Krise: Crytek verliert Grafikchef, dieser wechselt zu id Software

Der aktuell bekannteste deutsche Entwickler, das Frankfurter Studio Crytek, steckt derzeit in einer wirtschaftlichen Krise, die trotz einiger eigener Dementi schwerwiegend sein dürfte. Nun hat auch ein besonders wichtiger Mann seinen Job dort an den ... mehr... Videospiel, Crytek, Crysis 3 Bildquelle: Crytek Videospiel, Crytek, Crysis 3 Videospiel, Crytek, Crysis 3 Crytek

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Und dann ein neues Quake Arena in idTech 6 :)
 
Ob das rechtlich so einfach ist? Ein direkter Wechsel mit essentiellem Fach- und Insiderwissen zum direkten Konkurrenten?
 
@tommy1977: Das ist rechtlich so einfach, wenn vertraglich nichts in der Richtung festgelegt wurde... Wenn es so wäre, würde ich Crytek aber als ziemlich naiv abstempeln
 
@Slurp: Jein. Wenn man verhindern will, dass jemand zu einem Konkurrenten wechselt, kann man das vertraglich festlegen. Allerdings ist das nur wirksam, wenn der (Ex-)Arbeitgeber dem (Ex-)Arbeitnehmer dafür nach dessen Ausscheiden ein Entschädigung zahlt, die meistens so im Bereich von 50% des letzten Gehalts für 6-12 Monate liegt.
Das heisst, derjeniger, der weggeht, arbeitet nicht mehr für in dem Fall Crytek, kostet aber weiterhin Geld. Das wird sich eine Firma, die eh ggf. finanzielle Probleme hat, zweimal überlegen.
 
@WolframB: "Wenn man verhindern will, dass jemand zu einem Konkurrenten wechselt, kann man das vertraglich festlegen."

"Kann"? Wohl eher "muss". Oder gibts neuerdings ein Gesetz, das Arbeitnehmern verbietet zu konkurrenten zu wechseln?

Und ob oder welche Entschädigungen dafür anfallen, sind auch nur vertragliche Gegenstände, die ausgehandelt werden.. Ergo bleibt meine Aussage vollkommen richtig - inklusive meiner persönlichen Meinung am Ende.
 
@Slurp: Ich widerspreche Dir gar nicht.

Man "muss" da gar nichts festlegen im Arbeitsvertrag. Dann kann der Ex-Mitarbeiter machen, was er will.

Wenn man was festlegt, sind die Entschädigungen "vertragliche Gegenstände", ja. Allerdings kann man die nicht vereinbaren, wie man will. Da gibt es Gesetze, die klaren Rahmen vorgeben und man kann in Verträgen nichts vereinbaren, was dagegen verstößt. Tut man es doch, ist das einfach unwirksam.

Meistens steht das in Verträgen sinngemäß so: Wenn ein Mitarbeiter kündigt, kann der Arbeitgeber entscheiden, ob der den Mitarbeiter so gehen lässt oder ihn für gewisse Bereiche ein bestimmte Zeit lang sperrt und ihm für diese Zeit Entschädigung zahlt."

Das führt dann auch dazu, dass sich beide Seiten vor der Kündigung unterhalten müssen usw.

Im Fall von Crytek ist halt die Frage, ob die (teure) Sperr-Option in finanziell angespannter Situation sinnvoll ist. Daher müssen sie nicht naiv sein, wenn sie es jetzt nicht tun. Trotzdem steht in den Verträgen ziemlich sicher die Möglichkeit drin.

Es kann auch noch einen anderen Grund geben, warum die Sperrklausen nicht greift: Wenn der neue Arbeitgeber sehr groß ist und ein Sperre deswegen einem Berufsverbot gleichkommen würde.

Berufsverbot gibt es in Deutschland nicht.
Ich war mal als Software-Entwickler angestellt und hatte die übliche Klausel im Vertrag. Ich habe gekündigt und mein Arbeitgeber hat sehr ernsthaft überlebt, ob er die Sperr-Option zieht. Wenn ich z.B. zu Microsoft hätte gehen wollen, hätte er das auf jeden Fall nicht tun können, weil das einem Berufsverbot gleichgekommen wäre.

Naja, er hat es dann aus anderen Gründen nicht getan, aber die Zeit war für mich ziemlich aufregend und daher kenne ich mich mit dem Scheiß einigermassen aus.
 
@tommy1977: Da wird entsprechendes in den Verträgen stehen. Wenn nicht, ist es das Problem von Crytek.
 
@tommy1977: Ob das Heute ueberhaupt noch geht. Als spieledesigner nicht zu einem konkurrenten wechseln zu koennen ist irgendwie "unmoeglich". Also in England hat man lieber drin stehen, dass man nicht zu Kunden oder anderen Auftraggebern wechseln darf
 
@-adrian-: Dann geht man halt einen Umweg und wechselt zur branchenfremden Firma eines Bekannten und geht danach eben zur Konkurrenz... Wege gibts doch da genug :)
 
@citrix no.4: Ja mit Fachwissen in einer Firma zu wechseln die ein anderes Fach betrifft ist halt auch irgendwie schwer
 
@tommy1977: wegen dem Fachwissen wird man eingestellt, das Insiderwissen ist tabu. Nach Deiner Argumentation dürfte ja niemand wechseln. Gerade in gut bezahlten Jobs ist es nicht selten, normalerweise stockt der Arbeitgeber das Gehalt auf oder man geht eben zur Konkurenz.
 
@Yepyep: Argumentiert habe ich doch gar nicht. Es war nur eine einfache Frage, welche hier schon relativ verständlich beantwortet wurde.
 
