OneNote: Microsoft liefert nützliche Updates für Mac, iPhone & iPad

Microsoft hat die iOS- und Mac-Version seines kostenlosen digitalen Notiz-Zettels OneNote mit einem Update auf den neusten Stand gebracht und um neue Funktionen erweitert. In der Evernote-Konkurrenz-App können jetzt unter anderem Dateien direkt in ... mehr... Microsoft, iOS, Ipad, OneNote Bildquelle: Microsoft Microsoft, iOS, Ipad, OneNote Microsoft, iOS, Ipad, OneNote Microsoft

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Microsoft scheint es derzeit wirklich nicht so richtig gut zu gehen, wenn sie nun schon Teile des Office-Paketes kostenlos anbieten und dazu auch noch richtig Aufwand mit Portierungen und Updates betreiben müssen, um auf SmartPhone, Tablet und Co. noch vertreten zu sein und so die Nutzer dazu zu bewegen, ihre persönlichen Daten doch lieber in der Microsoft-Cloud statt bei anderen Cloud-Anbietern abzulegen.

Meiner Meinung nach haben persönliche Notizen auf Geräten mit Internetzugang nichts zu suchen, da man so schnell und unbemerkt private oder Firmengeheimnisse an Dritte verrät, und, anders als in der Bezahlversion, ist die kostenlose OneNote-Version wohl auch nach den Updates nicht dazu in der Lage sich auf Offline-Systemen zu installieren. Im Gegenteil. Microsoft gibt sich grosse Mühe alle Installationsdateien der kostenlosen Version sauber wieder vom Nutzerrechner zu entfernen, damit der Nutzer mit leeren Händen dasteht und die kostenlose Version auf neuer Hardware immer nur mit Hilfe von Microsoft installieren kann. Was das u.U. für jahrelang unter OneNote gesammelte Notizen, die als Wissenbasis dienen sollen, heisst, sollte klar sein: Wenn das Paket wieder kostenpflichtig wird nachdem es genug Leute nutzen, sitzt man ohne Installationsdateien für die alte (möglicherweise auf neuen Windows-Systemen ohnehin nicht mehr laufende) OneNote-Version da und kann sich überlegen, ob man lieber auf seine Notizen verzichtet oder OneNote von Microsoft kauft.

>>Bisher konnten Sitzungen, die unter Windows mit einem Passwort geschützt wurden, auf iPhone, iPad und Mac nicht ohne Probleme geöffnet werden. Ab sofort kann der Kennwortschutz aber auch auf Apple-Geräten zuverlässig aufgehoben und auch wieder geschlossen werden.<<

Der Kennwortschutz ist wohl auch eher lächerlich, denn das Dateiformat von OneNote liegt offen. D.h. wenn OneNote wirklich eine diesem Dateiformat entsprechende Datei zur Speicherung der Inhalte anlegt, sind sämtliche Inhalte in unverschlüsselter Form in der Datei abgelegt und in der Microsoft-Cloud erst recht nicht vor dem Zugriff von Microsoft oder Hackern geschützt, die dort eindringen. Ein einfaches Rücksetzten des Passworts in der OneNote-Datei (notfalls mit einem Hex-Editor, wenn es da nicht schon automatisierte Tools dafür gibt) dürfte somit ausreichen, um jedes x-beliebige OneNote-Notizbuch nicht nur mit Spezialtools, sondern sogar mit OneNote selber zu öffnen und so ganz einfach an die Daten der Nutzer zu kommen. Da ist es wohl besser sich keinen Sand in die Augen streuen zu lassen, davon auszugehen, dass auf Geräten mit Internetzugang ohnehin jeder der das ernsthaft möchte alle Daten der Nutzer auslesen kann und erst garkein Passwort zu setzen, weil man sonst für eine nicht vorhandene Sicherheit bei jedem Öffnen des Programms Zeit zum Eingeben des wirkungslosen Passworts verschwendet.

