Urteil: Bei geschäftlichen E-Mails täglich den Spam durchforsten

Wer geschäftlich seinen E-Mail-Account nutzt, sollte ihn täglich auf fehlgeleitete Mails im Spamordner durchforsten. Denn auch der Spam-Ordner muss täglich kontrolliert werden, meint das Landgericht Bonn in einem jetzt veröffentlichten Urteil. mehr... Gesetz, Recht, Paragraph Gesetz, Recht, Paragraph Gesetz, Recht, Paragraph

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"Was allerdings zu dem Urteil noch gesagt werden muss: der Anwalt hatte nicht allein durch die fehlende Kontrolle des Spamordners die Frist verstreichen lassen - er war sogar von der Gegenseite telefonisch auf die Mail aufmerksam gemacht worden, handelte dann jedoch immer noch nicht. Theoretisch hätte er als er via Telefon von der Mail erfahren hatte, eine Recherche starten müssen, wo die Mail abgeblieben war - somit hätte er das Problem umgangen." Das ändert die Situation meiner Meinung nach ein wenig, da der Anwalt ja doppelt drauf hingewiesen wurde. Außerdem ist mir neu, dass eine Email als rechtssicher gilt ;)

Btw. wie ist das eigentlich wenn man einen Filter oder ein Exchange/Mailserver Addon hat, dass alle Nachrichten die in den Spam fliegen direkt löscht?
 
@Knerd: wollt schon sagen, bei mir landet der kram garnet im spam ordner, bei mir heßt es direkt DROP sobald die email von den filtern als spam erkannt werden
 
@Knerd: naja, dem Gericht nach, lautet es dann wie folgt: Mail erhalten aber ungesehen gelöscht. Könnte dann theoretisch auch als Vorsatz ausgelegt werden. die Frage wäre jetzt wie "Rechtssicher" eine Mailversendung gilt. Einschreiben mit Rückschein gibt es ja nicht. Eine Lese- oder Empfangsbestätigung kann ja auch immer noch abgelehnt werden (ob vom SMTP selbst, oder vom Benutzer per Eingriff) und kann somit keinen eindeutigen "erhalt" gewähren. Das Urteil finde ich sehr Fatal für alle Unternehmen.
 
@Recruit: Soweit ich weiß, ist eine Email nicht im geringsten rechtssicher ;) Und ja ich stimme dir beim letzten Teil voll zu.
 
@Knerd: eine email kann auch (so wie es jetzt läuft) niemals rechtssicher werden, denn die gefahr besteht das eine email einfach ohne fehlermeldung nicht zugestellt wird (spamverdacht oder einfach verworfen. habe mal was von 20% gelesen die niemals beim partner ankommen, bei hotmail-adressen noch schlimmere quote).

ich benutze noch regelmäßig das gute alte fax, das ist dokumentenecht und rechtssicher :)
 
@Knerd:
"Soweit ich weiß, ist eine Email nicht im geringsten rechtssicher"

Jein!

Technisch betrachtet ist eine Email, wie hier schon an mehreren Beispielen und Möglichkeiten dargelegt, fraglos alles andere als (rechts)sicher. Darüber müssen wir gar naicht weiter debatieren!

Juristisch sieht das aber etwas anders aus!

Bei Privatpersonen gelten Emailadressen NICHT als "zustellbare Adressen", vorallem da dort nicht eindeutig verifiziert werden kann wem die Emailadresse tatsächlich gehört.
Eine Ausnahme ist die sogenannte "DE-Mail", bei der man entsprechend registriert und verifiziert wird!
Aus den oben genannten technischen Gründen sollte man deshalb mMn von der Einrichtung einer solchen DE-Mail auch absehen!
Weil auf diese träfe dieses Urteil dann ebenso zu!

