Seattle: Demonstranten blockieren Microsoft-Shuttle

Nach ähnlichen Aktionen in San Francisco haben Aktivisten nun auch in Seattle die Shuttle-Busse eines großen Technologiekonzerns blockiert. Nach Google und anderen typischen Internet-Unternehmen war nun allerdings der Softwarekonzern Microsoft ... mehr... Microsoft, Logo, Softwarekonzern Bildquelle: Microsoft Microsoft, Logo, Softwarekonzern Microsoft, Logo, Softwarekonzern Microsoft

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Ist ja eigentlich selbstverständlich dass sich Unternehmen an den Kosten für kommunal bereitgestellte Infrastruktur beteiligen wenn diese genutzt wird.
Andererseits könnten die Unternehmen ja die Kapazitäten ihrer Shuttles auch den Kommunen anbieten, also z.B. auch Nicht-Mitarbeiter mitfahren lassen (mit Fahrschein dann und bei Verfügbarkeit von Plätzen) -> wird aber wahrscheinlich an rechtlichen und versicherungstechnischen Fragen scheitern
 
@scar1: Warum sollten sie Normale menschen damit fahren lassen? Ein Unternehmen stellt Busse bereit um ihre Mitarbeiter in die Firma zu fahren. Die Infrastruktur wird schon bezahlt durch die steuern des Unternehmens und die der Busgesellschaft bzw fuer den Bus. Ich nehm doch auch niemand mit der am Strassenrand einfach so rumsteht nur weil ich in die gleiche RIchtung fahre. Was wuerde ich hier darum geben wenn Unternehmen mal ihre Mitarbeiter im Bus transportieren wuerde. Haette ich mal ein wenig ruhe zur rush hour.
 
@-adrian-: Dass private Shuttledienste offentliche Haltestellen verwenden ist für dich normal?
 
@gutenmorgen1: Also um ehrlich zu sein, ja. Wenn ich mich von jemand mitnehmen lasse und eine Haltestelle in der Naehe ist, dann lass ich mich da abholen. Immerhin will ich ja nicht dass die Leute die Strasse blockieren oder? Wie du sagst - sie sind oeffentlich
 
@-adrian-: Öffentliche Haltestellen sind für Öffentliche Busse gedacht, nicht für jeden, der Privat eine private Personenbevörderung betreibt. Wenn ich am Morgen im Regen stehe, weil 50 Leute, die privat bevördert werden eine öffentliche Bushaltestelle besetzen - und das jeden (Arbeits)Tag im Jahr, dann wäre ich auch angepisst. Zumal man für die öffentlichen Verkehrsmittel auch etwas bezahlt. Es ist ja nicht so, dass die alleine von Steuern leben.
 
@-adrian-: Wenn private Unternehmen öffentliche Haltestellen verwenden sollten sie auch, nach Verfügbarkeit, auch andere mitnehmen. An sonst müssen sich private Unternehmen um eigene Haltestellen bemühen.
 
@gutenmorgen1: "Wenn ich am Morgen im Regen stehe, weil 50 Leute, ... - und das jeden (Arbeits)Tag im Jahr, dann wäre ich auch angepisst." Buchstäblich! ;-)
 
@gutenmorgen1: Du irrst Dich: Es ist völlig normal, dass der öffentliche Raum auch für privaten Verkehr benutzt wird. Das können Fahrgemeinschaften sein, die sich an bestimmten Punkten treffen oder aber auch Reisebusse, die von Gruppen angemietet wurden und an bestimmten Punkten ihre Fahrgäste ein- und ausladen. An jedem Busbahnhof halten auch private Busse. Und in vielen Städten gibt es auch normalen Regelbetrieb von privaten Busbetreibern.
 
@gutenmorgen1: Vielerorts gibt's gar keine Haltestellen, die im eigentlichen Sinne so richtig "öffentlich" sind. Eine Bushaltstelle mit dem typischen Schild dran ist zwar in der StVO so vorgesehen, aber oftmals werden diese auch nur von rein privat und rein kommerziell agierenden Busbetrieben angefahren. Warum? Viele Kommunen haben diesen Bereich komplett privatisiert (also nicht nur einen kommunalen Eigenbetrieb gegründet, sondern richtig privatisiert). Die private Busfirma Meier hat aber zum Bau und Erhalt von Bushaltestsellen, Straßen, Gehsteigen usw. auch nicht mehr beigetragen als jeder andere Steuerzahler.
 
@-adrian-: ja, wie ich anmerkte, denke ich auch, dass das aus versicherungsgründen eh nicht geht. War ja nur ein Argument der Demonstranten, dass der Shuttleangebot garnicht so "grün" ist, da wohl oft Leerfahrten durchgeführt werden. (Wobei das natürlich sicherlich wie bei den normalen Öffis ist).
Und ich bin völlig bei dir was die Entlastung der Strassen angeht: immer noch besser die Busse fahren zu lassen, als dass jeder Mitarbeiter mit seinem eigenen SUV unterwegs ist.
 
@-adrian-: warum nimmst du die nicht mit?
 
@shriker: Sie sind mir meistens nicht weiblich genug
 
@-adrian-: Zu re1: Ein Grund warum ein Unterehmen "normale Menschen" mit den Bussen mitfahren lasse sollten? Deckungsbeiträge. Deswegen findest du auch zig tausend Kantinen, die es auch "externen" ermöglichen, dort zu essen. Das machen - aus verschiedensten Gründen - viele Unternehmen auch nicht, aber es gibt durchaus gute Gründe es grundsätzlich in Erwägung zu ziehen, weil es wirtschaftlich sinnvoll sein kann.
 
