Ungeahnte Probleme beim Nokia-Deal mit Microsoft

Eine Auseinandersetzung zwischen dem finnischen Mobilfunk-Konzern Nokia und den Finanzbehörden in Indien hat inzwischen Dimensionen angenommen, die den Verkauf der Handy-Sparte an Microsoft in Frage stellen könnten. mehr... Nokia, Logo, Handy Hersteller Bildquelle: Nokia Nokia, Logo, Handy Hersteller Nokia, Logo, Handy Hersteller Nokia

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Also wenn Nokia in so wenigen Jahren soviel Steuern bezahlen müsste, hätten die den Standort schon lange geschlossen?!
 
@Edelasos: Sehe ich auch so. Vollkommen unverhältnismäßig. Warum sollte sich ein so maroder Laden so einen Klotz ans Bein binden?
 
@Edelasos: Klingt schon fast nach Insolvenzverschleppung....
 
@Walkerrp: Unsinn.
 
@Edelasos: Ich glaube, du verstehst den Hintergrund nicht. Es kann einfach sein, dass Nokia z.B. absichtlich den Wert der Anlage Jahr für Jahr stärker als mit einer einfachen normalen Abschreibung gesenkt hat, wodurch sich ein steurmindernder Aufwand ergibt. D.h., selbst wenn das Werk an sich profitabel arbeitet (wenn es ein Nokia-Werk ist, wird es wahrscheinlich eh nur nach Cost-plus-Fee an Intercompany-Unternehmen weiter veräußern), senkt es durch den höheren Abschreibungsaufwand den zu versteuernden Gewinn - was dazu führt, dass sie zu wenig an den Staat abgeführt haben. Es gibt noch weitere Möglichkeiten, wie z.B., dass es - wie auch teilweise in Deutschland gefordert - um reine Vermögenssteuern geht. Wird also die Fabrik als weniger wertvoll ausgegeben, würden in diesem Fall die bisher abgeführten Steuern ebenfalls zu niedrig ausgefallen sein. Und last but not least: "So viel Steuern" ist keine sinnvolle Aussage. Bestenfalls ist interessant, wie die Steuerquote ist. Ob der Betrag, absolut betrachtet, hoch oder niedgrig ist, spielt keine Rolle.
 
@LostSoul: Erstens das, und zweitens die Strafzinsen samt Zinseszins... Mutmaßlich ist ein entscheidender hoher Beamter einfach bei den Handsalbungen vergessen worden.
 
Hoffendlich kriegt Nokia noch richtig eins auf den Sack. Da sieht man mal das Steuersparmodell von denen...erst hier abhauen nach Rumänien...dann von dort wieder abhauen...sobald die Subventionen weg sind ist auch Nokia weg. Find ich gut das die Inder sich das nicht gefallen lassen.
 
@movieking: Kannst du mal verraten, was das mit Steuersparmodellen oder Subventionen zu tun hat? Beides ist hier überhaupt nicht Thema.
 
@LostSoul: Er hat was gegen Nokia ;)
 
@LostSoul: Nur für dich: "die Steuerschuld Nokias gegenüber dem indischen Staat derzeit 1,28 Milliarden Dollar" und "Diese Zahlen beruhen aber auf der Annahme der Finanzbehörden, dass Nokia den Wert seines Werkes zu niedrig angegeben hat und dieser entsprechend höher zu schätzen sei". Man sieht doch das es bei Nokia System hat. Subventionen hier, Steuertricks dort...
 
