"Yes, we scan!": Sprachpuristen vs. Blogger vs. Bild

Der Verein Deutsche Sprache (VDS), der sich die Pflege des Deutschen auf die Fahnen geschrieben hat und immer wieder gegen die Nutzung von Anglizismen wettert, setzte sich mit einer aktuellen Preisvergabe gleich mehrfach in die Nesseln. mehr... überwachung, Nsa, Barack Obama, Yes we scan Bildquelle: Nerdcore überwachung, Nsa, Barack Obama, Yes we scan überwachung, Nsa, Barack Obama, Yes we scan Nerdcore

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Wir haben offenbar wirklich sonst keine Probleme.
 
@Mowolf: Wir haben alle unsere eigenen kleinen Probleme. DU hast wohl auch sonst keine Probleme, was :)
 
@-adrian-: Ne, deswegen freue ich mich ja auch, dass es anderen offenbar auch so geht^^
 
Nö, die Wichtigtuer der VDS sind nicht über ihren Schatten gesprungen, sie haben sich damit selbst ad absurdum geführt.
 
@jigsaw: Der VDS ist von Grund auf Spaßverein. Die tatsächliche Entwicklung der deutschen Sprache und sprachwissenschaftliches Grundwissen werden konsequent ignoriert. Selbst Goethe wird ignoriert: "Die Gewalt einer Sprache ist nicht, daß sie das Fremde abweist, sondern daß sie es verschlingt."
 
@remark: Das Problem ist nur, daß unsere Sprache nicht verschlingt, sondern Stück für Stück verschlungen wird. Das ist ein kleiner Unterschied. Wenn man denn will, kann man durchaus auf Anglizismen verzichten und trotzdem normal kommunizieren. Nur weil man etwas in einer anderen Sprache ausdrückt, wird es weder verständlicher noch interessanter. Es gibt schlicht keinen triftigen Grund, warum wir in einer anderen Sprache als unserer Muttersprache miteinander kommunizieren sollten.
 
@starship: Das passiert ja gar nicht. So, wie heute gegen Wörter aus dem Englischen gekämpft wird, wurde bereits gegen Lateinische, Griechische und Französische Wörter gekämpft. Sie würden die Sprache zerstören. Haben sie das? Nein, sie haben die Sprache bereichert. Mir ist keine Sprache bekannt, die durch Einflüsse anderer Sprachen gestorben ist. Hebräisch wurde gerade durch solche Einflüsse sogar wieder zur Muttersprache. Gründe sind eigentlich immer fehlende Muttersprachler. Gefährlich für das deutsche sind nicht Anglizismen. Gefährlich wäre nur, wenn es plötzlich Mode wäre, die Kinder ausschließlich mit Englisch als Muttersprache großzuziehen. Aber was erzähle ich hier. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen dank sprachpflegerischer Weltuntergangsszenarien.
 
Sie wollen die Deutsche Sprache "erhalten", aber es gewinnt ein Englischer Satz. Ich kauf mir jetzt eine Katze und gehe damit auf Hundeausstellungen und gewinne dort alle Preise. Ich sag einfach es ist ein Hund mit Fremdsprache.
 
@Blubbsert: jep, so siehts aus, und gerade im IT-Bereich ist dieses zwanghafte Vermeidenwollen von Anglizismen wohl mehr als lächerlich.
 
@jigsaw: Was spricht gegen Maus, Tastatur, Arbeitsspeicher, Festplatte, Netzwerk, Bildschirm, Schreibtisch uuuund - Klapprechner?
 
@LastFrontier: (Fast) alles völlig normal, oder? Allerdings ist "Schreibtisch" für "Desktop" behämmert, weil man da halt an Möbel denkt, und "Klapprechner" find ich persönlich beknackt, aber man weiß zumindest sofort, was gemeint ist.
 
