Eine Ära geht zu Ende: Die letzten Mittelwellensender schalten ab

Freunde der antiken Radio-Technik - die durchaus einige Pluspunkte auf ihrer Seite hatte - müssen in letzter Zeit mit einem rasanten Verfall des Angebots leben. Die meisten Sendungen auf Mittelwelle sind bereits eingestellt worden. mehr... Radio, Frequenz, UKW, Mittelwelle Bildquelle: C.P.Storm (CC BY 2.0) Radio, Frequenz, UKW, Mittelwelle Radio, Frequenz, UKW, Mittelwelle C.P.Storm (CC BY 2.0)

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Schade, war früher Abends und Nachts immer mit nem kleinen Weltempfänger am lauschen was es neues zuhause gab. Zeitungen gabs damals noch nicht überall und vom www haben noch alle geträumt.
 
Die Schlussfolgerung im letzten Absatz ist Unsinn, da ja die "exotischen" Sender in anderen Ländern von der WDR-Abschaltung nicht die Bohne betroffen sind. ^^
 
@DON666: Stimme Dir zu, man sollte schon wissen worüber man schreibt. Der Mittelwellensender aus "Timbuktu" wird ohne die Sendeanlagen in Deutschland auch weiter zu empfangen sein. Das erinnert mich an die Leute, welche denken ihr Auto Navi hat einen GPS Empfänger und sie können damit geortet werden.
 
@uc: Navis haben für gewöhnlich auch einen GPS-Empfänger, aber sie haben keinen Sender und daher besteht bisher die Möglichkeit der Manipulation nur beim GPS-Sender der USA-Satteliten.
 
@uc: Aber wieso sollten die in "Timbuktu" ihren Mittelwellensender am laufen halten? Mit der selben Begründung wie bei uns können die genausogut auf UKW (oder Nachfolgetechniken) umschwenken.
 
@rallef: Vielleicht wegen der vergleichsweise mangelhaften Infrastruktur in Timbuktu? Kommst du nicht von allein auf die Idee, daß es wohl Gründe gibt, warum in Entwicklungs- bzw Schwellenländern Kurzwellenfunk so verbreitet ist?
 
@starship: Ist er das? Überall wo ich bislang war gibt es UKW.
 
Jeder kleine immer noch kaufbare Weltempfänger kann noch UKW, KW, MW und LW empfangen. In vielen Häusern stehen noch Küchenradios oder sogar Röhrenradios, die die Bänder empfangen können. Außerdem ist es so möglich im Ernstfall noch rel. unkompliziert (einfache Schnigkreise, zur Not selber zu bauen) Nachrichten und Infos zu verbreiten. Ich kann also nicht nachvollziehen, warum solche Sender abgeschaltet werden.
 
@F98: Naja, weil halt - wie im Beitrag auch geschrieben - quasi niemand diese Frequenzbereiche nutzt, ob die Hardware das nun kann oder nicht.
 
@F98: die Tonqualität ist bei UKW ja schon grenzwertig bei MW erst recht und was da gesendet wurde wird seit dem es Internet gibt auch immer unattraktiver
 
@CvH: naja, mp3 mit 96 kb im stream, ob das so viel besser von der qauli ist? ;-)
 
@frankyboy1967: Sehr gute Anmerkung +
 
@frankyboy1967: verglichen mit MW, KW, LW ist 96kbits mp3 um Welten besser, bei UKW bin ich mir nicht sicher.
 
@CvH: Die Tonquali ist aber für reine Nachrichten, wie z.B. bei DLF egal.
 
@F98: wenn sie dafür wenigstens das UKW-Band oben und unten ein wenig erweitern würden! in manchen Regionen stehen sich die Sender quasi gegenseitig auf der Frequenz, so dicht liegen die beieinander.
 
@MahatmaPech: Oder im Grenzbereich zum Bsp. zu Polen oder der CZ: Die halten sich an keine Internationale Standarts und braten wie die Kaputten, teilweise auf den selben Frequenzen wie die deutschen Sender.
 
@F98: Auch das läßt sich lösen. Allerdings nicht durch ningeln im heimischen Kämmerlein.

Man reiche eine Beschwerde/Störungsmeldung bei der Bundesnetzagentur ein, diese prüft das und wendet sich ggf. an die zuständigen Behörden des jeweiligen Landes.

https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Sachgebiete/Telekommunikation/Verbraucher/Funkstoerungen/funkstoerungen-node.html
 
@starship: Das haben schon andere getan. Leider ohne Erfolg, denen ist die Studiohardware (Optimod usw.) einfach zu teuer.
 
@F98: Was die Studioausstattung mit Funkstörungen zu tun hat, erschließt sich mir nicht. Die hat nichts mit der Technik zu tun, welche die Sendung letzten Ende in den Äther schickt.
 
