Kommentare sollen Leserbrief-Regeln unterliegen

Der Deutsche Presserat will den Umgang mit Nutzer-Kommentaren bei Online-Medien einheitlich regeln. Diese sollen zukünftig nach den gleichen Richtlinien behandelt werden wie der klassische Leserbrief. mehr... Presse, Zeitung, Papier Bildquelle: Nicholas Boos / Flickr Presse, Zeitung, Papier Presse, Zeitung, Papier Nicholas Boos / Flickr

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Warum will der Deutsche immer Alle überreglementieren Krank ist das.
 
@miccellomann: dummen regelungen gehen meist dumme taten voraus...
 
@miccellomann: Warum? Weil es den deutschen der modernen Neuzeit aus macht alles zu regelmentieren, zu normen und zu zertifizieren ;-) kommt bestimmt auch bald so weit, dass einem vorgeschrieben wird wie man auf dem Pott seinen morgendlichen Bedürfnissen nach zu gehen hat. - Na aber mal ernsthaft: Bzgl. Kommentare finde ich DIES doch mal eine sehr sinnvolle regelmentierung.
 
@Stefan_der_held: Es gibt durchaus einen "Normschiss" um Leitungsdurchmesser zu berechnen und Schüsseln zu prüfen. Als Lektüre: http://www.haustechnikdialog.de/Forum/t/19886/Grosse-Haufen
 
@miccellomann: Gegenfrage, warum kann "der Deutsche" nicht vernünftig und höflich schreiben? Hier auf WF ist mir das ja noch egal ;) was man aber teilweise in den Kommentaren der Webseiten von gedruckten Zeitungen so lesen muss, das braucht keiner.
 
@Lastwebpage: Das kann "der Deutsche" bei den wichtigen Themen durchaus. Es sind nur bestimmte Gruppen von Menschen die permanent nörgeln, meckern und prinzipiell das Ziel haben anderen schaden oder andere schlechtreden zu wollen. Das wäre dann der typische Neidhammel, der so reagiert. Aber das sind ja bei Weitem nicht Alle. Vor Allem nicht genug Leute um quasi Zensur in der Meinungsfreiheit einzuführen. Gerade Kommentare sollten frei sein. Ich denke das es eher einer guten Moderation als der Zensur bedarf - und natürlich dem ausgewogenen Ermessen der Moderation. Das ist dann auch keine Zensur.
 
Jaja - noch mehr "Zensur" - das wollen wir - und das Volk mundtot machen wäre überhaupt gleich das Beste. Kein Wunder, dass der Ton rauer wird, haben wir doch Politiker, die derart ignorant sind, dass sogar schon ein kleines Kind erkennt, wohin die Reise geht. Aber die Landesfürsten... na die sehen "keine" Probleme - blind und taub für alles, was vom Volk ausgeht >> EUDSSR wir kommen!
 
@Zonediver: Leb Du erstmal ein paar Jahre in einem Land, in dem das Volk wirklich mundtot gemacht wird und Zensur an der Tagesordnung ist. Es ist bei uns sicher vieles nicht in Ordnung, aber im Vergleich zu vielen Milliarden anderen Menschen, geht es uns hierzulande sehr sehr gut.
 
@Runaway-Fan: Dass man daran feilt, stückchenweise die Freiheit zu nehmen, kann man wirkklich nicht abstreiten. Es passiert bei uns nur in ganz kleinen Schritten. Am Ende hat man dann aber trotzdem sein Ziel erreicht.
 
@M4dr1cks: was bitte hat das damit zu tun, dass einem durch BENIMM-Regeln die Freiheit genommen wird? Manch einer hat Anstand und Höflichkeit mit dem Schaumlöffel zu sich genommen.
BTW: die Redaktion löscht Beiträge, die nicht deren Regeln entsprechen, ohne irgendwelche Vorschriften zu haben, von ganz alleine. Manchmal leider zu wenig.
 
