Anonabox: Hype um eine letztlich trügerische Sicherheit im Tor-Netz

Eine kleines, preiswertes Gerät, das sich auch Laien problemlos zwischen den Internet-Anschluss und das eigene Netzwerk hängen, soll Anonymität und Schutz bei der Internet-Nutzung bieten. Das Versprechen, das mit der Anonabox gegeben wird, ist aber ... mehr... Netz, Stoff, Textur Bildquelle: Angela Marie Henriette / Flickr Netz, Stoff, Textur Netz, Stoff, Textur Angela Marie Henriette / Flickr

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Ich verstehe die Aufregung nicht wirklich. Das war von Anfang an klar. Das ist exakt das gleiche wie beim normalen TOR Client. Wenn man einfach sein normales Surf-Verhalten weiter verwendet, nur Tor als Proxy dazwischen schaltet ists nichts dazu gewonnen.
 
@Sam Fisher: Woher nimmst Du diese Fachwissen? Quellen? Wieso irren der CCC Deutschland und deren Fachinformatiker alle? Sind das alles Noops?
 
@Lecter:
@Sam Fisher hat Recht. Wenn du z.B. Javascript verwendest oder flash war es das mit der Anonymität
 
@Lecter: Der CCC hat niemals dazu aufgerufen das Tor-Netzwerk zum casual-surfen einzusetzen. Denn in welchem Netzwerk Cookies gesetzt werden und das Profiling geschieht, spielt keine Rolle.
 
@Sam Fisher: Kommt immer darauf an wie und an wen man das später mal verkauft. Als ich mir den Text auf Kickstarter mal durchgelesen habe, kam mir irgendwie spontan der Werbeslogan "Ihre E-Mails sind automatisch geschützt und werden nur in Deutschland gespeichert" von bestimmten deutschen EMailanbietern in den Sinn.
 
Das Dingens hat nur dann einen Nutzen, wenn man mit komplett 2. Identität unterwegs ist und niemals seine Adresse, Klarnamen etc. eingibt und mit Niemand Kontakt darüber aufnimmt, den man persönlich kennt oder der weiß wer man ist. Schon eine Unachtsamkeit reicht und man ist identifiziert. Dafür muß man auch mit einem eigenen Betriebssystem unterwegs sein (Virtueller Maschine) um seinen Fingerabdruck nicht mit dem Originalen zu teilen etc. pp.
 
@Gunni72: Dann ist aber der Einsatzzweck tatsächlich zumindest fraglich. Denn dies bedeutet, dass man bei den Dingen, die man so "normalerweise" tut - z.B. mit seinen Freunden und Bekannten Kontakt halten - so oder so mehr oder minder identifiziert werden kann. Für die "Alltagsnutzung" des Netzes mit der "1. Identität" somit ungeeignet.

Bliebe somit nur ein Einsatzzweck der Anonymisierung für "ausserordentliche" Aktivitäten, bei denen man unerkannt bleiben will. Dies mag beispielsweise politische Betätigung in Umgebungen sein, in denen man für seine Ansichten sonst verfolgt würde - aber dass Dissidenten in Diktaturen sich eine Anonabox bestellen, erscheint zumindest mir doch eher ein Sonderfall (die installieren sich vermutlich eher entsprechende Software/Clients auf ihren Rechnern). Aber sonst? Primär fällt mir da nur noch Betätigung ein, die irgendwie halbseidig ist - sei es nun das über-die-Stränge-schlagende Trollen nach Herzenslust oder illegale Aktivitäten.

Somit ist diese "Anonabox" wohl vorwiegend ein "Marketinggag".
 
@FenFire: Sehe ich zum Großteil auch so. Mir fällt da spontan auch Schutz vor Erpressbarkeit ein. Man weiß ja Heutzutage nicht mer wer alles an die vergangenen Aktivitäten im Internet rankommt und wenn eine Person auf bestimmte Fetische steht, ist das anonyme surfen sicherlich von Vorteil, man weiß ja nie in was für eine Stellung oder Position man in seinem Leben noch kommt und somit auch erpressbar für Witschaftsspionage, politische Ämter, Vorstandstätigkeiten, Schlüsselpositionen für was auch immer inne hat usw..
 
@Gunni72: Stimmt, das wäre noch ein Anwendungsfall. Aber ob dazu jemand eine Anonabox verwenden würde, also "so, jetzt surfe ich mal meine Geheimer-Fetisch-Seite an, da stöpsle ich die Anonabox in meine LAN-Kabelverbindung" denken würde? Oder nicht eher Anonymisierungssoftware am Rechner starten würde?
 
Nunja...erst was von überraschend hohen Zahlungszusagen in Höhe von ner halben Million schreiben, dann aber bzw. dennoch / weiterhin eine billig, billiger, am billigsten Produktion in China anzunehmen, passt das wirklich (noch) zusammen ?
 
