Bundestag beschließt Mehrwertsteuersenkung für Hörbücher

Der Finanzausschuss im Bundestag hat diverse neue Steuergesetze beschlossen. Darunter fällt eine Änderung in der Besteuerung von Hörbüchern, die viel kritisiert wurde: Für Hörbücher werden künftig nur noch 7 Prozent Mehrwertsteuer fällig. mehr... Deutschland, Bundestag, Parlament, Minister, Plenum Bildquelle: Deutscher Bundestag / Marc-Steffen Unger Deutschland, Bundestag, Parlament, Minister, Plenum Deutschland, Bundestag, Parlament, Minister, Plenum Deutscher Bundestag / Marc-Steffen Unger

Diese Nachricht vollständig anzeigen.

Jetzt einen Kommentar schreiben
 
Erinnert irgendwie an die FDP und riecht gewaltig nach Lobbyarbeit. Die Tatsache, dass es nur für "Nicht Downloads" gelten soll beweist es. Mit Kultur hat das nichts zu tun, da es der Kultur wohl ziemlich egal ist, ob als Retail oder Download.

Edit: Acha: Und mit Preissenkungen ist eher nicht zu rechnen. Die Ersparnis dürften die Verlage und Händler wohl selbst kassieren.
 
@Memfis: naja, das kann man so pauschal auch nicht sagen. Beispiel: Essen. <FastFoodKetteDeinerWahl> fragt Dich aus steuerlichen Gründen, ob Du im Restaurant isst, oder ob Du's mitnimmst. Isst Dus dort, dann sind 19% fällig (denn dann zählt es als Dienstleistung. Nimmst Dus mit, dann sind 7% fällig, da dann die Steuerkategorie "Nahrungsmittel" ist.
 
@TurboV6: Ist genauso eine Schwachsinnsregelung, die vermutlich noch aus einer Zeit stammt, als man Fast Food noch nicht kannte.
 
@Memfis: nein, ich find die Argumentation mit Dienstleistung und Nahrungsmittel nachvollziehbar. Davon leben auch viele "Essens-Macher", die nur ToGo anbieten (Eisdielen, Snacks, Bistros....)
 
@Memfis: Ich denke ehr, dass es halt pauschal 19% sind, außer bei den Grundbedürfnissen wie Nahrung und Kultur. Und da gehört nicht unbedingt zu, sich in ein Restaurant, was auch ein FastFoot-Schuppen ist, wo du isst.
 
@Memfis: Nein, weil es überhaupt nichts mit Fast Food zu tun hat. Das gleiche gilt auch bei jedem anderen Restaurant. Die umsatzsteuerliche Differenzierung zwischen "in-house" und außer Haus ist durchaus sinnvoll.
 
@TurboV6: Ich kann mich nicht daran erinnern jemals IRGENDWO nur 7% bezahlt zu haben, wenn ich es mitgenommen habe ...

Die Theorie ist zwar "richtig" - in der Praxis freut sich aber der Verkäufer einfach über 12% für die eigene Tasche.

(Also ein Cheeseburger kostet 1 € - ob drinen, oder im Drive)
 
@dognose: Hast du auch bei diesen ganzen Back-Ketten mit Cafe dabei.
Also ich bestehe da auf die 7% wenn ich etwas mitnehme.
Oft wissen das auch die Verkäufer/innen nicht.
Da wandert also tatsächlich ein Milliardenbetrag in die Taschen der Unternehmer.
 
@LastFrontier: Öhm, entweder du hast dich gerade missverständlich ausgedrückt oder du erreichst genau das Gegenteil von dem was du willst. Wenn du schreibst, dass da "ein Milliardenbetrag in die Taschen der Unternehmer" wandert, dann ist das nur der Fall, wenn du auf die 7% USt. bestehst - andernfalls bleibt üblicherweise der Preis gleich, nur der USt.-Satz beträgt statt 7% dann 19% - senkt also den Gewinn des Unternehmens. Wenn du also auf deine 7% bestehst (steuerrechtlich mal angenommen, dass hier ein entsprechender Sachverhalt zu Grunde liegt und 7% i.O. sind), hast *du* 12% mehr Gewinn in die Taschen der Unternehmer gespült. ;)
 
@LostSoul: So ist es.
 