Bei Unternehmen und Geschäftsleuten sieht das anders aus!
Die müssen alle vorhandenen Kontaktadrerssen, einschließlich Emailadresse(!), bei den entsprechenden Meldestellen (z.B. Handeslsregister) angeben.
Deshalb gelten deren Emailadressen als verifiziert und damit als "zustellbare Adresse" im juristischen Sinne.

Was mich bei diesem Artikel wundert ist, dass ausgerechnet ein Anwalt sich dieser Tatsache nicht bewußt sein soll(will)!?
Bedenkt man aber den Umstand, dass er selbst nach erhalt eines telefonischen Hinweises noch immer nicht reagierte, wundert es dann doch wieder nicht so wirklich! ;-)
Eher stellt es seine Fähigkeiten als Anwalt im Ganzen in Frage!?
Ich jedenfalls würde jedem abraten diesem "Anwalt" auch nur irgendetwas anzuvertrauen! ;-)
 
@Knerd: Kein Filter arbeitet zuverlässig.
Ich regele das dadurch indem ich den Absender als Kriterium habe. Wenn als eine Mail kommt, deren Absender nicht im Adressbuch ist, landet die automatisch im Spam-Ordner.
Den muss man dann allerdings regelmässig durchforsten und ausmisten bzw. seine Filter aktualisieren - also immer dann wenn man seine mails checkt.

Das Problem ist halt. Das organisieren eines Mail-Accounts (vor allen mehreren) ist eine echte Kunst und will gelernt sein.
Leider ist es ein weit verbreiteter Irrtum, dass es genügt ein paar klicks vorzunehmen und den Rest erledigen die Programme.

Und zu deiner Frage der Rechtssicherheit: das gibt es sehr wohl. z.B. über DE-mail der Post. Ist genauso gut wie Online-Banking.

Das automatische löschen von Spams: ich würde nur die Mails automatisch löschen lassen, von denen ich sicher weiss dass es Spam ist.
Im Spamordner liegen ja in der Regel die Sendungen, die durch Filter nicht zugeordnet werden können.
 
@LastFrontier: Seit wann macht die Post DE-Mail? Die haben nur ePost ;) Und laut meinen Infos ist der ePost Brief nicht rechtssicher.

Und ja, beim Rest stimme ich dir zu.
 
@Knerd: Gut - DE-mail ist falsch.
Bei der ePost musst du dich mit deinem PA und einer PIN verifizieren.
Mit jedem neuen PA möglich.
Brauchst dazu natürlich ein Lesegerät für den PA.
Solche Sendungen sind tatsächlich Rechtssicher.

Aber leider nicht billig, daher wird es kaum genutzt.
Und natürlich das Problem dass nicht mal Behörden dieses System ausreichend nutzen.
z.B. Meldeämter, Finanzämter
 
@LastFrontier: Der ePost Brief ist tatsächlich rechtssicher? o.O Ich weiß noch aus meiner Ausbildung, bei einem De-Mail Provider, dass dies definitiv nicht der Fall ist.
 
@LastFrontier: rechtssicher aber nicht vom gesetzgeber her sondern nur von den AGB den beide gesprächspartner zugestimmt haben. wenn man mir einen epost brief zuschickt (gedruckt) an meine postadresse muss es schon das einschreiben für ein kleines vermögen sein um rechtssicher zu sein - oder sehe ich das falsch. denn der gesetzgeber unterstützt ja DE-Mail und nicht den epost brief.
 
@otzepo: Na ja - es genügt ja ein Einwurfeinschreiben. Ein Einschreiben mit Rückschein ist rausgeworfenes Geld. Denn niemand weiss, was tatsächlich in dem Einschreiben drin ist.
So werden Postbücher von Kanzleien auch als rechtsverbindlich und Beweismittel anerkannt. Und wenn da drin steht, dass an xy ein Schreiben gesendet wurde, dann wird das vor Gericht auch akzeptiert. Ob das Ding nun angekommen ist oder nicht ist dabei irrelevant.
Gibt ja immer noch genügend Leute die ihre Post einfach wegwerfen - selbst Postzustellungsurkunden; Gelbe Briefe :-(

Und ja: wenn beide Teilnehmer dem Verfahren epost zustimmen und daran teilnehmen, dürfte das auch gerichtsverwertlich sein.
Urteile habe ich dazu allerdings noch nicht gefunden.
 