@DON666: ich erinnere mich immer wider gerne an die ältere dame vor mir an der aldi-kasse vor ein paar Jahren, die nach "diesen neumodischen computer-schreibmaschinen" (laptop) fragte.. bis heute ein brüller in unserer Familie :D
 
@DON666: Mit dem Desktop war aber ursprünglich auch der Schreibtisch gemeint. Weil der Business-Ami das von der asoziation eher geschnallt hat wie andere Begriffe (z.B. Monitor).
Den Schreitisch (Desktop) kannte er bereits aus seinem Arbeitsleben und auch dessen Funktionsweise. Auch die Begriffe File (Akte) und Folder (Ordner) stammen nicht aus der IT sondern sind Begriffe aus dem Büroalltag. Und der Papierkorb (Trash) heisst so, weil neben jedem Schreibtisch auch ein Papierkorb steht. Stammt übrigens von Apple ;-)
 
@Slurp: Es war tatsächlich so, dass in der Anfangszeit der PC-Ära diese auch wie Schreibmaschinen benutzt wurden. Nicht wenige haben beim Schreiben eines Textes erst mal den Wagenrücklauf gesucht anstatt einfach weiter zu tippen. Da musste man die Leute noch richtig auf die Programme schulen. Vor allem Steuerzeichen waren ein ganz heisses Thema. Von Autoexec und Batchdateien mal gar nicht zu reden. Dagegen sind heutige PC und ihre Systeme und Programme regelrechte KI.
 
@LastFrontier: Ist mir alles bekannt (ja, bin des Englischen mächtig), aber trotzdem ist "Schreibtisch" im Deutschen für den PC-Desktop einfach Kokolores, vor allem vor dem Hintergrund, dass sich "Desktop" nun einmal seit mittlerweile Jahrzehnten eingebürgert hat und selbst der gehirnamputierteste Vollhorst weiß, was damit gemeint ist (wenn er es auch vielleicht nicht übersetzen kann...).
 
@DON666: Natürlich sind viele Begriffe heute selbstverständlich. Damals (in den 1980ern) musste man den Leuten das aber noch erklären. Da war es noch echtes #Neuland. Und auch keineswegs selbstverständlich deutsche Handbücher zu haben - die gabs einfach nicht oder nur in ganz rudimentärer Ausführung.
 
@LastFrontier:das war vor.. vielleicht 6 oder 7 Jahren, also als Notebooks schon mehr als weit verbreitet waren.. aber ich fanf ws einfach putzig und auch ein stück weit kreativ
 
@DON666: Zu wissen was gemeint ist und NICHT den Anglizismen anheim zu fallen ist zweierlei. Ich weiß auch was Frozen Shoulder ist und benutze trotzdem eine dt. Bezeichnung wie schmerzende Schultersteife / -blockade. Und wenn man mal ehrlich ist, werfen doch viele mit diesen Fachbegriffen in (US-)Englisch, eben Anglizismen, nur herum um zu zeigen wie "in" sie sind und wie großartig und gebildet sie sind und wie ach so dolle sie sich mit Computer und Co. auskennen. Ich empfinde das oft nur als lächerlich.
 
@LastFrontier: Das ist heutzutage leider auch noch oft genug der Fall das Handbücher in Engl. geschrieben sind oder nur eine minimalste dt. Übersetzung haben. Klasse finde ich auch immer wenn Handbücher zum Pc auf dem PC gespeichert sind bzw. über Links gefunden werden müssen, sehr sinnvoll wenn der PC usw. nicht mehr funktioniert. Ebenso witzig im Bereich Internet für Probleme auf Links zu verweisen, besonders dann wenn das Problem ist dass ich nicht ins Internet komme.
 
@LastFrontier: Ja, ich war in den 80ern live dabei. Habe damals schon nach der Schule bei einer Softwarefirma gejobbt, um mir meinen ersten C64 leisten zu können. Zu der Zeit waren Schulungen für Software, die heute für uns selbstverständlich ist, der große (und teure) Renner. Die Handbücher hatten Telefonbuchumfang (ich durfte den Kram damals per Kopierer vervielfältigen...); außerdem hat IBM neben Computern auch noch Kugelkopfschreibmaschinen hergestellt.
 
@DON666: Ich hab noch riesige Maschinen mit Lochkarten gefüttert. Nannte sich ganz geschwollen Operator.
 
