FBI: VPN- und Tor-Nutzer sollen pauschal gehackt werden können

Die US-Bundespolizei FBI strebt über das US-Justizministerium eine Gesetzesänderung an, die für Nutzer von Anonymisierungs-Diensten faktisch den vierten Zusatzartikel der US-Verfassung außer Kraft setzt. Dieser regelt unter anderem die Rechte der ... mehr... Polizei, Kriminalität, Fbi, Agent Bildquelle: FBI Polizei, Kriminalität, Fbi, Agent Polizei, Kriminalität, Fbi, Agent FBI

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Na, da werden sich die Home-Office-Arbeitnehmer ja freuen, wenn sie von zuhause per VPN arbeiten und deshalb unter Generalverdacht gestellt werden, weil sie VPN zur Firma nutzen...
 
@Knarzi81: Auch wenn es in den USA legal ist, dass sie sich in entsprechende Systeme "hacken", heißt es ja zum Glück nicht, dass es außerhalb der USA für die US-Behörden (!) legal ist. Ich möchte mal den Gerichtsprozess in Deutschland erleben, wo es aufgrund von illegalen Ermittlungen seitens der US-Behörden es zu Ermittlungen kommt. Da würden sich die Mitarbeiter der US-Behörden selbst schnell auf der Anklagebank wieder finden. Dass es zu entsprechenden Verdächtigungen/Strafverfolgungen kommt, kann also nur auf US-Gebiet der Fall sein.
 
@ijones: So schnell kannst Du gar nicht schauen wie die deutschen Ermittler vor den USA einknicken würden, alleine schon weil dann bestimmte Weisungen "von ganz oben" (natürlich inoffiziell) dafür sorgen würden.
 
@moribund: Die Deutschen wollen das auch so. über 40% hat CDU/CSU gewählt. Tendenz derzeit sogar leicht steigend.
 
@knirps: Die Judikative und Exekutive kann man soweit ich weiß in Deutschland nicht wählen. Oder ist mir was entgangen?
 
@ijones: Na - wer beschliesst denn bei uns Gesetze? Bundestag und Bundesrat.
Und wenn du jetzt noch weisst von wem und wie Bundestag und Bundesrat gewählt werden, dann hast du es.
 
@knirps: Wahlbeteiligung: 71,5% CDU/CSU: 34,1%. Heißt auf deutsch: 24,4% der Wahlberechtigten haben "Mutti" gewählt. Und Mutti hält sich für die größte weil sie die Wahl gewonnen hat.
 
@wieselding: Und zwar haushoch. Das offizielle Wahlergebnis war 41,5%. Leute die nicht wählen gehen, haben selber schuld.
 
@moribund: Wie, eine deutsche Strafverfolgungsbehörde ermittelt gegen ein deutsches Opfer von Spionage, welche durch eine ausländische Behörde durchgeführt wurde? Ich wäre an Präzedensfällen interessiert. Die deutsche Strafermittlung hat da ihren eigenen Kopf und über die ist eben nur der Bundesgerichtshof. Klar kann man der Bundesstaatsanwaltschaft anlasten, dass sie im Falle NSA nicht alles getan hat. Aber ich denke ihr sind da irgendwann auch die Hände gebunden, weil sie eben nicht nur Gerüchte und Dokumente benötigt, sondern eindeutige Beweise, dass z.b. ein ungeschützte Handy (nicht das Regierungshandy) abgehört wurde. Interessant ist ja auch, dass in den Medien es hieß, dass auch schon Schröders Handy abgehört wurde, dabei hat er nach eigener Aussage in der Regierungszeit nie ein eigenes besessen.
 
@ijones: auch wenn es vllt weit hergeholt ist, ich Verweise nur mal auf folgende Tatsache: da gabs doch diesen Monat ein Fall wo die deutsche Staatsanwaltschaft gegen einen deutschen Bürger ermittelt wegen des verdachts der Kinderpornografie, bloss weil er ein gewisses Bild in die MS-cloud hochgeladen hat, MS dass den US-Behörden meldete, und die es weitergereicht haben.

dies sehe ich auch als Spionage an....
und nun sage ich sei paranoid wenn dieses Gesetz in den USA durchkommt.
 
