Großbritannien: Amazon verkauft unzählige Waren um einen Penny

Ein Software-Fehler bescherte zahlreichen britischen Kunden des Online-Versandhändlers Amazon ein vorweihnachtliches Geschenk: Denn sie bezahlten am vergangenen Freitagabend für diverse Bestellungen gerade einmal einen Penny, also etwas mehr ... mehr... Amazon, Logo, Versandhandel Bildquelle: DPA Amazon, Paket, Beschädigung Amazon, Paket, Beschädigung Pluspedia

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In Deutschland würde es bei so etwas keinen Schaden geben, da eine Bestellung ja nur ein Angebot zum Abschluss eines Kaufvertrags darstellt. Ist das im britischen Recht anders?
 
@Hoodlum: "allerdings wurden zu diesem Zeitpunkt bereits Waren im Wert von 30.000 Pfund als 'bearbeitet' markiert" - eventuell auch in Deutschland ein rechtlicher Grenzfall. Die AGB von Amazon enthalten die Klausel, dass die Versandmitteilung als Bestätigung des Kaufvertrags gilt. Die Kaufvertrag ließe sich höchstens aufgrund des Irrtums bei der Preisangabe anfechten.
 
@M!REINHARD: nein. Bearbeitet reicht hier nicht. Das steht auch zB überall bei den Amazon Bestellungen: "Bitte beachten Sie: Diese E-Mail dient lediglich der Bestätigung des Einganges Ihrer Bestellung und stellt noch keine Annahme Ihres Angebotes auf Abschluss eines Kaufvertrages dar. Ihr Kaufvertrag für einen Artikel kommt zu Stande, wenn wir Ihre Bestellung annehmen, indem wir Ihnen eine E-Mail mit der Benachrichtigung zusenden, dass der Artikel an Sie abgeschickt wurde."
 
@TurboV6: Die Frage ist, was "bearbeitet" hier bedeuten soll. Wie ich bereits erwähnt habe, gilt der Kaufvertrag bei versendeter Versandmitteilung lt. Amazon-AGB als angenommen.
 
@M!REINHARD: "bearbeitet" ist aber nicht "versendet". Haste Dir ja selbst beantwortet. Wenn man es rechtlich 100% ganz genau nimmt, dann kommt der Kaufvertrag erst zustande, wenn Du das Paket in Deiner Hand hast. Amazon kann Dir aber schlecht erst eine EMail zukommen lassen, wenn Du das Paket angenommen hast.
 
@M!REINHARD: Ich weiß jetzt nicht, wie das bei Amazon England ist, aber in DE hast du ja verschiedene Status zur Bestellung. "Noch nicht versandt", "Versandt wird vorbereitet" (dies könnte man z.B. mit "bearbeitet" gleichsetzen) und schlussendlich "Versandt". Ich denke mal, in England wird das ähnlich sein.
 
@M!REINHARD: Da das alles automatisiert passiert ist es schwierig. Außerdem ist ja für den Kunden klar zu erkennen das es sich um einen Irrtum handelt. Das habe ich auf die schnelle gefunden spannend sind eigentlich die letzten beiden Sätze:

Das Amtsgericht Frankfurt hat einer Schnäppchenjägerin ein gutes Geschäft aberkannt. Die Klägerin hatte in einem Onlineshop DVD-Player im Angebot entdeckt - zum sagenhaften Preis von 1 Cent pro Stück. Sie witterte ein gutes Geschäft und bestellte 10 Stück online durch Einlegen in den Warenkorb. Diese Bestellung wurde ihr per E-Mail bestätigt. Des Weiteren fragte die Klägerin beim Betreiber des Onlineshops an, ob weitere 30 Player verfügbar seien. Dies wurde bejaht. Ausgeliefert wurde jedoch keines der Geräte, da dem Shopbetreiber der Fehler bei der Preisauszeichnung zwischenzeitlich aufgefallen war. Die Klägerin pochte nun auf Einhaltung eines Kaufvertrages. Das Gericht war jedoch der Auffassung, dass kein Kaufvertrag zu Stande gekommen sei: Durch eine kundenseitige Bestellung und durch eine Bestätigung, dass die gewünschten Gegenstände lieferbar seien, sei noch kein gegenseitiger Vertrag geschlossen worden.

Die schriftliche Kaufbestätigung des Onlineshops per E-Mail habe ebenfalls keinen Vertragsschluss ausgelöst, da ausdrücklich erklärt wurde, dass die Annahme der Bestellung erst durch Auslieferung der Ware erfolge. Dazu sei es nie gekommen. Selbst wenn jedoch ein Vertrag zu Stande gekommen wäre, habe der Shopbetreiber in jedem Falle die Möglichkeit der Anfechtung des Vertrages gehabt, da ein Kunde nicht ernsthaft glauben könne, dass fabrikneue DVD-Player zum Preis von einem Cent abgegeben werden sollen. Die Preisauszeichnung sei für jeden offensichtlich falsch gewesen.
 
