OECD stellt Finanztricks von Google, Apple & Co auf den Prüfstand

Die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) will nun den legalen Steuertricks der Groß-Konzerne in Europa einen Strich durch die Rechnung machen. Schlupflöcher und Vergünstigungen der verschiedenen EU-Länder erlauben ... mehr... Eu, Europa, Europäische Union, Flagge, EU-Flagge Bildquelle: Nicolas Raymond / Flickr Eu, Europa, Europäische Union, Flagge, EU-Flagge Eu, Europa, Europäische Union, Flagge, EU-Flagge Nicolas Raymond / Flickr

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So schön sich das anhört, die Umsetzung wird vermutlich einen noch größeren Paragraphenjungle hinter sich lassen. Es gab mal Ansätze das Steuersystem drastisch zu vereinfachen um diese Probleme zu beheben, aber dadurch mussten andere Steuern angehoben werden, wodurch sich das schlussendlich durch die niedrigen Wählerstimmen nicht durchsetzen konnte (CDU).
 
Welche Finanztricks? Die Unternehmen nutzen die ihnen zur Verfügung gestellten Rahmenbedingungen und bewegen sich damit im legalen Bereich.

Werden Kostenersparnisse in der Größenordnung der Steuern gespart, handelt ein Unternehmen seinen Verbindlichkeiten (gegenüber Aktionären, dann Mitarbeitern, dann erst der Gesellschaft gegenüber) korrekt.
 
@iamunknown: Na ja, Als Tricks würde ich das trotzdem bezeichnen, auch wenn sie legal sind. Und im Grunde ist es nur recht und billig, wenn diese legalen Möglichkeiten abgeschafft werden. Jeder normale Mensch muss seine Steuern abdrücken, die großen Konzerne sollten da keine Spar- oder Umgehungsmöglichkeiten haben, nur weil sie international agieren können.
 
@RayStorm: Nein. Gerade Länder wie Irland und Luxemburg stellen ganz bewusst die günstigeren Steuersätze bereit.

Ob das jetzt fair ist oder nicht ist eine andere Diskussion.
 
@iamunknown: Wieso nein? Genau da ist ja der Haken. Ich habe weder bestritten, das es derzeit legal ist, noch das die Steuersätze absichtlich so günstig bereit gestellt werden. Nur werden die Gewinne/Einnahmen, die in den günstigen Ländern günstig versteuert werden, nicht dort generiert. Und genau das gehört geändert, Steuern sollten da anfallen, wo auch die Einnahmen herkommen. Auch wenn z.B. Apple die Geräte aus Irland verschickt, dann gehören die Steuern für in/nach Deutschland verkaufte Geräte auch nach Deutschland... Und da muss sich die Gesetzgebung ändern.
Ich mache da nicht den Unternehmen den Vorwurf. Die wären dämlich, wenn sie die Möglichkeiten nicht nutzen würden.
 
@RayStorm: Nein, weil es weder ein Trick noch eine Lücke ist sondern die bestehende Gesetzgebung einfach verwendet wird. Das ist auch nicht aus versehen passiert, dass Irland und Luxemburg mit günstigen Steuern trotzdem an vergleichsweise viel Kapital ran kommen...

Eine moralische Diskussion bzw. über die Sinnhaftigkeit dieser Praxis wollte ich nicht auslösen. Aber es sind nun mal *keine* Tricks.
 
@iamunknown: Hat ja auch niemand gesagt, das es "bis jetzt" nicht in Ordnung ist...

Eigentlich könnte es auch mir egal sein wie die was versteuern => die Mehreinnahmen würde der Staat schon so anlegen, das bei "uns kleinen leuten" nix übrig bleibt -> notfals gibts dann mal ne angie statue!

Aber auf der anderen Seite bin ich jemand der steuern zahlen muss und da gibt es wenige "tricks" sich da rauszuwinden... Im Gegenteil die meisten tricks sorgen dafür, wenn man erwischt wird das man sofort große Probleme bekommt!
-> man sollte klarheiten schaffen! Solange etwas legal ist, darf man es machen => dann aber alle! Ich kann auch künftig meinen verdienst über Spanien machen (da ist unser mutterkonzern) und meine ausgaben mach ich in dland! <- mal sehn ob ich mir 2€ spare :D
 
@iamunknown: Ist schon ein Trick, denn oftmals wird in den Tochterfirmen in Luxemburg gar nichts gemacht. Ein Unternehmenssprecher von Amazon stand ja Ende 2012 in England vorm Unterhaus des britischen Parlaments und wurde befragt, was Luxemburg konkret mit einer Bestellung zu tun hat, die man bei Amazon.co.uk tätigt. Kommt die Ware von dort? Nein, die Lager/Logistrikzentren sind in Europa verteilt. Kommt die Rechnung von dort? Nein, die Rechnung wird im Lager/Logistikzentrum ausgestellt. Gibt es überhaupt ein Verkaufslager in Luxemburg? Nein, dort werden keine Geschäfte getätigt. Und warum soll dann nach luxemburgischen Steuerrecht etwas besteuert werden? Verlegenes Gebrabbel und Erklärungsnot... und ab dem Zeitpunkt war klar, dass man dagegen vorgehen wird und Rechnungen dort ausgestellt werden sollen, wo die Ware gehandelt wird.

