Link auf Leak: Quentin Tarantino verklagt Gawker

Der US-Filmemacher Quentin Tarantino geht gerichtlich gegen die Online-Publikation Gawker vor. Diese hatte zuvor in einem Artikel einen Link auf das Drehbuch und anderes Material eines noch nicht erschienenen Films gesetzt. mehr... Film, Kino, Filmrolle Bildquelle: Jochen Handschuh / Flickr Film, Kino, Filmrolle Film, Kino, Filmrolle

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Komische Auffassung im letzten Absatz. Zahlreiche andere Anwälte, die sich in anderen US-Zeitungen und im US-TV geäußert haben, besagen, dass dies sogar im schlimmsten Fall (Schuldspruch + Schadensersatzklage für entgangene Gewinne im 2/3-stelligen Millionenbetrag) das Aus für Gawker (nicht zu verwechseln mit der Mutter Gawker Media) bedeuten könnte, da die journalistische Grenze laut besagten Gesetzten "anscheinend" definitiv überschritten wurden.
 
"Allerdings, so hieß es, wäre es vermutlich auch leichter gewesen, die eigene Veröffentlichung eines Auszugs aus dem Drehbuch zu rechtfertigen, als einen Link auf das komplette Material an anderer Stelle." - Das doch gerade nicht, dachte ich immer? Oder ist das in den USA anders? Bei uns ist es doch so, dass zum Zwecke der Berichterstattung ein Link auch auf urheberrechtlich bedenkliches Material mit Hinweis darauf, dass man keine Verantwortung für die verlinkten Inhalte übernimmt, eigtl. immer geht, aber die Veröffentlichung der Inhalte auf der eigenen Seite rechtlich bedenklich ist. Gab es da nicht mal ein entsprechendes Urteil, als Heise (oder wer anders) einen Link zu Slysoft in einem Artikel hatte, obwohl die Verbreitung deren Software in Deutschland nicht erlaubt ist? Ein Bereitstellen der Software im Downloadbereich wäre illegal gewesen, aber aus Informationsgründen die Herstellerseite der Software verlinken wurde vom Gericht als erlaubt bestätigt, auch wenn der Einsatz der verlinkten Software illegal ist.
Ist doch im Prinzip dasselbe, oder? Wenn jemand über Urheberrechtsverletzung auf einer Streamingseite berichtet und diese namentlich benennt bzw. einen Link dazu im Artikel hat, wird er in Deutschland dafür doch nicht belangt. Wohl aber, wenn er die Inhalte von dort kopieren und auf der eigenen Seite zeigen würde. Wäre dann doch viel schlimmer, hätten die Auszüge aus dem Drehbuch kopiert und in ihre eigenen redaktionellen Inhalte eingefügt. Aber wahrscheinlich ist das da drüben wie so vieles anders ^^
Tarantino sollte lieber gegen den vorgehen, der das Drehbuch hochgeladen hat und nicht gegen die Berichterstattung darüber.
 
@mh0001: Zitate sind im Rahmen der Berichterstattung logischerweise erlaubt, das gesamte Werk (Drehbuch) zu "veröffentlichen" (wie immer man das rechtlich einordnen will) eher nicht. Genau über diese Fragestellung streiten sie sich ja, scheint dort noch nicht entgültig entschieden worden zu sein, und die amerikanischen Gerichte fühlen sich normalerweise an ausländsche Präzedenzfälle ("Heise") nicht gebunden.
 
@rallef: Ein Link zu der Quelle ist aber zumindest bei uns keine Veröffentlichung bzw. noch weniger Veröffentlichung als ein Zitat. Zu einem Zitat gehört ja normalerweise auch dazu, wo man es her hat ^^
 
@mh0001: Bei einem Zitat hat der Journalist Quellenschutz... aber wie gesagt: Genau um diese Fragestellung geht es ja in dem Fall.
 
