Digital-Muffel Schule: Die Lehrer sind nicht schuld

Dass die Schulen in vielen Fällen deutlich hinter der Entwicklung zur digitalen Gesellschaft her hinken, liegt keineswegs an den Lehrern. Diese sind neuen Technologien gegenüber in der großen Mehrheit aufgeschlossen. mehr... Universität, Ausbildung, Vorlesung Bildquelle: native-energie.de Informatik, Schule, Studium Informatik, Schule, Studium

Diese Nachricht vollständig anzeigen.

Jetzt einen Kommentar schreiben
 
Jetzt ist natürlich fragwürdig, ob ein Kind besser mit einem iPad lernt oder doch bewährt handschriftlich.
Meiner Ansicht nach werden die Ansprüche an die Schüler rapide gesenkt und viele Kernkompetenzen mit Tablets nicht gelehrt.
 
@Tenzing: auf der anderen Seite ist es allerdings auch in Zukunft eine erhebliche Verbesserung der Lebensqualität. Arbeitsabläufe- und Wege werden kürzer. In vielen Bereichen der Technik wird logisches Denken gefördert. Viele gute Schüler sind Intelligent, kommen aber nur sehr schwer mit den alltäglichen Sachen klar und stellen sich besonders im instinktiven lernen, räumliches Denken und logischen Abläufen sehr unbeholfen an. Die richtige herangehensweise ist da gefragt. Keine einfache Angelegenheit, hätte aber schon viel früher mit begonnen werden können.
 
@Tenzing: in Ergänzung und "Beimischung" sicherlich.
 
@Tenzing: Kernkompetenzen müssen auch der Zeit angepasst werden.
 
@knirps: Ordentlich lesen und schreiben zu können gehört für mich zu einer Kernkompetenz, die zeitlos ist.
 
@Tenzing: das lesen schon, die "schreibkultur" wird sich aber verändern.
 
@knirps: Schreiben ist und bleibt wichtig. Das hat nicht nur mit dem Festhalten von Sprache zu tun, sondern auch mit der Bildung der Feinmotorik.
 
@nablaquabla: das einzige für was ich heute noch einen Stift benutze ist für eine Unterschrift.... und auch da ist es immer weniger ein Stift als ein Stylus. Das wird sich auch in Zukunft auf die Art und Weise des schreiben lernens auswirken.
 
@knirps: Also ich brauche jeden Tag einen Stift. Um in Vorlesungen mitzuschreiben, Rechnungen durchzuführen, Dinge zu skizzieren, solche Sachen. Du kannst mir natürlich jetzt mit einem Stylus ankommen, aber die Dinger sind haptisch einem Bleistift doch sehr deutlich unterlegen. Mag sein, dass du gerne auf einer Glasfläche rumkratzt, aber ich hab dann doch lieber einen richtigen Stift in der Hand. Gerne auch einen Füller. Sieht auch schöner aus.
 
@Tenzing: So sehen viele Menschen das, aber es ist die Frage was gelehrt werden soll. Vorab ich bin wahrscheinlich nicht sonderlich objektiv und gehöre der Genration an, die ihr ABI mit Teilen dieser Technik macht.

So die Frage ist, ob es wirklich sinnvoll ist auf reines Lernen, sprich das Auswendiglernen von bestimmten Inhalten. In jungen Jahren, bis 7-8 Klasse sollte man schon das Gedächtnis trainieren, jedoch muss ich in der Sek 2 nicht alle 23 Aminosäuren mit Namen kennen und Pi auf die 15 Stelle. Natürlich ist es wichtig Allgemeinwissen zu haben und wichtige Fakten (NS Zeit, Aktuelle Regierung, Allgemeine Körperfunktionen, physikalische Grundgesetze und Orthographie (Das können auch ältere Menschen manchmal nicht wenn man sich umschaut)) zu kennen. Jedoch kann man in der heutigen Zeit innerhalb von Sekunden auf diese Informationen zugreifen. Dabei ist jedoch das wichtige zu erkennen wie relevant und qualitativ hochwertig diese Informationen sind. Das wird hingegen nicht gelehrt. Man sieht es schon an unseren Klausuren: Das Anwenden von erlernten Kompetenzen macht grade mal 20-30% der Klausuren aus. Der Rest ist dieses Wissen und Methoden auf neue Sachverhalte anzuwenden und diese zu interpretieren.
Wenn gelehrt wird, wie man PP richtig einsetzt, ist es durchaus ein gutes Unterrichtsmaterial egal ob von Lehrer oder Schüler. Es muss viel Praxiskompetenter und näher zu den Schülern gearbeitet werden. Ich hatte vor einiger Zeit ein Referendar, der uns Arbeitsaufträge gegeben hat und zum anschließenden Besprechen hat er mit seinem Tablet ein Bild von unseren Arbeiten gemacht und es mit Beamer an die Wand geworfen.