@Runaway-Fan: Jap. Und dafür brauchen wir noch nicht mal unseren Kontinent verlassen um den Vergleich anstellen zu können. Zumal es hier auch eher um einen Kodex als um einen gesetzlichen Entwurf geht. Niemanden wird der Mund verboten, nur der Ton macht die Musik.
 
@Runaway-Fan: Wie ich solche Kommentare liebe. Immer wieder kommt der hoch.
Also nochmal für dich: Wenn wir so denken würden, dann säßen wir noch in Höhlen, weil wir uns immer gedacht hätten, dass wir es zumindest besser haben als die Affen in den Bäumen.
Nur weil es schlechte Dinge gibt, dürfen wir unsere eigenen, besseren nicht noch weiter verbessern? Meine Güte... denk mal nach...
 
@Runaway-Fan: Es geht hier gar nicht darum, irgendjemanden Mundtod zu machen. Das Netz ist aber immer voller mit vorschnellen Verurteilungen und Hetze im Netz. Dazu die Tonart. Im Schatten der Anonymität pöbeln viele Menschen Unglaubliches. Es geht darum, dass man sich vernünftig verhält und auch nur das schreibt, was man auch sonst offen sagen würde.
 
@Runaway-Fan: Es ist immer einfacher sich selbst zu belügen. Um die Probleme nicht anzugehen. Da waren die Deutschen schon immer gut. Gerade Politik und Lehrer sind sehr gut darin. Informationen so zu steuern das man es auch glaubt. Unsere Baustelle ist unsere Heimat. Es ist immer wieder erstaunlich wie vermessen die Einwohner die Gesellschaft und Wohlstand im direkten Bezug zu anderen Nationen vergleichen ohne im klaren zu sein was wir(Die Menschen auf dem Kontinent Europa) in den letzten Jahrhunderten durchmachen mussten.
 
@Runaway-Fan: Prinzipiell sollte man seine eigenen Leistungen immer am Besseren nicht am Schlechteren messen. Oder willst Du Deutschland auf eine Stufe mit den von Dir genannten Ländern stellen?
 
@Zonediver: es geht ja nicht darum jemanden Mundtod zu machen. Es geht viel mehr darum, dass die Moderation genauer ausfiltern darf wann etwas gegen die Netiquette verstöst bzw. schlicht weg am Thema vorbei geht.
 
Da hab ich doch lieber ab und zu ein etwas "rauhes Klima" anstatt totzensiert zu werden und auch wenn ich jetzt vermutlich Prügel von dem ein oder anderen beziehe denke ich dass WF das ganz gut im Griff hat.
 
@jigsaw: Winfuture hat es leider gar nicht im Griff. Denn das Kommentarsystem ist durch das Ausblenden negativ bewertete Kommentare auf denunzieren ausgelegt.
 
@jigsaw: Ganz gut im Griff (?)- sie löschen ja nur, was ihnen nicht passt und kommen mit dezenter Kritik auch nicht klar.
 
@M4dr1cks: Schwachsinn. Die Mods hier löschen nur wenn man sich wirkich grob im Ton vergreift. Mir in meinen Jahren glaub ich 2x passiert. Konstruktive kritik, können sie hier schon ganz gut ab. ;)
 
Wenn die Sachen gelöscht werden die auch im öffentlichen Leben eine Anzeige nach sich ziehen würden, würde ich das noch nicht unbedingt als Zensur betrachten.
 
Es gibt leider viel zu viele Leute die sich in der Anonymität ein ganz anderes Verhaltensmuster an den Tag legen, als in der sonstigen zwischenmenschlichen Kommunikation. Das ist insofern schade, dass ich es gut finde, dass man anonym Kommentieren kann und auch generell erachte ich die Inhalte mancher Kommentare für interessanter als die 10. Pressemeldung zum selben Thema. Es wäre also schade, wenn diese Entwicklung letztlich dazu führt, dass man nur noch mit Klarnamen oder gar nicht mehr Kommentieren kann. Nicht zuletzt ist Winfuture bei mir die Standard IT News Seite, weil man hier noch ohne großartige Hürden kommentieren kann.
 
@nexo: Nit wirklich.
 