@moribund: Dir ist aber bewußt, dass die Amis da außerhalb ihres Territoriums keine rechtliche Handhabe haben. Deutschland liefert ja keine eigenen Staatsbürger aus. Wenn die amerikanischen Behörden tatsächlich eine Ermittlung in Deutschland anregen könnten, dann steht dem ja immer noch der Vorwurf der Spionage im Raum. Das ist so ähnlich wie bei den eingebauten Kameras im Auto, die widersprechen ja auch den deutschen Datenschutzbestimmungen und daher kann man bei einem Unfall etc. sich nicht auf die Auswertung der Bilder berufen.
 
@ijones: Das was Du hier schreibst, was die Amis "dürfen" und "nicht dürfen" ist ja wirklich nette Theorie, und natürlich läuft es in der Praxis genauso ab wie man es von offiziellen Quellen hört...
 
@ijones: Würde ich so nicht sagen. Wenn Beweise von den amerikanischen Kollegen zugespielt werden dann sind die Beweise da und müssen nicht mehr beschafft werden. Die Deutschen Kollegen haben nichts Illegales gemacht um an die Daten zu gelangen. (Klassisches Beispiel wäre z.B. Steuer-CD)
 
@ijones: Und wenn die Daten auf US- / GB-Servern gespeichert sind / werden? Und selbst auf Server in Dt. die zu USA-Firmen / Diensten gehören, alles nach US-Recht zulässig und verpflichtend für US-FIrmen!
 
Wie mich diese Doppelmoralscheiße der Weltpolizisten wieder mal annervt. Auf der einen Seite stellt sich deren (Noch)-Präsident hin und will sichere Netzwerke, die niemand hacken kann, auf der anderen Seite soll es offenbar Ausnahmen geben wie deren FBI / CIA etc. die dann doch wieder darüber stehen... so ist doch vollkommen normal, dass sich Computerspezis herausgefordert sehen...
 
@Rikibu: Aber... aber... aber... die USA sind doch der "Leader of the free world"...
 
@moribund: So wie ich das sehe ist es langsam doch schon egal, ob ein Terrorist oder das eigene Land. Der eine bringt dich um, der andere sperrt dich in einer Zwangsjacke weg... (letzteres ist figurativ gemeint, weil wir ja immer mehr "für unseren eigenen Schutz" überwacht werden)
 
@NamelessOne: frage mich nur wann man endlich feststellt, dass all die überwachung nichts hilft, sie nur mittel zum zweck ist um unliebsame dinge mit fadenscheinigen begründungen doch durchzusetzen... videoüberwachung, hohe strafenusw. alles nützt nix, seit dem es gesellschaften gibt, gibts auch immer welche die dagegen sind - war schon immer so und wird immer so sein. die frage ist, lassen wir uns von islamisten und anderen religionsspinnern in unserem verhalten einschüchtern oder nicht. es scheint ja zu klappen... einfach behaupten, es würde anschläge geben und schon kann man hierzulande versammlungen verhindern...
 
@Rikibu: Nun ja. Mache es Dir aber bitte nicht zuuuu einfach. Solche Anschläge hat es ja woanders schon gegeben und warum ausgerechnet sollen die in Dt. ausgeschlossen sein? Und nicht die "Religionsspinner" haben die Demo verboten sondern die Polizei worüber sich aber die "Religionsspinner" sicher gefreut haben.
 
Die Geheimdienste gehören in ihrer jetzigen Form komplett abgeschafft. Das ist nur noch Machtmissbrauch. Um den Schutz der Bürger geht es schon lange nicht mehr.
 
@TiKu: Wie kommst du bei dem Thema auf Geheimdienste? Wenn ich mich nicht irre stellt das FBI das Gegenstück zur unserer Bundespolizei dar.
Im Übrigen wäre ich beunruhigt, wenn Deutschland keine eigenen Geheimdienste hätte. Ansonsten würden wir die Beobachtung und Überwachung anderer Staaten vollständig aufgeben.
 
@ijones: Das FBI benimmt sich aber in größten Teilen wie ein Geheimdienst.
 
@ijones: Ich schrieb "in ihrer jetzigen Form".
 