Daß die Leute einfach nicht verstehen wollen, daß es in einem IP-basierten Netzwerk schlicht keine Anonymität geben KANN. Wer etwas zu verbergen hat, sollte das nicht so offensichtlich versuchen und derartige Placebohardware einsetzen, das wirkt erst recht verdächtig. Wenn man Ziel geheimdienstlicher Aktivitäten sein sollte, bringt Tor gar nichts. Man sollte seine Nutzungsgewohnheiten grundlegend überdenken und für die wirklich wichtigen Dinge und persönliche und/oder sensible Informationen auf das Internet völlig verzichten. Daten die nicht übertragen werden, kann man auch nicht ausspähen, so einfach ist das. Weder Placebohardware noch irgendwelche immer wieder mal kusierende "Verschleierungssoftware" werden daran je etwas ändern.
 
@starship: ++ das wollen aber gefühlt 99% der Anwender nicht wahrhaben bzw. nicht hören.
 
Ich kann absolut nicht sagen wie wirksam ein solches Gerät in der Praxis ist, trotzdem freue ich mich über jeden Versuch die Datensammelei einzuschränken.
Was mir aber sehr unangenehm auffällt, ist der Defätistische Grundtenor des Artikels, mit der abschließenden Prognose das es sinnlos ist, da der User bestimmt die Technik durch eigene Anstrengung unterläuft.

Geht's noch? Da macht sich mal jemand Gedanken, und ihr Schwafelt es zu Tode?
 
"Nutzer-Trekkings" - glaube kaum, dass man mit der Anonabox besser wandern kann. Dafür gibt's diese Stöcke. "Nutzer-Tracking" wäre wohl eher wahrscheinlich. ;)
 
Was mich gelinde stört an nicht nur diesem Artikel ist, dass gleich immer die ganz große Welle gemacht wird. Schutz vor Geheimdiensten? Sehr lustig. Wenn du bei den Schlapphüten im Visir bist, dann hilft dir keine kleine Schachtel für 50 Euro. Nein, auch eine für 5000 Euro hilft dir dann nicht. Und eine für 50000 auch nicht.
Wenn die Schachtel aber dem ganz normalen Sammelwahn auch nur ein ganz klein wenig schwieriger macht, dann ist das schon eine gute Sache.
 
Winfuture und seine Leser und selbst die Superexperten hier können sich noch so sehr echauffieren, DAS DING KOMMT.

Ich sage es jetzt ganz bewusst: Die Kritik an der Anonymisierungsbox ist garantiert nicht auf dem Mist von sogenannten echten Kritikern gewachsen, hier haben die US-Geheimdienste wieder mal ihre unegalen Finger im Spiel, denn dieser 'Gegner' verteuert das Ausspähen ungemein ... und die USA haben nun mal auch mit Finanzproblemen zu kämpfen. Der ausgestreckte Mittelfinger und ein kräftiges "Fuck you" hin zu NSA sei ihnen gewiss ...
 
@alterknacker: Deine Aussage hat einen kleinen Schönheitsfehler: Wenn das Ding nicht funktioniert, weil die gewünschte Funktion in einem IP-Netzwerk schlicht nicht umsetzbar ist, dann wären die Geheimdienste doch schön blöd, wenn sie dagegen wettern würden, oder nicht? Dann würden die nämlich mit einem milden Lächeln die Füße stillhalten und die Markteinführung mit weiteren großflächigen Spionageaktionen feiern. Die Leute sollten froh sein, daß man sie vor diesem Placebo warnt. Also bitte erst die Funktionsweise eines Netzwerkes wirklich verstehen, und dann nochmal über Anti-Geheimdienst-Verschwörungstherorien nachdenken. Schon allein der Gedanke, man könne die millionen- wenn nicht gar milliardenschweren weltweiten Abhöraktionen einfach so mit einem Gerät für vielleicht 20-30 Euro umgehen, ist völlig absurd. Die größte Schwachstelle, welche den Geheimdiensten bei ihren Aktionen in die Hände spielt, sitzt vor dem Bildschirm, irgendwo zwischen dem linken und dem rechten Ohr des Anwenders. Siehe auch mein o4 weiter oben.

Ich möchte an dieser Stelle auch auf einen Artikel auf heise.de verweisen, in dem unten angemerkt wird: "Ob ein Router, der ohne weitere Vorkehrungen den gesamten Netzwerkverkehr durch Tor leitet, für normale Anwender eine gute Idee ist, ist ohnehin mehr als fragwürdig. Denn damit leitet man unter Umständen auch unverschlüsselte Daten durch das Anonymisierungs-Netz, was sich fatal erweisen könnte. Denn viele der Tor-Exit-Knoten werden von Geheimdiensten und anderen neugierigen Zeitgenossen betrieben, die genau solche Informationen herausfiltern und für ihre dubiosen Zwecke missbrauchen."

Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Streit-ueber-Tor-Router-Anonabox-2426485.html

Damit wären wir dann wieder bei den Nutzungsgewohnheiten. Darüber sollte man vielleicht dann doch mal nachdenken.
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