@LastFrontier: Nee, der Kelch ging dann doch an mir vorbei, obwohl solche Kisten (Lochkartenlesegeräte) bei der Firma noch in der Rumpelkammer rumstanden.
 
@DON666: Das waren noch Zeiten. Die Luft war sauber, der Sex richtig schmutzig und mit "Computern" konnte man richtig Kohle scheffeln ;-)
 
@Kiebitz: Schlimmer sind nur die Wirtschaftsheinis, die ihren Wortschatz Stück für Stück durch Anglizismen ersetzen und glauben, nach ihrem inhaltsleeren Fachgesimpel hätten sie etwas weltbewegendes gesagt. Nur der einfache Intellektuelle merkt dabei, daß man diese 5-Minuten-Ausschweifung auch auf Deutsch und in 2 Sätzen hätte zusammenfassen können, was dann jedoch wieder weniger fachmännisch geklungen hätte. Manche müssen ihre Position eben durch "Sprachkompetenz" verteidigen, wenn es anders nicht geht ...
 
@DON666: Tun das englische sprachige nicht mit Desktop?
 
@Thaodan: Klar. Aber dort war es halt von Anfang an so. Warum sollte man jetzt, wo es sich hier eben so eingebürgert hat, quasi mit der Brechstange einen auf "Schreibtisch" machen? Der Zug ist m. M. n längst abgefahren.
 
@jigsaw: Was ist daran lächerlich? Ich arbeite im EDV-Gewerbe, und das funktioniert wunderbar ohne Anglizismen. Das kommt einem nur lächerlich vor, wenn man unsere Muttersprache nicht mehr richtig beherrscht. Deutsch zu sprechen ist wahrscheinlich nicht mehr "cool"...
 
Was speichert der Verein eigentlich?
 
"der sich die Pflege des Deutschen auf die Fahnen geschrieben hat" - ist diese Ausdrucksweise den Anforderungen des VDS entpsprechend? Aus dem Bauch heraus hätte ich "der Pflege der deutschen Sprache" gesagt und "die Pflege des Deutschen" wäre die Pflege eines deutschen Bürgers. Ein Deutschlehrer hier anwesend, der mich da mal aufklären könnte?
 
@Tyndal: Bin zwar überhaupt keine Art von Lehrer, aber immerhin langt es, um dir zu versichern, dass natürlich beide Varianten inhaltlich korrekt sind.
 
@Tyndal: Da vorab der erste Halbsatz lautete "...Der Verein Deutsche Sprache (VDS)..." und dann geht´s weiter mit "...der sich die Pflege des Deutschen auf die Fahnen geschrieben hat..." ist das so vollkommen richtig. Denn "des Deutschen" bezieht sich ja auf das vorhergehende "Deutsche Sprache"!
 
@Kiebitz: Versteh mich jetzt bitte nicht falsch, ein Akut oder accent aigu wird über einem Vokalen benutzt, z.B. é. Gleiches gilt auch für den Gravis oder accent grave, z.B. è. Um eine Trennung zwischen zwei Wörtern, von denen das eine gekürzt ist, aufzuzeigen wird das Hochkomma ' verwendet :) Sry, das fällt mir immer wieder auf und mir wurde das mal eingetrichtert ^^ und ich weiß das ein accent circumflexe über Buchstaben benutzt wird :P
 
@Knerd: Leider auch falsch, denn der typografisch korrekte Apostroph wäre das Zeichen [Alt]+0146 (auf dem Nummernblock). Das auf der Tastatur ist dabei nur ein Notbehelf, allerdings allgemein akzeptiert (da wie hier auf winfuture kein UTF-8 verwendet wird und das korrekte Zeichen somit nicht ordentlich angezeigt wird).
 
Also viel schlimmer als Anglizismen ist ja wohl diese primitive Ghetto-Sprache, die manche an den Tag legen.
 
@inoos: booaah alda.
 
@inoos: Aldda isch schwör man ey.
 
@Knerd: schwörste konkred bei deine 3er??
 
