Internet-Branche: Praktikanten-Mindestlohn bringt Startups um

Die Internet-Branche hätte gern eine eigene Ausnahmeregelung beim Mindestlohn. Praktikanten möchte man auch weiterhin gern nicht ordentlich für ihre Leistungen bezahlen - denn diese würden ihren Job angeblich ohnehin nicht tun, um Geld zu verdienen. mehr... Mitarbeiter, Büro, Indoor Bildquelle: idw-online.de Mitarbeiter, Büro, Indoor Mitarbeiter, Büro, Indoor idw-online.de

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Der Mindeslohn tritt erst nach 3 Monaten in Kraft, ab da ist es auch vollkommen gerechtfertigt.
 
@knirps: " Wenn es sich nicht um ein Pflichtpraktikum handelt, das im Rahmen einer anderen Ausbildungsmaßnahme absolviert werden muss, gilt der Mindestlohn sogar ab dem ersten Tag. ". Verstehe ich anders, wenn du freiwillig ein Praktikum machst, um z.B. einen besseren Einstieg in den Job zu bekommen oder deinen Lebenslauf aufzubessern, müssen die dir sofort 8,50€ bezahlen.
 
@EvilMoe: Dann leistest du aber auch ab dem ersten Tag da etwas, was eine Entlohnung wert ist. Also solltest du dafür auch mehr bekommen als einen warmen Händedruck. Denn sonst ist es ganz einfach, alle paar Wochen/Monate einfach einen neuen Praktikanten für den Kleinkram hinzusetzen und nichts zu zahlen.
 
@FensterPinguin: Wer zwingt dich ein Praktikum zu machen? Früher wäre niemand auf die Idee gekommen Geld zu verlangen für ein Praktikum.
 
@EvilMoe: Was ist für dich früher? Als ich vor ca 19 Jahren mein erstes Praktikum absolvierte erwartete ich schon dass ich etwas für meine 2 Wochen Schulpraktikum bekommen. Auch wenne es nur 200 DM waren. Arbeit ist arbeit.

Sonst sehe ich Kinderarbeit in 3. Welt Ländern noch legitim an weil sie wenigstens bezahlt werden.
 
@EvilMoe: Falsch! Früher gab es auch für ein Praktikum im Rahmen des Studiums einen Lohn / Gehalt / Obolus. Ich habe einen solchen für drei verschiedene Prkatika jedenfalls bekommen und das war gaaanz früher. Und das war sogar noch weit weit früher als bei spackolatius. Aber heutzutage ist es doch so, dass wir nicht umsonst von der Generation Praktikum sprechen. UND die Begründung der Internet-Branche ist doch für´n Ar...! Das würde auf jede Branche zutreffen und damit wäre der Mindestlohn ausgehebelt / abgeschafft.
 
@EvilMoe: Wenn du aber nichts anderes mehr angebotennbekommst als Praktikumsplätze, ist das schon nervig. Ich habe das selbst hinter mir. 20 Jahre Berufserfahrung in meiner Branche, haben mich nicht davor geschützt trotzdem nur Praktikas angeboten zu bekommen. Seltsam fand ich dabei nur, dass in den Zeitungsannoncen nur die Rede von Arbeitsplätzen im Angestelltenverhältnis waren. Beim Gespräch dann, stellte man mir einen Praktikumsplatz in Aussicht. Worauf ich aber dankend verzichtet habe. Es hat sich anscheinend etabliert, Arbeitssuchenden abzuerkennen dass ihre Arbeitsleistung etwas wert ist. Ich kenne IT- Firmen in Berlin, die sich seit Jahren schon zu 80% mit Praktikantenausbeutung ne goldene Nase verdienen. Aber Büroetagen nähe Potsdamer Platz mieten, mit Blick auf die Berliner City. Das gleiche gilt für Medienverlage und Marketing Agenturen. Alles Ausbeuter vor dem Herren.
 
Dann haben diese Start-Ups pech. Selbst viele Vollzeit-Angestellte arbeiten bei einigen Start-Ups für 1400€ / Brutto... Daran wird sich wohl auch nichts ändern, wenn das Unternehmen mal kein Start-Up mehr ist.
 
Da die einzelnen Branchen aufgrund dieser Regelung sowieso nur den Mindestlohn zahlen, muss man über den Unterschied zwischen Praktikant/Azubi und Facharbeiter ernsthaft nachdenken. Es kann nicht sein, dass ein sich in der Lernphase befindlicher Mensch ohne jegliche Berufserfahrung und brancheninterne Bildung das gleiche verdient wie ein ausgebildeter Arbeitnehmer mit Berufserfahrung und demzufolge einem gewissen Knowhow.
 
