Vertrag zwischen Sony und Spotify: Profit steht über den Künstlern

Musik-Streaming ist derzeit das Thema schlechthin, Nutzer schätzen den nahezu unbegrenzten Zugriff auf Songs und Alben. Die wirtschaftlichen Hintergründe sind aber bisher weitgehend unbekannt, es ist nicht klar, wer wie viel verdient. mehr... Spotify, Musik-Streaming, Streamingportal Bildquelle: Spotify Spotify, Musik-Streaming, Streamingportal Spotify, Musik-Streaming, Streamingportal Spotify

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Das sage ich doch schon immer. Diese Majorlabels sind ein riesiger Wasserkopf geworden, der unsummen Geld verschlingt. Wozu diese eigentlich noch großartig nötig sind, weiß ich ehrlichgesagt auch nicht so wirklich. Für Künstler wäre es durchaus sinnvoller, sich ohne Labels zu vermarkten. Dank Musikstreaming wird das auch immer einfacher. Musik muss ja nicht mehr über CDs vertrieben werden, wofür Labels dann doch noch was geholfen haben. Denn Produktion und Vertrieb von CDs ist dann doch recht aufwendig. Jetzt muss eine Band eigentlich nur noch ihre Musik produzieren und Spotify und Co übernehmen kostengünstig den Vertrieb.
Tja und weil das wohl auch die Zukunft ist, sehen die Majorlabels ihre Daseinsberechtigung gefährdet und fluten natürlich die Medien mit so tollen Negativnachrichten, dass mit Spotify kein Geld zu verdienen sei. Schaut man sich aber mal an, was da Geld reinkommen könnte, ist das Gegenteil der Fall. Das Geld muss nur fair verteilt werden.
 
@FatEric: Jap. Und über iTunes kann jeder Künstler selbst seine Musik anbieten. Apple behält 30% ein. 70% Für den Künstler ist glaube ich ganz okay.
 
@MacSpeedy: Wäre es in der Tat. Die Labels zahlen pro materiellem Verkauf gerade mal 7%. Labels sind wie Publisher, im Jahre 2015 unnütz.
 
@MacSpeedy: die faire Verteilung hat der Kommunismus/Sozialismus schon mal ausprobiert. Ergebnis: es war nicht genug für alle da, da manche mehr wollten als andere! Somit steht wieder der Egoist dem Vorhaben edler Gesinnung im Wege.

Wir sind von einer von Geld befreiten Gesellschaft soweit weg, daß wir sie auch mit dem stärksten Teleskop, auch, wenn wir vom Mond auf unsere eigene Welt schauen würden, sie nicht finden könnten.
 
@FatEric: Dass major labels die Künstler ausbeuten ist ja nichts neues... aber auch Spotify ist für unabhängige Künstler nicht unbedingt das Gelbe vom Ei... die oben erwähnten 30% plus 15% aus den Werbeeinnahmen treffen wohl eher nur auf die mit den majors abgeschlossenen Verträge zu. Wenn ich mich richtig erinnere war es Ende März, dass ein Songwriter zum Thema Streaming Plattformen in HBOs "Real Time with Bill Maher" im Interview war und konkrete Beispiele nannte... Fazit: von allen Streaming Plattformen ist Spotify zwar wohl die populärste, aber aus Künstlersicht in Punkto Tantiemen wohl auch die mieseste... Ich bin recht viel in New Yorker Clubs unterwegs und arbeite in den letzten Jahren auch zunehmend mit unabhängigen Musikern zusammen (Foto & Video)... und was man da zu Spotify hört bestätigt weitestgehend das Interview... eine unabhängige Band brachte es zuletzt sinngemäss so rüber: "Da laden wir lieber ein Video bei youtube hoch... da verdienen wir auch nix, haben aber einen wesentlich höheren Werbeeffekt, der sich v.a. positiv auf Konzertbesuche auswirkt..."
 
@pessoa: Spotify ist sicher auch kein Wohlfahrtsverein. Aber wenn die 3 Majorlabels Spotify derart ausbluten lässt, anders kann man es nicht sagen, bleibt halt für die kleinen, die wenig druck ausüben können auch nix mehr über. Ist ja nicht so, als würde Spotify im Geld schwimmen, im Gegenteil. Geld wird mit Spotify genug gemacht. Es scheitert an der richtigen Verteilung. Und daran hat Spotify nur sehr wenig Anteil.
 