@dognose: ja, und das war auch nie anders, weil es am Ende eine Mischkalkulation ist. Schon mal davon was gehört?
 
@Memfis: "Die Tatsache, dass es nur für "Nicht Downloads" gelten soll beweist es. Mit Kultur hat das nichts zu tun, da es der Kultur wohl ziemlich egal ist, ob als Retail oder Download."

Das liegt daran, dass die EU keine reduzierten Mehrwertsteuersätze für Downloads zulässt. Frankreich und Luxemburg haben sie eigenmächtig gesenkt und müssen sich mit einer Klage der EU rumschlagen. Die Bundesregierung drängt auf eine Änderung der EU-Regelung, um auch Downloads günstiger besteuern zu können. Die Senkung für Hörbücher auf Datenträger dagegen ist mit EU-Recht vereinbar und wurde deswegen bereits umgesetzt.
 
wird dem Merkelverein wohl zu teuer.... wie wäre es denn mal damit die 19Prozent wieder auf 15Prozent runter zu setzen... was meint ihr wohl was das die Wirtschaft ankurbelt... aber neee... dann bekomm die Scheffler ja weniger.
 
@Stefan_der_held: sei Dir eins bewusst: wir haben immer noch die beste Regierung in Europa: denn ein Großteil der Deutschen können sich mehrmals am Tag / die Woche warme Speisen leisten während ein Großteil der Südeuropäier hoffen, dass sie was zu Essen haben. In Deutschland muss keiner Hungern; selbst wenn das eigene Geld nicht reicht gibt es viele Anlaufstellen. Wir motzen hier auf verdammt hohem Niveau und ich kann mir leider nicht vorstellen, dass die Linken/nur die SPD es besser gemacht hätten. Auch die SPD hat sich schon an vieles nicht gehalten (Agenda 2010 Versprechen, "Ausnahmsloser Mindestlohn". wobei zweiteres gerade im Osten für viele Kündigungen sorgen wird, weil Polen / Tschechen nicht an den Mindestlohn gebunden sind. Ob also der Flächen-deckende Mindestlohn sooo sinnvoll ist und ob man nicht auch die Region mit ins Gewicht nehmen sollte (8,50€ in München ist ein Witz, in Leipzig biste damit Großverdiener)...... und 19% oder 15%: das kommt bei Dir kaum an. In Schweden ist der Steuersatz bei 25% aber die haben vieles andere auch anders gemacht: keine 2-Klassen-Gesundheitssysteme, jedes Gehalt ist öffentlich, Aufteilung zwischen Kommunalsteuer und Bundessteuer ist anders.... etc etc. An der Mehrwertsteuer liegt das garantiert nicht. Was Deutschland so teuer macht sind Nebenkosten (Energie, Wohnen...). Und die Grünen/SPD wollen ja die Energie-Privatanteile noch weiter erhöhen und zudem die Unternehmen einbinden. Ob das so sinnvoll für die Wirtschaft ist? Und für Wohnen hat die SPD ja auch keine brauchbaren Ideen. Also bitte.... Motzen bisschen runter fahren und nicht mit dem Gold-Esel reiten wollen. Bescheidenheit ist auch eine positive Charaktereigenschaft.
 
@TurboV6: Diese Argumentationsweise ist total undurchdacht. Es ist also "motzen" nur weil es woanders schlimmer ist? Hast du dir mal überlegt, warum die Dinge hier so sind, wie sie sind? Dass das eben gerade nur darum so ist, weil die Leute kritisieren und eben "motzen"? Indem man immer die Klappe hält und "Bescheidenheit" zeigt weil es "woanders ja noch viel schlimmer ist", wird das woanders zum hier, werden die Dinge schlimmer. Abgesehen davon weiß ich jetzt nix davon dass die Leute in Spanien oder Griechenland auf offener Straße verhungern. o.O Und noch was zum Thema "beste Regierung in Europa" und das deutsche Sozialsystem: Dieses wurde und wird kontinuirlich abgebaut. Am besten war es kurz nach dem Krieg. Dass davon überhaupt noch was übrig ist, ist eben nicht der "besten Regierung", sondern den besten "Meckerfritzen" zu verdanken. Insofern mein Appell: Bitte weiter meckern. Damit auch in Zukunft hier keiner verhungern muss.
 
