BBC will Briten mit Spielfilm über GTA zum Programmieren bringen

Der Sender BBC hat bekannt gegeben, dass man eine neue Initiative namens "Make it Digital" startet, diese soll Briten aller Altersklassen für Programmieren und anderen digitalen Technologien begeistern. Das soll unter anderem mit Hilfe eines ... mehr... Rockstar Games, GTA 5, Grand Theft Auto 5, Gta V Bildquelle: Rockstar Games Rockstar Games, GTA 5, Grand Theft Auto 5, Gta V Rockstar Games, GTA 5, Grand Theft Auto 5, Gta V Rockstar Games

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Prinzipiell finde ich es gut, dass Kinder an das unumgängliche thema IT rangeführt werden. Ob das schon mit 11 sein muss, steht auf einem anderen Blatt.
 
@snaky2k8: Man koennte sie auch Buecher lessen lassen von Leuten, die alle schon vor Jahrzenten von uns gegangen sind.
 
@snaky2k8: Ist doch das ideale Alter.
 
@doubledown: Warum sollten sich 11-Jährige aber von einer GTA-inspierierten Story angetan fühlen? Die wissen doch gar nicht was GTA ist, da das Spiel ab 16 ist (oder sogar ab 18 in UK?).

Kleiner Scherz, natürlich kennen es die meisten^^

Allerdings denke ich 11 ist fast zu spät, man sollte das wohl eher schon in der Grundschule anpacken.
 
@snaky2k8: Ich habe seinerzeit mit 8 Jahren auf dem Original IBM PC meines Vaters mit interaktiven Lernkursen von Diskette aus eigenem Antrieb, d. h. ohne jemals dazu aufgefordert worden zu sein, DOS, Basic- und Fortran-Programmierung gelernt. Das in Schulferien dann auch mal 8 Stunden am Tag, so dass sich mein Vater häufig beschwerte, weil er auch mal an das Gerät wollte.

Sobald man Schreiben und Lesen kann, kann man auch Programmieren lernen. Ich konnte damals nicht einmal Englisch und kam trotzdem klar. Das ist alles kein Problem wenn man motiviert ist sich so ein Gerät Untertan zu machen.

Dummerweise ist heute aber kein Kind mehr motiviert sich mit der tieferen Funktionsweise der heutigen Geräte zu beschäftigen, da es von dieser von den Geräteherstellern absichtlich komplett ausgesperrt und stattdessen zum Konsumieren irgendwelchen Entertainment-Mülls angehalten wird. Kinder und Erwachsene lernen heute nur noch im App-Store ein Programm zu suchen und nicht mehr sich selbst eines zu schreiben, wenn sie Funktionen vermissen. Da fehlt deshalb jede Motivation selber Fähigkeiten zu erwerben um Programme schreiben zu können. Die Erwachsenen zahlen heute lieber Geld statt selbst etwas dazuzulernen und genau diese Philosophie vermitteln sie auch ihrem Nachwuchs.
 
Würde sich Netflix die Rechte an der GTA-Serie sichern, könnten die sicherlich auch ne "echte" Serie damit produzieren :)
 
erst dacht ich "wtf ein gta film von bbc na klasse" aber eine doku über das entstehen des spiels ist doch deutlich intressanter. und ja kinder sollten viel früher an technik ran geführt werden. nicht an den spaß oder nutz faktor sondern eher daran wie man sich verhällt. meine nichten 10 und 13 haben keine ahnung vom internet wissen nicht wie man google richtig nutzt und haben keine ahnung von irgendwas. aber sie wissen wie facebook twitter instagram und youtube funktionieren. das bringt nur leider keinem was. außer der gier nach selbstdarstellung vor fremden menschen. ach man -.- social networks werden noch der untergang der menschlichen zivilisation sein. zumindest in dem sinne wie die masse diese nutzen.
 
Was ein Wunder! Kaum verhindert die geldgierige Industrie auf allen im Alltag von Kindern und Erwachsenen vorkommenden IT-Geräten das der Nutzer seine eigene Software schreiben, installieren und benutzen kann (selbst auf Windows-PCs hat man inzwischen Probleme ein selbstgeschriebenes Programm auf anderen als dem Ersteller-Rechner auszuführen) und degradieren ihn mit stark funktionsreduzierten grafischen Oberflächen und zum Programmieren unbrauchbaren Displaytastaturen (wer einmal versucht hat auf einem heutigen Lifestyle-Tablet in schneller Folge Text und Sonderzeichen einzugeben um den Quelltext eines Programmes zu erzeugen weiß, was ich meine) zu einem reinen Entertainmentkonsumenten ohne Rechte auf dem eigenen Gerät, schon wird sich darüber gewundert, dass kein Kind den Einstieg in das Programmierhobby mehr findet und dann solche schwachsinnigen Rekrutierungsprogramme gestartet.