@FatEric: Das bestreite ich auch gar nicht... mir ging es aber in erster Linie nicht um die eigentliche Schuldfrage (die Antwort hier dürfte jedem klar sein), sondern eher darum - bezugnehmend auf Deine Aussage "eine Band eigentlich nur noch ihre Musik produzieren und Spotify und Co übernehmen kostengünstig den Vertrieb" - zu zeigen, dass für unabhängige Künstler Spotify derzeit leider auch keine sinnvolle Alternative darstellt...
 
@FatEric: Professionelle Musiker haben sehr hohe Nebenkosten. Man hat in der Regel nicht die guten Geräte um seine Musik aufzunehmen, also muss man sich Zeit im Studio mieten, was sehr teuer ist. Konzerte, wovon Musiker immer noch am meisten profitieren, zu organisieren ist ohne Label doch nahezu unmöglich. Ja, die Labels beuten die Musiker aus, aber die Musiker sind auch heute noch idR auf die Labels angewiesen und dies ist ja auch der Grund, wieso die Labels sie ausbeuten können. Wenn es so leicht für die Musiker wäre sich von den Labels zu trennen und dennoch erfolgreich zu sein, hätten das schon sehr viele gemacht.
 
@Wuusah: Das stimmt so nur teilweise... ich denke, dass Musiker (wie alle Künstler) einfach wenig Interesse an dem ganzen organisatorischen Kram haben (oder sich nicht ausreichend damit auskennen) und einfach nur ihr Ding - in diesem Fall: ihre Musik - machen wollen.

Was z.B. das Studio angeht... hier ist es erstaunlich in welcher Qualität viele Musiker mit recht preiswerten Mitteln ihre Sachen selbst produzieren. Auch gibt es z.B. in NYC mittlerweile eine ganze Anzahl an kleinen Studios, die sich speziell auf die Klientel der unabhängigen Musiker spezialisiert haben und für kleines Geld Studiozeit anbieten... ebenso haben viele Kulturzentren in der Stadt mittlerweile kleine Studios, wo es dann nochmal preiswerter geht... ich denke mal, dass das in deutschen Städten, wie z.B. Berlin mittlerweile ähnlich aussehen dürfte.

Konzerte? Klar kann man als kleine frische Band nicht mal eben den Madison Square Garden anmieten... aber da landet auch eine Band die einen Vertrag unterzeichnet nicht so schnell - wenn überhaupt... die wird auch erst mal als Support Act für eine bereits etwas etabliertere Truppe auf Club Tour verheizt. Man hat eigentlich wenig Probleme sich hier in der Clubszene Gigs an Land zu ziehen... und wenn man gut ist, werden auch die Clubs die einen haben wollen relativ schnell größer und / oder populärer.

Seit ich zunehmend mit unabhängigen Musikern für Foto und Video zusammenarbeite fällt mir auf, dass immer mehr Musiker, die z.B. aufgrund eines Youtube Videos mit x clicks einen Vertrag angeboten bekamen, dankend ablehnen und lieber einen eher überschaubaren Erfolg mit langsamer Wachstumschance und ihre Unabhängigkeit geniessen... viele sind sich durchaus bewusst, dass ein Plattenvertrag eben keine Erfolgsgarantie darstellt. Die Zeiten, in denen die Labels frische Künstler gezielt (und auch langfristig) aufbauten sind Geschichte... der grosse Werbeetat steht nur für die Erfolgsgaranten - also i.d.R. die bereits etablierten Künstler - zur Verfügung... und die Chance bestenfalls als One Hit Wonder in die Musikgeschichte einzugehen (wenn überhaupt) und wegen ausbleibendem finanziellen Erfolg für das Label nach ein, zwei oder im günstigsten Falle nach drei Jahren wie eine heisse Kartoffel fallengelassen zu werden sind deutlich Größer als ein dauerhafter Erfolg mit Vertrag...

Auch wenn es nicht von heute auf morgen geschieht...
wie sagte einst schon His Bobness: The Times They Are a-Changin...
 
Och, solange die Musiker selbst immer wieder gegen die illegalen Dienste wettern und die ach so tollen legalen Angebote anpreisen hat das schon alles seine Richtigkeit.
 