@nexo: Du darfst viele simple Wörter hier nicht verwenden ohne dass das System, für anstößige Wörter zuschnappt. Da reden wir noch nicht mal von vulgären Wörtern. Der Name H!tler wäre hier nicht möglich. Auch das Beschreiben von Geschlechtsorganen mit korrektem lateinischen Namen ist hier nicht möglich. Und vieles mehr. Die Hürde bei Winfuture ist leider wesentlich höher als anderswo.
 
@kkp2321: Ich kenne trotzdem jetzt keine andere Newsseite in der Meldungsdichte, wo die Kommentare derartige Präsenz bekommen. Bei Golem und Heise werden sie ja regelrecht versteckt.
 
@kkp2321: das viele Beiträge mit WINdows und/oder FUTURE nichts zu tun haben, ist klar. Aber bitte was hat der ehemalige Diktator und irgendwelche Geschlechtsorgane mit dem Computer, Windows oder sonstige Technik zu tun?
 
@mgg2000: Sowas entsteht aus dem Kontext.
 
@nexo: Grade dass ist doch der Wert der Anonymität: Dass Leute ihre wahre Gedanken schreiben. Das ist was positives. Dass der Ton manchmal rauher wird, auch das ist halt ein Teil der Wahrheit wie Menschen drauf sind. Ich find's traurig dass wegen irgendwelchen Sensibelchen die wegen einem rauhen Ton anfangen zu weinen eine Herrschaar von Moderatoren Meinungsaustausch lenkt. Ich hab's gern wenn man wie bei WinFuture sieht dass nicht jeder 10. sondern jeder 2. Kommentator zb latent rechts ist, da weiß man woran man ist.
 
@lutschboy: Ich gebe dir zum Wert der Anonymität Recht. Diese als Parallelwelt zu etablieren, wo Menschen sich gegenseitig nicht mehr respektieren müssen, kann aber nicht angehen und hier muss auch was die Strafverfolgung solcher Onlinehetzen angeht erheblich was passieren.
 
@nexo: Sicher ein bekanntes Bild: http://i1.kym-cdn.com/photos/images/newsfeed/000/325/699/4fc.jpg
 
Ich glaub heise wäre dann leer :D
 
@Knerd: Das Kommentarsystem von Heise ist das unattraktivste was mir bisher bekannt ist. Es wundert mich, das es überhaupt viel Anlauf findet.
 
@kkp2321: Das Kommentarsystem von Heise kannste nur mit Heise-App aufm Tablet nutzen. Per Browser einfach nicht nutzbar.
 
@Knerd: Bein WF ist es auch nicht besser. Ich hatte mal festgestellt das eine News eine komplette Falschaussage ist und dies im Kommentar sachlich inkl. Quellen dargelegt ohne beleidigend oder irgend etwas zu sein. Man hat den Komentar gelöscht und mir eine Verwarnung dafür gegeben.
 
@Eistee: Unterschied zwischen WF und heise, heise wird oft beleidigt ;)
 
@Knerd: auf heise glaubt auch so ziemlich jeder, er hätte die weisheit mit dem löffel gegessen. die überheblichkeit der kommentare ist nicht auszuhalten. das und die schleche struktur des kommentarsystems halten mich von heise fern.
 
Das ist doch keine Zensur. Ich frage mich viel eher, warum da nicht längst etwas stärker darauf geachtet wird. Die Kommentare unter einem Artikel stellen für mich einen redaktionellen Teil der Zeitung dar. Da sollte wohl auch stärker darauf geachtet werden, was denn da genau drunterfällt. Eine Online-Zeitung ist weder Youtube, noch Reddit, noch Facebook, noch 4chan. Ist schließlich nicht so, dass damit das Volk mundtot gemacht wird, es gibt genügend andere Plattformen, die keinerlei Beschränkung unterliegen. Eine Zeitung ist schließlich als Ganzes eine bewusste Kapselung von Information, ein Fenster durch man sieht, und kein offenes Scheunentor, durch das alles marschieren kann, wie es will.
 