@lutschboy: klar meckern und weiter entwickeln, aber halt auch auf dem Boden bleiben. Wir müssen ja keine goldene Straßen haben.
 
@TurboV6: Wir könnten aber einen goldenen Boden haben. Die Mittel dafür würden jedenfalls reichen. Nicht umsonst sind wir das reichste Land in Europa. Nur auf die schaffende Mehrheit trifft das irgendwie nicht zu.
Und wenn ich dann sehe das nehezu 50% eines Einkommens für Steuern und Sozialleistungen draufgeht und dann über eine Autobahn-Maut oder Mindestlohn dikutiert wird, frage ich mich schon wo ich hier eigentlich bin.
Mit unserem Geld und Wirtschaftsleistung wird das gesamte europäische Finanzsystem getützt und eine Pleitebank und Pleitestaat nach dem anderen wieder hochgepäppelt.
Und gleichzeitig verrottet die Infrastruktur, Breitband ist eine Farce und der Bildungssektor eine einzige Katastrophe. Und von der Energielüge bei der nur die Verbraucher aber nicht die Industrie löhnt mal gar nicht zu reden.
Der Arsch in diesem Lande ist der normale Arbeitnehmer/Angestellte.
 
@TurboV6: Ein Dreck haben wir, wir haben eine Regierung die immer noch von den Errungenschaften und dem Image der Nachkriegszeit profitiert, eine Regierung die unsere Männer, Frauen und Kinder für Dumpinglöhne verheizt um unsere Wirtschaft am laufen zu halten. Eine Regierung die lieber Hartz4 bezuschusst als Firmen an die Kandare zu nehmen. In 10-20 Jahren werden wir das erbe der Jetzigen Regierung zu spüren bekommen.... ...ein blick über den sozialen Tellerrand kann mitunter nicht schaden.
 
@merovinger: Dir ist bewusst, dass Hartz 4 und die "Leiharbeit" ein Modell von der SPD unter Schröder war (teil der Agenda 2010) und nicht von der CDU kommt? Denk mal drüber nach ;-) Wir brauchen die SPD als gutes Gegengewicht der CDU; aber die SPD ist halt auch kein Allheilmittel.
 
@TurboV6: Die SPD ist in der aktuellen Regierung falls du es verpasst hast
 
@TurboV6: Ja - und CD/CSU haben von der Agenda 2010 profitiert und tun es noch. Deswegen ändern die auch nichts daran und leisteten keinen Widerstand.
Abgesehen davon dass Peter Hartz, der Macher der Agenda 2010 das so eigentlich nicht vorgesehen hat wie das läuft.
Im übrigen haben diese Roten Socken gerade wieder eine Rentenlüge fabriziert. Mit 63 Jahren können nämlich nur die Jahrgänge 1951 und 1952 in abschlagsfrei in Rente gehen. Für alle anderen bleibt es beim alten.
Selbiges Hartz IV. Der bekommt 391.-€ im Monat, darf 190.-€ Steuerfrei dazuverdienen. Hat damit also 581.-€ Netto im Monat. Wohnung und Heizung kriegt er bezahlt. Essen kann er sich bei den Tafeln holen und wenn er nicht gerade blöde ist arbeitet er noch schwarz und schnappt sich da auch noch mindestens 400.-€ im Monat - und ist nicht mal Vollzeit unterwegs.
Alos hat er 981.-€ Netto im Monat für sich und eigentlich ein cooles Leben.
Will er unbedingt mit einem Partner zusammenleben dann machen die das in einer WG und haben beide das gleiche Einkommen.
Und mit Verlaub - schei$$ auf die Moral, wenn ich in einem Fulltimejob wesentlich weniger habe. Da ist der Hartz IVer wesentlich cleverer wie der Niedriglöhner der nur rumkrebst und mault und doch wieder die gleichen Deppen wählt die das verursacht haben oder gewaltig davon profitieren.
Bezeichnend dafür auch, dass von 43 Milliarden Euro des Hartz IV-Etats gerade mal 30% bei den Hartzern ankommen. Der Rst geht in die Verwaltung und omnöse Förderprogramme oder an Leiharbeitsfirmen die fette Provisionen kassieren.
Warum es hier keine Aufstand gibt ist mir unerklärlich.
Die BRD GmbH ist eine Banenrepublik mit mehr Schein als Sein.
 