@scar1: naja . die busse könnten in zukungt 10m nach der haltestelle stehenbleiben .. problem gelösst .. diee haltestelle wird nicht mehr verwendet ;-)
 
@scar1: Ich vermute mal, dass das genannte Unternehmen in Seattle Steuern bezahlt, um nicht zu sagen der Hauptsteuerzahler und Finanzier der Kommune ist (jedenfalls einschließlich der Einkommensteuer der Mitarbeiter)? Als Außenstehender vermute ich weiter einfach mal, dass eine florierende Wirtschaft gut für alle Bürger ist (irgendjemand muss ja auch die Sozialhilfe finanzieren, drum ist Chicago zB pleite) und auch neue (auch weniger anspruchsvolle) Jobs für die Bevölkerung entstehen.
 
Ehrlich, bin ich in der Zwickmühle, da ich nicht weiß inwieweit Verhältnisse in D übertragbar sind? Aber mal Quergedacht: Soziale Brennpunkte haben einen direkten Einfluss auf das "Bild" des Viertels! Eine Verwahrlosung der Gebäude, der Straßen, der Infrastruktur bis eine Sanierung "Wirtschaftlich" aussichtsreich ist, das ist nur der Fall wen Finanzstarke Bewohner Ihrerseits die Mieten zahlen können. Also könnte man behaupten das gerade Konzerne durch Ihre Mitarbeiter ein weiteres "Abgleiten" Stoppen, und eine zügige Sanierung mit einer Zunahme der Wohnqualität und Infrastruktur erst anstoßen und fördern, was wiederum gut für die Einnahmen der Stadt ist (Aufwärtsspirale). Nun liegt es nicht an den Firmen, sondern an der Stadt, für bezahlbaren Wohnraum zu sorgen, und nicht nur auf den Markt zu hoffen (Subventionierte Sozialwohnungen).
 
@Kribs: Den Betroffenen ist das in dem Fall aber absolut egal, weil sie aus "Ihren" Vierteln verdrängt werden und schwerer bezahlbare Wohnungen finden, da der soziale Wohnungsbau zu langsam zu wenig Wohnraum schafft.
 
@elbosso: Du hast ja recht, deshalb hatte ich "Quer Gedacht". Ich find nur das die Ursache der Fehlentwicklung, zu einseitig, zugeschoben wird, für die Betroffenen macht es erst mal keinen Unterschied wer die Verantwortung Trägt. Gerade eine Stadt und deren Verwaltung ist (Meines Erachtens) für Planung und Gestaltung verantwortlich. Nur dort werden Gesetze und Verordnungen gemacht, die eine "Verdrängung" minimieren oder ausschießen. Ich glaube in Hamburg gibt es eine Verordnung, das nach jeder Sanierung und jeden Neubau, ein bestimmter Anteil, Sozialwohnungen sein muss.
 
@Kribs: Problem ist, dass das selbst hier in Deutschland immer weniger funktioniert (siehe auch Debatte um Mietpreisbremse) und hier geht es um die USA! ;-)
 
@Kribs: Denke auch das die Stadt hier in der Pflicht ist. Eventuell ist es da den Stadtoberen ja lieber das ihre komplette Bevölkerung aus den Angestellten der großen Firmen besteht und deswegen wird auf eine Gegensteuerung verzichtet. Die stark steigenden Lebenserhaltungskosten wirken sich hauptsächlich auf die alteingesessenen Einwohner Seattles aus.
 
Sollen die tausenden Mitarbieter der Konzerne lieber jeder mit einem eigenen PKW zur Arbeit fahren? Das würde verstopfte Straßen und chronischen Parkplatzmangel nach sich ziehen.
 
@Bitfreezer: Das ist zwar richtig, aber der Zuzug von Besserverdienenden wird für sozial Schwächere schnell zum Problem! Ja, es wertet ein Stadtvirtel auf! Diese Aufwertung führt aber zu hören Mieten, die sich die sozial schwächeren Bewohner dieses Viertels dann recht schnell nicht mehr leisten können.
 
@OPKosh: Das ist richtig. Aber was soll man dagegen tun? Würde das jetzt nicht in Seattle passieren, sondern anderswo, gäbe es dort mittelfristig genau das gleiche Problem.
 
@departure: Eben, weil es überall dasselbe Problem ist! Was man dagegen tun kann? Regulieren! Mietpreisdeckelung?! Regelungen zu sozialen Wohnungsbau?! usw. Damit könnte mann zumindest den Übergang abfedern?!
 
@OPKosh: Richtig, das wären mal ein paar Möglichkeiten. Aber die Demonstranten demonstrieren doch gegen Microsoft, die Busse von Microsoft, die Mitarbeiter von Microsoft. Was kann speziell Microsoft (oder gar deren Mitarbeiter) dagegen tun? Irgendwo, in irgendeine Stadt werden sie ihre Firmengebäude wohl hinstellen müssen, und ihre Mitarbeiter müssen irgendwo wohnen. So, wie Du es vorgeschlagen hast, müßte sich der Protest eigentlich gegen die jew. Städte richten, damit diese die Mietpreise regulieren, Sozialwohnungen schaffen usw.. Microsoft darf dann meinetwegen gern einen saftigen Zuschuß zum sozialen Wohnungsbau bezahlen.
 
@departure: Du hast Recht! Das sagte ich aber auch schon in re:1!? ;-) Mir ging es nur darum, dass es nicht nur um PKW vs. Bus geht, wie Du es oben darzustellen schienst. Was das angeht finde ich das Buskonzept ebenso vorbildlich! Das könnte auch hier in Deutschland ruhig mal Schule machen!?
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