@mh0001: Der Link auf eine Seite gesetzt, welche offensichtlich illegales Material veröffentlicht, über das der Redakteur in seiner News (oder whatever) auch noch spricht. Die Unrechtmäßigkeit der Veröffentlichung des Drehbuchs war dem Redakteur zum Zeitpunkt, als er den Link setzte auch mit Sicherheit bekannt. Ich denke, das hebelt jeden Disclaimer auf der Welt aus. Zudem dürfte er sich der unerlaubten Weiterverbreitung urheberrechtlich geschützten Materials schuldig gemacht haben, zumindest der Beihilfe. Es hat einen Grund, warum ansatzweise seriöse Seiten in der News "OMG11elf, ein neuer Windows-Leak" keinen Link auf den Torrent setzen, sondern nur darüber berichten. Die würden sich sonst schlicht strafbar machen. Wie die Situation in den USA aussieht kann ich nicht sagen. Da kann man ja auch Beleidigungen und Verleumdungen mit der Meinungsfreiheit rechtfertigen.
 
@Jean-Paul Satre: Nach deiner Schilderung müsste Google für jeden auffindbaren Link zu Urheberrechtlich geschütztem Material Belangt werden können! Keine Sau traut sich auch nur Google für so etwas zu belangen wieso sollte dies nun auf Gawker zutreffen? Sind Quellangaben nicht sogar verpflichtend da hier ansonsten die Urheberrechte von Zitaten etc. verletzt werden?
 
@SimpleAndEasy: Google macht das maschinell und ohne Absicht, urheberrechtlich geschützte Materialien zu verbreiten. Es ist nicht deren Intention auf illegale Inhalte zu verweisen. Ein Crawler kann dabei leider nur begrenzt unterscheiden was legal und was illegal ist. Und ohne Crawler lässt sich die Aufgabe nicht bewältigen. Ein Mensch kann dagegen sehr gut legale Dinge von illegalen unterscheiden. Oder willst du nun die Kommunen nun auch für Verbrechen haftbar machen, welche mit Hilfe ihrer Straßen begangen werden. Das sind einfach Kollateralschäden, welche bei jeder flächendeckenden Infrastruktur auftreten. Ich hoffe, das begreifst auch du. Die Richter tun das.
 
Eines finde ich bei der Sache gut: er will den Film nicht mehr machen. Warum finde ich das gut? Weil ich endlich den Gangsterfilm (soll um 1930 spielen) sehen will, von dem er seit vielen Jahren immer mal wieder spricht. Ein richtig schöner, düsterer Noir-Film im Tarantino Style? Immer her damit!
 
@hhgs: Zumal ja sein letzter Film schon ein "Western" war...
 
Und weil sie die Wahren schuldigen nicht kriegen, die welche das Drehbuch überhaupt in den Fingern hatten, wird also mal wieder jemand nieder gemacht der nur diese Sachen dem Volk anbietet.
Wie immer, nur Blödsinn !
 
Was soll das mit der Quellenangabe? Was ein ausgemachter Blödsinn. Keine Zeitung dieser Welt fügt Ihren Artikeln Quellverzeichnisse bei. Man schreibt, auf wen oder was man sich beruft und damit ist gut, keine Adresse, keine Telefonnummer und keine Dokumente. Ein Link ist da in meinen Augen bedeutend mehr. Darüber hinaus ist es einfach mies, unfertige, im Prozess befindliche Arbeiten eines Künstlers ohne dessen Einwilligung zu veröffentlichen, Urheberrechtsdiskussion hin oder her. My2ct.
 
Mal von der rechtlichen Seite abgesehen, sind das für mich Idioten! Denken die überhaupt mal nach, bevor die sowas ins Netz setzen? Letztendlich sind das in meinen Augen Abstauber der Kreativität anderer. Hauptsache ihre feiste Seite wird angeklickt... Solche Leute schnallen nicht im geringsten, was dort für Arbeit dahintersteckt. Geistige Tiefflieger... von wegen "Redakteur"! Meine 2 Cents.
 
Dia Tat war sch**, dass QT nun diesen Film nicht dreht ist jedoch gut.
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