@tommy1977: Doch, das kann und muss sein. Denn auch nicht gelernte Arbeitskräfte müssen das Recht haben am ende des Monats ein Gehalt auf dem Konto zu haben, mit welchem die Umkosten zu bestreiten sind. Zumal, wenn du dich als Facharbeiter mit 8,50 "abspeisen" lässt, hast du eindeutig etwas falsch gemacht.
 
@knirps: Wir reden hier von Mindestlohn, welchen ich generell gut finde. Dennoch kann ein Azubi/Praktikant nie die gleiche Leistung erbringen, wie ein gelernter Facharbeiter. Außerdem sind Praktika als Probezeit zu sehen und eine Ausbildung als Lernphase. Du hast scheinbar ausgeblendet, dass diese Personen oftmals noch im elterlichen Haus wohnen und ihr Einkommen nur aus einem Teil durch die Entlohnung des AG besteht. Es gibt viele andere Dinge, welche man beantragen kann, um seine Entlohnung aufzustocken oder den Geldbeutel zu entlasten (Bafög, Wohngeld, GEZ-Befreiung...etc.). Und ich lasse mich sicherlich nicht mit 8,50 € abspeisen...dieses gängige Lohn-/Gehaltsniveau ist der Grund gewesen, warum ich den Schritt in die Selbständigkeit gegangen bin.
 
@tommy1977: Als limitierte Probezeit. Da hat der Gesetzgeber sich klar ausgedrückt: 3 Monate in einem Jahr pro Person. Alles darüber hinaus ist nicht mehr als Probezeit anzusehen und muss mindestens mit dem Mindestlohn vergütet werden. Das ist absolut richtig so.
 
@knirps: Da stimme ich mit dir überein. Alles was darüber hinausgeht, ist echt kein Praktikum mehr, sondern bestenfalls eine befristete Einstellung. Aber zu diesem Thema habe ich sowieso meine eigene Meinung.
 
@tommy1977: Na dann sind wir uns doch einig :)
 
@tommy1977: Vielleicht nicht sociel wie ein facharbeiter. Aber als hivi dennoch genug. Ich habe auf dem Bau schlitze gekloppt. Löcher mit Senkkopfbohrer für Steckdosen gebohrt, mit Lochband Lehrrohre befsestigt und so weiter. Späteres Praktimum im Metallbau im Hallenbau hab ich auch viel Arbeit die Facharbeiter vielleicht machen müssten wenn kein Praktikant da war übernehmen können. Man kann nicht grundsatzlich sagen, dass ein Praktikant nicht die gleiche arbeit wie ein facharbeiter machen kann. Denn nach seinen Anweisungen habe ich oft seine Auffgaben übernommen, ihn damit entlastet damit konnte er anspruchsvollere Arbeiten erledigen was die Performance der Firma in einem gewissen Maß dann auch steigert. Das erste Praktikum machte ich glaube ich mit 15 und war da ganz gut in der Arbeit eingespannt.
 
@tommy1977: Für den Azubi und den Ausgelernten gibt es ja dann den gewerkschaftlich ausgehandelten Mindest-Tariflohn. (müsste IG-Metall sein) oder zumindest einen ortsüblichen Lohn. Sollte dieser auf einzelne Firmen nicht zutreffen, ist mir klar, dass diese dann auch Praktikanten kein Geld geben wollen.
 
ich würde zu gerne mal wissen mit welchem recht hier behauptet wird dass praktikanten die finanzen nur nachrangig betrachten. auch praktikanten haben ausgaben, wohnungen...wie bitte schön soll man es sich leisten können monatelang umsonst zu arbeiten? dazu kommt die tatsache, dass man als praktikant vollzeit anwesend ist und dazu meist noch die drecksarbeit der anderen verrichtet. ich habe gerade das letzte jahr mit einem praktikum (ca. 4€/h) verbracht und kann nur sagen, dass es wirklich höchste zeit wird, dass man als praktikant eine angemessene bezahlung bekommt, von der man auch leben kann.
 
@bamesjasti: Wenn du Geld verdienen willst, wer kommt dann auf die Idee ein Praktikum zu machen? Die Logik verstehe ich nicht, wenn ich Geld verdienen will, sucht man sich einen Job und kein Praktikum.
 
@EvilMoe: naja bei mir wars ein plichtpraktikum nach dem studium - da führte kein weg dran vorbei. ansonsten hätte ich das ganze nicht im traum angefangen!
 
@EvilMoe: Was ist, wenn dich keiner haben will, ohne dass du vorher ein Praktukum da machst. Gerade bei StartUps und ähnlich kleinen Betrieben ist das gut möglich, dass die so handeln. Und man möchte halt auch in ein jungen Betrieb, ohne vorher Monate lang von seinem (möglicherweise nicht vorhandenen) Ersparten zu leben.
 