@LastFrontier: Isch schwör krass konkret auf Leben von meine Mudda, ey!!!!
 
@inoos: Jau! Aber das Traurige daran ist, das viele Typen diese Sprache nicht wirklich bewußt verwenden sondern weil sie es nicht besser wissen / können.
 
@Kiebitz: Deswegen heisst es ja auch Ghetto-Sprache.
 
@LastFrontier Re:3): Ja, warum das Ghettosprache heißt ist mir schon klar. Aber viele nutzen dass auch als "Modegag" um "In" zu sein. Das wollte ich damit unterscheiden.
 
Ich werde niemals verstehen, wie man eine Sprache, mit der man sich nie ernsthaft beschäftigt hat, als primitiv bezeichnen kann. Ich empfehle, sich vor dem Posten zu informieren. www.kiezdeutsch.de wäre eine mögliche (auf Kiezdeutsch spezialisierte) Anlaufstelle, auf der die sprachwissenschaftlichen Eigenheiten (Vereinfachungen wie auch Weiterentwicklungen) einer "Ghetto-Sprache" gut verständlich dargestellt werden. Aber die meisten, die sich hier auslassen, wollen die linguistische Wahrheit vermutlich gar nicht hören. Oder man ist zu faul, sich mit einem Thema mehr oder weniger objektiv auseinanderzusetzen, da es viel einfacher ist, ahnungslos zu plappern.
 
@remark: Nur weil sich Leute damit wissenschaftlich auseinandersetzen, soll diese "Sprache" jetzt weniger asozial sein? Wenn ich Menschen in der Bahn höre, die mit Sätzen wie "Das ist so voll der huso alta so" um sich schmeißen, kann man doch nur noch das Kotzen kriegen. Und um das festzustellen, muss ich mich nicht mit dieser "Sprache" beschäftigen, es reicht schon, sie jeden Tag ertragen zu müssen!
 
@Zimbel: Richtig, das ist natürlich die Sprache schuld: "Der Mann ist wahrlich ein Huhrensohn" ist offensichtlich gleich viel netter, weil es Standarddeutsch ist ...
 
@remark: Es klingt zumindest weniger zurückgeblieben als wenn der Satz mit 10x "alta", "ey" und "so" zugepflastert ist. Aber vielleicht ist dir auch nicht aufgefallen, dass viele Menschen, die so sprechen, auch meist viele obszöne Schimpfwörter benutzen.
 
@Zimbel: So, wie unser Standarddeutsch mit "äh", "halt" und "ja" zugepflastert ist, nehme ich an (lokal kommen dann noch Ausdrücke wie "gell", "ne/nä" oder "woll" dazu). Die Tatsache, dass viele Menschen, die Kiezdeutsch sprechen, nicht sonderlich freundlich sind, will ich gar nicht in Frage stellen. Aber das ändert nichts daran, dass Kiezdeutsch an sich keine minderwertige Sprache ist. Zwischen neutralen Aussagen wie "lassma jetzt so Bahnhof gehen alta" und "wir gehen jetzt aber schon zum Bahnhof, ne?" gibt es auch nur Unterschiede, weil das eine neu ist und mit einer bestimmten Gruppe von Menschen assoziiert wird. Die Aussage an sich ist völlig legitim und für die Sprecher auch verständlich.
 
@remark: "So, wie unser Standarddeutsch mit "äh", "halt" und "ja" zugepflastert ist..." Das stimmt doch gar nicht. Interjektionen werden von Menschen individuell benutzt, sind aber eben nicht standard! Ob man in einer Denkphase mal ein "äh" benutzt oder ob die Sätze nur noch aus "so" und "alter" bestehen, ist doch wohl ein gewaltiger Unterschied!
 
@Zimbel: Du hast Recht. Ich nehme das "äh" zurück, welches im Eifer des Gefechts reingerutscht ist. Alles andere bleibt aber. Dass Standarddeutsch nicht mit mehr oder weniger inhaltsleeren Lautketten zugepflastert ist, ändert sich je nach Gegend oder Alter ganz schnell. Man muss nun wirklich kein Kiezdeutsch sprechen, um einen Satz bis zur Unverständlichkeit mit Lautketten wie "halt", "ja" und "eben" vollzustopfen. Viele Politiker schaffen das auch im Standarddeutschen häufig ganz gut.
 
