Zwangsgeld: Google muss Verarbeitung von Kundendaten ändern

Der Suchmaschinenriese Google geht bei der internen Nutzung und Analyse von Kundendaten weit über das gesetzliche Erlaubte hinaus - das hat der Hamburgische Beauftrage für Datenschutz und Informationsfreiheit Johannes Caspar festgestellt und gegen ... mehr... Google, Android, Tablet Bildquelle: Google Google, Android, Tablet Google, Android, Tablet Google

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Soweit ich weiß gibt es diese diensteübergreifende Profilbildung nur dann, wenn der Nutzer ein Konto erstellt und die Nutzungsbedingungen akzeptiert. Und bei der Zusammenführung von besonders sensiblen Daten wie Standortdaten, wie man sie für Google Now benötigt, wird man sogar noch einmal gefragt. Würde mich deswegen sehr interessieren, wo die Behörde hier konkreten Handlungsbedarf sieht und welche Maßnahmen sie fordert.
 
@nicknicknick: "Soweit ich weiß gibt es diese diensteübergreifende Profilbildung nur dann, wenn der Nutzer ein Konto erstellt und die Nutzungsbedingungen akzeptiert." Vllt. genau da? :D
 
@Knerd: Hä? Wie sollen die Dienste denn sonst funktionieren, wenn die Daten nicht zu einem Profil zusammengefügt werden?
 
@nicknicknick: Naja, meine YT Daten haben ja nichts mit den Maps Daten zu tun ;) Um mal ein wirklich bescheuertes Beispiel zu bringen :D
 
@Knerd: Auf den ersten Blick vielleicht nicht, aber vielleicht gibt es doch relevante Verknüpfungen. Könnte zum Beispiel sein, dass Nutzer an bestimmten Orten an damit zusammenhängenden Videos interessiert sind. Um mal ein sehr theoretisches, aber doch nicht undenkbares Beispiel zu bringen ;-)
 
@nicknicknick: Immerhin recht konstruiert :D
 
@Knerd: Je länger ich darüber nachdenke, desto sinnvoller erscheint es mir. Suche ich z.B. in Maps nach "Checkpoint Charly" erscheint es nicht unlogisch, dass ich auch an Videos zur Geschichte der Berliner Mauer interessiert bin und es sinnvoll ist, mir solche vorzuschlagen. Und wenn ich die ganze Zeit Videos einer Band anschaue, die in nächster Zeit in meiner Nähe auftritt (und wofür ich vielleicht online Karten gekauft habe), wäre es doch praktisch, wenn Maps den Veranstaltungsort hervorhebt oder eine Route/Verbindung dorthin anzeigt. Ich denke auch wegen solcher Sachen, die auf den ersten Blick absurd erscheinen, dann aber doch nützlich sein könnten, räumen sich alle großen Player (auch MS und Apple tun das) das Recht auf diensteübergreifende Profilbildung ein. Dass daraus zielgerichtetere Werbung mit entsprechend höheren Gewinnen resultiert ist natürlich auch klar.
 
@nicknicknick: Aber genau das ganze ist doch der Punkt. Nur weil ich bei Googlemaps mal nach "Checkpoint Charly" gesucht habe(aus welchem Grund auch immer). Will ich nicht bei YT mit Videos dazu vollgepflastert werden, auf allen Webseiten Kriegsdokus vorgeschlagen bekommen und von 5 Shops Emails bekommen in denen mir Kriegsfilme vorgeschlagen werden. So, jetzt das ganze Szenario bitte mal als 16Jähriger der mal "ausversehen" auf einer freizügigen Seite war, die mit googleanalytics zusammen arbeitet, und der Mama mal ne Stunde an seinen PC lässt, weil die irgendwas im Netz kaufen/suchen/whatever will.

Das Verknüpfen von Dienstprofilen sollte ausschließlich auf Wunsch des Nutzers erfolgen und nicht als standardeinstellung, die man nicht ändern kann ohne sich komplett abzumelden(denn so ist es praktisch gerade).
 
@bLu3t0oth: Für die Mehrzahl der User ist es aber nützlich und sich bei den wenigen Ausnahmen abzumelden bzw. ein Inkognito-Fenster aufzumachen, wenn man etwas sucht was nicht in der History erscheinen soll keine große Hürde. Aber ich kann damit leben, dass du für dich persönlich ne andere Präferenz legst :)
 
@nicknicknick: Diese Profilbildung gibt es eben nicht nur dann, wenn man einen Google Account erstellt. Das Problem selber sind nicht die Techniken und Daten an sich. Das Problem liegt daran, dass all diese Daten bei einem Konzern zusammenlaufen und Miteinander Verknüpft werden und Profile erstellt werden, ohne dass es einer Zustimmung bedarf. Und bei den jeweiligen Anwendungen wird auch nicht gefragt ob Google diese Daten zusammenführen darf, sondern ob Google sie erheben darf. Das Dashbord ist da schon ein sehr sehr guter Anfang, aber es enthält bei weitem nicht alle Daten. Allein schon durch Google Analytics, welches sehr viele Seiten einsetzen, kann Google durch den Account oder durch andere Tracking Möglichkeiten, kann Google Daten verarbeiten und erheben die Nirgendswo auftauchen, Google aber erhebt und verknüpft. Und das alles in Echtzeit. Erstaunliche Leistung aber eben auch sehr gefährlich.
 
@daaaani: Analytics kann man doch sehr leicht deaktivieren. Und die meisten Dienste kann man doch eigentlich nur mit Account nutzen, also wie soll da ohne Account ein umfassendes Profil erstellt werden?
 