@Yamben: Ich glaube das kann man pauschal eh nicht beantworten. Wobei ich mir sicher bin, das je größer die Firma desto eher gewinnt die auch vor Gericht. Als Privatperson gegen Amazon antreten und auf ein automatisch generiertes E-Mail pochen wird wohl leider scheitern. Anders herum, wenn ein normaler Bürger das mit Amazon machen würde, dann würden die uns auf jedes E-Mail festnageln.
 
@Sam Fisher: Man kann in Fällen wie diesen pauschal sagen, dass der Händler nicht verpflichtet ist die Ware für diesen Preis auszuliefern, in DEUTSCHLAND. Hier gilt: Wenn eine Ware einen Preis hat, der im normalen Handel selbst für Sonderangebote ungewöhnlich günstig ist, verlangt man dem Kunden soviel "Intelligenz" ab zu erkennen, dass es sich hierbei im einen Auszeichnungsfehler handeln könnte. Da gibt es Urteile drüber. Keiner der Kunden bekam in DE vor Gericht recht.
 
@venture: Genauso ist es.
 
Ganz ehrlich, Firmen die solche Software einsetzen haben es nicht anders verdient. Ich hoffe echt, dass Amazon denen Nix zurück erstattet. Ein Produkt hat einen bestimmten Wert und für den wird es verkauft. Wenn ich eine Fremd-Software verwende um Preise dynamisch anzupassen, dann stimmt was mit der Wirtschaftsform einfach nicht.
 
@Sam Fisher: genau. Sowas nennt man Angebot und Nachfrage und darauf basiert so ziemlich jeder Artikelpreis in der modernen, freien oder sozialen Marktwirtschaft.
 
@Sam Fisher: "Ein Produkt hat einen bestimmten Wert und für den wird es verkauft." - aha, also dürfte sich laut deiner Definition nie ein Preis ändern...
 
@dodnet: Klar, wenn der Wert eines Produktes steigt oder sinkt natürlich. BSP: Wenn es ein Nachfolgemodel gibt, ... . Aber so was macht man mit bedacht und nicht basierend auf einem Algorythmus einer properitären Drittsoftware. Wer so was macht hat es verdient auf die Fresse zu fallen.
 
@Sam Fisher: Der Onlinemarkt ist zu stark umkämpft. Ein paar Cent Unterschied entscheinden dort alles.
 
Falls es in Deutschland zu einem solchen "Bug" kommen sollte, bitte ich WinFuture das ganz schnell zu melden :D:D:D
 
@ghashange: Wirst du aber in Deutschland nichts von haben da hier der Kaufvertrag erst zustande kommt wenn der Verkäufer die Ware verschickt und nicht wenn du es bestellst.
 
@picasso22: War das nicht beim FirePhone (oder anderen Produkten) so? Teilweise wurden die Teile ausgeliefert (= angenommen von Amazon), teilweise wurden die Bestellungen storniert.
 
@RebelSoldier: reine Kulanz. Kaufvertrag erst bei Versand(annahme) gültig.
 
@TurboV6: Korrekt. Mir ging es aber um die Aussage "da wirst du hier nichts von haben" - eben doch, wenn der Händler die Sachen doch versendet. Darauf bestehen kann man nicht, korrekt.
 
@ghashange: Letzte Woche standen auf Ebay zig Produkte von notebooksbilliger.de für 1 € zum Kauf.
 
Ich hoffe die Leute werden angezeigt. Ich finde das einfach asozial, so was auszunutzen. Ich meine ja, okay, 1-2 Sachen bestellen. Aber doch nicht direkt 100+..Wie arm muss man sein? Das ist Betrug
 
@iFroyo: Interessante Rechtsauffassung. Betrug weil jemand etwas im Internet, zum angebotenen Preis, bestellt - Du solltest Abmahnanwalt werden.
 
@BiG-BennY:
Was Du nicht willst dass man Dir tu, ...
- Ich finde es hat was mit Anstand zu tun so etwas nicht dreist auszunutzen.

Was die Abmahner machen ist maßlos und unanständig, und Du wirst es nicht Gutheißen nehme ich wohl an. Warum also umgekehrt Abzocke durch Nutzer toll finden? Hier geht es z.T. um die Existenz von Leuten (Familien...)

@ iFroyo: Anzeigen muss man die Nutzer deswegen aber auch nicht gleich. Sie haben in der Tat nichts verbotenes getan. Ob man sie beliefern muss ist hier die Frage.
 