Und wo sollen dann die Trolle hin?
 
@Commander Böberle: Nach Trollhättan zur Älgsafari
 
Soll's dann überall wie bei der Tagesschau werden wo ohne Ende Kommentare zensiert werden? Schrecklich. Was will man als Nutzer mit ner vorzensierten Auswahl von Kommentaren, da kann man die Funktion auch gleich ganz streichen. Leserbriefe gehören zu den Printmedien ins letzte Jahrhundert und es ist wieder einfach nur lächerlich und peinlich Leserbriefe online einzuführen. Von einer Netiquette scheinen die Opas vom Presserat noch nie gehört zu haben.
 
@lutschboy: Im Gegenzug scheinen viele Online-Kommentatoren ebenfalls noch nie etwas von Netiquette gehört zu haben. Und nun? Ein Teil der Bestrebungen der "Opas", wenn ich das richtig verstanden habe, ist ja gerade eben Netiquette auch durchzusetzen, nicht nur Meinungsfilterung zu betreiben. Letztendlich ist es ihr Bier, welches Regelwerk sie sich für die Kommentarauswahl auf ihren eigenen Zeitungs-/Newsportalen ausdenken (quasi eine Art virtuelles "Hausrecht"). Es gut finden muss man als Nutzer nicht, aber das gilt ja letztendlich auch für die gesamten News auf der jeweiligen Site, diese sind ja auch redaktionell ausgewählt und aufbereitet.
 
@FenFire: Die Netiquette durchzusetzen hieße Userkommentare zu löschen und User zu verwarnen/blocken die dagegen verstoßen. Hier soll es aber eine Auswahl an Kommentaren geben, das ist ein gravierender Unterschied. Und dass sie machen können was sie wollen ist schon klar, scheiße finden darf ich's aber trotzdem.
 
@lutschboy: Natürlich darfst Du's scheiße finden :) Ob es zu einer Vorabauswahl der Kommentare kommen (also genau so wie bei abgedruckten Leserbriefen) oder nachträglich Kommentare gelöscht werden sollen scheint obiger News nach übrigens in den Richtlinien den jeweiligen Seitenbetreibern überlassen zu sein, siehe Absatz zwei (das Zitat dieser Frau Ernst). Wobei durchaus möglich ist, dass ganz im Winfuture-Stil im Newstext auch so manche relevante Information schlichtweg fehlt (übrigens auch meinungsverzerrend).
 
Da meinen also einige Leute, den Verhaltenskodex neu zu erschaffen.Anscheinend haben diese Leute aber wenig oder gar keinen Bezug aufs Grundgesetz. Ein wesentlicher Wert unserer freien Demokratie besteht aus "Presse und Meinungsfreiheit". So lange niemand persönlich durch anstößige Worte beleidigt oder diskriminiert wird, kann doch jeder seine Kritik äußern wie er will.
Wenn man jetzt damit anfängt, alle Art von Beiträgen zu zensieren oder zu löschen, bloß weil sie vielleicht etwas zu schroff sind, dann bewegen wir uns in ganzen großen Schritten zur Diktatur.
Die Leute die so was vorgeschlagen haben, wären gut damit beraten, erst einmal ein Blick ins Gesetzbuch zu machen oder besser gleich ganz das Maul zu halten.
 
@Fanta2204: "oder besser gleich ganz das Maul zu halten."...
 
@Lastwebpage: wie schroff er doch ist? gleich mal zensieren, könnte sich ja jemand beleidigt fühlen.
 
@Fanta2204: Du kannst sagen was du willst, du kannst schreiben was du willst. Du kannst aber nicht erwarten, dass man das auch veröffentlicht. Genauso wie man eben früher nicht erwarten musste, dass seine Meinung auch in den Kommentaren der Leserbrief-Rubrik gedruckt wird. Ich verstehe auch gar nicht woher diese Idee kommt. Wenn du Angst vor einer ungünstigen Sortierung der Kommentare durch einen eventuellen Redakteur hast, warum liest du überhaupt die Zeitung? Wenn ich der Redaktion vertraue, dass sie ihre Informationen hinreichend gut in einem Artikel schildern, dann vertraue ich ihnen wohl auch an, dass sie die Kommentare mit dem selben Ermessen behandeln. Ist ja nicht so, als ob es keine Alternativen gäbe.
 