@Memfis: Sie wettern ja auch gegen legale Dienste. Spotify ist ja nun wirklich nicht illegal. Aber die meisten Künstler sind doch auch nur Marionetten der Majorlabels. Siehe Taylor Swift. Niemand kann mir erzählen, dass wäre ihre Entscheidung gewesen, ihre Musik nicht mehr bei Spotify zu vertreiben. Man wollte einfach die Verkaufszahlen des neuen Albums pushen. Denn verkaufen ist natürlich im ersten augenblick lukrativer als vermieten.
 
@FatEric: Verkaufen ist auch nach dem zweiten Blick deutlich lukrativer als vermieten, aber das will der Spotify - Pressesprecher scheinbar nicht verstehen ...
 
@karacho: Ein Lied kaufe ich nur einmal, höre ich den Song aber über längere Zeit mehrfach, bzw. höre diesen Song überhaupt erst, weil ich ihn nicht teuer kaufen muss, sieht die rechnung anders aus. Langfristig kommt beim vermieten also ggfs. mehr geld rein. Je nach Song.
 
@FatEric: Dazu müsste man aber Musik produzieren, die länger als ein paar Tage/Wochen Halbwertszeit hat. Was in den "Charts" schon lange nicht zu finden ist. DSDS Superstar Nummer 42 hat seinen Hit, der wird eine Woche lang rauf und runter gespielt und verschwindet dann.

Bei solchen "Stars" ist Verkaufen DEUTLICH profitabler....und genau das wird produziert. An "nachhaltiger" Musik (schöner Begriff) haben die Majors doch gar kein Interesse, da liegt nicht das große Geld. Jede Woche einen Superstar für eine Woche durch die Medien treiben, x Millionen Platten verkaufen und nächste Woche das gleiche Spiel. Das ist die Traumvorstellung.
 
@Draco2007: Da gebe ich dir vollkommen recht. Mach ich als Konsument aber nicht mit, jede Woche irgend einen Rotz zu kaufen, den man sich tatsächlich 2-3 mal anhört! Ich höre zum Beispiel das Best of Queen Album immer mal wieder auf Spotify, oder auch Alben, die es so gar nicht mehr zu kaufen gibt, weil vergriffen. Auch die Deichkindalben, obwohl ich davon auch die älteren gekauft habe, höre ich mir über Spotify immer wieder an. Verteilt über die Jahre kommt das Geld schon rein. Wenn die Musik halt auch gut ist und nicht wie am Fließband rausgehauen wird.
 
@FatEric: Ist bei mir ähnlich, aber wir beide stellen nunmal nicht die Masse dar. Und da liegt das Problem...
 
Na wer hätte das gedacht...
Mal im Ernst: überrascht das irgendwen?
Lustig ist ja, dass Sony & Co immer behaupten, ja die Interessen der Urheber & Künstler zu verteidigen.
 
Sony ist so oder so ein Drecksladen. Neustes Beispiel: Sony lässt seit einigen tagen Massenweise Songs von Soundcloud entfernen. Bei einigen Künstlern wie Madeon wird jeder Song auf Soundcloud gelöscht.
 
Jeder Künstler kann heutzutage ohne grösseren Aufwand sein eigenes Label gründen und seine eigene Musik selbst raufladen. Siehe Spotify Artists oder iTunes Music Provider. Es gibt auch Fremdfirmen die für wenig Geld alles für Dich tun... Gibt noch viele andere Wege...
 
@AlexKeller: Tja,, ohne Werbung und Promotion wirst du aber kein Geld mit deiner Musik verdienen, und da kommen (leider) die Majorlabels ins Spiel. Nur das wollen ja einige Besserwisser, die hier fleißig vom Leder ziehen, nicht wahrhaben ...
 
@karacho: Das ist klar, das die Majorlabels hier einspringen, jedoch werden da auch nur bekanntere Bands grossflächig beworben. Da gibt es jedoch andere Wege, welche eben so ohne Majorlabels umgesetzt werden können und sogar kostenlos sind: Youtube, Facebook, Jugendsender usw. Ebenso, gibt es einige Festivals, welche spezielle Bühnen für Newcomer haben. Und ebenfalls gibt es genügend kleinere Labels, welche um längen besser sind.
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