Es muss gelehrt werden was Technik für Vorteile und Nachteile hat und wie man mit ihnen richtig umgeht. (In paar meiner Mitschüler konnten nicht einmal die passenden Formatierungen für ihre Facharbeit einstellen) Medienkompetenz muss in den Stundenplan und einige meiner Lehrer greifen inzwischen doch gut auf PP, Film und Ton zurück.

Ich würde mich über eine Antwort (mit deinem Alter) freuen. Finde diese Thematik sehr interessant. Außerdem bin ich froh, dass ich 13 Jahre fürs ABI habe und ärgere mich manchmal schon was ich alles lernen muss nur um es danach wieder vergessen zu können und das, obwohl ich schon für mich interessante Fächer gewählt habe.

Und wenn wir hier schon von Kompetenzen sprechen, sollte man auch die Inkompetenz des Autor dieses Artikels erwähnen. Keine Links/Belege und heruntergestuft und sehr gekürzt und ohne richtige Aussage am Ende
 
@henne_boy: Man kann sich bei vielen Dingen fragen, wofür man sie im späteren Leben braucht, doch hier muss ich ganz klar feststellen, daß sie in ihrer Wichtigkeit unersetzbar sind.
Ich spreche weniger vom Auswendiglernen, sondern vom Handwerk. Wenn man im Mathematikunterricht eine Matrix invertiert, dann, um das Handwerk dahinter zu trainieren (sofern man dieses Fach nicht noch später studiert).
Es ist immer leicht reden, wenn man gerade selber sein Abitur macht und meint, man könne die größeren Zusammenhänge für später schon begreifen.
Deshalb bin ich auch ganz klar dafür, daß z.B. im Geschichtsunterricht den Schülern mehr universelle Historik beigebracht werden sollte, als es nur an bestimmten Kernthemen festzumachen, um den Schuldkult voranzutreiben.
Ob und wie man mit Computern und den neuen Medien umgeht, kann man im Ausbau des Informatikunterrichts fördern. Ich habe auch nichts gegen Projektarbeiten, die das nutzen. Aber ich habe ein Problem damit, wenn solche neuen Errungenschaften Kernkompetenzen der Schule zu ersetzen drohen.
 
@Tenzing: Dann muss ich nochmal ganz dumm nachfragen welche Kernkompetenzen den ersetzt werden. Orthographie und Sprache, vielleicht etwas vernachlässigt (auch bei mir) aber wird nicht ersetzt. Mathe war und ist für viele vollkommen uninteressant, solange die Grundrechenarten beherrscht werden und ein Taschenrechner in der nähe ist. (Schriftliches Wurzelziehen habe ich auch nie gelernt). In der Praxis? Hier werden die Kompetenzen meist erst in der Ausbildung erworben... Ich habe auch nicht behauptet alle Zusammenhänge des Lernes zu verstehen, aber ich beschäftige mich damit und habe meine Meinung, die ich gerne mal in der Praxis ausprobieren würde
 
@Tenzing: Der Informatikunterricht ist klar zu trennen von Kursen welche Kernkompetenzen vermitteln. Informatik ist - zumindest in der Berliner Mittelstufe - ein reines Wahlfach welches viel tiefer in die Materie geht als ein Kurs der den Umgang mit Textverarbeitungssoftware oder Tabellenkalkulationsprogrammen schulen sollte. Wir sind weit davon entfernt irgendetwas ersetzen zu können, wenn die Schüler keine Kenntnisse über Computer besitzen. Man hat immer den Eindruck, dass die Jugend die Technik im Griff hat aber Weit gefehlt. Viele - nicht alle - sind mit dem was über das Smartphone oder simple Textverarbeitung hinausgeht schnell überfordert. Das sind eindeutig Kernkompetenzen die im jetzigen Lehrplan kaum Platz finden!
 
@henne_boy: hier in Berlin gibt es an meiner Schule zumindest den "Informationstechnischen Grundkurs" in der 9. Klasse. Dieser Kurs geht sogar ein ganzes drittel des Schuljahres (aber nicht für alle Schüler) und soll den Umgang mit Textverarbeitungsprogrammen, Tabellenkalkulationsprogrammen und Präsentationssoftware näher bringen. Nun werden die Kompetenzen der meisten Schüler von Jahr zu Jahr schlechter, da Smartphones die Computer weitesgehend abgelöst haben. Man kann sich denken, dass dort keine Kernkompetenzen richtig und ausgibig vermittelt werden!
 