@TurboV6: Wie realitätsfremd die Regierung ist zeigt doch die mittlerweile "berühmte" Aussage von Fr. Merkel dass jeder Deutsche im durchschnitt 3000 Euro verdient... entweder bin ich kein deutscher oder kein Durchschnitt.
 
@Stefan_der_held: wahrscheinlich beides ;-)))
 
@Stefan_der_held: die Aussage habe ich anders gelesen. Diese war, dass das maximale Deutsche Einkommen in einer Stadt 3000€ Brutto sind (nämlich in Stuttgart und München).
 
@Stefan_der_held: Tatsächlich ist es fraglich, ob es die Wirtschaft ankurbeln würde. Nehmen wir tatsächlich mal das Beispiel mit den eBooks, um das es hier geht. Hier wird die Veränderung nicht nur 4%, sondern gleich 12% betragen - glaubst du allerdings, dass sich etwas an den Preisen tun wird? Du bezahlst bei McDonald's - trotz unterschiedlicher USt.-Sätze - ja auch nicht weniger, wenn du außer Haus isst. Wenn sich aber an den Preisen nichts ändert, gibt es überhaupt keinen Anreiz für den Verbraucher, mehr zu kaufen. Der nächste Punkt ist, dass es fraglich ist, ob selbst eine Preissenkung um den gleichen Prozentsatz die rückgängigen Mehreinnahmen tatsächlich kompensieren würden. Das ist von vielen Faktoren abhängig, z.B. um was für eine Produktart es sich handelt, wie oft diese vom Konsumenten gekauft werden etc. Oder mal an einem ganz einfach Beispiel ausgedrückt: Eine Waschmaschine kaufst du alle x Jahre - würdest du nun tatsächlich häufiger losrennen und dir eine Kaufen, nur weil diese nun 4% günstiger ist? *Vielleicht* kaufst sie dann ein Jahr früher - vielleicht aber auch nicht. Jetzt kannst du anfangen, ein bisschen Finanzmathematik zu betreiben und zu rechnen: Was ist mehr wert bzw. sinnvoller: Heute den Betrag x zu vereinnahmen oder nächstes Jahr Betrag x+4%?
Sorry, aber deine Betrachtungsweise - "einfach mal den USt.-Satz senken, dann wird mehr konsumiert" - ist zu eindimensional und lässt auch vollkommen außer Acht, welche Effekte das auf der Steuereinnahmeseite evtl. hinterlässt und wie diese ggf. zu kompensieren wären.
 
@LostSoul: Eine Steuersenkung hat noch nie zu günstigeren Preisen geführt. Nur die Gewinne steigen.
 
@LastFrontier: Lies meinen Beitrag noch mal. Nichts anders habe ich geschrieben. Ich habe nur - für den seltenen Fall, dass es passieren sollte, ebenfalls eine Fragestellung eingebracht.
 
Kaffee zum mitnehmen und mehr als 75%Milch: 7% weniger als 75%: 19%. Restaurant zur goldenen Möwe: Dort essen: 19% mitnehmen 7%. Deutsches Steuerrecht...
 
@wieselding: ... was durchaus sinnvoll ist. Im Kern - mal verschiedenste Absurditäten mal außen vor gelassen - geht es darum, "lebensnotwendige" günstig zu halten, bzw. gewisse Steuerungseffekte zu erzielen. Wer ins Restaurant essen geht, tut dies aber nicht, um sein Grundbedürfnis nach Nahrungsaufnahme zu bedienen, sondern es handelt sich um einen "besonderen Anlass", ein gewisses "Extra", z.B. um sich etwas selbst zu gönnen. Das hat mit dem Vergleich, dass sich die Mutter für sich und ihre Kinder ein Brot kauft, damit sie was im Bauch haben, nur wenig gemein.
 
