Urteil: Amazon-Kunde muss für Negativ-Bewertungen nicht zahlen

Weil ein Kunde seine Ware schlecht bewertet hatte, wollte der Händler vor Gericht 70.000 Euro Schadensersatz erstreiten. Das Landgericht Augsburg hat dieser Forderung jetzt eine Absage erteilt. Wer Produkte fair und ehrlich kritisiert, kann dafür ... mehr... Gericht, Gesetz, Urteil, Hammer Bildquelle: Dumfries Museum Gericht, Gesetz, Urteil, Hammer Gericht, Gesetz, Urteil, Hammer Dumfries Museum

Diese Nachricht vollständig anzeigen.

Jetzt einen Kommentar schreiben
 
Klingt ja fast nach mir... ich hab auch ein Fliegengitter dort gekauft, das war genauso schei*e zu verwenden... die Klebestreifen halten kein Stück und lösen sich (trotz ausgiebiger Reinigung) immer wieder ab...
 
@citrix no.4: Ich hab mir letztes Jahr ne Rolle Klettband gekauft und ein paar Meter Fiberglas-Netz - das hält seitdem wie ne Bombe, kein einziger Riss trotz Katze, und lässt sich sehr leicht in der Dusche abbrausen wenn wieder Pollensaison war. Kann's echt nur empfehlen. Sorry für Offtopic.
 
@citrix no.4: Diese Klebedinger tauchen nichts. Das einzige wo der Klebstoff ganz gut klebt, sind die Klebereste auf dem Fensterrahmen. Selbst die von Tesa sind Müll. Ich habe jetzt seit ca. 5 Jahren die Teile mit einem festen Alurahmen, wo der Stoff fest eingespannt ist, und die mit 4 kleinen Kunstoffbügeln im Fensterrahmen eingehakt werden. (Man kann das Fenster ohne Probleme auf und zu machen. Das Fenster sollte allerdings ziemlich bündig mit dem Fensterrahmen sein). Sind zwar etwas teurer, und man sollte mit Zentimetermaß und Säge umgehen können, dafür halten die Dinger wohl ewig.
 
Ist so nicht ganz richtig. Das Händlerkonto des betroffenen Händlers wurde Aufgrund der Beschwerde des Käufers durch Amazon gesperrt und auf diese Sperrung hin wollte er 70.000 Euro vom Käufer haben wegen der angeblichen Verdientsausfälle.
 
@Sirius5: wollte auch den Fall hier mal klar stellen, danke für das Zuvorkommen. Der Händler wollte den Kunden nötigen die negative Bewertung zu entfernen und genau diese Vorgehensweise ist auf dem Marketplace laut Geschäftsbedingungen untersagt, somit wurde der Account ganz zu Recht gesperrt. Warum das Gericht auf den Fall des Fliegengitters eingeht liegt wohl daran, dass das Gericht selbst nicht verstanden hat worum es überhaupt geht. Eigentlich sollte doch die Schlußfolgerung sein: Kunde bewertet negativ--> Händler bricht die AGB --> Händler bekommt Sperre die 70'000 EUR Umsatzverlust bedeutet. Wenn der Händler sich korrekt verhalten hätte wär die Bitte um Entfernung der Rezension zu Amazon geschickt worden und nicht zum Kunden und es wär zu keiner Sperre mit Umsatzeinbußen gekommen. Das es sich bei dem Bewerungssystem um keine Rezension im eigentlichen Sinne handelt sondern nur Kundenmeinungen sind sollte vor allem dem Händler klar sein, warum muss sich damit also ein Gericht beschäftigen?

edit: man darf den kunden bitten, muss dafür aber den Feedbackmanager verwenden, früher (2012) hat Amazon das noch etwas anders gemacht und gar keine Rezensionen selbst gelöscht, hat sich aber geändert http://www.amazon.de/gp/help/customer/display.html/ref=hp_left_cn?ie=UTF8&nodeId=200987120
 
@otzepo: Der Händler hat aber den Rechtsweg gegen den Kunden angestrebt. Weil er sich nun einmal im Recht gesehen hat. Amazon ist keine Gerichtliche Instanz, auch keine gegen die der Händler vor gehen wollte. Hat er sich doch vom Kunden und nicht von Amazon unrechtmäßig behandelt gefühlt. Natürlich war das nicht der wünschenswerte weg, und hat den Schaden noch größer gemacht, welchen er wiederum ursächlich bei dem Kunden sah.