@LastFrontier: Filter auf Absender sind absolut sinnlos. Praktisch alle SPAM-Mails nutzen falsche Ansende-Adressen. In meinem SPAM-Ordner landen auch hin und wieder Mails mit meinem eigenen Absender - und ich bin mir sicher, dass ich mir selber kein Viagra empfehlen würde.
 
@Nunk-Junge: das hatte ich definitiv noch nie.
Eine e-mail Adresse ist eindeutig. Spam-mails die email-Adressen dem Original nachahmen unterscheiden sich durch mindestens ein Zeichen vom Original.
Wenn du natürlich deine x-email-adressen nicht im Filter definierst, kann die schon als Spam durchgehen.
Massgeblich für deinen Filter ist nämlich nicht das was du auf dem Schirm siehst, sondern das was du nicht siehst. z.B. den email-header. Und der ist stadardmässig ausgeblendet.
Und nein - es gibt keine Anonymität im Netz. Es ist nur mehr oder weniger aufwändig ein Datenpaket zurück zu verfolgen.
 
@LastFrontier: NEIN! Du kannst problemlos beliebige Mailadressen angeben. Mailadressen identifizieren einen Absender nicht. Probier es selber einmal aus. Mit Telnet auf den Mailserver einloggen und manuell die Mail schreiben. Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/SMTP#Protokoll
 
@Nunk-Junge: Dann weiss ich nicht was ihr macht. Ich bekomme im Monat bestenfalls mal 10 SPAM-mails.
Meine Accounts rufe ich alle über Apple-Mail ab. Und dort kann ich bis ins kleinste Detail filtern.
Das geht los bei Absendername über IP-Adressen, Länderkennung bis zum gezielten Inhalt (Wörter, Sätze) der Mail und das kann sogar mit boolschen Operatoren verfeinert bzw. kombiniert werden.

Die meisten Anwender beschäftigen sich damit nur nicht oder blicjken es nicht.
Die Provider filtern täglich millionen von Spam-Sendungen aus. Und da rutscht natürlich immer was durch. Den letzten Dreh muss man aber selbst an der Schraube machen.

Und was du beschreibst mit TelNet, ist ja eigentlich auch richtig. Die mail kann vom Programm/Filter nicht eindeutig zugeordnet werden, also landet sie im SPAM-Ordner (oder in einem Ordner den ich dafür definiert habe).
Also bei mir geht das so und habe ich auch bei vielen anderen so eingerichtet. Und lege den Leuten auch gleichzeitig ein Müll-email-Adresse an mit der sie sich bei Foren und Portalen anmelden können.
Dann noch eine Schutzsoftware die die mails und Anhänge auf Schädlinge prüft und dein Spam wird um mindestens 95% reduziert.

Was natürlich blöde ist: dass manche Leute sich mit ihrer email-Adresse regelrecht prostituieren, alles mögliche anklicken und sich dann wundern, dass sie zugemüllt werden.

Was die Rückverfolgung/Überwachung von Datenverkehr betrifft: Was die NSA kann, können andere schon lange. Es dürfte auch nur noch eine Frage der Zeit sein bis die NSA und andere heftigen Gegenwind im digitalen Krieg bekommen. Dass sich jetzt Konzerne wie MS, Apple, Google, Facebook und andere gegen die NSA wehren ist erst die Spitze vom Eisberg.
 
@LastFrontier: Eine Mail, die ich manuell mit Telnet/Smtp verschicke landet nicht im Spam-Ordner. Das ist der normale Weg, den Dein Mail-Programm selbst auch macht. Spam-Filter gehen nach Blacklists und Content. Beides trifft hier nicht zu.

