PC Fritz: Zweites Urteil gegen Drahtzieher, Haftstrafe wurde erhöht

Sechs Jahre und drei Monate beträgt die Haftstrafe, die gegen Firat C., einen der Drahtzieher im Fall PC Fritz, nun verhängt worden ist. Das Landgericht Halle sah es als erwiesen an, dass sich der Händler gewerbsmäßigen Betrugs sowie ... mehr... Windows 7, Video, Windows 7 Ultimate Pirate Edition Bildquelle: parkgott.de Windows 7, Video, Windows 7 Ultimate Pirate Edition Windows 7, Video, Windows 7 Ultimate Pirate Edition parkgott.de

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Die Strafzumessung in diesem Land ist einfach nur zum kotzen. Wegen sowas 6 Jahre Haft. Eine sehr gute Freundin von mir wurde letztes Jahr mit Vorsatz von ihrem Ex zum Krüppel geschlagen und wird ein Lebenlang unter den Folgen zu leiden haben. Strafe: 2000 Euro Schmerzengeld und 6 Monate auf Bewährung.
 
@Akkon31/41: Sobald es um Geld geht, Menschen sind völlig egal...
 
@cvzone: Stimmt so auch nicht. Mietnomaden und sonstige Sozialschmarotzer dürfen sich in diesem Land grundsätzlich alles erlauben. Ich gehe wegen so einer Drecksklette bald bankrott, seit zwei Jahren tanzt mir die auf der Nase herum... bisheriger Schaden ca. 20.000 Euro, auf die ich zwar einen Titel habe, die ich aber nie wieder sehe. Muss die Schuldnerin aber auch nur einen Tag ins Gefängnis? Nein, die kann weitermachen wie bisher, und ich muss sehen wo ich bleibe.
 
@Basarab: Ich würde es via Selbstjustiz lösen...
 
@Basarab:
Tja, andersrum gehts auch. Meine Eltern sollten nach dem Ausziehen einen Schaden von 10.000 Euro bezahlen (Wände waren angeblich eingeschlagen, alles müsste renoviert werden, blah blah), der aber nie da war. Es war glatt gelogen, und er dachte weil meine Eltern so gutmütig sind, könnte er das ohne Konsequenzen. Wer hat vor Gericht gewonnen? Der Vermieter! Damit wurden meine Eltern auch in den Bankrott getrieben und müssen das heute noch abzahlen.
Nachher hat sich rausgestellt, dass er selbst Probleme hatte und dringend Geld brauchte und es eben durch solch einen Betrug gelöst hat.
Also dein Beispiel sagt gar nichts aus.
 
@Freudian: Ich wäre in Berufung gegangen. Wieso waren Wände "angeblich" eingeschlagen? Gabs keine Beweise dafür?
 
@iPeople:
Das hat den Richter nicht interessiert. Sie konnten es nicht beweisen, dass es vorher nicht da war, als sie ausgezogen sind. Tatsächlich waren da auch einige Schäden, weswegen sie Mietminderung haben wollten, die sie auch schriftlich, ohne Reaktion vom Vermieter, gemeldet haben, aber das hat den Richter auch nicht interessiert, weil sie trotz Einschreiben keine Beweise hatten dass sie den Brief so wie sie gesagt haben abgeschickt haben, denn der Vermieter sagte einfach stur er hätte nie was bekommen. Absolut hirnrissig.
Und naja, ich hätte da noch ganz andere Sachen neben einer Berufung gemacht, aber meine Mutter will nie Stress haben und lässt sowas lieber über sich ergehen als Jahre sich mit Rechtsfragen und Ungewissheit rumzuschlagen.
 
@Freudian: Gab es kein Abnahmeprotokoll bei der Schlüsselübergabe? Gab es keine Befragung des Postboten? Der Anwalt war offenbar auch zu nichts zu gebrauchen.
 