Sicherlich ist TOR ein nützliches Netzwerk/Programm, gerade für Länder wie China und Nordkorea, dass sollte nicht vergessen werden.
Für die Privatsphäre gibt es mitterweile aber bereits auch openSource Programme,
die besseren Schutz vor Überwachung an Angriffen bieten.
Das sind z.B. I2P, RetroShare und GnuNet.

https://geti2p.net/de/
http://de.wikipedia.org/wiki/RetroShare
https://gnunet.org/about
 
@ContractSlayer: Danke für die Links. Vor allem weil Tor im Auge der Öffentlichkeit ist. (Wie TPB oder kino to) Andere haben da erstmal etwas Ruhe :)
 
@ContractSlayer: Ich behaupte einfach mal, ES GIBT KEINE SICHERHEIT im Netz und auf den daran angeschlossenen Systemen. Es ist nur eine Frage des Aufwands, um festzustellen was der Anwender gerade über die Leitung schickt.
 
@skyjagger:
Alles was von Menschenhand geschaffen ist wird nie 100% sein, das fängt schon beim Betriebssystem an und endet beim der Erfahrung und Verstand des Anwender.
TOR hat jedoch verglichen mit I2P, RetroShare und GNUnet viel mehr Angriffsmöglichkeiten.
Das I2P, RetroShare und GnuNet besseren Schutz bieten als TOR liegt zum einen daran, dass alle deren Dienste intern (ohne Browser, externe Webseiten oder andere Zwischendienste) ausführt werden können und die Verbindungen mehrfach verschlüsselt sind oder auf friend-to-friend basieren, deren Nachrichten per TurtelRouting über die IP-Adressen der Freunde und deren Freunde usw. auch nicht ein sichtlichlich sind wer der Sender und Empfänger einer Nachricht ist.
 
@ContractSlayer: Retroshare benutzt OpenSSL. darauf sollte man sich nicht dann nicht verlassen bezüglich Sicherheit bzw. Verschlüsselung.
 
@Hinweis:
Selbst wenn die Verschlüsslung geknackt ist, kann nicht eindeutig nachgewiesen werden, wer der Sender und Empfänger einer Nachricht ist.

Denn Freunde von Freunden können sich zwar nicht direkt untereinander verbinden, es besteht jedoch auch die Möglichkeit, auf deren Freigaben oder sonstige Informationen anonym und verschlüsselt zuzugreifen, sofern dies vom Benutzer aktiviert wurde. Suche, Zugriff, sowie Hoch- und Herunterladen dieser Dateien oder sonstigen Informationen erfolgen per Routing über die Freunde. Das heißt, dass die Quelle der Daten (der Hochladende) und das Ziel der Daten (der Herunterladende) nicht direkt, sondern nur mittels gemeinsamer Freunde indirekt kommunizieren. Dabei werden anonyme Tunnel über maximal sechs Knoten aufgebaut. Somit kann man Informationen und Dateien netzwerkweit austauschen, ohne mit allen Teilnehmern direkt verbunden zu sein. Jeder RetroShare-Benutzer kann auswählen, ob der anonyme Datenverkehr vom Filesharing, die Beiträge von den internen Foren und Kanälen, sowie die Übersichts-Informationen, von Freunden über seine eigene IP-Adresse geleitet werden darf. Diese Funktion kann für jeden direkt verbundenen Freund einzeln und individuell angepasst sowie jederzeit umgeändert werden.
 
@ContractSlayer:
I2P ? Hat die gleichen Schwächen wie TOR; zu server-zentriert
Retroshare ? Google mal, in Hamburg wurden schon vor 4 Jahren RetroShare-Filesharer aufgedeckt und verurteilt
Gnu ? Jo, hast Recht.
Was du vergessen hast: Das Freenet; bietet mit den besten Schutz – https://de.wikipedia.org/wiki/Freenet

Warum mit bester Schutz ?
• Alles verschlüsselt,
• Offline Hosting möglich – also rein, Inhalt veröffentlichen, raus, Inhalt bleibt so lange nachgefragt
• E-mail-Verkehr möglich, bei dem Inhalt UND Meta-Daten verschlüsselt sind; also besser als GnuPG
• Im Darknet-Modus ist nicht mal registrierbar, dass man das Freenet benutzt; kommt gelegen, wenn Verschlüsselung verboten wird ;) ...
 