Da wird man wohl über kurz oder lang in den Kommentarseiten diverser Onlinemagazine, WF eingeschlossen, nur noch die Sträucher durchrollen sehen <eg>
 
Na doll, nur weil einige die Kommentare nicht abkönnen, oder was? Man kann´s auch leicht übertreiben... ^^
 
Zumindest sorgen die Greise vom Presserat ja für neue Arbeitsplätze wenn dann wie beim Curling beidhändig gelöscht und zensiert werden soll. Hört man mal selbst dem zdf bei der "Heuteshow" zu kann man nur Staunen was da an Beleidigung und Verunglimpfung abgelassen wird- bloß wenn jemand einen Kommentar von sich gibt werden Aussagen mit ähnlichen Inhalt fast überall gelöscht. Die Verblödung und Gleichmacherei scheint zum deutschen Standard zu werden...
 
Was das den schon wieder, das ist doch schon längst Geregelt. Foren oder ähnliches, darunter zählen auch Kommentar-Systeme unterstehen dem Hausrecht des Betreibers. Was also will der Deutsche Presserat da veranstalten außer den nächsten Stritt zum Abkassieren vorbereiten. Das nächste ist dann das Gebühren für den Betreiber entstehen, wenn Nutzer Auszüge von Pressenachrichten in deren Foren oder Kommentar-Systemen posten. Da kann man nur sagen STOPP.
 
Und damit soll der systemkritische Bürger in Zukunft davon abgehalten werden sich kritisch zu äußern. Wer äußert sich schon kritisch wenn er mit Klarnamen sich mehr denn je in Gefahr begibt auf schritt und tritt überwacht zu werden und möglichereise in die Ecke des Terrorismus gedrängt zu werden. Das Internet ist den Mächtigen zu freizügig, sie wollen die Kontrolle wieder erlangen. Politaia.org ist letzte Tage offline gegangen weil sie den Druck nicht mehr standhalten konnten. Wenn die Zeit mal soweit ist, dass ich nur noch mittels meines elektronischen Personalausweises Zugang zum Internet bekomme, habe ich Angst.
 
An alle, die hier gleich etwas von "Unterdrückung systemkritischer Bürger" und "Kontrolle über das Internet" fabulieren: Ihr dürft Euere Aluhüte wieder abnehmen. Zum einen geht es nicht um Unterdrückung von Veröffentlichungen "im Internet", sondern um Richtlinien als Handhabe zur Veröffentlichung/Löschung/Ausblendung von Beiträgen in den Kommentarsystemen von Online-Publikationen. Dies von einer Organisation, deren Mitglieder Verlage sind - deren Veröffentlichungen sowieso redaktionell aufbereitet sind und somit potentiell tendenziös, und nur auf die Webseiten der Publikationen der Mitglieder bezogen. Es handelt sich nicht um eine staatliche Vorschrift und betrifft auch keine sonstigen Webseiten, jede/r ist frei, ihre/seine Meinung an anderer Stelle ohne Angst vor Vergeltung von einer offiziellen Stelle (natürlich kann sie/er sich dann ggf. selbst Hasskommentare zuziehen) zu verbreiten. Zum anderen - wenn Verlage Meinungen in den Kommanterbereichen unterdrücken will, müssen sie sich nicht vorher öffentlich Richtlinien geben, hier könnten die Redaktionen einfach so die Axt an den Kommentar ansetzen. Irgendwo in ihren Teilnahmeregeln finden sich sicher jetzt schon Aussagen, auf die sie sich berufen könnten. Desweiteren besagt der Artikel, dass es primär um den Tonfall in den Kommentaren geht - wer es nicht schafft, seine Meinung vernünftig zu äußern, sondern meint in der Anonymität des Internets mal "so richtig die Sau rauslassen zu können" - schön, der kann dann halt woanders ausrasten. Hindert ihn ja niemand daran. Aber der Verlag hat auf seiner Webseite nun mal "Hausrecht". Ein Wirt wirft einen pöbelnden Trunkenbold auch raus. Wer will, kann ja jederzeit eine eigene Webseite für "freie und ungefilterte Kommentare" eröffnen (muss jedoch auf sich nehmen, strafrechtlich relevantes dennoch zu entfernen). Und Regelungen wie "keine diskriminierenden Äußerungen", "Unschuldvermutung soll gelten", "keine Beleidigungen und Schmähungen" sowie "gegenteilige Meinungen sollen zu Wort kommen gelassen werden" sind im alltäglichen Live-Umgang zwischen Menschen sinnvoll, was genau spricht dagegen, diese auch in Leserkommentaren, ebenfalls gelten zu lassen? Ich glaube manche verwechseln Redefreiheit mit "ich darf auch auf fremden von Privatpersonen oder nicht-öffentlichen Organisationen/Unternehmen betriebenen Webseiten beliebiges von mir geben, ohne dass der Betreiber der jeweiligen Seite irgendwie dabei mitreden darf".
 
