfen, dass Videos auf einer Plattform wie Youtube frei eingebettet werden dürfen, sofern sie öffentlich zugänglich sind. Der falsche Beklagte in meinen Augen.
 
@Der Lord: Um das auf die Spitze zu treiben: Auch wenn sie beauftragt und dafür bezahlt worden ist, bleibt die Produktionsfirma Urheber des Videos. Es wäre nun interessant zu wissen, ob mit dem Auftraggeber eine ausschließliche oder nicht ausschließliche Nutzung vereinbart worden ist; aber das ist völlig losgelöst vom Urheberrecht.
 
@rallef: Wer Urheber ist, ist uninteressant. Wichtig ist, wer die UrheberRECHTE hat und diese werden in so einem Fall immer vertraglich verhandelt. Die Übertragung der Urheberrechte kann so erfolgen, ist meist dann aber die teuerste Variante. Günstiger wird meist die Variante der ausschließlichen Nutzung, am billigsten ist ein einfaches Nutzungsrecht, welches dann ggf. auch andere erhalten können.

Oder auch schon erlebt: Videomaterial wird vom Unternehmen selber angefertigt. Die Produktionsfirma übernimmt nur noch die Bearbeitung (Schneiden, Effekte, Sound, Text, Grafiken usw.).
Hier liegt das Urheberrecht von Anfang an beim Unternehmen und die Produktionsfirma bekommt vertraglich nur den Auftrag, das Material gemäß Wünschen und Anweisungen zu bearbeiten.
 
@Scaver: Es gibt in Deutschland keine Übertragung von Urheberrechten (§29 UghG), es sei denn durch Erbfolge. Nur der Urheber kann Urheberrechte besitzen - jeder andere kann bestenfalls exklusive Nutzungsrechte oder Verwertungsrechte erwerben.

Und das Urteil ist ansich schon unsinnig, da wieder mal der Falsche auf der Anklagebank sitzt. Die Produktionsfirma des Videos kann veröffentlichen was sie will, solang keine exklusiven Nutzungsrechte veräußert wurden. Unabhängig davon hat sich der Kläger IMMER an Youtube zu wenden, um den Content und damit sämtliche Einbettungen auf fremden Seiten entfernen zu lassen. Es ist Aufgabe des Hosters bei Bekanntwerden der Rechtsverletzung diese zu beseitigen - dafür haben sie schließlich eine Abuse-Abteilung.

Was hier nicht sein darf, ist, dass ein Dritter (in dem Fall der Beklagte) abgemahnt wird. Durch die Einbettung fand keine eigenmächtige Verbreitung statt. Der Content liegt ja nach wie vor bei Youtube, aber da traut sich natürlich keiner zu klagen. Hier wird nur der Abmahnindustrie wieder das Tor geöffnet und den Abzockanwälten ermöglicht, die Kleinen abzumahnen.

Deutschland braucht endlich mal ein Gesetz, dass es verbietet eine Kostennote in der ersten Abmahnung zu fordern. Weder Anwaltsgebühren und schon gar nicht Schadensersatz - so ist es in den meisten Ländern bereits üblich. Wer abmahnen will, braucht dafür keinen Anwalt - schließlich darf jeder abmahnen.

Wer einen Anwalt einschaltet, sollte ihn auch aus eigener Tasche zahlen. Genauso wie es letztens auch bzgl Maklergebühr entschieden wurde. Sollte die Rechtsverletzung nach der ersten Abmahnung vom Beklagten nicht beseitigt werden (und nur darum sollte es in einer Abmahnung ja gehen - und nicht um schnelle Geldmacherei), hat der Kläger dann das Recht den Fall vor Gericht klären zu lassen und dadurch auch seine Anwaltsgebühren auf den Beklagten zu übertragen.

Wer darüber hinaus der Meinung ist, er hätte Schadensersatz verdient, sollte das sowieso grundsätzlich über Gericht laufen lassen. Das würde auch viele Abzockanwälte und ihre hauseigenen Loggerbuden abschrecken, da dadurch ihr Geschäftsmodell zu schnell auffliegt.
 
Sorry, aber euer Artikel ist unvollständig. Es fehlen wichtige Infos:

Es ist nicht nur ausschlaggebend, ob man für das Framing an sich eine Erlaubnis erhalten hat, sondern ob das Video generell mit Erlaubnis veröffentlicht wurde und wenn ja, ob öffentlich oder Privat. Dann ist wichtig, ob beim Framing eine die selbe oder eine andere Betrachterkreis erreicht wird.

Damit Framing legal bleibt, muss dazu folgendes erfüllt sein: Es wurde mit Erlaubnis hoch geladen und dies öffentlich und mit dem Framing wird das selbe "Publikum" erreicht.
 
@Scaver: Und wie soll derjenige, der das Video einbetten will, herausfinden ob dies gegeben ist?

Genau gar nicht...und da liegt das Probelm...
 
@Draco2007: in dem er bei dem YT Channel anfragt. Aber wie man sieht tritt selbst in diesem Fall nicht immer Klarheit auf. Wird man sehen was der BGH entscheidet, bis dahin würde ich ehr nichts einbetten, außer es ist entweder total unstrittig oder eben eigenes Material.
 
@Yepyep: Bitte was? Also frage ich bei jedem Video, bei dem die Einbett-Funktion AKTIVIERT wurde nochmal nach und hoffe darauf, dass mit die Person wahrheitsgemäß antwortet?

Wenn jemand ein Video bei YouTube hochläd und dies nicht darf ist das das Problem des Uploaders.
Wenn jemand ein Video bei YouTube hochläd und es NUR selbst darf und das Einbetten trotzdem erlaubt, ist es das Problem des Uploaders.

Oder fragst du bei jedem Händler nach ob es sich auch sicher nicht um Hehlerware handelt, weil du ja sonst als Dieb angeklagt werden könntest?
 
@Draco2007: davon ausgehen oder nicht, wie Du siehst ist es rechtlich eben nicht ganz sauber geklärt. Und ja, es ist rein theoretisch möglich auch Hehlerware in einer großen Kaufhauskette zu bekommen, genauso wie Plagiate.

Wir nehmen einfach mal an, Du verlinkst ein Video weiter was der "Uploader" nicht hochladen durfte. Du kannst Dich dann gerne sträuben aber Stress hast Du dann auch, nutzt Du das Verlinken gewerblich ( dazu gehört auch von Dir geschaltete Werbung) wird das Ganze noch stressiger.
 
Bei Youtube gibt es in den "Erweiterten Einstellungen" einen Auswahlpunkt "Einbetten zulassen".
Wenn also jemand das Einbetten zulässt, dann muss derjenige, der einbettet, m.E. darauf vertrauen können, dass der Video-Anbieter das Einbetten auch tatsächlich zulassen darf - und dass man dementsprechend das Video auch selbst einbetten darf.
Wenn ein Video-Anbieter ein Einbetten zulässt, ohne selbst Recht-Inhaber zu sein und ohne Erlaubnis des Rechte-Inhabers, dann muss eben der Video-Anbieter angegangen werden.
Anscheinend geht es hier tatsächlich darum, gegen wen eigentlich die Klage geführt werden muss.
 
man darf sich in dieser angelegenheit nicht auseinanderdividieren und muss eine gemeinsame lösung finden... das internet ist für uns alle neuland
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