@movieking: Das hat bei allen Unternehmen dieses System. Ich versuche mein Kapital bei mir zu behalten. Die beste Variante hat da übrigens Ikea. http://de.wikipedia.org/wiki/IKEA#Konzernstruktur Die Zahlen fast gar keine Steuern :D
 
@movieking: Aha, dann erzähle ich dir mal was dazu: Das hat nicht zwangsläufig mit Steuersparmodellen oder gar "-tricks" zu tun, sondern kann sich auch aus dem normalen Geschäft heraus ergeben. Ganz einfaches Beispiel: Als einen Jahresabschluss aufstellender Unternehmer bist du dazu verpflichtet die Werthaltigkeit deines (u.a.) Anlagevermögens beim Abschluss aufzustellen. Hier also die Fabrik. Nun kann es sein, dass die technische Weiterentwicklung etc. dich dazu gebracht hat, dass du nach kaufmännisch vernünftiger Abwägung zu dem Ergebnis kommst, dass du für deine Fabrik eine Wertkorrektur des Buchwertes vornehmen musst (also eine außerordentliche Abschreibung vornimmst). Diese wirkt sich als Aufwand in deiner Gewinn- und Verlustrechnung aus - senkt somit also deine Steuern auf Einkommen und Ertrag (oder, wenn anwendbar, natürlich auch z.B. Vermögenssteuern). Wenn nun ein paar Jahre später die Betriebsprüfung ins Haus kommt, kann es jedoch passieren, dass diese den Vorgang anders bewertet - was zu einer nachträglichen Steueranpassung führt. Und nur für den Fall, dass du glaubst, dass das selten passiert: ao. Abschreibungen stellen bei ziemlich jeder Betriebsprüfung einen Diskussionspunkt dar. Wie du also siehst, hat das überhaupt nichts mit Steuertricks o.ä. zu tun - auch wenn das natürlich überhaupt nicht populistisch ist.
 
@LostSoul: Dann erzähle ich dir mal wie das "gute" Firmen machen: Technische Weiterentwicklung erfolgt --> Wert wird entsprechend korrigiert --> Mehr Steuern gezahlt --> Alles in Butter. So machen es die meisten Mittelständischen Firmen bzw. Firmen die nicht an der Börse gehandelt werden. Sobald eine Firma dem Turbokapitalismus verfällt und Manager für Gewinnmaximierung ect. holt werden plötzlich die einfachsten BWL- und Steuertechnischen Vorgänge "optimiert". Optimiert bedeutet alle Schlüpflöcher und Grauzonen zu finden um mehr Geld zu scheffeln. Und dann kommt sowas dabei raus. Ich hasse Nokia nicht, und mir ist auch klar das viele andere Firmen es genauso machen (Apple, eBay ect.)...trotzdem muss man diese Entwicklung nicht gut finden. Daher freue ich mich wenn mal einer eins auf die Schnauze kriegt...
 
@movieking: Ich glaube, ich kenne mehr mittelständische und große Unternehmen als du und weiß wie diese bilanzieren. Das was du beschrieben hast, also eine Zuschreibung, kannst du aber eben nur vornehmen, wenn es die Voraussetzungen dafür gibt - das hat mit dem entgegensetzen Fall, der eben zu der oben dargestellten Problematik führen kann, aber nichts zu tun. Genausogut könnte man einwerfen, dass Brötchen günstiger als ein Goldmedallien sind, was an sicht richtig sein mag, aber mit dem konkreten Sachverhalt nichts zu tun hat. // EDIT // Nur um das noch mal klarzustellen: Auch dein goldiger Mittelständer, *muss* im von mir oben dargestellen Fall *zwingend* eine *Abwertung* vornehmen, die sich auch für diesen natürlich (ergebnis-)steuermildernd auswirkt.
 
@movieking: Ich muss noch mal einen Nachtrag zu deinem Beitrag machen, bevor hier später jemand den einleitenden Teil deines Beitrages für bare Münze nimmt, denn der ist natürlich auch falsch - und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Eine Weiterentwicklung bzw. ein technisches Update/Upgrade führt nicht zu Wertanpassung des betreffenden Anlagegutes, dies ist genaugenommen sogar grundsätzlich untersagt. Eine Investition in die technische Fortentwicklung eines Anlagegutes führt einfach nur zu Aufwendungen, die sogar steuersenkend(!) sind, da sie das Betriebsergebnis schmälern (auch als Instandhaltungsaufwendungen bezeichnet, selbst wenn damit eine Verbesserung des Anlagengutes einhergeht) - also das ganze Gegenteil von dem was du geschrieben hast. Ausschließlich wenn bestimmte Voraussetzungen vorliegen, können bestimmte Aufwendungen aktiviert werden (also zu einer "Buchwerterhöhung" des betreffenden Anlagegutes führen), nämlich dann, wenn es sich um *wesentliche* Verbesserungen handelt - die Grenzen dabei sind eher eng gesetzt. Das führt dann aber auch nicht zu einem Mehr an Steuerausgaben, sondern führt nur dazu, dass die Investition erfolgsneutral ist, weil sie nicht mehr durch die GuV läuft. Im vollständigen Gegenteil dazu führt der Wegfall des Grundes einer außerordentlichen Abschreibung zwingend zu einer Zuschreibung, die in entsprechender Höhe auch wieder ergebniswirksam und somit steuerlich zu berücksichtigen ist.
 