@Tenzing: Du bist also erst mal prinzipiell dagegen bevor du guckst, ob es nicht sein könnte, dass lernen mit elektronischen Geräten doch besser funktioniert als auf dem Papier. http://www.ksta.de/kultur/pisa--schueler-mit-computer-lernen-besser,15189520,13729738.html Ups, das wurde schon 2006 erwähnt? Und ich sehe schon ein Buch aus 1998 wo das beschrieben wird :D
 
Ja, was die Geräte können ist schon super heutzutage. Nur: Es gibt auf keiner der drei Plattformen wirklich tiefgreifende Lernapps, maximal für Volksschulkinder ein paar mehr oder weniger sinnvolle Übungen. Bevor sich da nichts tut, wird das Tablet nur zum legalen Angry-Birds/Facebook-Spaßkasterl - und ein paar coole Effekte zum herzeigen für die Lehrerin.
 
Das ganze wäre interessanter wenn sie Gegenthesen aufgeführt hätten, die die Beobachtung sonst erklären würden. So ist es nur eine von unzähligen Umfragen ohne echten Informationsgehalt, durchgeführt von einer Institution die ein wirtschaftliches Interesse am Ergebnis hat. Auf der anderen Seite scheint es ckahle vorzuziehen wiedermal keine Quelle zu nennen und einfach die Pressemeldungen die bei ihm per Mail eintrudeln ungeprüft abzutippen
 
@zwutz: Stimmt, dank der Umfrage wissen wir nun woran es nicht liegt, dass die Schulen hinterherhinken. Wenn ich raten dürfte: Geld- und Zeitmangel sowie die Trägheit großer Institutionen.
 
Motivierend sind iPad&Co allemal. Nur scheiterts wie so oft an der Verfügbarkeit öffentlicher Gelder.
 
Ich fände es recht elegant, wenn man zuerst Flächendeckend die sogenannten Smartboards einführt, sprich Tafeln, die auch gleichzeitig als Computerbildschirm/Multitouch-Display dienen.
Damit könnte man z.B. den Erdkunde-Unterricht interessanter gestalten, entsprechende Software vorrausgesetzt.
Und wenn Smartboard und Tablet dann zusammenarbeiten, dann kann man sogar z.B. digitale Collagen erstellen und diese an die Tafel "beamen", oder der Lehrer kann die Schüler ohne größeren Aufwand einen Test schreiben lassen, letztere können dann je nach Test auch sofort und Automatisch das Ergebnis bekommen. Ergebnisse von Klassenarbeiten könnten dann auch direkt per e-Mail an die Eltern geschickt.
Die Schul-Apps könnten dann ja auch einen Übungs-Modus beinhalten, mit denen die Schüler dann zu Hause genau das üben, was denen schwer fällt. Und Anstelle von Hausaufgaben muss jeder Schüler dann ein bestimmtes Kontingent in der Schul-App durcharbeiten.

So könnte ich mir die Schule des 21. Jahrhunderts zumindest vorstellen.
 
@metty2410: Ich bin kein Freund der Smartboards, sie wurde in meiner Schule nun größtenteils in allen Räumen installiert und sind nicht besser als ein Beamer. Der Touchscreen dieser Teile ist miserabel und ersetzt in keinem Fall eine Tafel (Die in unseren Klassenräumen auch weiterhin vorhanden sind). Außerdem sind diese Geräte ein Haufen Technik Schrott welcher Teils nicht funktioniert und sich schlecht der Infrastruktur unseres Schulsystems anpasst. Dann sind diese Bildschirme in ihrem 4:3 Format viel zu klein und es lässt sich an einem Sonnigen Tag kaum etwas Lesen weil die Sonne auf dieses Kabelmonstrum scheint.
 
@metty2410: Um "Technik" zu erlernen muss man nicht Zwangsläufig "Technik" einsetzen. Im Chemie Unterricht sind die Stunden, in denen du "wirklich" was zusammenbraust auch eher die Highlights des Jahres gewesen. Man muss ja nicht jedem Schüler programmieren oder boolsche Algebra beibringen - aber in unserer heutigen Gesellschaft gehört ein "gesundes" Grundwissen einfach dazu. Aber ich treffe oft auf Leute die nicht einmal in der Lage sind die Auflösung ihres Monitors anzupassen, geschweigedenn überhaupt zu erkennen, dass der TFT gerade nicht "nativ" läuft... Und wenn du dann noch nach DVI, VGA oder HDMI fragst...
 
Es fördert die digitale Entwicklung aber nicht, wenn jetzt auch einmal allen Schülern ein iPad in die Hand gedrückt wird. Meiner Meinung nach sollte ein Fach Computer eingeführt werden, dass sowohl Dinge wie soziale Medien, aber Informatik etc. umfasst und das nicht nur so als kleines Nebenfach mit 2 Stunden die Woche. Da gibt es Fächer, die stattdessen eher kürzen sollte.
 
@Ben22: sprichst du von kunst und religion, bzw. werte und normen?
 
