Hochrangiger Sicherheitsclub will Image der Überwacher aufhübschen

Die Diskussionen über Überwachung und die Reaktionen konservativer Politiker auf die Digitalisierung der Gesellschaft haben dem Image der so genannten Sicherheitsbehörden massiv geschadet. Das soll sich nun durch eine konzentrierte Aktion wieder ... mehr... Sicherheit, Hacker, Netzwerk Bildquelle: Axel Schwenke / Flickr Spionage, Spion, Agent Spionage, Spion, Agent

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"Denn in der Bevölkerung haben zuletzt viele Punkte dazu geführt, dass die fraglichen Stellen nicht mehr besonders gut angesehen sind."
Das ist aber sehr gelinde ausgedrückt.
Es ist nicht "zuletzt" sondern liegt schon immer in der Natur der Sache.
Wenn mir ungefragt jemand in die Wohnung steigt,war dieser schon immer nicht gut angesehn.
Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern,ob mit oder ohne "Sicherheitsclub".
 
"Denn in der Bevölkerung haben zuletzt viele Punkte dazu geführt, dass die fraglichen Stellen nicht mehr besonders gut angesehen sind."

Genau. Um jetzt das Vertrauen der Bevölkerung wiederzugewinnen ist es sehr hilfreich hinter verschlossener Tür gemeinsam Pizza zu essen!
 
@gola: Exakt, Schuss nicht gehört und beratungsresistent. Das Problem der Sicherheitsbehörden ist, dass Teile der Bevölkerung inzwischen gemerkt haben, dass sich einige Behörden verselbstständigt haben, effektiv nicht mehr kontrolliert werden können und zumindest teilweise gegen die Bevölkerung arbeiten zum eigenen Machterhalt. Zu glauben dieses Problem mit einer Imagekampagne und einem der sprichwörtlichen Hinterzimmertreffen aus der Welt zu schaffen ist geradezu unfreiwillig komödiantisch.
 
@wunidso: Naja, das "Hinterzimmertreffen" an sich ist ja ok, irgendwann und irgendwo miteinander zu reden ist ja sinnvoll. Das Problem ist nur, dass es wohl genau auf eine Imagekampagne und nicht eine Verhaltensänderung hinauslaufen wird, statt "wir müssen uns dem Bürger gegenüber weniger als Großer Bruder sondern mehr als Freund und Helfer verhalten" wird es eher ein "Hey Bürger, ist doch toll einen Großen Bruder zu haben, findest Du nicht?" geben.
 
@FenFire: Ich finde das Hinterzimmertreffen eben nicht ok. Eigentlich sollten unsere Geheimdienste vom PKG ( http://de.wikipedia.org/wiki/Parlamentarisches_Kontrollgremium ) kontrolliert werden, und dafür sind keine Hinterzimmertreffen notwendig. Dass diese Situation so aus dem Ruder gelaufen ist, ist meiner Meinung nach ein Beleg dafür, dass diese Kontrolle weder ausreichend noch wirksam ist. Das dies zum Problem wird, ist eigentlich schon länger bekannt, hier z.B. ein Artikel von vor einem halben Jahr: http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/peter-schaar-fordert-bessere-kontrolle-der-geheimdienste-a-934120.html Um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, es gibt einige Volksvertreter, die meinen am besten kontrolliert man nur noch über ein Hinterzimmer-Gremium: http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/schaeuble-vorstoss-bundestag-bald-ohne-geheimdienst-kontrolle/3260392.html Mit Hinterzimmertreffen, Imagekampagne, disfunktionaler Kontrollen und fehlenden Sanktionsmöglichkeiten von Gesetzesverstossen wird das nichts mehr mit Vertrauen. Aber vermutlich ist das den Verantwortlichen auch relativ egal, und man will nur der Presse ein paar Vorlagen für beruhigende Artikel liefern, echter Inhalt wird da sowieso nicht zu finden sein.
 
@wunidso: Deswegen wäre "abschaffen" eben dieser Stellen die einzig richtige Reaktion.
 
@F98: Ganz abschaffen wird wohl nicht realistisch sein. Aber ein Reboot + Einrichtung funktionierender Kontrollen + Juristische Verfolgung von Gesetzesverstössen, das wäre schon eine tolle Sache...
 
Inside Job in Planung?
 
@w4n: auf wen sollte man den denn schieben? Die BRD hat doch kein offiziell-souveränes Feindbild. Naja, als Arschkriecher des US-Imperialismus wird uns in der Tagesschau natürlich von Terroristen erzählt, die genau die selben sind, wie die der US-Imperialisten. Aber so richtig eigene Feinde hat Deutschland nicht. Nun, irgendwie doch, die gesamte Feindstaatenliste der UN-Charta, aber... Das ist ein anderes Thema. Und es geht ja um die BRD, nicht um Deutschland. Das ist aber auch ein anderes Thema - und das selbe wie das andere oben. Alles Unklar?
 
Sicherheitsbehörden wie die NSA, die quasi alles und jeden immer überwachen, genießen bei mir in etwa das Ansehen von Kriminellen, die in meine Wohnung steigen, meine Rechnungen, Bestellungen, Bücher, Briefe, Fotos und alles, was ich sonst noch habe, durchwühlen und sich Kopien davon anlegen - "für den Fall, dass sie gebraucht werden".

