Recht auf Vergessenwerden: Bing wird auch EU-Forderung umsetzen

Die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH), wonach Nutzer das Recht haben sollten, bestimmte Inhalte aus dem Suchmaschinenindex streichen zu lassen, hat zuletzt für Aufsehen gesorgt. Der EuGH bezieht sich zwar auf Google, doch auch mehr... Logo, Suchmaschine, Bing, Suche Bildquelle: Microsoft Logo, Suchmaschine, Bing, Suche Logo, Suchmaschine, Bing, Suche Microsoft

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Klingt doch sinnvoll.
Wenn ich möchte, dass etwas von mir nicht mehr gefunden wird, stelle ich erstmal eine Liste aller Suchmaschinen zusammen. Dann forder ich bei jeder einzeln die Löschung der Suchergebnisse und 70% akzeptieren dies und führen die Löschung durch. Anschließend wird jede Suchmaschine einzeln verklagt, die die Löschung abgelehnt hat.
Einfacher kann man das wirklich nicht lösen.
 
@RegularReader: Sinnvoller wäre es, den Seitenbetreiber zu verklagen.
 
@eragon1992: verklag mal einige hundert seiten ;) viel spass
 
@Mezo: Bekämpft aber trotzdem nur die Symptome, aber nicht die Ursachen. Da hat die EU wieder einmal ziemlich kopflos und ohne richtig nachzudenken gehandelt.
 
@eragon1992: Entschuldige, aber hier muss ich entschieden widersprechen.
Ich finde der EuGH hat hier bemerkenswertes Augenmaß bewiesen.
Es gibt mit Sicherheit Szenarien, in denen (in der Vergangenheit) wahre Tatsachen über eine Person in der Gegenwart keine Relevanz mehr haben sollten.
Deshalb sollte man versuchen, die (einfache) Auffindbarkeit dieser Tatsachen einzuschränken. Da die meisten Leute nunmal keine Privatdetektive sind, sondern das Internet über Suchmaschinen, namentlich Google, bedienen, dürfte die Streichung aus dem Suchindex in den meisten Fällen ausreichen, um die Auffindung der Information in einem dem Interesse des Betroffenen angemessenen Maße zu erschweren.
Wenn man hingegen die Quellen (z.B. Nachrichtenseiten) aufforderte, die Original-Inhalte zu löschen, wäre das im Falle wahrer Tatsachen Zensur und ein Eingriff in das Recht auf freie Meinungsäußerung oder die Pressefreiheit [hierunter fallen natürlich nicht unwahre Tatsachen. In diesem Fall müssen natürlich die Original-Inhalte gelöscht werden].
Deshalb bin ich der Ansicht, dass der EuGH hier ganz außergewöhnliches Augenmaß in der Abwägung der Interessen bewiesen hat.
 
@AhnungslosER: ich finde es schwierig. es ist auch schwierig mit weltlichen dingen zu vergleichen. wenn jemand untergetaucht ist um vergessen zu werden, zum beispiel der leibliche vater, darf dann kein detektiv mehr nach ihm suchen? und wenn helmut kohl sein ehrenwort aus dem suchindex löschen lässt wär es zensur.

eine suchmaschine sucht nur und ist für die angezeigten inhalte nicht verantwortlich. dann kann man auch die gelben seiten verklagen, wenn der handwerker, den man dort gefunden hat, mist baut.

und außerdem ist das für konkurrierende kleine suchmaschinen nicht möglich so viele löschanträge zu bewältigen, sollen die jetzt schließen und für google das feld räumen?
 
@otzepo: Dein Vergleich des Detektivs hinkt im Falle einer Suchmaschine ein wenig.
Ein Detektiv sucht AKTIV nach einer Person und entspricht damit am ehesten einer Person, die eine Internetsuche durchführt. Dies kann man nicht, zumindest im Allgemeinen, verbieten (anders ist es vielleicht im Falle eines Stalkers. Dem kann man verbieten, das Objekt seiner Besessenheit zu verfolgen).
Eine Suchmaschine indexiert ohne konkretes Interesse an einem bestimmten Objekt "passiv" alle möglichen Informationen. Damit entspricht sie am ehesten dem von dir im weiteren Verlauf erwähnten Telefonbuch. Bei diesem hat man die Wahl, ob man drinstehen möchte oder nicht. Die gleiche Wahl sollte man meiner Meinung nach auch bei einer Suchmaschine haben.
 