@dungeonlight:
Wenn man jede Person als Freund bei RetroShare annimmt und jeder Person in RetroShare das Filesharing über die eigene IP-Adresse zur Verfügung stellt, so wie es angeblichen im Fall Hamburg war (der Laut verschiedenen Quellen sogar für sehr fragwürdig ist), muss man sich auch nicht wundern, dass man als Störer abgemahnt werden kann. Da kann man ja gleich eMule benutzen...Das ist nicht der Sinn der Funktionsweise von RetroShare.

Wenn man mit RetroShare nur vertrauenswürdige Freunde annimmt oder das Filesharing über die eigene IP-Adresse deaktiviert und RetroShare als reines Kommunikation und Sozial-Netzwerk benutzt, kann man auch nicht als Störer abgemahnt werden. Alle kommunikationsmöglichkeiten in RetroShare (eMail, Chat, Chatlobbys,Gruppenchats, Foren, Kanäle, VoIP, Videochat, Feedreader), lassen sich bei RetroShare auch über die IP-Adressen leiten.

Die Störerhaftung würde auch im öffentlichen Freenet-Netzwerk gültig sein. Denn als Störerhaftung bezeichnet man im deutschen Recht die Verantwortlichkeit eines Störers als Handlungsstörer, Zustandsstörer oder Mitstörer indem man in irgendeiner weiße direkt oder indirekt an einer Urheberrechtsverletzung mit geholfen und daran teilgenommen hat. Im öffentlichen Freenet-Netzwerk lassen sich sämtliche IP-Adressen der Benutzer auslesen, bei RetroShare nur die IP-Adressen der direkt verbundenen Freunde aber nicht deren Freunde oder weitere dritte Personen und zur Not kann man RetroShare auch als Darknet benutzen.
Ein Darknet bringt aber auch recht wenig wenn man jede unbekannte Person und ggf. einen Maulwurf (den Abmahner) als Freund annimmt, so wie es auch im Fall Hamurg mit RetroShare war.

Momentan scheinen jedoch Friend-to-Friend Netzwerke mit Turtle Routing Unterstützung wie RetroShare den bisher besten möglichen Schutz vor Überwachung und Abmahnung zu bieten, wenn man diese mit Verstand benutzt und nicht jede Unbekannte Person als Freund annimmt bzw. deren auch noch gleich Erlaubt über die eigene IP-Adresse Filsharing zu betreiben.
 
@ContractSlayer: Freenet ist so ausgestaltet, dass es juristisch "glaubwürdige Abstreitbarkeit" ermöglicht, falls man der Beihilfe der Urheberrechtsverletzung bezichtigt wird; Freenet leistet das dadurch, dass der Speicher, den der Nutzer dem Netzwerk zwecks caching und routing zur Verfügung stellt, komplett verschlüsselt ist. Die Nutzer können also gar nicht wissen, was für Dateien gerade über ihren Knoten geschoben werden, und Dritte können auch nicht unterscheiden, ob die verschlüsselten Daten im Knoten eines Nutzers nun vom Nutzer selbst reingestellt worden sind oder nur durchgeleitet sind... genauer gesagt die Datei-Fragmente; ist ja alles beim Freenet in lauter Stücke zerteilt und dezentralisiert, Stichwort: Swarm Downloading.
 
@dungeonlight:
Glaubwürdige Abstreitbarkeit gibt es seit der Störerhaftung nicht mehr.
Denn laut der Störerhaftung haftet man durch die sorglose Verantwortlichkeit eine Software bzw. Netzwerk eingesetzt zu haben, indem man anderen Benutzer dabei unterstützt um Urheberechtsgeschütztes Material in irgendeiner weise auszutauschen oder selbst daran teil zu haben.
Die IP-Adressen sind von den deutschen Benutzer die Freenet einsetzen eindeutig einsehbar, egal ob die Dateien verschlüsselt gespeichert oder weitergeleitet werden.
Somit tritt für alle diese deutschen IP-Adressen die Verantwortlichkeit eines Störers als Handlungsstörer ein, da sie eine Software auf ihren PC einsetzen in denen die Möglichkeit geschaffen wird Urheberrechtsverletzungen zu begehen oder diese zu fördern. Der PC-Benutzer muss dafür Sorge tragen, dass er nach seinen Erkenntnissen das bestmögliche tut um eine Störerhaftung und die damit verbundene Urheberechtsverletzung zu vermeiden. Er ist somit auch verpflichtet sich im Vorfeld schon darüber zu Informieren wie genau eine Software wie Freenet funktioniert. Wenn mit der Software eine Störerhaftung einstehen oder geschaffen wird, muss diese entfernt werden.
Somit ist jede glaubwürdige Abstreitbarkeit zumindest bei uns in Deutschland hinüber.