Das wirklich "Schlimme" ist jedoch, dass die Behörden vom Staat - also (angeblich) von den Wählern - legitimiert sind. Da hilft weder ein Treffen hinter - mal wieder - verschlossenen Türen, noch irgendwelcher Scheinaktionismus. Evtl. verschafft man sich ja durch False-Flag-Attacken und die scheinbar mutige und aufopferungsvolle Abwehr eines zuvor geplanten Angriffs ja etwas Ansehen in der Bevölkerung. Anders wird man das Image nämlich nicht mehr los - und das zurecht! Geheimdienste (liebevoll durch "Sicherheitsbehörden" umschrieben) haben in einer Demokratie nichts verloren!
 
@divStar: Ich würde nicht pauschal sagen, Geheimdienste hätten in einer Demokratie nichts verloren. Das ist in etwa auf einer Stufe wie zu sagen, Waffen, Soldaten oder auch Polizisten hätten in einer Demokratie nichts verloren. Es gibt durchaus auch die Anforderung, eine Demokratie müsse wehrhaft sein. Haken ist, dass Instanzen, die diese Wehrhaftigkeit sichern sollen, sich - wie vermutlich alle Behörden - verselbständigen, ihre Kompetenzen und Einflussbereiche ständig auszudehnen suchen und dabei auch ihren eigenen Interessen entgegenstehende, ebenso legitime und gegebenenfalls höherwertige Aspekte (z.B. Bürgerrechte) zu verdrängen / abzuschaffen / ignorieren suchen.
 
@FenFire: stimmt. Wobei ich nicht gesagt habe, dass z. B. die Polizei oder das Militär in einer Demokratie überflüssig ist. Ich hatte angenommen, dass die jüngsten Enthüllungen verdeutlicht haben, dass gerade Geheimdienste einfach nicht bzw. nicht ausreichend kontrolliert werden - was in einer Demokratie ebenso unerlässlich ist.

Geheimdienste schützen ja - in der Theorie - den Staat (und damit die meisten Bürger). Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass Geheimdienste bzw. hochrangige Geheimdienstmitarbeiter mit ihren Möglichkeiten Unfug treiben - groß und die Wahrscheinlichkeit, dass die Geheimdienste ausreichend kontrolliert werden - gering. Deswegen wäre die Abschaffung der Geheimdienste das kleinere Übel. Die ganzen Rechtsvergehen der amerikanischen - aber auch deutschen - Geheimdienste gibt mir dabei Recht, denn der Fall, den ich beschrieben habe ("für den Fall, dass sie gebraucht werden"), kann auch dann eintreten wenn sich irgendein Geheimdienstmitarbeiter bedrängt fühlt und die eigentlich nicht-zu-verwertenden-Dokumente dann gegen den Richter, Politiker oder sonst wen aus eigenen Zielen nutzt - alles unter dem endlosen Deckmantel der Geheimhaltung und "nationalen Sicherheit". Wer kann den Wählern versichern, dass das nicht eintritt bzw. nicht bereits des öfteren der Fall war?

Gegen Polizei usw. kann man übrigens klagen - auch mit Erfolgsaussichten. Oder sich zumindest Luft machen. Bei Auseinandersetzungen mit Geheimdiensten könnten geheime Gerichte völlig geheimes Stillschweigen anordnen - und dann? Finde ich nicht in Ordnung.
 
@divStar: Ja, Geheimdienste tun sich sicherlich eben durch die Geheimhaltung leichter, sich der Kontrolle zu entziehen. Ich bin mir nicht sicher, wie die Aufgaben von Geheimdiensten wirklich gut so organisierbar wären, dass die Akteure nicht so leicht, wie Du es schön ausdrückst, mit Ihren Möglichkeiten Unfug treiben können, dafür kenne ich mich mit der Materie viel zu wenig aus. Daher würde ich mir auch nicht zutrauen zu beurteilen, ob eine Abschaffung der Geheimdienste wirklich "besser" wäre, zumindest ein Teil ihrer Aufgaben müsste wohl von anderen Institutionen übernommen werden (z.B. Spionageabwehr), würden jene dann nicht ebenfalls zu Geheimdiensten mutieren? Vielleicht wäre eine Umstrukturierung, die zu mehr Kontrolle über die Geheimdienste führt, ein Weg mit einem "sinnvolleren" Ergebnis... allerdings würden sich in beiden Fällen die dabei beschnittenen Geheimdienste mit Händen und Füßen dagegen wehren (so wie zumeist auch sonst niemand einmal errungene Kompetenzen / Macht / Einfluss wieder hergeben will).
 
Da waren se beim Italiener genau richtig....man könnte meinen es ist ne Satire
 
"gegenmaßnahmen entwerfen" heisst auf gut deutsch das man die bevlökerung noch besser belügen will?! anderes verstehe ich das nicht. wär man wirklich daran bestrebt das sich das "image" ändert dann würde man das überwachen seien lassen.
 
Ist ja ein sehr geheimes treffen der Herren wenn es schon im Netz steht. ;-)
 
Erich Mielke hat einen Klub gegründet ? https://www.youtube.com/watch?v=1XBEqyu5Mck
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