René Obermann kritisiert undurchlässige Eliten

Der scheidende Chef der Deutschen Telekom wünscht sich angesichts seines Werdegangs für die Zukunft eine größere Durchlässigkeit der Wirtschaft für Menschen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten. mehr... Deutsche Telekom, Telekom, René Obermann Bildquelle: nrkbeta / Flickr Deutsche Telekom, Telekom, René Obermann Deutsche Telekom, Telekom, René Obermann Tagespiegel

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Der Obermann kritisiert Eliten, der Gabriel kritisiert die Überwachung.. Realitätsverlust so weit das Auge reicht...
 
@Slurp: Welchen Realitätsverlust hat er denn da erlitten? Noch mal für dich zum Mitschreiben: Er selbst kam aus keinem "elitären" Elternhaus, sondern war unter anderem auf BAFöG angewiesen. Oder ist die Auszahlung von BAFöG jetzt ein pseudo-elitäres "Must-Have"?
 
@LostSoul: BAFöG ist eine Möglichkeit für Leute ohne großen finanziellen Hintergrund, überhaupt ein Studium zu stemmen - ohne 20 Stunden die Woche arbeiten zu müssen. Allerdings ist man auch an die Regelstudienzeit gebunden (es gibt danach außer in Härtefällen nur teure Bankkredite mit dicken Zinsen). Bekommen tut es nur jemand, dessen Eltern wirklich nicht viel in die eigene Kasse erwirtschaften. Und am Ende muss man 10.000 € zurück zahlen, wenn man langsam in der Welt Fuß gefasst hat. Abgesehen davon, dass das Bafögamt sehr kaltherzig sein kann (Übergang Bachleor zu Master fast 6 Monate kein Geld wegen Warten auf die Urkunde => nach 4 Monaten war ich pleite und es war irgendwann sehr eng). Ich habe neulich einen Studenten beraten, der eine chronische Behinderung hat. Er ist auf das Bafög angewiesen, wird aber niemals in der Regelstudienzeit fertig. Ich hoffe nur, dass er weiterhin Unterstützung bekommt - glaube es aber nicht. Auf den Schwachen rumtrampeln ist für den Staat immer leicht. Rene Obermann hat sicher im Leben Glück gehabt und den richtigen Riecher bewiesen. Wer eine Firma hat und deswegen nach einem Jahr das Studium wirft, der hat zwar mal Bafög bekommen, aber es war keine große Nummer in seinem Leben. Seinen Erfolg hat er seiner Firma zu verdanken. Und wie dankt er es den Telekomkunden, die schon 15€ mehr zahlen als bei der Konkurenz? Mit der Drosselkomnummer, Entlassungen,... Wer so weit nach oben kommt, bewegt sich auf einem schmalen Pfad zwischen dem Ideal und der Realität des Geldes.
 
Kritik, Kritik, Überall Kritik
 
@Yukan: Respekt hätte ich, wenn er mit gutem Beispiel voran gehen und Taten setzen würde. So aber sind es nur leere Worte. Bei seiner Drosselkom entlässt er übrigens zum Abschied mal schnell (zur Profitsteigerung in den zweistelligen Bereich) 8000 Leute...
 
@moribund: beziehste deine info auch noch auf den klassischen wege über die bildzeitung?
 
@slashi: Google ist Dein Freund. War übrigens erst vor ein paar Tagen ein Artikel dazu hier auf WF. BTW: als Österreicher lese ich sowieso keine Bildzeitung - Deine Unterstellung läuft also bei mir ins Leere.
 
Ich kann den Mann verstehen. Das fängt schon viel früher an. Habe auf der Schule viel mit Lehrern zu tun gehabt, die mich aufgrund meiner Nationalität gegenüber Deutschen benachteiligt haben. Die konnten es einfach nicht akzeptieren, dass ein Ausländer besser Deutsch spricht als die deutschen Schüler
 
Ergo = mehr BAföG -> mehr Firmen -> mehr Obermanns ... Nein, Danke !
 