Dass ich soviel SPAM bekomme liegt (vermutlich) daran, dass diese Mailadresse leider auch bei Geschäftspartnern bekannt ist und in Projektdokumenten steht. Wie diese Daten gehandhabt werden, kann ich leider nicht kontrollieren, da es außerhalb der eigenen Firma liegt. Außerdem wird sie seit 20 Jahren benutzt.
 
@LastFrontier: Der E-Post­brief sollte genauso vertraulich und rechts­sicher sein wie ein klassischer Brief. Das Land­gericht Bonn bezweifelt allerdings die Tauglich­keit als Brief­ersatz: Der E-Post­brief verwendet keine qualifizierte elektronische Signatur. Er kann also keine rechts­verbindlichen Erklärungen ersetzen, die Schriftform zwingend vorschreiben. Zum Beispiel die Kündigung eines Wohnungs­miet­vertrages oder einer Versicherungs­police>>>http://www.test.de/De-Mail-und-E-Postbrief-Dienste-im-Vergleich-4470124-0/

Post hat kein DE-Mail, wohl aber De-Mails der Deutschen Telekom (u.A.).
 
@Kiebitz: Im letzten Absatz wird aber beschrieben wie die epost doch rechtlich verbindlich und verwertbar wird:
"Die De-Mails der Deutschen Telekom und Franco­typ-Postalia gibt es in verschiedenen Sicher­heits­stufen: Die Stan­dard-De-Mail ist ähnlich sicher und vertraulich wie der E-Post­brief. Rechts­sicherheit gewähren erst die zusätzlichen kosten­pflichtigen Optionen wie Absender­bestätigung, Abhol­bestätigung und Persönlich. Damit kann der Absender belegen, wann er eine Nach­richt geschickt und dass der Empfänger sie bekommen hat. Die gesetzliche Schriftform­erfordernis ist damit jedoch nicht erfüllt. Hierfür ist eine qualifizierte elektronische Signatur nach dem Signaturgesetz erforderlich. Diese digitale Signatur kann der Anwender nur eigenhändig mit einem zertifizierten Signier­programm erstellen. Dieses Programm ist weder Teil der De-Mail noch des E-Post­briefes. Erst dann lassen sich Verträge rechts­sicher kündigen, die die Schriftform erfordern, zum Beispiel Miet­vertrag und Versicherung."

Wenn du eine Rechtskonforme digitale Signatur hast, dann ist die epost genauso wie jedes andere Schriftstück.

Und dazu gibt es auch den "neuen" PA mit dem du eine digitale Signatur sogar online bewerkstelligen kannst. Du musst halt nur auch deinen PA freischalten lassen und brauchst ein Kartenlesegerät dazu.

Und wenn wie im obigen Fall eine einfache Mail vor Gericht Beweiskraft hat (die Klägerin hat ja recht bekommen!!!), geht das mit einer rechtskonformen digitalen Signatur erst recht.

Das Urteil vom OLG welches du aufführts ist aus 2011 und war zu diesem Zeitpunkt auch korrekt. Da mit einer Leistung geworben wurde die definitiv nicht vorhanden war - nämlich die rechtskonforme digitale Signatur.
Wenn ein Anbieter diese Möglichkeit also hat und der Kunde dies nutzt, dann sind diese Sendungen auch rechtskonform.

Kopfzerbrechen macht mir ganz was anderes aber das steht hier nicht zur Debatte.
Wenn die Rahmenbedingungen erfüllt sind, ist das genauso sicher/unsicher wie Kreditkarte, EC-Karte, Online-Banking.

Nachteile auch: es wird immer schwieriger sich der Verfolgung (ob zu Recht oder Unrecht sei mal dahingestellt) zu entziehen.
 