@remark: Wenn jemand zu viel "ja" und "eben" benutzt, ist das durchaus nervig, hat aber mit der Sprache an sich nichts zu tun, sondern mit der einzelnen Person. Beim Kiezdeutsch ist es aber praktisch Standard so zu reden. Und es ist schließlich auch kein Geheimnis, dass hauptsächlich ungebildete Menschen auf diese Weise sprechen. Nicht, weil sie sich für diese Sprache entschieden haben, sondern weil sie es schlicht und einfach nicht anders können.
 
@Zimbel: Das ist nicht richtig. Es gibt genügend Sprecher, die neben Kiezdeutsch auch andere Sprachen sprechen und in der Lage sind, sich in beiden Sprachen den jeweiligen Konventionen entsprechend zu verständigen. Ähnliche Situation: wir beide sprechen im Alltag vermutlich nicht so, wie wir gerade schreiben. Ich ganz sicher nicht; du höchstwahrscheinlich auch nicht.
 
@remark: Ich sprach ja nicht von allen, aber von einer großen Anzahl an Jugendlichen, die einen ausländischen Hintergrund haben und dank unseres schlechten Integrations- und Bildungssystems nie richtiges Deutsch gelernt haben.
 
@Zimbel: Ja, aber dann sind wir wieder bei meiner Hauptaussage: Kiezdeutsch an sich ist kein Problem und nicht minderwertig.
 
@remark: Aber genau daraus ist Kiezdeutsch doch entstanden. Von hier aufwachsenen, ausländischen Jugendlichen, die kein vernünftiges Deutsch gelernt haben. Genau das ist doch das Problem. Diese Sprache spiegelt praktisch unsere Bildungsprobleme wieder und ich persönlich finde diese Sprechweise einfach nur unerträglich!
 
@Zimbel: Du darfst persönlich denken, was du möchtest. Das ändert nichts daran, dass Kiezdeutsch in einer bestimmten sozialen Gruppe genau so gut funktioniert, wie Standarddeutsch in einer anderen (meist gebildeteren) sozialen Gruppe. Fakt ist, dass jemand, der nur Kiezdeutsch spricht genau so wenig einen Job bekommen wird, wie jemand, der nur Finnisch spricht (mal von Unternehmen mit Beziehungen nach Finnland abgesehen). Fakt ist aber auch, dass Kiezdeutsch kein "verkrüppeltes Deutsch" ist, welches minderwertig ist. Im Gegenteil: in vielerlei Hinsicht hat es sich auch eigenständig weiterentwickelt (wobei "weiterentwickeln" hier wertlos im Sinne von "verändern" gemeint ist). Die romanischen Sprachen sind auch aus dem Vulgärlatein heraus entstanden, welches eine gesprochene Varietät des Lateinischen war; ebenso, wie Kiezdeutsch eine Varietät des Deutschen ist.
 
@remark: "Fakt ist aber auch, dass Kiezdeutsch kein "verkrüppeltes Deutsch" ist, welches minderwertig ist.[...]" Hm, also wenn eine Sprache daraus entsteht, dass man eine andere Sprache nicht richtig beherrscht, dann würde ich das sehr wohl als verkrüppelt bezeichnen. Nur weil ein paar Leute meinten Kanak Sprak zu adaptieren, weil es cool und gansgstermäßig sei, macht diese Sprache jetzt für mich auch nicht hochwertiger. "Die romanischen Sprachen sind auch aus dem Vulgärlatein heraus entstanden" Hier ist es aber umgekehrt, da entsteht eine Vulgärsprache aus einer vernünftigen. Verstehe nicht, wie man das toll finden kann. Da klingt doch absolut nichts schön.
 