@LostSoul: Es kostet aber Brutto beides gleich viel. Nur dass der Staat einmal die Hand weiter auf macht. Schnittblumen 7%, Blumen im Topf 19%. Wer soll da durchblicken? Entweder alles ein Steuersatz (z.B. 15%) oder diese Unterscheidungen für gleiche Dinge abschaffen. so blickt doch kein Händler mehr durch und steht fast immer mit einem Bein vorm Finanzgericht.
 
@wieselding: Also ehrlich gesagt kenne ich keinen Händler, der damit wirklich Probleme hat - denn eigentlich ist nur eine spezielle "Gestaltung" für ihn interessant: Den ermäßigten USt.-Satz wahrnehmen zu können. Und es hierfür eine Grundlage gibt, ist jedoch im Einzelfall recht schnell geklärt - im Zweifelsfall sind es eben 19%, insofern ist schon die Aussage, dass er mit einem Bein vor dem FG steht unsinnig.
Die Unterscheidung zw. 7% und 19% macht hingegen durchaus Sinn. Wenn man deinem Vorschlag folgt und alles auf 15% gleich setzt, belastest du nämlich zuerst die Gruppe der nicht so gut Verdienenden. Warum? Ganz simpel: Für bisher USt.-ermäßigte Grundlebensmittel erhöhst du den Steuersatz um mehr als 100%; die Folge ist (sieht man auch in der Vergangenheit bei jd. USt.-Erhöhung) ein steigender Preis. Gerade für regelmäßig gekaufte Artikel ist dadurch die Belastung für den "Geringverdiener" deutlich höher, als für Besserverdiener.
 
@LostSoul: Gerade mit diesem "im Zweifelsfall eben 19%" habe ich ein Problem. Ich habe schon mehrfach gelesen dass Imbissbudenbesitzer massig Steuern nachzahlen müssen. Der Bruttopreis ist nämlich fast immer gleich, da gibt es keinen Unterschied zwischen "hier essen" und "mitnehmen" obwohl einmal 12% mehr für den Imbussbudenbesitzer oder eben für den Staat abfallen. Nur weil der eine seine Bockwurst stehend am Tisch vor der Bude isst und der andere stehend vor seinem Auto. Dass ein einheitlicher Steuersatz auch ungerecht ist sehe ich im übrigen genau so, aber dass ein und derselbe Artikel unterschiedlichen Gewinn für den Verkäufer abwirft sehe ich als mindestens genau so ungerecht an.
 
@wieselding: Nein, das mit dem unterschiedlichen Gewinn ergibt durchaus Sinn. Der Pommesbudenbesitzer erbringt in dem einen Fall nämlich eine Dienstleistung, aus der ein höher "Wertschöpfsaufwand" resultiert (daher ja auch umgangssprachlich: Mehrtwertsteuer"). Weil im Gegensatz zum reinen Befriedigen des Hungerbedürfnis hier nun noch der Service etc. in der Bude (oder dem Restaurant) hinzu kommt, muss er einen höheren Anteil an den Staat abführen, ergo sinkt sein Gewinn bei gleichem Bruttopreis. Das ist folgerichtig und auch rechtlich die Folge. Was nun passiert ist - und da trägt dann der Pommesbudenbesitzer das gleiche Risko wie jeder andere, der Gestalungsspielräume im Steuerrecht sucht - dass der Pommes-Mann sich überlegt, ob er nicht doch irgendwie nur 7% abführen muss. Dabei - und ich schätze auf den Fall willst du hinaus - kommt er auf die Idee, dass er statt Pappunterlagen für die Pommes welche aus Keramik nimmt. Diese sind aber Tellern nun mal so ähnlich (und werden daher ja auch nicht mitgenommen), dass die Folge ist, dass es steuerrechtlich eben doch wieder im Bewertungsbereich mit der Dienstleistung zu sehen ist - ergo: 19%. Den "Fehler" hat hier nicht der Steuergesetzgeber gemacht, sondern der Budenbesitzer, weil er eben "mal ganz pfiffig sein wollte" und mal "beiden großen (angeblichen) Steuerhinterziehern" mitspielen wollte. Dann muss er eben auch das Risiko tragen.
 