@nicknicknick: Es geht nicht darum ob man es Deaktivieren kann, es geht darum, dass man nicht eingewilligt hat. Deaktivieren kann man ja nur das wovon mein weiß. Und das Google eine Markt beherrschende Stellung inne hat. Und viele Google Dienste kann man ohne Account benutzen und Profiling geht ebenfalls ohne Account z.b. durch Cookies, oder andere Methoden einen Computer identifizierbar zu machen. Profile werden nicht nur für die Kunden erstellt wo sie dann ein Bildchen einfügen können usw. Sondern Google erstellt generell umfassende Profile von jedem und führt eben diese Daten immer wieder zusammen. Wenn du z.b. dein Browser Cache löscht, entsteht bei Google automatisch ein neues Profile, mit Daten die halt so anfallen über Google Dienste. Und so bald eine kritische Anzahl an Übereinstimmungen von existierenden Profielen gibt, dann werden die halt automatisch zusammengefasst. Und hat mit den Profielen im Dashboard von Google oder Google+ nur wenig zu tun.

Hier geht es nicht darum Google zu verteufeln oder alles zu verbieten, sondern hier geht es einfach um Transparenz.
 
@daaaani: Hmm ich habe gerade nochmal die Nutzungsbedingungen und die Erläuterungen dazu durchgelesen und nirgends einen Hinweis darauf gefunden, dass bei nicht angemeldeten Nutzern irgendwelche personenbezogenen Daten gespeichert oder gar zusammengeführt werden. Dass anonyme bzw. pseudonyme Daten verarbeitet und grob gerasterte Nutzerkohorten etwa nach benutzten Suchbegriffen oder Regionen gebildet werden, hat ja nichts mit Profilbildung zu tun.
 
@nicknicknick: Zu den grob gerasterten Nutzer Kohorten welche du hier beschreibst habe ich mich nie geäußert! Dazu braucht es keine Identifizierungs Möglichkeiten jeden einzelnen Rechners, wie es Google, z.B. um unter anderen Werbung gezielt Platzierenzu können, macht. Da reichen einfache IP Adressen.

Nun du kannst die Dienste ohne Account nutzen ohne die Nutzungsbedingungen zu Akzeptieren. Zwar nicht alle aber darum geht es ja nicht. Das ist wie mit der Software Eula die in DE z.B. keine rechtliche Relevanz hat, da sie zum Zeitpunktes des Erwerbes nicht ersichtlich war. Das ist genau der selbe scheiß den Vodafone mit dem Automatischen aufladen versucht. Nur das du eben davon noch wenigstens in Kenntnis gesetzt wirst. Es gibt auch einen Grund wieso auf etlichen Seiten der Hinweiß mit den Cookies auftaucht. Das ist schon richtig was die da versuchen. Nochmal es geht um Transparenz! Und wie Knerd weiter oben schon mal schrieb das zusammenführen der Daten ist für viele Dienste gar nicht notwendig. Für Google jedoch ist es essentiell. Und wie im Artikel ja auch steht wird versucht eine Balance zwischen den Nutzern und Google als unternehmen, zu finden.

Ich bin selbst Unternehmer und biete unter anderem Dienstleistungen an. Ich erhebe Daten mit Hilfe derer ich meinen Geschäftserfolg etc. analysieren kann. Je weit reichender ich diese Daten erhebe, desto mehr Verknüpfungen kann ich erstellen, und um so umfassender wird das Bild für mich. Ich kann dann bis in die Stadtteile und Straßen gehen, alter und Geschlecht. Aus analytischer Sicht ist das ein Traum mit ungeahnten Möglichkeiten. Es ist aber auch sehr bedenklich wenn diese Daten raus kommen und ohne Kenntnis der Personen erhoben werden. Weshalb mir da auch zu recht, vom Gesetzgeber, teils ein Riegel vor geschoben wird
 
@daaaani: Der Hinweis mit den Cookies ist ja mittlerweile fast überall zu finden und hat nicht das geringste mit diensteübergreifender Profilbildung zu tun. Ansonsten sehe ich in deinem Beitrag leider nichts konkretes, nur Mutmaßungen. Wie die zielgerichtete Werbung aller Wahrscheinlichkeit nach eher funktioniert kannst du hier http://goo.gl/5pC59a nachlesen. Natürlich weiß niemand, ob diese Darstellung hundertprozentig der Wirklichkeit entspricht, es erscheint aber logisch nachvollziehbarer als die naive Vorstellung, dass Google ein individuelles Profil für jeden gelegentlichen Nutzer anlegen würde. Und ganz ehrlich: Wenn ich mir uneingeloggt meine "personalisierte" Werbung so ansehe, muss ich doch sehr schmunzeln angesichts des Geredes von der "Datenkrake" :D
 
@nicknicknick: Über die Überwachungstätigkeiten der Nachrichtendienste(bspw. NSA) gab es bis vor kurzem auch immer nur Mutmaßungen... du kannst ganz beruhigt davon ausgehen, dass Google alles zusammen schmeißt und Profile erstellt wo es nur geht.
 
@bLu3t0oth: Im Gegensatz zu Nachrichtendiensten, die sich als über den Gesetzen stehend betrachten, kann man bei Unternehmen davon ausgehen, dass sie sich schon aus eigenem Interesse nicht über ihre selbst auferlegten Regeln hinwegsetzen. Sonst werden nämlich ganz schnell Rufe nach Regulierung und Zerschlagung laut, und das finden Aktionäre gar nicht so gut. Außerdem ist es für die Werbung unnötig, siehe den im letzten Kommentar von mir verlinkten Beitrag.
 
Wollen die nur das Geld kassieren oder glauben die wirklich, dass Google wegen so etwas die Arbeitsweise ändert? Der Nutzen der Profile dürfte denen vermutlich pro Tag die geforderte Menge einbringen...
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