@LostSoul: muss dir hier mal voll und ganzn zustimmen. weiß auch nicht warum movieking hier dauernd dagegen wettert, denn was du aufführst, ist absolutes grundwissen in der Buchhaltung und jeder der etwas damit zu tun hat, kann das nachvollziehen. scheinbar sollte sich movieking mal etwas mit bilanzierung und GuV beschäftigen um das nachzuvollziehen. für den Laien klingt die news natürlich eher nach steuertricks seitens nokia aber solange wir selbst nicht die bilanzen von nokia kennen und vorallem da durch blicken, sollte keiner gegen nokia oder wen auch immer hetzen. erstmal wissen aneignen, die bilanzen anschauen und dann urteilen.. solche news bringen meist mehr unfrieden als wissen für die allgemeinheit.. Im endeffekt gibt es hier sicher wenige die in der lage sind, das nachzuvollziehen, was der indische staat da anstrebt und prüft.
Fazit: nur weil ich meine produktionsstätte aktualisiere (update/upgrade), ist sie nicht gleich mehr wert. immerhin bin ich doch faktisch gezwungen sie aktuell zu halten um wettbewerbsfähig zu bleiben und das sind dann aufwendungen, die ich betreiben muss und so in die bilanz aufzuführen sind. Deswegen ist sie aber nochlange nicht mehr wert.
faktisch hat LostSoul es sehr gut und ansich für jeden verständlich beschrieben (in den lehrbüchern steht es meist nicht so drin und ist nicht für jeden verständlich).
 
@LostSoul: nur mal so auf nachfrage von mir. Dort im Text steht aber nichts von einer erhöhten Abschreibung, einer außerordentlichen Wertminderung oder Erhöhung des Wertes durch Instandsetzung/Modernisierung. Ich mache selbst die monatliche BWA für meine Eltern inkl Abschreibungen im Hotel. Wenn ich das so lese kommt es mir eher so vor das Nokia von Anfang an den Wert der Anlage "extra" zu niedrig angegeben hat um nicht so viele Steuern zu zahlen. Daher wurde faktisch jedes Jahr seit Bauabschluss ein falscher Abschreibungswert im Jahresabschluss hinterlegt der Indien weniger Steuern eingebracht hat. Allerdings kann man das wohl auch nicht unbedingt mit dem deutschen Steuerrecht vergleichen. Indien wird da wohl andere Vorgaben haben als wir.
 