Wenn man die Bevölkerung mit übersimplifizierten, funktionell stark eingeschränkten Foolproof-Systemen, wie sie heute auf jedem SmartPhone oder Lifestyle-Tablet, aber inzwischen auch auf dem PC zu finden sind, zu hirnlosen Entertainment-Zombies erzieht, denen schon das Installieren von Software zu kompliziert ist, wenn das nicht mit wenigen Klicks im App-Store funktioniert, braucht man sich meiner Meinung nach nicht wundern, wenn niemand Interesse dafür entwickelt, die auf den ersten Blick kryptische und eben nicht "intuitive" und nicht "bedienerfreundliche" Syntax einer Programmiersprache zu lernen.

Wir leben in einer Gesellschaft, in der selbst die Erwachsenen lieber Geld zahlen als neue Dinge zu lernen. Warum sollten die Erwachsenen wohl sonst Betriebssysteme und Office-Pakete für hunderte von Euros kaufen, obwohl es mittlerweile sogar funktionsreichere und variabler einzusetzenden Software kostenlos gibt? Sie wollen halt nichts Neues lernen und protestieren daher schon heftig, wenn Microsoft nur eine Funktionsschaltfläche in ein anderes Menü verschiebt.

Die meisten Kinder adaptieren das Verhalten und die Werte ihres sozialen Umfeldes und wenn die sehen, dass ihre Umwelt es ganz toll findet Gerätedisplays mit Fingerabdrücken zu beschmieren und es mehr zählt, immer das neueste SmartPhone und die aktuellsten Funny-Pics/Videos im Internet zu kennen um sie überall herumzuzeigen und so Aufmerksamkeit zu erhaschen, dann lernt die Mehrheit dieser Kids gewiss nicht plötzlich C-Programmierung. Zumal sie ihre Programme auf heutigen Geräte nicht einmal mehr unbegrenzt auf der eigenen Hardware installieren und mit anderen Leuten teilen können.

Viele Kinder eignen sich neue Fähigkeiten oft nur deshalb an, weil sie damit die Aufmerksamkeit und das Lob ihrer menschlichen Umgebung ernten wollen. Wo sollen die einen Reiz darin sehen Software zu programmieren, die sich ihre Freunde ohne Zertifizierung und App-Store nicht einmal installieren können?

Als ich in den 80er Jahren ein Kind war, stand ich mit Programmieren in Basic und Fortran auf dem IBM-PC meines Vaters auch als totaler Aussenseiter da. Zu der Zeit waren Commodore 64 und Ataris angesagt, weil man sich auf denen schon gut mit Computerspielen die Zeit vertreiben konnte, während es für den sauteuren IBM-PC kaum etwas in der Richtung gab. Viel mehr Syntax als den Disketten-Ladebefehl um ein Spiel zu starten haben die meisten Kinder mit einem C64 in der Familie schon damals nicht gelernt.

Heute wäre selbst das den meisten zu kompliziert, was sich recht einfach nachweisen lässt: Meine Rechner booten beispielsweise auch unter Windows direkt in die Kommandozeile und das wirkt heutzutage auf Kinder und die meisten Erwachsenen, die sich auf Parties sonst gerne mal auf meinen "Musikrechner" stürzten, inzwischen abschreckender als der Windows-Loginscreen. Beim Loginscreen gibt es noch Kinder, die aus Langeweile mit diesem herumspielen, selbst wenn sie nicht weit kommen. Bei einer Textkonsole im Vollformat auf dem Bildschirm, über die man das gesamte System steuern könnte, tippen hingegen die meisten Kinder (und Erwachsenen) heutzutage nicht einmal mehr einen einzigen Buchstaben ein. Offenbar gilt heute ein Rechner der kein quietschbunte grafische Oberfläche zeigt als "kaputt", selbst wenn er augenscheinlich Musik abspielt. Ich hatte zu solchen Gelegenheiten schon Kinder und Erwachsene, die mir erzählen wollen mein Notebook wäre abgestürzt. Unfassbar.

