À la Minority Report: NRW testet Kriminalitäts-Vorhersage-Software

Man kennt die Idee vor allem aus Hollywood-Filmen - jetzt wurde bekannt, dass Nordrhein-Westfalen eine Software einsetzen will, mit deren Hilfe kriminelle Handlungen vorausgesagt werden sollen. Der erste Test der Verbrechens-Vorhersagen beginnt 2015. mehr... Software, Zürich, Precobs, Verbrechensvorhersage Bildquelle: Institut für musterbasierte Prognosetechnik Software, Zürich, Precobs, Verbrechensvorhersage Software, Zürich, Precobs, Verbrechensvorhersage Institut für musterbasierte Prognosetechnik

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Software an sich ist weder gut noch schlecht. Software macht erst mal nur ihren Job. Das Problem ist, wenn sie in die Hände von Gangstern gerät. Wenn sie erstmal genau genug funktioniert und in die Hände von Politikern gerät, ist dieser Fall leider eingetreten. Dann wird damit heute noch ein Einbruch vorhergesehen, aber morgen von der Politik dein Stuhlgang geahndet.
 
@LoD14: nur die Software bringt erst mal gar nichts. Hinter precobs steckt nichts anderes als die Analyse von Big Data. Die "Gangster" bräuchten also auch Zugang zur Infrastruktur der Polizei, was sogut wie ausgeschlossen ist. IT Systeme der Polizei bzw. Innenministerium ist nicht direkt an das Internet angeschlossen sondern bildet in sich ein geschlossenes LAN dar. Es ist auch nicht möglich, dass Polizisten im IM direkt auf das Internet zugreifen; die haben zwei getrennte Rechner an den Arbeitsplätzen.
 
@TurboV6: Du hast nicht verstanden was ich meinte. Andere Beispiel: die Datenerfassung mit den Mautbrücken. War auch nur ne Frage der Zeit, bis entsprechende Gesetze erlassen wurden, dass jeder der die Daten will sie auhc kriegt.
 
@LoD14: Seit wann werden Daten der Mautstellen für andere Zwecke als zur Abrechnung erforderlich benutzt? Wäre mir neu. Selbst in Fallen wo mit ziemlicher Sicherheit TäterIn hätte ermittelt werden können, wurde aus Datenschutz nicht darauf zugegriffen.
Wann und durch wem soll das geändert worden sein?
 
auf basis welcher daten werden die vorhersagen getroffen ? diese sind nur so gut wie die basis, mit der sie erstellt werden.
 
@lazsniper2: Auf Basis von Polizeiberichten?

Diverse Ungenauigkeiten werden da schon grundlegend mit einberechnet. Zum Beispiel kann der genaue Zeitpunkt eines Einbruchs nur schwer bestimmt werden, also nimmt man erstmal die Zeit in dem die Bewohner nicht zu Hause waren, als "Zeitpunkt" des Einbruchs.
 
@lazsniper2: Big Data Analyse. Es werden alle Einbruchsmeldungen gesammelt (in der EU ohne Täternamen, in den USA mit) und anschließend kann die Software errechnen, wann wo der nächste Einbruch / Straftat sein könnte. In der Schweiz lag die Trefferquote bei 70%, in den USA bei 55%.
 
@TurboV6: sehe so was mit Skepsis... woher kommt denn die Erkenntnis einer Trefferquote? von real passierten Delikten? von "mutmaßlich verhinderten"?
 
@Stefan_der_held: in den USA war die Treffergenauigkeit so hoch, dass sogar der tatsächliche Täter (Namentlich!) sehr oft korrekt war, vor allem bei Kleinkriminellen. In der Schweiz, wo keine Täternamen mit analysiert werden, ging es um die reine Straftat. Das System schlägt ja nicht alle 10 Minuten an, sondern evtl. einige Tage gar nicht.
 
Gerade erst letzte Woche habe ich einen interessanten Vortrag zu diesem Thema auf der Strata in Barcelona gehört. Da wurde ein ähnliches System für div. amerikanische Großstädte vorgestellt (vor allem die Technik dahinter)

Grundsätzlich geht es nicht um die Fragestellung "In welches Haus wird als nächstes eingebrochen" sondern viel mehr darum, die verfügbaren Polizeikräfte sinnvoll zu verteilen.
Der amerikanische Kollege konnte aber leider keine wirklichen Ergebnisse nennen, da die örtliche Polizei wohl nicht dazu bereit war, das System einem halbwegs realistischen Test zu unterziehen (ein Viertel mit diesem System eins ohne).

An sich funktioniert das ganz simpel. Sämtliche verübte Verbrechen in der Vergangenheit werden in ein System eingespeißt und der Ort des Verbrechens (genauer gesagt ein "Raster") bekommt sowas wie ein "+1". Am Ende weiß man eben wo am meisten Verbrechen ausgetreten sind. Das ganze noch mit einigen korrelatierenden Werten (Uhrzeit, Wetter, oä) und dann darf man sich "Predictive" schimpfen...