@LastFrontier: Aus dem was Du aufführts lese ich erstmal, dass der e-Postbrief als solches erstmal NICHT rechtssicher ist. Sondern erst rechtsicher wird durch Zusatzoptionen. Hierfür ist eine qualifizierte elektronische Signatur nach dem Signaturgesetz erforderlich. Dieses Programm ist weder Teil der De-Mail noch des E-Post­briefes. Also ist der (eigentliche nicht mit Zusatzfunktionen erweiterte) e-Postbrief eben nicht rechtssicher! Ich muß diesen eben um die weitere Funktion der qualifizierte elektronische Signatur nach dem Signaturgesetz erweitern, ohne geht nichts!

Und es ist unerheblich von wann das Urteil ist. Sein Grundsatz Rechtssicherheit NUR MIT qualifizierter elektronischer Signatur nach dem Signaturgesetz bleibt bestehen. UND nochmal, das hat der eigentliche ohne weitere Ergänzung versehene e-Postbrief eben nicht.
 
@Kiebitz: Ja - es ist viel Augenwischerei dabei und man muss wie bei Handyverträgen genau aufdröseln was einem da geboten wird - oder auch nicht.
Gleiches gilt auch für die verschlüsselten emails bei t-online, gmx etc.
In der Freeversion gibt es keine Verschlüsselung sondern nur ab Pro-Ausführung. Und auch da ist die Verschlüsselung mehr als fraglich.
 
@LastFrontier: So meinte ich das auch. Alles ok!
 
@Knerd: sobald EMails signiert werden (zB S/MIME) sind sie rechtssicher.
 
@TurboV6: Sicher? Dann könnte jeder sich als jeden ausgeben ;) Ich denke eher nicht.
 
@Knerd. @Kiebitz: mit S/Mime doch nicht. Du brauchst für S/Mime ein personalisiertes, privates Zertifikat, das auch noch Passwort-geschütz ist. Ansonsten wäre ja S/Mime sinnfrei.
 
@TurboV6: So ein Zertifikat kann man sich auch selber generieren... Halbwegs sicher wird es erst, wenn es von einer glaubwürdigen Zertifizierungsstelle zertifiziert wird, wobei da auch schon namhafte von komprimitiert wurden.
 
@RayStorm: nein, S/MIME Zertifikate kann man NICHT selber generieren, sondern nur über eine zentrale Stelle. Innerhalb von Unternehmen im eigenen LAN/WAN mit eigenem Zertifizierungsserver funktioniert das und wird oft auch so getan. Nach Extern funktioniert das ganze dann aber nicht mehr. Es gibt aber Zertifikate, die nur "EMail verifiziert sind" und nicht auf eine Person. Das funktioniert leider manchmal.
 
@TurboV6: E-Mails nicht rechtssicher, weil die Adresse der Schreiber / Ersteller nicht sicher ist. Es kann angezweifelt werden, dass eine E-Mail wirklich von der Person stammt die im Absender steht oder von jemand anderem durch Verwendung des Internets geschickt wurde. Das LSG betont, dass Rechtssicherheit vorrangig sei, nicht der moderne E-Mail-Verkehr.
 
@Kiebitz: Dir ist bewusst, was S/MIME ist? Wenn ja, dann würdest Du sehen, dass Dein gesamtes Kommentar inhaltlich falsch ist :-)
 
@TurboV6: Ja! Es ist mir bewußt! Siehe aber nachstehend! Rechtssicher vielleicht ja. Aber nicht sicher vor Spionage: Denn die Schwachstelle sind die Zertifizierungsstellen! Geheimdienste, wie die NSA, die eigene Zertifizierungsstellen betreibt oder auf vorhandene Einfluss nehmen. Eine von Geheimdiensten kontrollierte Zertifizierungsstelle ist in der Lage, für beliebige Namen und Adressen Zertifikate auszustellen. Denen vertrauen Betriebssysteme, Browser und E-Mail-Clients bedingungslos, auch wenn der Nutzer das vielleicht nicht will. UND: Geheimdienste können E-Mails in fremden Namen verschicken und eine verschlüsselte Antwort des Empfängers entschlüsseln. Und dies nicht nur Geheimdienste.
 