@Tidu: Ich habe mich wahrscheinlich nicht klar genug ausgedrückt: Ich rede von der Entstehung der romanischen Sprachen (Französisch, Italienisch, Rumänisch, Rätoromanisch, Spanisch, Okzitanisch ...). Die sind nichts anderes als eine Weiterentwicklung des Vulgärlateins, welches heute also in diesem Sinne auch bildungssprachlich verwendet wird. Im Übrigen akzeptiere ich Kiezdeutsch nicht, weil es "hip" oder "cool" ist. Sprachen oder Varietäten sind für mich niemals "hip" oder "cool", sondern interessant. Ganz unabhängig von meiner persönlichen Definition einer "schönen" Sprache.
 
@remark: Spielt eigentlich keine Rolle. Man muss nunmal nicht jede Entwicklung gut finden. Toleranz hin oder her, aber dieses Proletendeutsch trägt einfach nur zur Verdummung unserer Gesellschaft bei. Edit: Ich weiß auch nicht, was du daran so interessant findest? Wie Zimbel schon schrieb, ist die Sprache doch einfach nur dadurch entstanden, dass Migranten-Kinder kein gutes Deutsch gelernt haben. Und wenn ich manche Jugendlich heute so sprechen höre, fällt mir da sicherlich alles mögliche zu ein, aber 'interessant' gehört definitiv nicht dazu! Es klingt einfach nur ungebildet und bescheuert. Mehr kann ich dazu nicht sagen.
 
@Tidu: Ich finde Sprachentwicklung nun einmal interessant. Genau so, wie mich auch IT interessiert. Du kannst gerne weiterhin versuchen, mir mein Interesse mit deiner gut ausgeprägten Subjektivität schlecht zu reden, aber es ist vergeudete Energie. Obwohl Bären unter Umständen Menschen angreifen, kann man sie trotzdem interessant finden; man wird ihnen wissenschaftlich auch nicht den Status als "Säugetier" absprechen, obwohl die friedlichen Kaninchen ebenso Säugetiere sind. Obwohl Sprecher des Kiezdeutschen unter Umständen ungebildet sind, kann man die Varietät trotzdem interessant finden; man wird ihr wissenschaftlich auch nicht den Status als "Varietät des Deutschen" absprechen, obwohl dazu auch ehrenwerte Dialekte mit langer Geschichte gehören. Mich nervt die Diskussion hier gerade sehr, weil die Emotionen bei dem Thema anscheinend am Kochen sind und die wissenschaftliche Sachlichkeit eigentlich schon im Keim erstickt wurde. Ich werde deshalb aussteigen.
 
@remark: Weil die wissenschaftliche Sachlichkeit bei diesem Thema keine Rolle spielt. Man kann auch wissenschaftlich über Scheiße reden, deshalb wird die Scheiße für mich aber weder interessant, noch wird daraus ein Goldbarren!
 
@Tidu: Man bezeichnet sich als aufgeklärt, aber das Argument zieht immer noch. Es ist so alt wie die Kirche.
 
@remark: Die Hintergründe dieses "kiezdeutsch" sind leider von nicht besonders sozialer Stärke. ich als Berliner mag nicht einmal das Wort "Kiez" und damit stehe ich nicht alleine da.
 
@kkp2321: Da muss zwischen der Sprache und Sprechern unterschieden werden. Das Verhalten einzelner Menschen zu beurteilen ist eine Sache. Einer Sprache (inklusive ihrer Satzstruktur, den Lauten, dem inneren Aufbau von Wörtern) ihren Status abzusprechen, ist aber nicht zielführend.
 
@remark: Welche Sprache? Dieses zerstückelte Gestammel von ungebildeten Proleten, Hinterwäldlern und Versagern? Diese Möchtegern-Gangsta mit ihren eigenen Gesetzen und Stolz auf Knastzeiten? Deine linguistische Wahrheit ist, dass sich diese Leute keinem sozialen System anpassen wollen, mehr Anarchisten sind und archaischen Lebensweisen frönen. Auffallend auch dass diese sogenannte Sprache überwiegend nur von männlicher Klientel verwendet wird. Solche lasse ich nicht mal Schweine hüten. Das wäre eine zumutung - und zwar für die Schweinchen.
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