@MahatmaPech: Und warum sind die Sender so dicht beieinander? Weil Frequenzen eine endliche Resource sind. Man kann ein Band nicht einfach beliebig erweiteren. Auf den benachbarten Frequenzen sind ebenfalls Funkdienste aktiv, wo sollen die dann arbeiten?

Aus genau diesem Grund gibt es Behörden, welche die Frequenzvergabe regeln.

Der UKW-Rundfunk Bereich geht von 87,5 bis 108 MHz. Direkt darunter tummeln sich teilweise BOS Dienste und direkt darüber läuft Flugfunk bzw -navigation. Einfach "breiter machen" geht also nicht.

Siehe auch den offiziellen Frequenznutzungsplan der BNetzA:

https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Downloads/DE/Sachgebiete/Telekommunikation/Unternehmen_Institutionen/Frequenzen/Frequenznutzungsplan.html
 
@starship: ich meinte das jetzt nicht so spitzaufkante. mir ging es darum, das doch mittlerweile teils recht volle UKW-Band zu entlasten. Wenn andere Dienste in Richtung MW "umziehen" und dadurch weitere nachrücken könnten, wäre das UWK-Band breiter, allerdings ist mir auch klar, was das alle beteiligten kostet, nämlich nicht bloß nen Antrag! ^^
 
@MahatmaPech: Die Kosten sind das eine. Die komplette Sende- und Empfangstechnik müßte umgestellt werden.

Wenn man von UKW auf MW wechseln wöllte, würde das auch wesentlich größere und aufwendigere Antennenanlagen erfordern. Es sind unter anderem die vergleichsweise großen Antennen und die völlig anderen Ausbreitungsbedingungen der Funkwellen auf derart niedrigen Frequenzen, die einen Wechsel für die meisten Dienste von vornherein ausschließen.

Wenn wir mal als Beispiel den Flugfunk nehmen, da bietet sich UKW wegen der eher geringen Reichweite an, weil man dadurch auf ausreichend weit voneinander entfernten Flughäfen identische Frequenzen verwenden kann. Jedem Funkdienst ist ja immer nur ein bestimmter Bereich zugewiesen, damit muß er auskommen. Wenn man sich überlegt, daß es weltweit mehr als zwanzigtausend Flughäfen bzw. -plätze gibt, und diese häufig unterschiedliche Aufgaben (Ground, Tower, Approach, Departure etc.) auf verschiedenen Frequenzen abwickeln müssen, sieht man schnell wie knapp die Ressource "Funkfrequenz" eigentlich ist.

Würde man damit auf Bändern mit vergleichsweise hoher Reichweite arbeiten, würden sich die Flugplätze ziemlich ins Gehege kommen und könnten nicht ungestört den sicheren Flugbetrieb gewährleisten.

EDIT: typo
 
@starship: das verstehe ich durchaus. aber wer hat sich denn damals nur belatschern lassen und das Radioband "so eng" gefaßt? (/Ironie) hätte der Dödel nicht noch oben und unten ein paar MHz zugeben können? ^^ Meinetwegen 80..110MHz, aber 87,5..108MHz klingt iwie wie: "Hey da ist noch Luft, da beppen wir das Radio rein!" ;-)
 
@MahatmaPech: Hehe, naja warum die Frequenzen nun ausgerechnet so festgelgt wurde, kann ich Dir leider auch nicht genau beantworten. :)
 
Im METALAB in Wien lebt die Technik weiter :)
 
Interessant währe wieviel Geld an GEZ Gebühren dafür gespart wird.
 
@hase007: ähm ... gar nix! steht doch im Artikel: KEF sieht die freiwerdenden Gelder notwendig für den Ausbau für DAB+ usw.
 
Tja, wer nach dem Pilz seinen MW-Empfänger aus dem faradayschen Käfig packt, in dem er ihn im Keller gelagert hatte, kann mit Glück noch ausländische Sender empfangen (nachts halt), die nicht hinweggefegt wurden. Wenn er Strom hat...
Denn: Mobilfunk - nada. Internet - nada. Das schicke neue Auto - nada. Der 50er-Jahre-LKW - könnte glatt anspringen, da keine Elektronik.
Es bringt immer wieder Spaß, die Spaßbremse "EMP und die Folgen" rauszukramen...
 
@Druidialkonsulvenz: und DVB-S Satellitenradio?
 
@ott598487: alles was halbleiter hat, würde nicht funktionieren. und der erste poster kommt aus dem westen. merkt man sofort. trabant mal schnell auf unterbrecher umgebaut (auch simson) und schon kanns normal weiter gehe mit dem auto fahren ;)
 
@Nomex: ich dachte der Trabant hätte eine kürzere Halbwertzeit als der 50er Jahre LKW ... ;-)
 
@Druidialkonsulvenz: nicht toll aber haltbar :D
 
@Nomex: mmmhhh... kann man mit dem Trabant dann auch Satellitenradio hören?
 