Der RetroShare Benutzer der den Maulwurf/Anwalt angenommen hatte wurde auch abgemahnt obwohl er überhaupt nicht wusste welche Dateien verschlüsselt über seine IP-Adresse zum Abmahner geleitet wurden sind und wer der wahre Uploader dieser Urheberechtsgeschützten Datei war.

Bei Freenet braucht ein Abmahner auch nur eine Urheberrechtsgeschütze Datei anfordern bzw. downloaden und die IP-Adresse von der der Abmahner die Datei oder ein Stück des Cache geschickt/weitergeleitet bekommt wird als Störer abgemahnt sofern diese IP-Adresse aus Deutschland stammt, ganz einfach.

Man kann sich der Störerhaftung nur entziehen indem man sich nicht mit einen Abmahnfirma/Anwalt verbindet. Denn wo kein Kläger ist, da ist auch kein Richter.
Und genau das wird bei RetroShare gewährleistet wenn man es mit Verstand einsetzt und nicht jede unbekannte Person als Freund animmt. Es können höchsten die als Störer abgemahnt werden, die den Maulwurf/Abmahner direkt als Freund annehmen, nicht aber deren Freunden usw.
 
@ContractSlayer: Erst mal btw; ich find's witzig, was für 'ne tiefgehende, spezifische Fach-Diskussion hier entfacht ! :D
I get your point: Freenet-Darknet ~ Retroshare-friends-only . Besagter juristischer Fall bzgl. Retroshare offenbart keine technologische, schwerwiegende Schwäche, sondern menschliches Versagen – also beileibe kein Alleinstellungsmerkmal.
Aber aus der Geschichte des Filesharings heraus ist ein weiterer entscheidender Punkt hinsichtlich der Haftungs-Frage, wie der Schwerpunkt des Tools gelagert ist: In der Vergangenheit wurden schon ganze Tool-Imperien mit dem harten Arm des Gesetzes zerlegt, nur weil sie von ihrem Schwerpunkt her mehrheitlich zu sehr einfach nur als "das Filesharing-Tool, um an urheberrechtlich geschützte Werke frei ranzukommen" aufgestellt waren.
Eben aus dieser Episode hat Freenet was gelernt, und deshalb mehrheitlich nicht etwa als Filesharing-Tool aufgestellt, obwohl es natürlich jene Funktionalität vollständig beinhaltet, sondern als P2P-Netzwerk aufgestellt, dessen Schwerpunkt journalistisches- und Whistleblower-Publishing ist; das spiegelt sich auch auf technischer Ebene (Offline Hosting möglich, etc.). Das ist ein juristische wichtiger Faktor hinsichtlich Haftungsfragen; es ist der Grund, weshalb Google nicht wegen Urheberrecht die Tür eingetreten wird; schließlich wird Google ja wahrhaftig nicht nur für Filesharing von urheberrechtlich geschützten Werken verwendet, auch wenn's das ermöglicht.
Wie verhält das sich dahingehend eigentlich mit Retroshare ? Was hat das abseits von Filesharing drauf ? Und wie sehr ist das technologisch bei Retroshare im Fokus bzw. ein Schwerpunkt ?
 