Schade, bei der Überschrift hatte ich wirklich gehofft, dass sich etwas zum Positiven ändern würde, aber das war wohl nichts. Ich als muslimischer Zionismus-Kritiker schreibe sehr gerne zu diesem Themengebiet. Leider wurden mir beim SPIEGEL und bei der WELT ständig die Kommentare abgelehnt, egal, wie sachlich sie auch formuliert waren. Und wenn es mal einer durch die Kontrolle geschafft hat, konnte ich der Unmenge an islamfeindlichen Zionismus-Freunden, die sich regelmäßig dort tummeln, selten allein die Stirn bieten. Deshalb halte ich mich jetzt beim FOCUS auf. Auch da wird mir oft was gestrichen, aber zumindest gibt es da nicht so rege Teilnahme und man kann sich auch als alleiniger Vertreter einer Meinung gegen alle anderen behaupten. Was ich damit sagen will: Wie sehr es auch abgestritten wird, dass es sich hierbei um eine Zensur handelt, wenn selbst sachliche und den Fakten entsprechende Kommentare mit einer Standard-Mail ohne weitere Erklärung abgelehnt werden, nur weil die Kritik in die "falsche Richtung" geht, gleichzeitig Kritik in die entgegengesetzte Richtung aber sogar in sehr harschem Ton "abgedruckt" wird, dann ist das für mich Zensur in seiner Reinform. Zumindest, wenn sich das Medium, auf dessen Seiten man sich befindet, gerne selbst als unparteiisch darstellt. Bei Seiten, die von vornherein klar machen, dass sie eine bestimmte Meinung vertreten, sollte es natürlich klar sein, dass man mit einer anderen Meinung nicht weit kommt - und das ist auch in Ordnung so. Ein Zitat Voltaires macht für mich ziemlich deutlich, nach welcher Maxime die Filterung von Kommentaren stattzufinden scheint: "Um zu erfahren, wer über dich herrscht, musst du nur herausfinden, wen du nicht kritisieren darfst".
 
@caliber: Nun ja, grundsätzlich scheint die oben genannte Richtlinie ja anzuhalten, auch gegenteilige Meinungen zu Wort kommen zu lassen. Wer sie also umsetzt sollte auch Deine Kommentare veröffentlichen (vorausgesetzt sie brechen keine sonstigen Regeln), so wie Du es schilderst gibt es ja auch zahlreiche Beiträge mit anderen Ansichten, der Leser kann sich also durchaus ein differenziertes Bild machen. Allerdings ist die Richtlinie für die Verlage, soweit ich das verstanden habe, nicht verpflichtend, und neu scheint sie ebenfalls zu sein. Ob sich also etwas bei SPIEGEL und WELT ändern wird? (These: eher nicht... ich glaube die meisten Verlage machen weiter wie bisher, alles andere wäre ja Aufwand).
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