@lurchie: Richtig ist, dass im Beitrag *gar nichts* dazu steht, was konkret dahinter steht, außer der oberflächlichen Beschreibung, dass der Wert der Fabrik streitig ist. Ich habe einzig, aufgrund einiger Beiträge hier, ein paar Aspekte aufgeführt, woran das liegen *kann*. Diese waren weder abschließend, noch habe ich gesagt, dass es exakt an diesen liegt, sondern es ging ausschließlich - was anderes wirst du meinen Beiträgen auch nicht entnehmen können - daraum, aufzuzeigen, dass es sich mitnichten hintergründig ausschließlich um "Steuertricks" handeln muss. Klar ist zwar, dass auch dies sein *kann*, aber es ist vollkommen unsinnig immer sofort hinter allem "sonstwas" zu vermuten. Wenn du mir also entgegnest, dass oben keine ao. Abschreibungen o.ä. enthalten sind, wirst du dir selbst jedoch ebenso vorhalten müssen, dass von Steuertricks ebenso wenig die Rede ist. ;) Ehrlich gesagt - und da komme ich auch ein wenig auf den Beitrag von @inge70 zu sprechen, nerven mich solche Themen hier zum Teil arg. Nicht, weil sie uninteressant sind, sondern weil gerne losgepoltert wird, ohne auch nur den Hauch einer Sachkenntnis zu besitzen. Das sind dann übrigens zu 90% die Leute, die von sich selbst zugleich behaupten, ja viel differenzierter die Dinge zu betrachten und zu hinterfragen, als das (wahlweise) Politiker, Manager oder die Bilderberger machen. Bei Themen dieser Art nervt es mich zudem persönlich, da ich - nachdem ich damals meinen Juristen als Titel erworben habe - in die Wirtschaftsprüfung gegangen bin und in der Folge - den üblichen Weg, für Leute die in der Branche bleiben und nicht nur das kurzfristige Karrieresprungbrett suchen - auch meinen Steuerberater und Wirtschaftsprüfer abgelegt habe. Es gibt hier den ein oder anderen Mit-Schreiber, der weiß, dass ich in einer der sog. "Big4" arbeite und mich sogar hier und da bei Kleinigkeiten oder Rückfragen kontakiert - die wissen aber auch, dass meine Beiträge hier entsprechend fundiert sind und nicht "aus dem Bauch heraus" kommen, sondern dass ich bis heute wahrscheinlich mehr Unternehmen in der Aufstellung ihrer Jahresabschlüsse begleitet und geprüft habe, als viele hier überhaupt kennen. ;) Und da reden wir von der "kleinen Bude" bis hin zum Weltkonzern über alle Unternehmensgrößen (und bevor hier ein "unwissender" Kommentar kommt: nein, sowas prüft man natürlich nicht alleine, aber ich glaube, wer in der Richtung kommentiert, hat es eh nicht verstanden). Ich gehe umgekehrt davon aus, dass wahrscheinlich auch du irgendein Gebiet hast, auf dem du dich gut auskennst und wahrscheinlich stören dich dann dort ebenfalls Kommentare, aus denen du einfach nur entnehmen kannst, dass der Schreiberling keine Ahnung hat - und exakt das hat eben mich hier an diversen Beiträgen gestört.
 
@movieking: Ah riecht nach Bildniveau. Denkst du ein anderes kapitalistisches Unternehmen hätte es anders gemacht? Das ist gang und gebe in unserer ach so tollen kapilatischen Welt. Nokia versucht Geld zu erwirtschaften und zwar zu den besten und günstigsten Bedingung, genauso wie jedes andere Unternehmen auch.
 
@movieking: Gebe Dir voll und ganz recht. Haben sie in Deutschland auch gemacht. Ich erinnere mich noch an die ganze Sache. Habe seit dem auch kein Nokia wieder gekauft. Egal was die anderen hier noch so allwissend von sich geben.
 
hier versucht die indische regierung einfach nur nokia zu schlachten weil die damals mitarbeiter entlassen haben. kurz danach kamen die ganzen vorwürfe.
 
@gast27: ich denke der indischen regierung ist es wurst ob nokia mitarbeiter entlässt oder nicht.. hier gehts ums geld und nur das zählt. gerade in indien, da es dort nunmal nicht so locker sitzt wie in der westlichen welt.. Das was du meisnt betraf aber wohl eher die geschichte hier in Deutschland. erst sackte nokia staatliche gelder ein und später schloss es das werk ohne konsequenzen seitens der regierung zu spüren.
 
@inge70: in indien war des auch. die hatten gelder bekommen und nach ein paar jahren wollten sie dann mitarbeiter entlassen weil die geschäfte schlechter liefen. eine woche später kamen dann die anschuldigungen mit steuerhinterziehung usw. was deutschland angeht hat sie nokia nie ganz zurückgezogen. die haben nur die fabrik zugemacht.
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