Die Bemühungen Microsofts OneNote auf sämtliche aktuellen Betriebssysteme zu bringen, es kostenlos anzubieten und auch mit Updates dafür zu sorgen, dass die User es annehmen, sind meiner Ansicht nach nur ein allzu leicht durchschaubarer Schachzug Microsofts um die Position des eigenen Office-Pakets und der eigenen Betriebssystemumgebung zu stärken. Selbst für so simple Dinge wie das direkte Öffnen einer URL aus OneNote im Browser, braucht man nämlich auf Windows den Internet-Exlorer (andere Browser lassen sich nur durch Hacks an OneNote anbinden). Dazu funktioniert z.B. die Kalkulation in von OneNote angelegten Tabellen nur mit Exel als Tabellenkalkulationsprogramm. OneNote nach 11 Jahren plötzlich kostenlos anzubieten riecht also sehr nach einer Taktik auch jene Nutzer an MS Office und das Microsoft-Ökosystem zu binden, die nicht schon durch tausende in der Vergangenheit verfasste MS-Office-Dokumente derart bei Microsoft gefangen sind, dass sie sogar Lizenz-Abo-Modelle mitmachen, bei denen sie ihre Dokumente nicht mehr bearbeiten können, wenn sie vergessen haben das Abo zu verlängern.

Wer seine Notizen also nicht nach ein paar Jahren verlieren oder eben bei Microsoft zukünftig für das ehemals kostenlose OneNote bezahlen möchte, um sie weiter nutzen zu können, der sollte sich lieber eine andere Möglichkeit suchen, seine Notizen zu ordnen und zu archivieren.
Es ist ohnehin keine gute Idee etwas, das man über längere Zeit behalten möchte, von einem proprietären Programm in einem proprietären Dateiformat ablegen zu lassen. Ich habe vor fast 10 Jahren im Studium auch OneNote auf dem Tablet verwendet (alle anderen Bestandteile von MS Office habe ich schon seit über 15 Jahren für eigene Arbeiten nicht mehr angefasst), aber glücklicherweise sämtliche Vorlesungs-Mitschriften und Notizen aus OneNote zu Hause dann in Textdateien/LaTeX-Dokumente übertragen. Hätte ich das nicht getan, hätte ich schon 2007 (da kam die nächste OneNote-Version, die mein altes OneNote-2003-Notizbuch dann nur noch lesen, aber nicht mehr weiter beschreiben konnte) ziemlich dumm dagesessen und ab da mit zwei OneNote-Notizbüchern arbeiten müssen. Einem alten, in dem ich nur noch hätte nachgucken können, und einem neu erstellten Neuen, in dem ich von Null hätte anfangen müssen. Meine Textdateien/LaTeX-Dokumente aus dem Studium wird hingegen noch meine Tochter öffnen können, wenn sie in meinem Alter und Microsoft dann vermutlich längst Geschichte ist. Ich kann auf jeden Fall heute noch mehr als 30 Jahre alte Textdateien öffnen, die ich als Grundschulkind auf dem PC meines Vaters geschrieben habe. Word-Dokumente aus den 90ern bereiten beim Öffnen mit einem heutigen MS Word 2013 aber in einigen Fällen schon ernsthafte Probleme und von dem Bearbeiten und Zurückspeichern im alten MS-Word-Format sollte man grossen Abstand nehmen, da das die alte Word-Version aus den 90ern dann auch nicht mehr lesen kann. Das hat ein Bekannter von mir am eigenen Leib erfahren müssen.

Wer also Notizen als Wissensdatenbank/Wiki aufheben möchte, der sollte die Finger von Programmen wie OneNote lassen. Sonst ist es sehr wahrscheinlich, dass er Inhalte von Jahren irgendwann wieder einzeln von Hand aus OneNote extrahieren und in verbreitetere und von mehr Programmen lesbare Formate umwandeln und neu ordnen muss, wenn er denn OneNote dann noch zum Laufen überreden kann.
 
Ich habe Office 365 gekauft, das Office One als eine Komponente enthält. Es ist das einzige Teil, bei dem mir nicht klar wurde, wozu es nützt. Als Notizbuch ist Word wesentlich sinnvoller und die Dokumente übersichtlicher zu verwalten. Auch die Zeichenfunktionen für Skizzen sind mit anderen Programmen, etwa kleine Windowsprogramme in Windows 7/8 (etwa "Paint") schneller zu erstellen.
Auch das Scannen geht mit Paint wesentlich komfortabler.
Fies ausgedrückt: One kann vieles und das umständlich - aber nichts gut und komfortabel.
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