@Borghese: Natürlich sollte man sie nicht anzeigen, da haben Sie vollkommen recht. Aber das läuft immer so ab:

- Firma macht einen Fehler
- Kunden nutzen den Fehler aus => Firma merkt es und storniert
- Kunden verärgert und flennen/drohen mit Anwalt, weil die den ARtikel nicht erhalten haben
- Schreiben auf seiten wie "trustedshops" zeugs wie "Shop XY macht Aktionen, und versendet Ware nicht"

Und die Bewertung schadet dem Unternehmen auch sehr
 
@iFroyo: Und wieso ist es dann in Ordnung wenn man 1-2 Sachen bestellt? 10 € klauen ist also ok, 1000 € nicht?
 
@dodnet: Weil man da noch davon ausgehen kann, dass es für den Eigengebrauch ist. Gut ist das nicht, aber ich bezweifle, dass du eine 10.000 Köpfige Familie hast.
 
@iFroyo: Ja ne ist klar, wo ist das Betrug? CU redjack
 
@iFroyo: Betrug ist das nicht, weil das Absenden einer Bestellung in einem Shop zumindest bei uns in Deutschland rechtlich nichts anderes ist als eine Anfrage an den Händler "Hey, ich bin daran interessiert, Produkt XYZ für so und so viel Euro zu erwerben. Wenn du damit einverstanden bist, verschick die Ware und buche das Geld ab".
Es ist also nichts wirklich verwerfliches daran, solche Kaufangebote in Form von Bestellungen abzusetzen, auch wenn der Preis nach einem Fehler aussieht. Kannst ja auch im Saturn rumlaufen und den Verkäufer fragen, ob du den 60"-TV für 1€ bekommst. Der wird das dann ablehnen. Ein Betrüger bist du aber nicht, nur weil du gefragt hast.
Wenn die Shops das ganze aber so handlen, dass keiner mehr vor dem Verschicken der Ware gegencheckt, ob der Kaufpreis irgendwie Sinn macht, dann ist es deren eigene Schuld. Sowas muss man bei Geldgeschäften eben machen - oder eben wissentlich in Kauf nehmen, dass es in die Hose gehen kann. Als Kunde ist es nicht deine Aufgabe, die Preise selber auf Plausibilität zu prüfen, nur weil der Händler aus Gründen der Kosteneinsparung darauf verzichtet, Mitarbeiter zu bezahlen, die sowas prüfen!
 
@iFroyo: kein betrug. gelegenheit ! günstige geschöftsmöglichkeit . waurum betrug wenn die waren angeboten wurden zu dem preis? kann ich auch 10.000 bestellen wenn ich das mag.
 
@lazsniper2: Dann ist es erst recht Betrug, da man das dann als Gewerbe anmelden muss :)
 
Vor ein paar Tagen gab es ähnliches im Ebay Shop von NBB.de (tausende Artikel für 5.95€) und verbreitete sich sofort auf diversen Schnäppchenseiten. Natürlich haben unzählige Personen laut eigenen Angaben teils hunderte Artikel geordert nur um sich dann über die Stornierungen zu beschweren und mit dem Anwalt zu drohen. Onlinehändler sollten eine gemeinsame Datenbank gründen und solche "Kunden" dauerhaft ausschließen. Dann können sie offline auf Schnäppchensuche gehen...Leider wird das nie so kommen, weil der Kundenkampf zu groß und der Datenschutz im Weg ist. Oder der Gesetzgeber muss sich etwas einfallen lassen in Richtung "bewusste, wirtschaftliche Schädigung...". Ähnliches muss auch bei den Spezialisten passieren, die 6 Handys bestellen um 5 zurückzuschicken...Wenn ihr testen wollt, kauft offline und zahlt gefälligst die Preise.
 
Ermm neee anders.... Es gibt also irgendein Tool, mit dem Händler ihrer Preise abgleichen. Dieses Tool hatte einen Bug, so das Kunden viel Ware für 1 Penny einkauften, so weit so gut (oder schlecht).
NUR.. Ich als Händler biete ein Produkt für 100€ an. Der Preis ergibt sich aus 50€ Einkaufspreis + 50€ Gewinn. Durch dieses Tool gibt es andere Händler die ihr Zeug für 98€ anbieten. Die 98€ sind aber doch immer noch jenseits jeglicher halbwegs vernünftiger und akzeptabler Preiskalkulation.
Das Tool ist ja dazu da, den Gewinn des Händlers so weit zu maximieren, bzw. auf einem Gewissen Maximum zu halten wie es eben geht, und nicht zwangsläufig das Produkt mit angemessenem Preis zu verkaufen. Soviel dann auch zu dem oben erwähnten Thema Betrug.
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