@hasimen:
Sie verstehen offensichtlich nicht wo der Wohlstand einer Gesellschaft herrührt. In der Öffentlichkeit habe ich das Gefühl, denken die Menschen Wohlstand kommt vom Staat.
Mehrwert wird nur von Unternehmen geschaffen, dieser Mehrwert wird über Lohn und über Steuern in der Gesellschaft verteilt.
also hoffe ich sehr, dass es mehr Bafög gibt und damit mehr ausgebildete Unernehmensführer

Aber überhaupt zum Thema: alles was er sagt stimmt, wenn meine Eltern Akademiker sind studiert das Kind zu 90% etc. Was mich stört, irgendwie denkt jeder Politik könne daran was ändern. Was sollen sie denn ändern, Schule, Studium ist alles KOSTENLOS. Noch mehr man erhält sogar teilweise viel Geld dafür wenn man es macht. Also der Staat tut alles, das Problem ist eher, dass Kinder aus Familien, aus einer unteren Gesellschaftsschicht Werte von den Eltern vermittelt bekommen, welche sie nicht dazu animiert eine akademische Karriere einzuschlagen, sondern eher im Feinrippunterhemd RTL2 zu schauen.
 
Leider kann man die frühkindliche Förderung nicht beeinflussen. Denn die ersten 8 Jahre im Leben, sind die wichtigste Phase zum lernen. Das Gehirn saugt alles wie ein Schwamm auf, was da für Chancen verpasst werden, da geht das meiste Potential verloren.

Auch das Schulsystem muss reformiert werden, es kann nicht sein das in der Schule oft der langsamste das Tempo vorgibt. Ausserdem müssen diese aus den Bildungsfernen Schichten, besser in der Schule auf das Leben vorbereitet werden, viele wissen/kennen einfach ihre Grenzen nicht.
 
@hasimen: Lesen! Er hatte zu wenig BAföG deswegen hat er ne Firma gegründet :-)
 
Also mit den Schulabschlüssen hat er ja recht.

Ich verstehe nicht, wieso es in Deutschland die Schulpflicht gibt, aber man zulässt, dass Jugendliche ohne Abschluss in die "Freiheit" entlassen werden.

Es ist doch in diesem Moment klar, dass so ein Mensch höchstens einen sehr einfachen Job erledigen kann, und in den meisten Fällen immer aufstocken muss.
 
@andi1983:
Noch nicht aufgefallen ? Bei den armen kleinen Kindern tut man immer auf fürsorglich (Schulpflicht) aber wenn aus den armen kleinen Kindern mit Hilfe dieser fürsorglichen Drillmaßnahmen rotzige junge Erwachsene geworden sind, will man von eben diesen nichts mehr wissen. Und selbst bei den Kindern gibt man sich nur fürsorglich, solange sie fiktiv sind. In der Realität sind sie (bzw. gelten sie) einfach nur unwirtschaftlich.
 
naja warum hat er nicht die weichen für seinen eigenen wunsch gelegt ?
 
Mein ehemaliger Arbeitgeber sagte immer, dass er lieber jemanden mit einem durchschnittlichen Schulabschluss nimmt als die "Fachidioten von der Uni die in der Theorie alles können, aber in der Praxis total versagen", wenn es nicht nach Schema F läuft.
 
@Memfis: Da ist zwar was dran, aber solche Argumente kommen halt auch oft von Arbeitgebern, denen die höher qualifizierten Personen wegen niedriger Entlohnung den Rücken kehren. Da sind die Hauptschüler einfach genügsamer und leidensfähiger, weil sie dementsprechend erzogen worden sind.
 
@Memfis: Das ist aber eine sehr einseitige Sicht und beruht auf begrenzten Erfahrungen. Ich bin ein Absolvent einer Universität und habe sicher sowohl meine analytischen als auch meine praktischen Fähigkeiten. Was mir jedoch in meiner Ausbildung als besonders wichtiger Aspekt beigebracht wurde, war kein Wissen oder die Benutzung irgend eines Werkzeuges, sondern die Fähigkeit, schnell etwas neues zu erfassen, zu verstehen und damit umzugehen. Mein Informatikstudium wird inhaltlich in 40 Jahren vielleicht Antik sein, aber Neuem gegenüber offen zu sein nie.
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