Man kann direkt sehen, wie ein Rechner selbst für gelangweilte Leute uninteressant wird, wenn er keine durch dummes Herumgeklicke bedienbare grafische Oberfläche anzeigt und so endet bei mir die Musik auf Feiern schon seit langem nicht mehr plötzlich, weil mal wieder jemand beim Herumspielen das falsche Fenster geschlossen hat oder im Login-Screen auf den Herunterfahren-Knopf gekommen ist. Von einem Shutdown-Befehl haben die meisten Kinder und Erwachsenen nämlich noch nichts gehört, da sie heute den ganzen Tag nur noch auf kindgerecht bunte und grosse Kacheln klicken und im Rahmen der ihnen auf ihren Geräten noch erlaubten Funktionen fast nur noch vorfabriziertes Entertainment konsumieren, was ihren eigenen Kenntnissen und Fähigkeiten im IT-Bereich nicht gerade förderlich ist. Denn im professionellen Bereich sind grafische Oberflächen unbrauchbar, da Arbeitsabläufe in solchen Oberflächen nur schwer automatisierbar sind. Das musste selbst Microsoft einsehen und hat deshalb z.B. die PowerShell auf Windows designt.

Fazit:
Wenn Kinder und Erwachsene Programmieren lernen sollen, dann muss man solche Fähigkeiten mit einer Alltags-Umgebung fördern, in der sie das auch können und ihnen kein vorfabriziertes Foolproof-Entertainment-Spielzeug wie heutige Mobilgeräte an die Hand geben, bei denen man einen brauchbaren Editor zum Programmieren erst als "App" kaufen muss und dann noch eine Tastatur braucht, weil mit einer 4-Ebenen-Touchtastatur schon die Eingabe einer einzigen Codezeile mit Zahlen und Sonderzeichen zur Qual wird. Auch sollte man Kindern vor oder neben dem Programmieren mal das Schreiben im 10-Finger-System beibringen, denn bis Gedankeninterfaces dazu in der Lage sind schnell Code zu editieren wird es wohl noch etwas dauern und alle anderen Ansätze haben sich bisher als gegenüber der Tastatur völlig ineffizient zum Verfassen und Editieren von Quelltext erwiesen.

Die Frage ist auch, ob man mit irgendwelchen Werbefilmchen aus der GTA-Ecke die richtige Clientel anspricht, denn wirklich kreative Geister werden sicher weder bei Kindern noch bei Erwachsenen durch ständigen, lethargischen Fernsehkonsum geformt. Leute, die man gerne als Programmierer hätte, sehen den Film also sicher mit geringerer Wahrscheinlichkeit und sprechen auf diese Propaganda-Gehirnwäsche möglicherweise auch viel schwächer an, da sie sich sicher schon selbst für sie interessante kreative Beschäftigungen gesucht und ihre Freizeit so schon verplant haben.

Die Idee mit dem "Micro Bit" finde ich da schon aussichtsreicher. Die Frage ist hier nur, ob so ein Gerät in der Attraktivität mit heutigen Entertainment-Geräten mithalten kann, die Zehnjährige ja nun oft schon besitzen. Besser wäre es, meiner Meinung nach, spezielle SmartPhones und Tablets für Kinder zu bauen, bei denen man an nützliche Funktionen nur über das Schreiben von eigenem Batch bzw. Programmcode herankommt. Schon das Entfernen von Automatiken aus aktuellen Systemen könnte z.B. dazu führen, dass Kinder und Erwachsene sich mal mit Dingen wie WLAN-Einstellungen, IP-Vergabe, DNS und Gateways näher beschäftigen müssten, um z.B. bei sich zu Hause mit dem Tablet ins Internet zu kommen. Wenn nichts von selbst funktioniert schafft das Anreize sich mit der dahinterstehenden Technologie auseinanderzusetzen bis es funktioniert. Das könnte somit auch einen Anreiz schaffen, sich mit dem Programmieren zu beschäftigen. Mit den aktuellen Geräten ziehen wir uns hingegen eine Generation der DAUs heran, die, sobald ein Gerät mal nicht mit einer bunten grafischen Oberfläche hochkommt, es für unbenutzbar halten. Das die gewiss nicht auf die Idee kommen werden Programmieren zu lernen ist so sicher wie das "Amen" in der Kirche.
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