@Kiebitz: gut, dass ich mit keinem Wort auch nur Ansatzweise gesagt habe, dass es Abhörsicher ist.
 
@TurboV6: Mein Gottes. Ich wollte und habe doch nur zum S/MIME-Verfahren etwas geschrieben. Gut dass ich nicht und nirgendwo geschrieben habe, dass Du im Unrecht bist. Etwas empfindlich heute? >> ;-)
 
@Knerd: Ist die E-Mail-Adresse als Kontaktmöglichkeit angegeben, so gilt sie als dementsprechend rechtssicher, mindestens genauso wie eine per Post ohne Einschreiben versandte elektronisch erstellte Rechnung ohne Unterschrift.
 
Das ist Stand 2011 Urteil vom OLG Bonn 14 O 17/11 (http://www.vzbv.de/mediapics/deutsche_post_ag_lg_bonn_30_06_2011.pdf)
Hauptgrund: es fehlte eine sichere elektronische Signatur. Und das dürfte auch verständlich sein dass ohne so eine Signatur gar nichts geht.
Unabhängig davon gibt es aber noch ganz andere Datenschutzrechtliche Lücken. z.B. unterliegt epost nicht dem Briefgeheimnis.
Das Potenzial ist eigentlich gewaltig - nur die Umsetzung ist fatal. Da pennt aber auch der Gesetzgeber. Keine unserer Regierungen begreift, dass das WWW mit all seinen Möglichkeiten jeglicher Gesetzgebung um Jagre voraus ist. Und was an Gesetzen kommt sind nur rigorose Kahlschläge dilettantischer Ahnungsloser die sich wie eine schlachtreife Sau von Lobbyisten durchs Dorf treiben lassen.
 
Also heisst das doch indirekt: wenn ich nachweisen kann, dass jemand eine mail bekommen hat, dann ist sie auch beweiskräftig und somit vor Gericht verwertbar?
 
@LastFrontier:
Nur bei Unternehmen und Geschäftsleuten!
Bei Privatleuten nur wenn es sich um eine DE-Mail handelt!

Siehe mein Post weiter oben.
 
@OPKosh: Wer für einen Quatsch wie DE Mail bezahlt, den ist nicht mehr zu helfen.
 
@Lon Star:
Die Kosten sind bei dem "Quatsch" das kleinste Problem!
 
Da freut sich der Spamer...
 
Wie sieht es mit Providern aus, die gar keinen Spamordner mehr haben? Privat (und damit für dieses Urteil irrelevant) nutze ich posteo.de und dieser Anbieter hat keinen Spamordner mehr.
 
Absurdes Urteil. Ich bekomme ca. 150 Spam-Mails pro Tag. Zum Glück landen die meisten im Spam-Filter. Wenn ich diese immer kontrollieren müsste, dann bräuchte ich zum Anschauen und Löschen vielleicht 20 Sekunden pro Mail. Dann bedeutet das 1 Stunde sinnlosen Spam-Bearbeiten jeden Tag. Wenn man nun einen durchaus üblichen Satz von 80 Euro / Stunde ansetzt, dann anstehen meiner Firma wöchentlich 400 Euro Schaden pro Mitarbeiter. Das wird wohl keine Firma akzeptieren.
 
@Nunk-Junge: Was fürn Quatsch.... Wenn du die Emails durchgehst und alles vor dir aufgelistet hast, siehst du in 90% der Fälle schon im Betreff, dass es sich um Spam handelt. Oder beim Absender! Wenn du tatsächlich 20 Sekunden brauchst, um das jeweils zu lesen, machst du irgendwas falsch.
 