Hätte der Händler nachgewiesen, dass die Montageanleitung Fehlerfrei war, dann hätte durch aus Anspruch auf die 70.000€ bestanden.

Eine AGB ist nichts weiter wie ein Vertrag, indem durchaus Rechtsansprüche entstehen. Unabhängig davon gilt natürlich aber nach wie vor bestehendes Recht. Genau dieses hat er versucht in Anspruch zu nehmen und dabei kläglich versagt. ^^

Und auch Amazon hat richtig gehandelt, hat der Händler doch gegen die AGB verstoßen. Wobei das aber fraglich ist, denn keine AGB kann einem bestehendes Recht ab sprechen. In dem Falle den Rechtsweg des Händlers.

Soweit jedenfalls mein Verständniss. :)

Es ist also nicht unbedingt ausführlich beschrieben, da oben, aber durchaus hinreichend und auch nicht falsch.
 
@daaaani: Selbst wenn die Anleitung Fehlerfrei gewesen wäre und der Kunde einfach nur zu blöd war das Ding richtig anzubringen hatte der Händler nie anspruch auf Schadensersatz. Er hat schlicht und einfach den Kunden bedroht und das geht nicht. Der Kunde hätte eher mal den Händler wegen Nötigung verklagen sollen.
 
@deischatten: ist nicht richtig! Du kannst nicht irgendwelchen Blödsinn über irgend wem erzählen. Wenn du jemanden oder eine Firma aufgrund deiner eigenen Blödheit, mit falschen Behauptungen diskreditierst, dann musst du mit klage rechnen. So einfach ist das. Dummheit und Unwissenheit schützt vor strafe nicht. Dann würde sich ja jeder auf seine Dummheit berufen. Wo kämen wir da hin. Wenn man was öffentlich kund tut dann sollte man vorher überlegen.

Übrigens wenn der Händler mit Unterlassung droht dann ist da keine Nötigung. Komische Rechtsauffassung hast du da.
 
@daaaani: "Hätte der Händler nachgewiesen, dass die Montageanleitung Fehlerfrei war, dann hätte durch aus Anspruch auf die 70.000€ bestanden." Nein, denn der Schaden ist nicht wegen der Bewertung, sondern wegen des Fehlverhaltens des Händlers und den daraus resultierenden Rausschmiss bei Amazon entstanden, ist also durch den Händler selbst verursacht worden, siehe auch o3.
 
@Link: Doch hätte! Weil es dann eine Verleumdung und Falschaussage des Kunden wäre. Und für alle Folgeschäden, zu der auch die Sperrung gehört (Kausalkette), eben dieser Kunde zur Verantwortung zu ziehen wäre. Mehr noch auf sowas steht bis zu 5 Jahre Freiheitsstrafe. Und das bezieht sich nur auf diesen einen Tatbestand der Verleumdung. Hier sehe ich aber noch mehrere erfüllt, vorausgesetzt die Anleitung ist nicht Fehlerhaft. Die ganze Sache ist auch noch nicht vom Tisch.

http://dejure.org/gesetze/StGB/187.html
http://dejure.org/gesetze/StGB/186.html

Und ich habe weiter oben auch beschrieben warum das so ist. Der Händler hat sich nicht falsch verhalten, er hat lediglich gegen die AGB verstoßen (Dessen Klausel ich ohnehin als Unwirksam halte). Denn der Verkäufer zieht nun einmal den Rechtsweg vor (nutzt bestehendes Recht). Und keine AGB kann bestehendes Recht nach belieben brechen, biegen oder beugen!
 
@Sirius5: Das war wohl nicht das einzige was zur Sperrung führte. Das war nur der bekannte Tropfen und dem Fässchen.
 
