Forschungsverlag wehrt sich gegen Internet-Ideen

Die Wissenschaftsverlage, die über lange Zeit die zentralen Plattformen für den akademischen Diskurs bereitstellten, geraten durch das Internet zunehmend in Bedrängnis und gehen entsprechend aggressiver vor. mehr... Google, Street View, Wissenschaft, CERN, Lhc, Large Hadron Collider, Teilchenbeschleuniger Bildquelle: Google Street View Google, Street View, Wissenschaft, CERN, Lhc, Large Hadron Collider, Teilchenbeschleuniger Google, Street View, Wissenschaft, CERN, Lhc, Large Hadron Collider, Teilchenbeschleuniger Google Street View

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Schade wenn ein "Wissenschaftsmagazin" sich so gegen den Fortschritt wehrt.. Anstatt selbst online aufzutreten, lieber Abmahnungen verschicken, weils ja um Geld geht.
 
@Lex23: Es geht sogar um richtig richtig richtig viel Geld: http://www.taz.de/!99876/ Bei uns an der Fakultät haben sie die Abbos vor ein paar Semestern gekündigt (oder zumindest drastisch reduziert) weil sie (Zeitschriften!) zu viel vom Budget gefressen haben. Ich würde es begrüßen, wenn Wissen wieder frei verfügbar wird und nicht hinter einer für viele unüberwindbaren Bezahlschranke verschwindet. Auf Google dürften sich noch viele weitere Artikel finden lassen, da war vor nem Jahr oder so mal ne recht große Diskussion drum.
 
Ich kann es bald nicht mehr hören oder lesen, überall geht es nur noch ums Geld. Nur noch Abzocke, Lug und Betrug egal um was es geht.
Wird noch irgendwann unser Untergang sein...
 
@Lines: Wir leben heute im Kapitalismus, so wie er ist. Jeder giert und geiert. Ich bin in einer Zeit aufgewachsen (im Osten) in der man noch Freunde und Nachbarn hatte. Lief eine Pappe nicht, hat man sich gemeinsam geholfen, gebaut und geschleppt, Ersatzteile (Dichtungen) hergestellt bis der Nachbar dann am nächsten Tag wieder auf Arbeit fahren konnte. Man hat zusammen gehalten. So weit ich sehen kann, gibt es so etwas heute nicht mehr. Jeder ist dem Nächsten sein Feind, weil der ein größeres Auto hat, oder einfach ein paar Begonien mehr auf dem Balkon hat. Ich finde eine dramatisch schlechte Entwickung die von der Regierung noch gefördert wird.
 
Die Verlage die es jetzt noch gibt haben wohl nichts aus dem Untergang der anderen gelernt. Die Digitalisierung frisst die gestrigen langsam aber sicher auf. Wie wäre es mit folgendem Geschäftsmodell: Statt dasZeugs zu drucken in die Cloud stellen. Bildungseinrichtungen mit subventionierten Pads versorgen und in einem (bezahlbaren) Lizenzmodell a la Handyverträgen bereitstellen. Sicher kostet das erst mal Investitionen. Aber: die Wissenschaftsverlage haben noch einen guten Ruf und würden bei einer Umstellung auf digitale Publikation davon profitieren. So geldgeil und kurzsichtig die aber sind, werden sie in absehbarer Zeit in der Versenkung verschwinden.
 
@LastFrontier: hm. na ja. Im Grunde geht es der Wissenschaft mit der Publikation ja darum ein möglichst großes Publikum zu erreichen. Da geht es eben nicht um den Verkauf der Werke. Von daher reicht eine kostenlose Plattform im Grunde völlig aus. Die Verlage sind also überflüssig. Ich sehe da eigentlich gar kein Geschäftsmodell mehr. Wenn es aber so ist, dass es noch Forscher gibt, die mit den Verlagen Verträge über exklusive Veröffentlichung haben, dann kann ich die Abmahnungen verstehen.
 
Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.
 
Das ist wie Rischkafahrer wollen Autobahnen blockieren.
 
Wissenschaftler sollen selbst frei entscheiden können, ob sie ihre eigenen Arbeit im Internet publizieren können. Außerdem eine Unverschämtheit, wenn Forschungsergebnisse die durch öffentliche Gelder finanziert wurde dann wieder nur in maßlos überteuerten Magazinen
 
@Ben22: Nun, offenbar haben die Verlage aber Werke abgemahnt, an denen sie die Rechte halten - also haben die jeweiligen Autoren sich wohl irgendwann mal entschieden, die Rechte an den betroffenen Werken an die Verlage zu übertragen. Das war auch eine freie Entscheidung. Evtl. handelt es sich um ältere Werke, bei denen die Publikation im Internet sich noch nicht so anbot? Das geht leider aus der Newsmeldung nicht so hervor. Bei neuen Werken könnten die Wissenschaftler sich ja gleich dafür entscheiden, die Verlage zu umgehen und online zu veröffentlichen.
 
@FenFire: Die meisten Universitäten sind aus Steuergeldern finanziert. Somit hat ein Jeder der steuern zahlt ein kleines Stück dazu beigetragen diese oder jene Forschungsergebnisse zu ermöglichen. Somit kann es garnicht möglich sein dass die Interessen eines Verlages wichtiger sind als die der Gesellschaft oder Menschheit als ganzes. Forschung wird nicht betrieben um Verlage reich zu machen, sondern die Entwicklung zum Wohle der Menschheit voranzutreiben. Dass einige Erkenntnisse aus der Forschung für negative, destruktive Dinge missbraucht werden ist dabei ein leider kaum vermeidbarer Faktor der aber an der Abgreifmentalität der Verlage nichts ändert, und deren agieren in keinster weise rechtfertigt. Die Interessen des Einzelnen oder einer kleinen Klientel dürfen nie über dem Interesse der Allgemeinheit stehen. Klientelpolitik sorgt immer dafür dass die Gesellschaft von einigen wenigen ausgenutzt wird und der grosse Rest schaut in die Röhre. Wie so eine Politik aussieht, kann man sehr gut in Deutschland beobachten. Hier dürfen Abmahnanwälte ganze Stadien voll mit Menschen verklagen weil sie sich mal n' Filmchen anschauen.
 
Teilchenphysiker veröffentlichen bspw. nicht mehr in Verlagen, sondern nur noch online (arxiv etc). Anders geht's heutzutage schlicht nicht mehr, da kann die Nature noch so oft im CERN rumwerben.
 
Aaron Swartz lässt grüßen!
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