@iPeople:
Der Postbote schaut nicht in den Brief rein. Das war ja das Argument vom Richter. Es hätte ja nur ein leeres Blatt Papier drin sein können.
Klar gabs ein Protokoll, allerdings war das Haus gerade renoviert worden und die Schäden waren versteckt hinter Rehgipswänden. Das war ja auch das tolle. Diese Schäden konnte man nur sehen, wenn man hinter diese Wände schauen würde. Woher sollte also der Vermieter wissen wo er suchen sollte, es sei denn er hat den Brief gelesen wo es beschrieben war? Interessierte den Richter aber auch nicht.
Bei solchen Urteilen frage ich mich dann immer ob der Kläger und der Richter nicht verwandt oder befreundet sind...

Aber was wäre das toll gewesen wenn die dich als Anwalt gehabt hätten, du blickst ja scheinbar schon nach meiner groben Beschreibung voll durch. :)
Hast du ne Anwaltskanzlei? Bitte meld dich bei mir!
 
@Freudian: Wenn ich als Nicht-Anwalt hinterfrage, warum dann der Anwalt Deiner Mutter nicht?
 
@Akkon31/41: Kapitalismus @ its finest
 
@Akkon31/41: Ja dein Fall mag schlimm sein und vermutlich zu lasch bestraft worden sein.

Aber im Artikel geht es um Betrug in einer Größenordnung von 9 Millionen Euro...
Da kommt nunmal schnell so eine Strafe zusammen....

Bei deinem Fall sagst DU mit Vorsatz, konnte der Vorsatz denn vor Gericht auch bewiesen werden? Wenn nein gilt nunmal unschuldig bis einem die Schuld bewiesen wurde.
Ohne den Vorsatz und wer weiß mit was für weiteren (nicht nachweisbaren) Ausreden der Mann ankam, kommt eben so eine Strafe zusammen.

Mag sich für dich ungerecht anfühlen, aber so ist unser Rechtssystem (zum Glück) nunmal...
 
@Draco2007: Will die Tat hier nicht verharmlosen. Aber für mich steht sowas in keinem Verhältnis. Ja, der Vorsatz wurde bewiesen und floss auch mit in die Urteilsbegündung ein. Ihm zu gute kam, dass er vor Gericht Reue gezeigt hat. Sowas wirkt arg strafmildernd.
 
@Akkon31/41: Ok, das ist natürlich beschissen.

Meiner Meinung nach vertragen sich Reue und Vorsatz nicht....
 
@Akkon31/41: Auf was lautete die Anklage bzw das Urteil? "Zum Krüppel" und das vorsätzlich (der Vorsatz ist bestimmt bewiesen worden, nehme ichmal an) sieht keine Bewährungsstrafe vor.
 
@Akkon31/41: ohne den Fall genauer zu kennen ist schlecht zu beurteilen, ob der Ex deiner Freundin zu milde wegkam. Aber vergleichen solltest du so etwas nicht, das führt zu nichts.
 
@Akkon31/41: Der Unterschied liegt auch in der Anzahl der Fälle. Wäre es eine illegal verkaufte Kopie, wäre die Strafe sicher geringer, als bei einer Körperverletzung. Hier kommen etliche Tausende Fälle zusammen, für die es eine Gesamtstrafe gibt. Hätte der Ex deiner guten Freundin tausende Frauen verprügelt, hätten sie ihn ebenfalls für etliche Jahre weg gesperrt. Ob nun die 6 Monate zu wenig sind oder nicht, kann man hier nicht beurteilen, wenn man nicht alle Details kennt. Sicherlich hat das Gericht im Rahmen der Gesetze geurteilt. Wenn nicht, kann man auch Revision oder Berufung einlegen. Wenn das nicht gemacht wurde, dann war das Urteil der Tat angemessen. Dass Du dies als guter Freund nicht so siehst, kann ich verstehen und mir ginge es vermutlich in deiner Situation nicht anders.
Es ändert aber nichts daran, dass Du Äpfel mit Birnen vergleicht. Eine Straftat im Vergleich zu etlichen Tausenden!
 