Video dazu: https://www.youtube.com/watch?v=cETKO42wMOs
 
@Trashy: Ach deshalb möchte das UK von der EU austreten? So einfach kann GB alleine nichts gegen EU bzw. weltweite Möglichkeiten unternehmen...
 
Es würde schon reichen, die Absetzbarkeit von Lizenzgebühren zwischen Mutter und Tochter stark einzuschränken, z.B. wenn die Tochter in einem anderen Land ihren Sitz hat, und in diesem Land Einkünfte aus Lizenzen niedriger besteuert werden.
Ähnliche Regelungen gibt es bereits in anderen Bereichen zur Vermeidung der Steuerflucht.
 
Jaja, das Kapital, das scheue Reh....
 
Ausnahmsweise, die Materie ist zwar ziemlich komplex, zumindest das deutschsprachige Arbeitspapier dazu ist aber einigermaßen verständlich (2. Link Aktionsplan erstellen). Allerdings sieht es mir nicht so aus, als würde eine ausreichend große Firma, mit einer ausreichend großen "Steuerabteilung", nicht doch weiterhin davon mehr profitieren können, als rein nationale Firmen. Es steht zwar in dem Arbeitspapier mehrfach etwas von Vereinfachung, internationaler Austausch von Steuerdaten usw. auf der anderen Seiten wird aber auch mehrmals die Steuer-Souveränität der einzelnen Länder betont. Wir werden sehen, wie viel da unterm Strich wirklich bei rauskommt. Immerhin, dass Ganze scheint einen relativen engen Zeitplan zu haben. Was man natürlich auch erwähnen sollte, wovon ich im Papier aber wenig gefunden habe, ist z.B. die Sache mit Amazon und Polen. Gerade für internationale Firmen die keine richtige materielle Produktion im eigentlichen Sinne haben, also Google, Amazon, Apple usw. oder mit einer verlagerbaren Produktion, wie z.B. Automobilfirmen, könnte dann die jeweilige lokale Steuergesetzgebung noch wesentlich wichtiger werden. (Ich bin aber keine Steuerexperte, Wirtschaftsstudent etc. dass ausführlichere Material auf der OECD Seite ist mir zu kompliziert, die habe ich nicht versucht zu lesen.)
 
Dieses Sinnfreie Politikergeseie kann ich nicht mehr hören.
Seit Jahren wird der KLeine Lohnempfänger ausgenommen wie eine Gans in Polen zur Weihnachtszeit. Und wenn da mal (berechtigte) konkretere Schritte sich am Horizont abzeichnen, dann stellen sich Finanz/Justiz-ministerium an wie Dinosaurier beim Bau des ersten AKWs.
Die sollte man alle teeren und federn & an den öffentlichen Pranger zur Volksbelustigung hinstellen dieses Sinnlose und verlogene Pateibuchpack.

Diese Steueranpassung wird kommen - aber erst nach dem 3. Weltkrieg.

PS: Merkel könnte sich auch mal langsam das Fett absaugen lassen - dann kann ich mein Persönliches "Kunstobjekt" starten. Aus Ihrem Fett kann ich Seife kochen. und nenne das "Objekt" dann "Saubere Hände". ^^
 
"Im Juni hatte bereits die EU-Kommission angekündigt, Steuertricks stärker zu beleuchten und die Umgehung der Besteuerung zu verhindern."

Wenn die EU-Kommission da rumpfuscht trifft es am Ende kleine Unternehmen härter als Konzerne. Etwas anderes als kleine Unternehmen zu behindern und die Bevölkerung der EU verelenden zu lassen kann dieser inkompetente Haufen eh nicht.
 
In einem anderen Artikel hatte ich es als Bemerkung bereits einmal geschrieben.

Steuern sollten dort gezahlt werden, wo sie anfallen.
Kaufe ich in Deutschland ein Produkt, muss der Lieferant / Hersteller / Inverkehrbringer auch in Deutschland dafür die entsprechenden Steuern entrichten. Es gilt dann nicht der Firmensitz, sondern das Verkaufsland als Bezug für die zu entrichtenden Steuern.
Irgendwelche Möglichkeiten diese Steuerlast zu mindern oder ähnliches, sind nur mit den dort geltenden Gesetzen möglich.

Da kann die Firma ihren Sitz auch auf dem Mond haben.
 
"von Verbrauchern als unverständlich" - und das sind dann die Leute, die Zeitschriften kaufen, die Ihnen sagen, wie sie selbst Steuern sparen können....

Die Länder sind selbst schuld - und endlich fassen sie sich an die eigene Nase, statt Google & Co moralisch unter Druck setzen zu wollen.
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