Egal ob Angesteller, Praktikant oder Aushilfe... JEDER muss korrekt und ausreichend bezahlt werden! Bei solchen Aussagen, dass für Praktikanten die Entlohnung unwichtig wäre, fällt mir echt die Kinnlade runter. Am besten bringen die Praktikanten noch Geld mit, dass sie in einem Startup/Unternehmen arbeiten dürfen! Herr Ehrlich vom BVDW kann ja gerne mal bei Zalando oder so für 6 oder 12 Monate kostenlos als Praktikant arbeiten - quasi als Karrieresprungbrett. Unfassbar sowas und eine Frechheit. Was soll man sagen... Der Kapitalismus hat keine Fehler. Er ist der Fehler! Punkt.
 
Unternehmen, die junge Menschen für 12 Monate als Praktikanten Vollzeit für lau beschäftigen, haben zurecht den Konkurs verdient! Das ist einfach nur Abzocke.
 
Ungenügende Differenzierung des/der Praktikanten/Praktikantin, damit das Lohn Dumping erhalten werden Kann.
Was/Wer ist ein Praktikant?:
1. ein Schüler (nicht Auszubildender) der ein drei Wöchiges Praktikum macht.(kein Mindestlohn)
2. ein Auszubildender der ein Berufspraktikum macht. (Ausbildungsvergütung / kein Mindestlohn)
3. ein Student der ein Berufspraktikum macht. (Mindestlohn)
4. ein Berufseinsteiger der ein "Bewerbung´s Praktikum" macht. (min. Mindestlohn nach dem 3 Monat)
5, Scheinpraktikanten die schlicht "Normal Arbeiten" aber wie Aushilfen bezahlt werden. (Sofort Mindestlohn)
Die Frage die nicht gestellt wird, können wir uns ein Lohn Dumping leisten das Fachkräfte zu Aushilfen mutieren lässt, nur um noch mehr Geld herauszupressen?
 
@Kribs: Finde die Idee der weiteren Ausdifferenzierung gut. Eine Deiner Kategorisierungen ist mir allerdings nicht ganz klar - warum würdest Du bei einem Studenten im Berufspraktikum (3.) sofort den vollen Mindestlohn sehen? Auch bei ihm ist es Teil der Ausbildung, ich würde daher bei ihm eher "Mindestlohn nach 3. Monat" sehen wie bei einem Berufseinsteiger (4.).
 
@FenFire: Das Problem bei Studenten ist das Sie Ihr Studium und Leben zum Teil selbst finanzieren (Nebenjob), bei einer gerechten Bezahlung, könnten diese Nebenjobs auf ein Mindestmaß reduziert werden, und es bleibt mehr Zeit fürs Studium (eigene Erfahrung wurde aber gut bezahlt selbst im Nebenjob).
Berufseinsteiger können sich (so meine Hoffnung) den "Lieblingsbetrieb" aussuchen und durchaus auf freiwilliger Basis auch Abstriche in kauf nehmen, es soll nicht heißen das sie müssen!
 
@Kribs: Ich hab noch nie gehört das mich jemand zwingen kann für 8,50€ zu arbeiten. Wer so was macht, macht das freiwillig. Wenn ich mich wo bewerbe sage ich dem "Cheff" was ich verdienen möchte. Zahlt er zu wenig such ich mir wo anders Arbeit.
 
@Eistee: Die Arge kann dich sogar zwingen für einen Euro zu arbeiten.
 
@spackolatius: Wäre mir neu das es in Deutschland Zwangsarbeit gibt.
 
@Eistee: Wer suchet der findet.
 
Mal ganz anders betrachtet. Diese ganzen depperles Praktikumsplätze a la "bring mal Kaffee oder kopiere dieses oder jendes" sind dann tatsächlich überbezahlt und wird es in folge nicht mehr geben. Es gibt also nur noch Praktikumsplätze, bei denen die Leute sich einbringen müssen, der Firma etwas bringen und der Praktikant dabei etwas lernt! Ist doch perfekt!
 
@FatEric: Nicht zwingend. Irgendjemand wird ja nach wie vor den Kaffee holen und Unterlagen kopieren. Und wenn ich die Wahl zwischen dem Praktikanten (muss noch lernen, daher potentiell fehleranfälligeres Arbeitsergebnis / geringere Arbeitsgeschwindigkeit) und einem bereits länger im Betrieb befindlichen Mitarbeiter habe... bzw. eine Handlangertätigkeit, die eigentlich bei mir läge, auf den Praktikanten abladen kann... und so landen diese Dinge dann auch bei einem nach Mindestlohn bezahlten Praktikanten.
 