@ott598487: klar, sein Luftwiderstandsbeiwert verrät, daß seine schnittige Front einem nach vorne geöffneten Parabolschirm gleicht. noch flott ein LNB in dessen Brennpunkt gedübelt und ein wenig Alu-Draht aus nem Abrißhaus und aus den Trabi-Lautsprechern kommt Dumdidödeldiedeldei oder auch Dumdideideldödeldie, je nach Sender! ^^
 
@MahatmaPech: :-)))
 
@ott598487: mit welchem gerät, was nicht halbleiter hat, willst du bitte Satellitenradio empfangen!? da bin ich jetzt sehr gespannt auf deine antwort ;)
 
@Nomex: Gibt keine Antwort mehr - Thema ist doch schon abgehandelt... ;-)
 
Schade fand KW und MW immer toll wenn ich auf See irgendwo war
 
@easy39rider: Ändert sich ja nichts für Dich, außer, Du hast immer nur WDR gehört ;-)
 
@Torchwood: Na ja da war schon mehr. Erinnere mich gerne an die Zeit als ich über 1440 RTL und 1422 Europawelle Saar gehört habe. Während meiner Zeit in Asien habe ich die KW rege genutzt
 
@easy39rider: ja... das berühmte "208 - Radio Luxemburg" in englisch mit 1,4 MW Sendeleistung...
 
@ott598487: Atlantic 252, heute mit einigen früheren Mitarbeitern unter Passionradio.co.uk empfangbar ... "Dance & Club in Sussex"
 
@MahatmaPech: Da konter ich doch mit Caroline on 319
 
"Viele modernere analoge Radioempfänger unterstützen schon nur noch UKW "...hmm seltsam, bei fast jedem neueren PKW den ich von innen gesehn hab, ging auch immer noch Mittelwelle also "AM" einzustellen. Is ja auch alles schön und gut mit Digital und DAB+, jedoch glaube ich das bei einer echten Krise, also Katastrophenfälle usw. wo man die Leute schnell erreichen muss, sich doch das analoge hält bzw. beständiger ist!
 
@legalxpuser: Im großen und ganzen hast du Recht, u.a. in Krisensituationen ist DAB nichts wert. Aber bitte nicht MW und AM in einen Topf werfen. Während sich "MW" lediglich auf den Frequenzbereich bezieht, ist mit "AM" die Betriebsart gemeint. Letztere ist keineswegs an Mittelwelle gebunden, sondern wird durchaus auch auf anderen Bändern benutzt.
 
Ich muss da meinen Vorpostern recht geben.
MW, KW und LW sind im Katasrophenfall, wesentlich "ausfallsicherer" als die anderen Sendearten.
Mit ein wenig Elektronik Kentnissen, lässt sich ein Empfänger relativ einfach aus Resten aufbauen.
Doch wer soll dann noch senden ? Die Leute die einen Sender bauen können (der ist um einiges komplizierter) sterben aus. Als Elektroniker lernt man das nicht mehr. Schaltpläne muss man im Kopf oder in Papier Form vorliegen haben.
Internet mal eben schauen, ist dann nicht mehr.
Deswegen ist die Abschaltung zwar aus wirtschaftlicher Sicht in Ordnung, aus Gründen der Sicherheit im Katastrophenfall sollten die Anlagen jedoch erhalten bleiben.
 
@Brassel: "Die Leute die einen Sender bauen können (der ist um einiges komplizierter) sterben aus."

Das dürfte den Betreibern von Radiostationen aber gar nicht gefallen. Und die Funkamateure erst, dürfen wir jetzt keine Sender mehr bauen? Das wäre aber echt schade, da unser Hobby ohne Sender relativ wenig Spaß macht. :)
 
In Südamerika lebt MW(AM) noch voll... Also alle Enthusiasten, ab in den Urlaub.
 
Schon der erste Satz ist Käse. Was ist denn daran bitte antik? Schonmal ernsthaft mit der Thematik auseinandergesetzt? Wohl eher nicht.

Was ist denn die Alternative zu den konventionellen Mittel- und Kurzwellensendern? DAB? Die bisherige Technik hatte aufgrund der Reichweite und der vergleichsweise einfach aufgebauten Empfänger den Vorteil, daß zum einen auch Hörer in zensierenden Staaten, in Krisengebieten, Urlauber im Ausland und Betroffene von Naturkatastrophen über Radio entsprechend informiert werden konnten. Gerade letzteres wird uns auch in unseren Breitengraden spätestens beim nächsten Hochwasser wohlverdient auf die Füße fallen, weil DAB mangels Reichweite dann genauso nutzlos sein wird, wie ein Handy, wenn die notwendige Infrastruktur zusammenbricht.
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