@dungeonlight:
Du bzw. wir reden nur vom Filesharing.
Filesharing als F2F, Darknet oder über die IP-Adressen der Freunde soll laut den RetroShare Entwickler nur eine untergeordnete Rolle spielen. Geplant ist RetroShare als eine dezentrale, verschlüsselte und anonyme Kommunikation Plattform und Soziales-Netzwerk auszubauen. Das es bereits Test-Versionen von RetroShare für Android gibt, zeigt die eingeschlagene Richtung.
eMail, chatten, Internet (VoIP)- und Videotelefonie wie bei Skype, Blogger, Instant Messaging, Web-Crawling, erstellen von internen Foren und Kanäle und die ganzen Plugins wie PhotoSharing für die verschiedenen Kommunikationen stehen im Vordergrund bei RetroShare.

Jeden RetroShare Anwender steht es dabei frei ob er Filesharing oder andere Plugins aktiviert oder nicht, zumal bei der mobilen Android Version von RetroShare das Filesharing standardmäßig aufgrund des geringen Traffic-Volumen der Handyverträge standardmäßig deaktiviert ist. RetroShare ist Threema und anderen verschlüsselten Messenger einiges voraus, da es sowohl auf den PC wie auch auf den Handy ohne Zwischendienste wie Server funktioniert und dabei verschlüsselt und opensource ist. Jeder RetroShare Benutzer hat die volle Kontrolle darüber für was er RetroShare benutzen möchte.

Dies ist bei Freenet nicht der Fall und man wird u.a. mit Kinderpornographie konfrontiert, die im schlimmsten Fall verschlüsselt auf der eigenen Festplatte gespeichert werden.
So etwas ist mit RetroShare nicht möglich wenn der Benutzer das Filesharing für bestimmte Freunde/Gruppen einschränkt oder komplett deaktiviert und RetroShare als reinen verschlüsselten Messenger bzw. Kommunikationsplattform benutzt. Damit ist auch keine Abmahnung als Störer möglich selbst wenn man direkt man einen Abmahner verbunden ist.
 
@ContractSlayer: A haha, ja okay, dann heißt das wohl nur, dass wieder einmal der typische Hamburger Gerichtsstand Rufpflege betrieben hat ;) ...

Aber Privatsphäre-stärkende Tools jetzt in die Kinderschänder-Ecke zu drängen ist billig; ich nutz' Freenet schon seit über einem Jahr und hab' bisland nicht ein einziges mal dokumentierten Kindesmissbrauch gesehen, und selbst wenn sich da so ein Material befindet, ist das kein Anlass, das Tool zu kriminalisieren, weil das Tool nix anderes macht, als Anonymität und Zensur-Resistenz im Internet allgemein abzusichern, und das insbesondere in Hinblick auf Sicherung der Pressefreiheit.

Und übrigens: Es heißt nicht "Kinderpornographie" [sic!], sondern dokumentierter Kindesmissbrauch; ersteres verharmlosend und impliziert Freiwilligkeit, von der ja nun wahrhaftig nicht die Rede sein kann.
 
@dungeonlight:
Sicherlich mag Freenet einen Teil der Privatsphäre schützen. Jedoch entsteht durch die Funktionsweise von Freenet zwei Probleme. Das eine Problem ist halt die Störerhaftung und das andere Problem ist, dass man mit verschiedenen (schweren) Straftaten in Berührung kommen kann bzw. deine IP-Adresse dafür missbraucht wird. Wegen Rechtsextremismus, Kinderpornographie, Gewaltverherrlichung usw. kommen die Cops gerne mal vorbei, selbst wenn sie bei einer Hausdurchsuchung nichts finden sollten, ist diese trotzdem sehr unangenehm für die betroffene Person. Das Problem ist u.a., dass mache Anwälte/Gerichte ja selbst die Polizei die Funktionen von Freenet und anderen anonymen Netzwerken nicht richtig verstehen. So kam es schon bei einigen TOR-ExidNods Betreiber zu Hausdurchsuchungen mit Beschlagnahmungen von PCs und ähnlicher Hardware wegen Verdacht auf die Verbreitung von Kinderpornographischen Material. Es wurde zwar nichts gefunden, da die Betroffenen das Material nur weiterleiteten, jedoch war die psychische Belastung für die Betroffene während und nach der Hausdurchsuchung so hoch, dass sie Tor danach nicht mehr benutzen.
Ob mittlerweile die Polizei mehr Kenntnisse über die Funktionsweise vor TOR und anderen anonymen Netzwerken hat, bevor sie gleich bei der ersten möglichen IP-Adresse die Tür eintreten weiß ich leider nicht.