@TeKILLA: Das Gericht verlangt aber eine Kontrolle. Kurz überfliegen und löschen was vermutlich Spam ist reicht nicht unbedingt. Kenne ich aus den rechtlichen Vorgaben im Bereich Protokollierungspflichten. Außerdem musst Du Zeiten einrechnen, die "drumherum" anfallen, z.B. Abruf der Mails. Und außerdem habe ich weggelassen, dass natürlich am Wochenende Spam-Mails anfallen, die man dem Montag zuschlagen müsste. Viel weniger als 20 Sekunden zu veranschlagen ist nicht realistisch.
 
@Nunk-Junge: Was heißt denn Kontrolle bei dir? Wenn dort im Betreff schon was von "Sie haben gewonnen" oder "Enlarge your penis with this pills" steht, muss ich das nicht weiter kontrollieren... Das reicht, um zu wissen, dass es definitiv nicht geschäftlich ist.

Löschen tun wir bei uns grundsätzlich gar nichts, wir archivieren alles! Ich weiß allerdings nicht in welcher Größenordnung wir nun sprechen. Ich arbeite in einem Unternehmen, das einen Onlineshop betreibt und ca. 50 Computerarbeitsplätze hat, die auch alle eine eigene Emailadresse haben. Dazu kommen noch ein paar, die gemeinsam genutzt werden. Das Emailprogramm ist an JEDEM Rechner von Arbeitsbeginn, bis Arbeitsende offen, da wir eben viel Emailverkehr mit Kunden haben.

Wenn du nur alle paar Stunden mal Emails abrufst, sieht das vielleicht anders aus. Wenn wir bei dir nicht in der Größenordnung reden, frag dich mal wie es kommen kann, dass du ca. 150 Spammails bekommst.
 
Das mit dem Spam-Ordner war garantiert eine billige Ausrede. Ist bestimmt nicht so gewesen, dass die Mandantin nur diese eine E-Mail geschickt hätte. Dass ausgerechnet diese eine Mail im Spam verschwand, kam dem Anwalt sicher gerade Recht.
 
Spam sollte doch in einem Anwaltsbüro eigentlich garkein Problem sein. Da man als Anwalt dazu verpflichtet ist die Daten der Kunden vertraulich zu behandeln, muss da, wenn man schon mit Emails arbeitet, ja wohl alles PGP- bzw. GPG-verschlüsselt sein. Damit reicht für den Spamfilter ein einziges Auswahlkriterium der Form: "Ist die Mail verschlüsselt oder nicht?" und damit hat es sich.

Ich habe sogar privat schon seit mehr als 15 Jahren keine Spam in meinen Postfächern mehr gesehen. Alles was nicht verschlüsselt ist fliegt automatisiert noch auf dem Webserver in den Müll. Da sich kein Spammer die Mühe machen und um meinen öffentlichen GPG-Schlüssel bitten wird um mir verschlüsselte Spam-Nachrichten zu schicken, die ich dann mit meinem geheimen Schlüssel entschlüsseln und lesen könnte, gibt es bei mir quasi keine Spammails.

Als Anwalt würde ich meinen Kunden einfach mitteilen, das jeder mit wenig Aufwand ihre Mails im Internet mitlesen kann und ich daher in ihrem und in meinem eigenen Interesse nur GPG-verschlüsselte Emails akzeptiere und alle anderen direkt vom System als Spam gelöscht werden. So gibt auch keine Missverständnisse oder wichtige Mails im Spamordner, da mal wohl jeden nur halbwegs brauchbaren Spamfilter dazu bekommen kann, zu überprüfen ob die Email verschlüsselt ist oder nicht und das sehr zuverlässig funktioniert. Da braucht man sich seinen Spamordner nie ansehen, sondern kann ihn einfach löschen.

Ich sehe also das Problem nicht. Der Anwalt im Artikel hat sich imho einfach nur dumm angestellt und das nicht nur was die Emails angeht, sondern insbesondere weil er nicht einmal reagiert hat, als er telefonisch auf die Mail verwiesen wurde.
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