@FenFire: Dann ists der Firma aber Wert ihn für 1400 im monat zu beschäftigen. Naja ich hole mir meinen Kaffee weiterhin selber und kopieren kann ich auch selber.
 
@FatEric: Und wie viel Lohn erhältst Du - mehr als den Mindestlohn? Dann kommt es die Firma sogar teurer wenn Du Kaffee holst und kopierst als wenn der nach Mindestlohn bezahlte Praktikant das täte...

Natürlich ist die Idee beim Praktikum aber auch, dass der Praktikant auch was zu tun erhält, bei dem er was lernt :) (handhaben nur manche Betriebe nicht so - andere aber durchaus schon)
 
@FenFire: Kaffee trinken ist deine Privatsache. Und Kopieren ist heute antiquiert, denn meistens hast du digitale Vorlagen. Also wenn du nicht gerade Abteilungsleiter mit häufigen Besuchern bist - und dann hast du meistens eine Sekretärin -, dann hol dir deinen Kaffee gefällig selbst.
Das Gejammer der Startup-Unternehmen kann ich nicht nachvollziehen. Gerade diese sind doch meist nur auf fachkompetente Mitarbeiter aus - na also.
 
@Ronny@Home: Das Kaffee *trinken* (und sich in der Kaffeeküche machen) mag meine Privatsache sein, ebenso wie z.B. die häufigen Rauchpausen so mancher Leute. Aber wirf mal einen Blick in die Kaffeeküchen der Unternehmen - dort wird oft vom Unternehmen Kaffee zu Verfügung gestellt. Und der wird nicht von den Angestellten privat mitgebracht, sondern vom jemand im Rahmen seiner beruflichen Aufgaben besorgt. Soll der Azubi das verweigern mit "Kaffeetrinken ist Privatsache"? Und: wenn der Chef sagt "hol mir mal nen Kaffee", soll ihm der Mitarbeiter dann sagen "ne Chef, das ist privat, hol ihn Dir selbst", es sei denn es ist ein Abteilungsleiter mit häufigen Besuchern (oder höher)? Hmmm... Ronny@Home, kann es sein dass Du selbständig bist und Büroalltag eher theoretisch betrachtest denn praktisch erlebst? (nebenbei: ich selbst bin kein Kaffeetrinker ;))
 
Ein Arbeitsplatz, der nicht 8,50 € abwirft ist keiner. Unternehmen die nur wettbewerbsfähig sind, weil sie mit zusätzlich staatlich alimentierten Kräften arbeiten, sollen dicht machen. Spielt gesamtwirtschaftlich keine Rolle. Die Arbeit machen dann andere mit oder eben nicht.
 
@EmilSinclair: Ganz meine Meinung! Wer nicht ordentlich bezahlen kann, stellt sowieso nur Schrott her, den keiner braucht. Also zu die Bude.
 
8,50 Euro pro Stunde sind schon unverschämt niedrig. Hauptsache rumheulen. Dann sollen sie sich eben die armen Langzeitarbeitslosen suchen, die vom Staat sowieso nicht wie Menschen behandelt werden. Die haben viel weniger Rechte, genauso wie im Mittelalter die Tagelöhner.
 
naja andere ländern bekommen das auch hin bei deutlich höheren mindestlöhnen. wenn die es nicht schaffen sollen die einfach dichtmachen.

der mensch ist kein rohstoff der ausgebeuten muss/soll/darf

alles unter 11€/h ist sogar für das "normale" leben wenig.
 
@gast27: Wenn man bedenkt, wie stark die Preise in einigen Bereichen zugenommen haben (Strom derzeit Rekordhoch!). Für 8,50 Euro kann man sich (meist) nicht mal ein Ticket fürs Kino kaufen. Politiker haben bereits mit 55 Anspruch auf richtig fette Pensionen. Das Volk wird ausgebeutet. Auch die Gutverdiener (hohe Einkommensteuerbelastung). Dabei könnte man meiner Meinung nach auf einen Teil der Steuern verzichten, wenn die Bürokratie und Korruption endlich abnehmen würde und keine "gemäßigten Rebellen" (laut Obama, dem Chef unserer Politiker) wie ISIS und El-Kaida unterstützt werden würden.
 
@gast27: "der mensch ist kein rohstoff der ausgebeuten muss/soll/darf "

Sollte er nicht sein. Zumindest wenn man eine gewisse Moralische und Ethische Denkweise und Einstellung hat. Aber der Englische Sprachgebrauch sagt doch schon alles:

"Human Ressources" , "Deadline"
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