@ o2: Nun, wenn das Unternehmen, wo derjenige angestellt ist, kurz vor der Insolvenz steht, können die ja wohl nicht verlangen, dass man mit dem Schiff untergeht und danach Däumchen dreht, oder?
 
Irgendwie tut mir die gesamte Situation für Crytek ein bisschen Leid. Aber ein bisschen Schadenfreude schwingt auch mit. Vor allem wenn ich an Aussagen des Crytekchefs zurückdenke, der uns PC-Gamern mit Freude öffentlich ins Gesicht gepisst hat => Konsolenentwicklung steht im Vordergrund, PC Gamer sind alles Raubkopierer...

TssTss...

Tja Id-Software hat noch nie und wird auch nie auf die PC-Gamer scheissen.
So ist das.

Und jetzt könnt ihr -von mir aus- aufs Minus-Button hauen. ;-)
 
@Aloysius: Wieso soll mir Crytek leid tun? Die haben sich selber da reinmanövriert, wo sie nu stehen. Pech gehabt, ganz einfach
 
@Slurp: Ja, Du hast schon Recht: "Leid tun" ist ein bisschen zu viel des Guten. Aber es war endlich mal ne deutsche Firma, die es geschafft hatte, gegen die "so gut wie unbesiegbaren" amerikanischen Studios zu bestehen. Ja die Engine ist teileweise sogar besser als die Unreal oder Id-Engine.
Und jetzt ist's schon wieder so halb, wenn nicht schon ganz, alles in der Tonne gelandet.

Die Chefs kommen mitm Ferrari zur Arbeit und die, die die ganze Arbeit haben, bekommen kein Gehalt. Sowas geht halt echt nicht.
 
@Aloysius: Sehe ich ähnlich wie du. Ich fand die rasante Entwicklung geil und mir haben sogar die meisten Games im Gegensatz zu oft gegenteiligen Meinungen gefallen. Ich finde die Tatsache ansich sehr schade, da wieder einige Arbeitsplätze in Deutschland wegfallen und ein überlegene Technik verschwindet oder von anderer Seite für minderwertige Projekte verwurstet wird. Der Gedanke mit der Abkehr vom PC kam mir auch schon öfter. Da wird man auf der technisch fortschrittlichsten Plattform groß und hat alle Möglichkeiten, die Muskeln der eigenen Engine spielen zu lassen und dann kommen solche technischen Gurken wie Crysis 2 raus, welche erst auf massives Drängen der PC-Gemeinde als selbstverständlich angesehene Hires-Texturen bekommen. Einfach nur traurig!
 
@tommy1977: Die neueren Engines wären sicher auch viel besser als die alten, wenn die im nachinein nicht so an der Grafikqualität gespart hätten. Die Cryengine 2 des ersten Teils ist für mich optisch immer noch das beste was es gibt, wenn die das nur umgeschrieben hätten auf dx11 und dessen Performance vorteile genutzt hätten wäre das mehr als genug gewesen. Aber das geht vermutlich nicht so einfach.
 
@Aloysius: die Engine ist ja nicht unbedingt schlecht, die Spiele damit waren aber nicht so die Verkaufsschlager und das liegt für mich stellenweise am Setting und den relativ schlechten Multiplayer.
 
@Aloysius: Bleibt nur zu hoffen das die ganze entwicklungsarbeit der cryengine irgendwo weiter verwendung findet. Schlecht war die ja nicht (zumindest die älteren nicht konsolen Versionen), auch Crysis wäre ausbaufähig gewesen wenn die die richtigen Leute dafür eingesetzt hätten. (Story)
 
Beste Engine im Geschäft. Das ist eigentlich auch nicht so schwer, denn es gibt nur wenig Sandbox-Engines. Da "draußen" und weniger bekannt existieren bereits Engines, die, wenn man sie für Spieleentwicklung nehmen würde, Spiele produzieren würden, die wir so heute noch nicht gesehen haben. Meist von Einzelpersonen entwickelt und natürlich "noch nicht fertig", denn für die eigentliche Grafikengine braucht man nicht unbedingt viel, außer natürlich Talent in Sachen Grafikengine-Verstädnis und Programmierung. Die Sandboxengines kommen meist noch mit einem kompletten Editoren mit, und sie beinhalten neben der Grafikengine auch KI-, Physik-, Netzwerk-, Soundengine und Ansteuerung der Peripheriegeräte. Außerdem hat man noch viel Content mitgeliefert. Das alles verringert immens die Entwicklungskosten.

Die Grafikengine ist aber heute eigentlich weniger so wichtig. Vielmehr sind die Ideen bzw. Technologien wichtig, die man einsetzt. Macht die eine Engine etwas vor (es gibt immer irgendwann die erste), machen es andere nach, wenn die Technik gut ist. Und am Ende haben es alle (die die es nicht können, sind weg vom Fenster). Es kommt dann auf das Spiel an, ob und wie es die Technik nutzt.

Sandboxengines haben aber einen Nachteil: wegen ihrer Einfachheit verleiten sie den Entwickler meist in eine bestimmte Richtung. Und am Ende sehen sich die Spiele basierend auf einer Sandbox-Engine ähnlich. Ich bin daher der Freund von Eigenentwicklungen bei Spielen. Früher (also so um 1995 rum) haben uns die Spiele, die so langsam grafisch gut wurden, deswegen so gut gefallen, weil man immer mal was neues gesehen hat. Und wenn es Baukasten gab, dann meistens nur von einem Hersteller und für seine Spiele.
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