Ich kann nur hoffen, dass dieses System, welches da im Einsatz ist halbwegs transparent ist und dem Benutzer auch sagt WIESO es eine Entscheidung getroffen hat und eben keine "magic Box" ist die man mit irgendwelchen Daten füttert und einen nicht nachvollziehbaren Wert rauswirft...

Meine Frage bei solchen Systemen wäre allerdings, wie schafft man es zu garantieren, dass kein "Verbrecher" Zugriff auf dieses System bekommt um entweder genau vorhersehen zu können, wo sich die Polizeistreifen befinden oder gleich das System zu manipulieren um gewisse Bereiche als "sicher" einstufen zu lassen um dann eben dort einzusteigen.
 
@Draco2007: siehe o1:re1. Das ist eine geschlossene Infrastruktur.
 
@TurboV6: Hältst du korrupte Polizisten für ausgeschlossen?

Ich weiß das klingt etwas sehr nach Hollywood, aber so ein System hat einen ziemlichen Einfluss wenn wir ihm zu sehr vertrauen.
Und wenn die Entscheidungen, die das System trifft nicht transparent genug sind um sie nachvollziehen können öffnet das der Manipulation einfach Tür und Tor.

Und das muss nicht mal zwingend mutwillig passieren. Schon schlampig eingetragene Daten können hier Auswirkungen haben.
 
@Draco2007: mal von Filmmythen ausgenommen: wie hoch hälst Du die Wahrscheinlichkeit von korrupten Polizisten mit solch einem Zugang?....
 
@TurboV6: Kommt vermutlich auf die größe des schwarzen Köfferchens an ^^
 
Die meisten Polizisten werden das bestimmt heimlich belächeln, denn das Wissen/Gefühl, dass in Gegend xy viel eingebrochen/geschlägert/geklaut/mit drogen gedealed wird hatten die mit Sicherheit alle schon bevor die Software ihnen das sagte. Was soll das gute Stück denn kosten? Die Anschaffung alleine wohl schon die ein oder andere Million, wa?
 
ich frage mich, wie man darauf schließen kann, daß meinetwegen letzte woche in musterstadts silberblick-viertel 6x eingebrochen wurde, demnächst wieder eingebrochen wird? schließlich wurde bereits alles wertvolle geklaut. aber die software berücksichtigt das sicherlich.
 
Mit der langsam voranschreitenden Totalüberwachung ist das der nächste große schritt weg von einem freien Staat und freien Leben

Ich kann meine Sorge vor diesem Szenario nicht vernünftig in Worte fassen, mir fehlen einfach die Worte
 
@0711: Was hat das mit Totalüberwachung zu tun, wenn Polizeiberichte in ein System eingegeben wird, welches diese Daten analysiert.

Ob die Polizei jetzt nach dem Bauchgefühl die Steifenwagen verteilt oder ein Softwaresystem das nachvollziehbar macht, spielt nun wirklich keine Rolle, was die Überwachnung angeht.
 
@Draco2007: Nach dem wie bisher Daten abgegriffen werden (auch von der Polizei, nicht nur von "unseren Diensten") basiert diese Analyse künftig mit Sicherheit nicht nur auf Polizeiberichten zu tatsächlichen Straftaten.
Das Bundeskanzleramt(!) bequatscht sogar Provider und stellt Ihnen "Rechtsfreiheit" in Aussicht wenn Sie alle Daten weiterleiten (für analysezwecke und unsere ausländischen freunde)...da glaubst du ernsthaft in ein solches System wie oben angesprochen landen nur Daten aus Polizeiberichten? So wie etwa Handyüberwachung, Trojanereinsatz und co nur bei schwersten Straftaten eingesetzt werden? Alles Bullshit! Da wurde gelogen und betrogen und hinterher ist es rausgekommen wies wirklich ist...in anderen Ländern sieht man auch wie schön Netzsperren eingesetzt werden, China ist bald ein Witz dagegen...Nordkorea heißt das Ziel
Wie einem hier bei so vielen eindeutigen Puzzelsteilen nicht jegliche Warnleuchte durchdreht verstehe ich in der tat nicht.

Die Wege werden geebnet für die Szenen der düstersten Science Fiction streifen und wir sitzen in der ersten Reihe
 
@0711: Ich sag dir besser nicht, dass ich in einer Firma arbeite, die die nötige Software für deine Horrorvorstellungen liefern könnte :p

Du hast natürlich Recht, wenn die Datensammelei ausgeweitet wird und die Analysesoftware besser wird (was massiv nötig ist, wenn ich an letzte Woche denke), dann sind da einige gruselige Dinge möglich. Aber eben auch gutes.

Ist eigentlich wie mit jedem Stück Technologie. Schon mit dem Feuer konnte man sich wärmen und Licht spenden, der andere Mensche oder Häuser abfackeln.

Aber dieses Predictive System stellt meiner Meinung nach nicht das grundlegende Problem dar, sondern die immer schwächer werdene Gewaltenteilung...
 