Deswegen ist es mir persönlich am lieben, dass von außen keiner weiß und kein dritter mitbekommt, dass man ein anonymes & verschlüsseltes Netzwerk benutzt und selbst die direkt verbundenen Personen im Netzwerk nicht wissen, für welche Funktionen man das Netzwerk benutzt oder woher die Informationen und Dateien stammen. Man aber als Anwender trotzdem die volle Kontrolle über seine Daten und das weiterleiten von Information hat. Das ist z.Z. der beste Schutz und dieser wird mit den verschiedenen Funktionsweisen von RetroShare geboten.
 
@ContractSlayer: Retroshare schützt Anonymität nicht besser als das Freenet im Darknet-Modus. Du kannst natürlich weiter Freenet im Opennet-Modus zum Vergleich mit aussschließlicher F2F-Nutzung von Retroshare herbeiziehen, aber das ist ein Strohmann-Argument.
Ich nehm' ja auch mittlerweile nicht mehr zum Vergleich einen Retroshare-Nutzer, der alle Verbindungen zulässt, und vergleiche ihn mit einem Freenet-Darknet-Nutzer, der vorsichtig bei sozialem Kontakt-Aufbau vorgeht und überall maximale Sicherheitsstufe wählt.
Du grenzt Retroshare von Freenet ab, indem du sagst, dass nur Retroshare Datenverkehr ausschließlich mit Bekannten & Vertrauten ermöglicht; gleiches leistet aber auch Freenet-Darknet.
 
@dungeonlight:
Der große Unterschied besteht bei den verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten bei RetroShare verglichen mit Freenet
So ist in der kommenden RetroShare Version 0.6 gleich auch ein TOR-Modus interagiert, der sich schnell und einfach per Mausklick aktivieren lässt und so RetroShare auch über das Tor-Netzwerk bei Bedarf benutzen lässt und alles anonymisiert auch bei den direkt verbundenen IP-Adressen der RetroShare Freunde. Als bessere Alternative finde ich, dass man mit der 0.6 Version neben seinen Hauptaccount, weitere pseudonyme Accounts erstellen kann, mit denen man dann auch mit seinen direkt verbundenen Freunden anonym kommunizieren oder Dateien austauschen kann. Somit kann man selbst im Darknet-Modus für seine direkt verbundenen Freunde anonym sein, wenn beide Benutzer im Darknetmodus ihre selbst erstellen Pseudonymen Accounts dafür benutzen (was jeder Benutzer selbst entscheiden kann.) Auch ist es möglich über solche pseudonymen Accounts Foren und Kanäle Beiträge zu unterschreiben (beglaubigen) oder sich (seinen peudonymen Account) von anderen RetroShare Benutzer mit positiv oder negativ Kritik bewerten zu lassen. Auch ist mit solchen pseudonymen Account verschlüsseltes privates (1zu1) kommunizieren oder austauschen von Dateien über die IP-Adressen des Freundes möglich, sofern dieser Freunde diese Option frei stellt.) Natürlich kann man auch mit seinen RetroShare Account über das TOR-Netzwerk im Darknet-Modus aktiv sein, da ware IP-Adresse ist somit auch nicht für die geschlossene Gruppe an Freunden einsehbar.

Insgesamt bietet da RetroShare ein viel breiteres Spektrum an Möglichkeiten als Freenet bei ganz individuellen und persönlichen Einstellungsmöglichkeiten.
 
@ContractSlayer: Mit TOR-Kopplung wird auch TOR-Nutzung sichtbar; da ist man ohne TOR-Kopplung aber besser bedient.
 
@dungeonlight:
Genau, deswegen ist es besser neben seinen RetroShare Hauptaccount, weitere pseudonyme RetroShare Accounts zu erstellen und bei Bedarf darüber mit seinen direkt verbundenen Freunde im Darknet anonym zu kommunizieren oder halt auch im öffentlichen Netzwerk.
 