Mal schauen wann "Menschenrechte" auch als sensible persönlichen Daten gelten, welche man dann löschen darf...
 
Hauptsache sie kommen nicht auch auf diese "intelligente" Idee, einen Verweis in den Suchergebnissen einzublenden, dass Ergebnisse gelöscht wurden, aufgrund dieses Antrages. Google hat dies ja vor.... Man löscht ja Ergebnisse, damit sie nicht mehr zu finden sind... Das hat Google wohl nicht so verstanden.
 
@Onno: Hm? Google will sie doch löschen. Die wollen lediglich wenn du danach suchst eine Einblendung machen das in der Ergebnissliste Einträge aufgrund einer solchen löschung fehlen. Man wird aber nicht erfahren was dort genau gelöscht wurde.
 
@Eistee: Trotzdem weiß der Suchende dann, dass da mal irgendwie was war. Ob das so elegant ist?
 
@Eistee: Die Einblendung dass das Suchergebnis geändert wurde, kann unter Umständen noch schwerwiegender sein, als das Suchergebnis selbst. Mittlerweile googlen [ich schreib normalerweise "suchen", da Google aber angedroht hat, den Abänderungs-Hinweis einzublenden, beziehe ich mich hier ausdrücklich auf Google] viele Arbeitgeber potenzielle Kandidaten vor der Einstellung.
Nehmen wir an jemand hat irgendeine Jugenddummheit begangen, z.B. besoffen mit seinem Roller einen Passanten erschreckt, der daraufhin stolperte und sich den Knöchel prellte. Für den Jugendliche hatte das eine Führerscheinsperre zur Folge.
Nach zehn oder 15 Jahren kann man bei einer solchen Kleinigkeit wohl davon ausgehen, dass die Persönlichkeitsrechte des "Übeltäters" das Recht der Allgemeinheit auf Kenntnis von dem Vorfall übersteigen.
Wenn nun ein Arbeitgeber den Namen eines Bewerbers googelt und sieht dass das Ergebnis abgeändert wurde, wird voraussichtlich eine von zwei Folgen eintreten.
A) Der Arbeitgeber wird seine Suchbemühungen über eine oberflächliche Suche hinaus verstärken.
B) Der Arbeitgeber nimmt an, der Bewerber habe etwas Schlimmes zu verbergen und berücksichtigt den Kandidaten nicht weiter, um "auf Nummer sicher" zu gehen.
In diesem Fall hat Google das "Recht auf Vergessenwerden" zum "Recht auf den persönlichen Streisand-Effekt" umfunktioniert.
Als ob das Szenario nicht schon unangenehm genug ist, stelle man sich jetzt noch vor, die gemutmaßten Übeltaten treffen eine andere Person mit gleichen Namen, die in Wirklichkeit VOLLKOMMEN unschuldig ist.
 
Achtung liebe Foren- Blog- und andere Webseiten Betreiber! Es ist damit zu Rechnen, dass ihr in Zukunft verstärkt Besuch von Webcrawlern bekommt, die 1)nicht von Google, Bing, Yahoo etc. kommen und 2)Robot.txt o.ä. sowieso nicht beachten. Ihr wollt nicht das Google eure Daten speichert? Dann nimmt Duckduckgo . Ihr wollt das wollt das volle Sucheergebnis? Dann nimmt unseren Dienst XYZ. Als besonderes Feature bietet unser Suchdienst XYZ auch die Option an "Sucheergebnis ausblenden, wenn Google ein Ergebnis liefert". (Uppsss vielleicht habe ich ja jemand gerade eine gute Geschäftsidee genannt, so ein Mist.)
 
@Lastwebpage: Dann kannst du verklagt werden ;)
 
So. Microsoft-Hater an die Tastaturen!
Ich bin gespannt auf die abenteuerlichen Realitätsverdrehungen, die unternommen werden, um zu versuchen, Microsoft trotz einer so proaktiven Handlung um der Rechtskonformität genüge zu tun, wieder als das ultimative Böse darzustellen.
 
@AhnungslosER: Hmm. Kann auch schön sein, mal nicht Reccht zu behalten. ^.^
 
Bing kann sich eh nix merken ...
 
das ganze wird darauf hinaus laufen das man nichts mehr über unsere korrupten politiker und banker und restliche großindustriele lesen kann weil diese alle besonders plädieren auf das recht des vergessen werdens :) ein weiteres schrott gesetz das missbrauch wird. dafür sind ja gesetze da.
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