@Draco2007: Wie du da guten Gewissens arbeiten kannst :P

Tja die Werkzeuge liefern eben die Mittel und da ich unser aktuelles System nur noch als völlig kaputt betrachte macht mir jegliches Werkzeug dass weiter in die falsche Richtung genutzt werden kann nur noch Angst, nicht Angst vor meinen Mitmenschen sondern Angst vor einem totalitären Staat
 
@0711: Wenn dir doch so die Worte führ dieses super-böse Machwerk fehlen, dann hattest du in deiner Smarties-Welt wohl noch nicht so oft das Vergnügen Überfallen oder Augeraubt geworden zu sein. Glückwunsch dazu!
Es mag dich überraschen, dass viele Menschen diese Pläne sehr begrüßen, wozu du auch mich zählen darfst.
Btw. leben wir in keinem freien Staat und haben kein freies Leben. Auch wenns durch ein paar Fehlgriffe der Regierung schwerfällt zu glauben ists nen Rechtsstaat.
 
@erso: Zum ersten, ich wurde schon überfallen und hatte auch bereits eine waffe am kopf (nein nicht von der Polizei). Nur was tut das zur Sache?
Für mich sind jene dumm die, diese totalitären Methoden auch noch begrüßen (und im gleichen Atemzug vermutlich China und co als totalitär bezeichnen)...ja sie sind schön verpackt auf den ersten blick, leider aber auch nur auf den ersten blick. Ähnlich wie in der DDR und auch fast so wie im dritten Reich...war anfangs auch alles irgendwie toll mit Arbeitsbeschaffung und co ("frag mal die, die damals arbeitslos waren")
Die einzigen die von einer Smarties Welt träumen sind Leute wie du, die perfekten Opfer und kleinen Rädchen für die Unterdrückungsmaschine....

"ists nen Rechtsstaat" aufgrund der schwindenden Gewaltenteilung widerspreche ich dir in diesem punkt eindeutig. Das Grundgesetz ist faktisch offensichtlich nichts wert und wird von dieser unseren Regierung bei jeder Gelegenheit gebrochen oder ausgehöhlt, wie kannst du ernsthaft von einem Rechtsstaat sprechen dessen höchstes Recht offenbar keinen bestand mehr hat?

Ich kann dir nur mein vollstes Unverständnis ausdrücken.
 
Verhaftet und verurteilt aufgrund von einer Tat die man vielleicht hätte begehen können? Oder wie genau soll das funktionieren?
 
@picasso22: Das System gibt nur an, in welche Gebiete man am besten Polizeisteifen verteilt, nicht wer wann welches Verbrechen begeht.

Lies einfach mal o3...
Du darfst da auch gerne weitere Fragen stellen ^^
 
@picasso22: Es wird der wahrscheinliche Ort ermittelt, dann wird es leichter jemanden auf frischer Tat zu erwischen.
 
Na Toll, dann wird man erschossen, und wenn du Unschuldig warst ist es eben ein Softwarefehler. Dann gibt es auf jeden Fall ein Patch damit sowas nicht wieder vorkommt. Ironie Off
 
Ja, Frau Kraft! Eine Änderung des Solis unbedingt haben wollen, da es NRW ja so schlecht geht, und das nicht vorhandene Geld zum Fenster rausschmeißen. Selbst wenn diese, wohl wieder ein paar hunderttausende kostende Software halbwegs vernünftig laufen sollte, wer soll dann dahin gehen? Die personell sowieso unterbesetzte Polizei? Oder soll die wenige Polizei dann nur noch da Streife fahren und den Rest, der sonst so passiert, ignorieren?
 
@Lastwebpage: Also an sich hast du Recht...

Aber erstens, Hunderttausende werden für so ein System nicht reichen (nicht wenns gut funktionieren soll) und zweitens sollen doch genau diese unterbesetzten Polizeistationen ihre wenigen Resourcen durch so ein System deutlich gezielter einsetzen können.
Das und nichts anderes ist der Zweck eines solchen Systems.

Und glaub mir, die Entwickler haben an solche Sachen gedacht, wie "Wie schafft man es, dass es keine Gebiete gibt, die gar nicht besucht werden"....
 
Sehr gut, die Software ist ein Selbstläufer. Es ermittelt ein Gebiet mit maximalen Risiko, dementsprechend werden die Einheiten verstärkt, was natürlich zur folge hat, dass mehr verbrechen aufklärt werden.
 
Einfach nur noch pervers!
 
Was bringt in DE eine Vorhersage von Verbrechen? Schaut euch mal so die aktuellen Straf und Gewalttaten an, gerade die ganzen Messerstecher, Treter und Co. Was passiert den Tätern? Nichts. Und wenn Täter schon wissen dass ihnen nichts passiert, erhöht das doch gerade die Anzahl der Straftaten.
Man könnte sowas eindämmen, wenn sowas auch entsprechend bestraft wird. Gefängnis, ggf. mit Sack und Pack ausweisen bei bestimmten Problemgruppen, oder gar nicht erst ins Land lassen.
Ist doch eher so, wenn die Polizei weiß wo etwas passiert, dass sie sich gerade dann dort fern hält. Denn unternehmen kann, will und darf sie sogar meistens nichts.
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