@stereodolby: Einen Ethikunterricht erachte ich als notwendig. In diesem sollte man sich auch mit verschiedenen Religionen auseinandersetzen und somit mit Vorurteilen aufgeräumt werden. Ein Fach wie Ben22 es beschreibt erachte ich aber auch als absolut notwendig. Meiner Meinung nach empfähle sich da ein Pflichtfach ab der 5. Klasse, wo man erst einmal Internetkompetenz und GANZ WICHTIG (!!!) das Umgehen mit sozialen Netzwerken lernt. Gleich danach sollte man den Umgang mit verschiedenen Medien, Software (z.B. MS Office aber auch LibreOffice und OpenOffice und andere), Betriebssysteme (Windows, Mac, zumindest die bekanntesten Linux-Distributionen) und zwar auch etwas tiefer in die Materie. So weit, dass jeder in der Lage ist, seinen eigenen PC zu verwalten, typische Fehlermeldungen zu verstehen etc. Abschließend noch etwas Informatik, Logik, Programmieren etc. Wobei Logik vielleicht schon früher sinnvoll wäre, aber das könnte man auch in Mathe machen. Ein solches Computer-Fach erachte ich als zwingend notwendig, je früher desto besser.
 
@Ben22: Mir ist durchaus bewusst, dass auf einer IT-Newsseite jeder die IT für das Zentrum der Welt hält, aber offen gesagt sehe ich den Bedarf nicht wirklich. Wenn ich mir die Generation Schüler momentan ansehe, dann ist so gut wie jeder hinreichend kompetent im Umgang mit Computern. Was sonst soll man da lernen? Soziale Medien? Was soll das sein? Wie schreibe ich einen höflichen Pinnwandeintrag auf Facebook? Ich finde das gehört in den Bereich "Zwischenmenschliche Umgangsformen", das sollte man niemandem explizit beibringen müssen. Informatik? Was soll man da tun? Turing-Maschinen? Berechenbarkeitstheorie? Informatik ist letztendlich als ziemlich spezielles Untergebiet der Mathematik aufzufassen, das muss nicht jeder Schüler in der 7. Klasse können. Wichtiger halte ich eben die stärkere Integrierung von digitalen Medien in alle Fächer. Weil das ist es eben was man mit Computern machen sollte: Arbeiten. Und zwar mehr als sinnlose Java-Programme schreiben die mir ineffizient alle Primzahlen bis n ausspucken.
 
@nablaquabla: Man sollte lernen, wie man mit seinen Daten auf sozialen Netzwerken und sonstwo im Internet umzugehen hat, außerdem den Umgang auf Netzwerken mit Fremden usw. Ich finde es sehr wichtig, dass man das sehr früh lernt. Und ich werde bald 19, bin der jüngste in meinen Freundes-/Bekanntenkreisen und kann dir sagen, dass leider nicht alle dort hinreichend kompetent im Umgang mit Computern sind. Ich finde, das ist eine Kernkompetenz für das moderne Leben und sollte dementsprechend auch beigebracht werden.
 
@nablaquabla: Richtig Imformatik ist klar zu treffen von diesem "Computer"-Fach. Aber es ist leider ein Trugschluss , dass die neuen Generationen, die Digital Natives, hinreichende Kompetenzen verfügen, wie denn. Der Computer des Jugendlichen ist heute meistens in erster Linie das Smartphone. Dem Smartphone wurden alle komplexeren Funktionen eines Computer genommen und Automatisiert um einen schnellen Zugriff zu erlauben. Dies schult in keinster Weise Dateiverwaltung oder den Umgang mit Text, Calc oder Präsi-Programmen.
Es ist schade, aber vieles was heute über Apps und Word hinausgeht wird für meine Generation und die folgenden zum Problem.
 
Das offensichtlichste Problem ist, dass der Lehere beim Arbeiten mit Technischen Geräten weniger Kontrollieren kann ob mitgearbeitet wird. Jüngere Lehrer haben aber meist nichts dagegen wenn wir Begriffe in unserem Handy nachschlagen, als im Wörterbuch.
 
Liebe Kinder: heute lernen wir Facebook! Auf einen Schlag fällt die ganze Klasse lachend und grölend von den Stühlen.
 
Dass die Schulen hinterherhinken liegt wohl eher daran, dass ein Oberstufen lehrplan so aussieht: 2h Kunst / Woche, 2h Musik, 2h Religion, 2h Singen und Klatschen, 1h "Informatik" - Als AG nachmittags ab 17 uhr.
Kommentar abgeben Netiquette beachten!

Video-Empfehlungen

WinFuture Mobil

WinFuture.mbo QR-Code Auch Unterwegs bestens informiert!
Nachrichten und Kommentare auf
dem Smartphone lesen.

Folgt uns auf Twitter

WinFuture bei Twitter

Interessante Artikel & Testberichte

WinFuture wird gehostet von Artfiles