Nur weil sie dann einen Rechner direkt knacken dürfen heißt es doch auch nicht, dass sie es sofort auch machen würden. Wir sollten gemeinsam an das Gute im Menschen glauben, wirklich. Da wird schon nix schief gehen. Immerhin ist das eine Regierungsbehörde, die arbeiten streng nach Vorschrift und vollkommen Gewissenshaft. Hoch liebe die USA. Große Liebe. Ne mal ehrlich... keine Ahnung was die Deppen sich als nächstes ausdenken. Der größte Scheiß...
 
Hm, das Schwarz-Weiß-Rot in der Grafik... ein bisschen prätentiös...
 
Dunkle Zeiten stehen uns bevor... :(

Auf EU-Ebene wird auch schon Stimmung gegen Verschlüsselung gemacht.

https://netzpolitik.org/2015/wegen-snowden-eu-beauftragter-will-it-anbieter-zu-hintertueren-fuer-verschluesselte-kommunikation-verpflichten/
 
Wir stehen doch jetzt auch schon unter Generalverdacht. Was soll das ganze Theater denn? Jeder kann gerne mal einen FOIA-Antrag an die NSA stellen (geht sogar online & kostenlos) um zu erfahren welche Daten sie über einen gespeichert haben. Bei mir kam die Antwort, dass sie mir keine Auskunft über meine Daten erteilen dürften da ich ein laufender Fall bin. Dabei ist mein letzter Besuch in einem Terrorcamp bestimmt schon 5 Jahre her...
 
@hario: "Da du ein laufender Fall bist" werden sie kaum gesagt haben. Da würden sich viele für diese Info bedanken ^^
Außer es ist eh jeder schon ein laufender Fall :D
 
@wertzuiop123: Wortlaut: We have determined that the fact of the existance or non-existance of the materials you request is a currently and properly classified matter (...) your request is denied.

Der Postbote schaut mich seitdem auch ziemlich komisch an, seitdem ich Post von der NSA bekomme :D
 
@hario: Du hast falsch übersetzt. Da steht nicht, dass du ein laufender Fall bist, sondern nur, dass die Information, darüber, welche Informationen die NSA über dich gespeichert hat, derzeit als geheim eingestuft ist.
 
@TiKu: Mein Fehler, du hast Recht!
 
@hario: Tja, siehste mal. Einmal im Dschungelcamp gewesen und schon steht man unter Observation. Zu Recht! ;D
 
Ja, die Welt wird eben immer freiheitlicher und demokratischer. Gut das und sämtlicher Medien uns jeden Tag darauf hinweisen, damit die simpler gestrickten Gemüter das auch tatsächlich glauben.
 
Die Geisteskrankheit der politisch Verantwortlichen schreitet akut voran-da wird einerseits für aktuelle Virenscanner und Malwareschutz unendlich Werbung gemacht und Geld verlangt und anderseits verseuchen die Geheimdienste willkürlich beliebige PC mit Schadsoftware.Dieses ganze System hat langsam fertig und ihr angezettelter Cyber-Krieg wird eines tages noch in einen realen enden.Aber den Stammwählern der Regierungsparteien ist ja alles egal solange sie mit Eistüte und Sachertorte vor der Medienorgel sitzen dürfen- Für gute Zukunftsprognosen muss man schon wesentlich mehr als nur Optimist sein.
 
Gibt es in den USA eigentlich eine Regelung bezüglich Zufallsfunde?
Irgendwas wird man immer finden. Beispiel: Durchsuche 100 beliebige Privatrechner.
Man bei mindestens 70 Kisten MP3 und Filme auf der Platte finden.
Wenn nicht geshared wird dann über Turnschuhnetzwerk der Kollegen. Von allen Beamten die ich privat kenne ist keiner ein Heiliger.
Meine These. Man schafft hier ein Instrument um unliebsame Leute an die Kette zu bekommen.
Wenn einer aufmuckt weiß man sofort wo seine „Leichen im Keller“ sind.
 
@DonS: zufallsfunde gibt es zu genüge - es ist bei NSA Mitarbeitern auch beliebtes Hobby nebenbei gefundene Nacktbilder von Normalbürgern untereinander zu tauschen.
 
Es wird nicht mehr lange dauern, da werden die Tor-Entwickler einfach verhaftet oder so wie die/der Entwickler von TrueCrypt gezwungen werden, ihr Projekt aufzugeben. Unfassbar, was im "Land of the Free" passiert.
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