@wieselding: Übrigens, noch ein Nachtrag. Eigentlich ist das mit dem "im Zweifelsfall" auch unkritisch, denn das ist eben nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Du darfst nicht davon ausgehen, dass es eine Regelbesteuerung von 7% gibt, sondern *immer* von 19% - außer es gibt eine Ausnahme. Daher ist meine Aussage "im Regelfall immer 19%" die Rechtsregel und eben nicht die Ausnahme, hinter der die Leute her sind.
 
wäre es nicht wichtiger lebensmittelpreise oder mieten zu senken?
 
@freakedenough: Dir ist schon bewusst, dass wir in Deutschland so ziemlich die günstigsten Lebensmittelpreise in Europa haben? Wenn du mal quer durch Europa reist, wirst du verwundert sein, was du in anderen Ländern teilweise ausgeben "darfst". Der andere Punkt ist: Es geht hier um den USt.-Satz, nicht um den Produktpreis als solchen - der wird dadurch nur indirekt betroffen (Entweder er erhöht den Preis ggü. dem Verbraucher oder senkt die Unternehmerrendite). Wenn du forderst, Lebensmittelpreise oder Mieten zu senken, bedeutet das auch, dass du faktisch eine (Teil-)Enteignung der Eigentümer jener Produkte forcierst. Ich weiß nicht, in welchem Bereich du beruflich tätig bist, aber würdest du es gut oder gar richtig finden, wenn dein Arbeitgeber auf Geheiß des Staates plötzlich zwangsweise die Preise senken soll, ohne dass er mehr davon hat - den Lebensmittel und zu vermietende Häuser/Wohnung sind für den jeweiligen Anbieter erst mal ein in der Anzahl beschränktes Gut?
Zumal, es mag hart sein, aber auch mal ganz logisch betrachtet: Es gibt einen bestimmten vorhandenen Wohnraum in einem Gebiet. Was ist das Argument dagegen, dieses zum bestmöglichen Preis zu vermieten, wenn es hierum eine große Nachfrage gibt?
 
Ob ich jetzt 9,99 € inklusive 7% oder 19% MwSt zahle ist mir völlig egal...
 
@EmilSinclair: Sollte es aber nicht, wenn der Händler nur 7% Zahlt könnte er dir doch einen Rabatt von sagen wir mal 5% gewähren, ist zwar nicht so viel, aufs Jahr gesehen könnte da aber schon eine größere Summe raus kommen.
 
@BartVCD: Und warum sollte er das tun? Man bekommt immer wieder den Eindruck, als würden die Leute glauben, dass Unternehmen Außenstellen des Sozialamtes darstellen würden. Zur Ernüchterung: Unternehmen wollen Geld verdienen. wenn durch die Änderung der umsatzsteuerlichen Bedingungen nun 12% mehr hängen bleiben, wäre ein Unternehmen mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn sie darauf verzichten würden.
 
Auf Grundnahrungsmittel 7%, ja, kann ich nachvollziehen und macht im Ansatz Sinn. Aber diese 7% sind für mich genau so, wie die 7% auf Schnittblumen und den Tulpen aus Holland. Bei den Tulpen aus Holland werden die heimischen Gärtner auch nicht gestärkt, bei den 7% auch Bücher wird das Wissen und die Bildung... naja, eben, auch nicht. Ich sehe den Grund, bzw. das gewünschte Ergebnis, des verringertem Mehrwertsteuersatzes wenigsten bei elektronischen und gedruckten Büchern wenigstens nicht.
Kommentar abgeben Netiquette beachten!

Video-Empfehlungen

WinFuture Mobil

WinFuture.mbo QR-Code Auch Unterwegs bestens informiert!
Nachrichten und Kommentare auf
dem Smartphone lesen.

Folgt uns auf Twitter

WinFuture bei Twitter

Interessante Artikel & Testberichte

WinFuture wird gehostet von Artfiles