Meine Meinung dazu: Ich halte die Strafzumessung bei Gewaltdelikten auch als meist zu milde, insbesonders wenn einem Menschen die Gesundheit und die Lebensqualität für immer genommen worden sind. Eigentumsdelikte dagegen werden meist härter bestraft, obwohl man Güter und Geld wiederbeschaffen kann. Da stimmt in einigen Fällen die Verhältnismässigkeit nicht. Aber in unserem Rechtsstaat sind die Richter eben nur dem Gesetz und ihrem Gewissen verpflichtet, und deshalb kommt bei einem die, und bei einem aneren eine andere Strafe heraus.
 
@Norbertwilde: DAs Komische ist, dass das Gesetz durchaus harte Strafen vorsieht. Also daran kanns nicht liegen.
 
@iPeople: Das Gesetz besagt aber auch, das die Strafe Schuld und Tat angemessen sein muss. Das heißt nicht nur die Tat an sich entscheidet, sondern auch der Status der Schuld. Und da gibt es sehr sehr viele Regelungen zu. Tatsachen, die eine Strafe erhöhen MUSS (z.B. Heimtücke, Wiederholungstäter und vieles mehr) und auch solche, die bei der Strafzumessung positiv gewertet werden MUSS (z.B. Geständnis, Reue, Entschuldigung beim opfer, bereits versuchte Wiedergutmachung und vieles mehr). Am Ende kommt unterm Strich eine Strafe raus, die eben Tat und Schuld angemessen sein sollte (wenn nicht, gibt es Rechtsmittel, die man dagegen einlegen kann). Und ist die Strafe höchstens Jahre, kann sie zur Bewährung ausgesetzt werden. Auch hier gibt es Vorschriften, wann wie und wo dies gemacht werden soll und wann nicht (wobei Richter hier einen großen Ermessens-/Bemessungsspielraum haben).
Diese sollen vor allem dazu dienen, gerade Ersttätern nicht wegen einer einzigen Tat (mal Kapitalverbrechen ausgenommen) das ganze Leben zu verbauen, denn Menschen machen Fehler.
 
@Scaver: Es gibt für eine Tat Mindest- und Höchststrafen, niedergeschrieben im StGB. Der Richter bewegt sich innerhalb dessen, also angemessen.

Und alle 4 Angeklagten müssen sich in mehr als diesem einen Prozessverantworten. Da wäre nämlich noch die Steuerhinterzuehung und der gewerbsmäßige Betrug. das alles ZUSAMMEN rundet das Bild doch ab, oder? Firat C. hat vor Gericht das Opfer gespielt. Reue gabs wohl nicht, die Steuerhinterziehung steht immernoch im Raum und zur Wiedergutmachung müsste er JEDEM Käufer seiner gefälschten Windows-CD`s sein Geld wiedergeben.

Und was willst Du mir sagen? Das der Richter übers Maß hinaus geurteilt hat?
Hier ging es um gewerbsmäßigen Betrug im großen Stil. Das ist kein Ladendiebstahl gewesen. Also bleib mal aufm Teppich.
 
@Norbertwilde: Recht bekommen ist nicht Recht haben...oder wie war das?
Diese Unverhältnismäßig gibt es aber nicht nur in Deutschland...leider...
 
@Norbertwilde: Das komische daran ist, dass Strafmaß und Gesetze diesbezüglich aus Urzeiten stammen. Haste nen Bauern oder nen Knecht erschlagen, wen störts, gibt ja genug, nicht so schlimm. War aber ein Apfel oder Brot im Spiel, wurden einem die Hände abgehackt. Ist heuete nicht viel anders, ausser das mit dem Hacken...
 
@Norbertwilde: Was wiegt schwerer?
Eine Gewalttat oder tausende und abertausende (für 9 Millionen Euro) "kleinere" Betrügereien?
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