Die 70000€ Schadensersatz kommen übrigens daher zustande, weil Amazon dem Verkäufer ihr Konto gesperrt hat. Denn der Käufer meldete das Vergehen, dass der Verkäufer den Käufer nicht über Amazon kontaktiert hat, sondern direkt mit einer schriftlichen Forderung, das laut Amazon Verkäufer-AGB verboten ist. Dadurch war angeblich viel Geld von ihnen eingefroren und sie konnten für eine gewisse Zeit nicht mehr vollständig operieren. Zusätzlich hat, soweit ich letztens gelesen habe, Amazon die Sperre nicht wieder aufgehoben, d.h. sie können nichts mehr bei Amazon verkaufen.
 
@Wiidesire: Ist auch richtig so! Solche Verkäufer/Firmen braucht die Welt nicht.
 
@Ryou-sama: Denke ich auch. Wenn Amazon solche Regeln vorgibt und der Verkäufer sich nicht daran hält, ist er selbst schuld. Er hätte ja auch vorher über die Konsequenzen nachdenken können.
 
wäre der Händler damit durch gekommen, hätte dass mit Sicherheit das ganze Bewertungssystem von allen Verkaufs- Plattformen in Frage gestellt.
Richtig so
 
@eltonno: Naja das Gericht hat nur die Rechtslage noch einmal klar gestellt. Das ist ein Freies Land, jeder kann seine Meinung offen Kund tun (und das ist auch gut so!). Verleumdungen etc. sind hingegen verboten (und das ist auch gut so!). Nur konnte der Händler eben nicht nachweißen, dass die freie Meinungsäußerung des Kunden eben eine solche war.

http://dejure.org/gesetze/StGB/187.html

hab nochmal einen Link eingefügt.
 
Tja, so kann's gehen wenn nicht in Hamburg verhandelt wird. ;)
 
Das hat der Verkäufer davon, wenn er nicht vor dem Landgericht Hamburg klagt. Jeder weiß doch dass die in Sachen Internetrecht eine beispiellose Vorreiterrolle einnehmen
 
Ich hoffe bei 70.000€ sind Gerichts- und Anwaltskosten so groß, dass sie dem Kläger den Rest geben und er das Geschäft aufgeben muss. Wer Kunden den Mund verbieten will hat es nicht anders verdient. Meine Meinung.
 
Es ist nicht klar, wo ein Schaden in Höhe von 70.000 Euro entstanden sein soll. Das müsste Amazon zunächst mal plausibel machen.
 
@Grendel12: Hä?
 
@klein-m: Warum muss amazon irgendwas begründen? Das ist doch net den Ihr Job die bescheuerten Forderungen von Partnern zu begründen
 
@deischatten: Wenn man einen Schaden erstreiten will muss man den Schaden erstmal nachweisen.
 
@Grendel12: Und wenn man was kommentieren will, sollte man das zu kommentierende auch erstmal verstehen.
 
@Grendel12: so wie die Content-Mafia das tut?
 
@Grendel12: Kann es sein, dass du den Artikel nicht wirklich gelesen bzw. ihn missverstanden hast?
 
Gegen die Entscheidung kann noch Revision eingelegt werden. Ich denke der Händler hätte sich auf die Beschwerden des Kunden gesprächsbereiter zeigen müssen. Einen ähnlichen Fall hatte ich auch mit einem Händler der exklusiv in Deutschland einen Mediaplayer vertreibt und nach 7 Monaten stürzte das Androit System ab und fuhr nicht mehr hoch. Erst als ich den Hersteller in Hongkong kontaktierte, zeigte dieser sich bedrückt und pushte den deutschen Händler das Gerät zurückzunehmen.
 
Tja, es gibt absolut cholerische Händler. Hatte mal Streit mit einem bei Ebay wg. einem nicht angekommenen Schlüsselanhänger. Der wollte mich mit seinem Motorradclub besuchen :-)
Kommentar abgeben Netiquette beachten!

Jetzt als Amazon Blitzangebot

Ab 19:15 Uhr Synology DS716+ NAS-System
Synology DS716+ NAS-System
Original Amazon-Preis
459,89
Im Preisvergleich ab
459,88
Blitzangebot-Preis
365,31
Ersparnis zu Amazon 21% oder 94,58

Amazons Aktienkurs in Euro

Amazons Aktienkurs -1 Jahr
Zeitraum: 1 Jahr

Kindle Oasis im Preis-Check