Internet-Vater: Privatsphäre ist nicht das Normale

Das Konzept der Privatsphäre ist an sich relativ jung und ist angesichts der aktuellen Entwicklungen vielleicht nicht auf Dauer aufrecht zu erhalten. Darauf hat Vint Cerf hingewiesen, der als einer der Gründerväter des Internet gilt. mehr... Google, Vint Cerf, Internet-Pionier Bildquelle: Charles Haynes (CC BY-SA 2.0) Google, Vint Cerf, Internet-Pionier Google, Vint Cerf, Internet-Pionier Charles Haynes (CC BY-SA 2.0)

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Merkwürdig, nun ich interessiere mich nicht so für Geschichte, eine Sache weiß ich aber sicher: Sobald der Mensch die Möglichkeit hatte zog er in die Höhle neben an, musste ja nicht jeder wissen wie der SEX war! Soviel zu "jungen" Thema Privatsphäre.
 
@Kribs: Ich glaube du verwechselst in deinem Beispiel Schamgefühl (welches jedem Menschen von der Natur mehr oder weniger stark gegeben ist) mit dem Wunsch nach Privatsphäre.
 
@ZwoBot1102: Nein, den das Wort Privatsphäre bezeichnet ein Komplexes Wirrwarr an Emotionen, darunter auch Schamgefühl. Privatsphäre wird immer als Gut angesehen, trotzdem ist es in der Persönlichen Ausprägung sehr unterschiedlich.
 
@Kribs: Ja, ich behaupte aber mal, dass sich ein derartig komplexes "Emotionales-Gebilde" wie das Bedürfnis nach Privatsphäre in der Geschichte der Menschheit erst entwickelt hat und nicht von Anfang an da war. Die vergleichbar sehr schlecht entwickelten Gehirne der Höhlenmenschen hätten es gar nicht verarbeiten können. Am Anfang war nur das Schamgefühl.
 
@ZwoBot1102: Klar, du hast Recht, die Höhlenmenschen hatten kein Internet, deshalb Konten Sie auch keinen Kontext "Privatsphäre" dafür entwickeln, und JA Privatsphäre Entwickelt sich im Laufe der Zeit, verschieb sich, verändert sich, passt sich an.
 
@Kribs: Siehst du, aber was anderes hat Cerf ja auch gar nicht behauptet. Unsere Definition von Privatsphäre wird sich in den Kommenden Jahrzehnten erheblich verändern/anpassen.
 
@ZwoBot1102: Seine Aussage bezieht sich auf ein weniger an Privatsphäre, nicht auf Persönliche Anpassung! Somit ist die Aussage nicht nur Fasch, Sie diskriminiert vorsätzlich die Persönlich definierte Privatsphäre (Bei jeden Menschen Anders) zugunsten einer einheitlichen (Genormten) Privatsphäre. Damit darf dann (z.B. Google) mir sagen wie viel Privatsphäre ich einfordern darf und was Google ignorieren darf.
 
@Kribs: Sehe ich nicht so. Das Gefühl für Geschwindigkeit ist auch bei jedem Menschen individuell. Der eine findet 100km/h schnell, der nächste erst 250km/h. Und dennoch hat sich das Grundempfinden für Geschwindigkeit seit der Erfindung der Dampfmaschine radikal verändert. Davor galten Geschwindigkeiten von 30km/h als unüberlebbar schnell. Das würde in den Industrieländern heute keiner mehr behaupten, so empfinden. Einen ähnlichen Effekt hat das Internet auf die Entwicklung der Definition/Empfindung von Privatsphäre auf unsere Gesellschaft.
 
@ZwoBot1102: Ok, wir sind uns einig das wir uneinig sind. Ich bin Überzeugt das sich Privatsphäre (individuell) immer auf ein Maximum des möglichen bezieht, uneingeschränkt. Das ist meine Auffassung von Privatsphäre, die ich auch jeden gönne!
 
@ZwoBot1102: Für fast alle außer den DACH Leuten ist über 130 km/h unglaublich schnell ;) Für uns Deutsche ist ja nichtmal 200 km/h schnell :D Meine Freundin hatte bei 160 km/h ein wenig Angst ;)
 
@ZwoBot1102:
Das typische Schamgefühl, wie wir es kennen, ist nicht angeboren, je nach Gesellschaft entwickelt es sich anders, oder eben gar nicht. Gerade in unseren verlogenen Gesellschaften ist Schamgefühl was ganz "normales". Gibt aber auch genug andere Völker, die kein Schamgefühl haben. Jedenfalls nicht so wie wir es kennen.
 
@ZwoBot1102: Privatsphäre gab es schon immer, sie hatte lediglich keinen Namen da damalige "Höhlenmenschen" zu keiner Zeit einen Mangel an Privatsphäre hatten. Sie lebten in Sippen die ungefähr so groß waren wie Schulklassen oder kleinere Abteilungen in Unternehmen. Dort sind grundsätzliche Dinge wie Hobbys, größe der Familie, Religion etc. bekannt. Wird der Personenkreis größer, empfindet man dies als unangenehm. Bereits der Lehrer oder Abteilungsleiter soll nicht alles wissen. Auch das Beispiel von Cerf mit dem Postboten ist praktisch hinfällig. Selbst in kleineren Ortschaften kennt nicht jeder jeden. Man kennt seine unmittelbaren Nachbarn, den Pastor der Kirche, die Kneipengänger der Dorfkneipe und natürlich auch den Postboten dem man öfter begegnet. Geht man nicht in die Kirche oder in die Kneipe, kennt man die dort üblich anwesenden Menschen nicht. Privatsphäre gab es schon immer.
 
@ZwoBot1102 (re:2): Aber der gute Cerf bringt da auch was durcheinander. Privatsphäre und Anonymität ist nicht das Selbe, sind keine Synonyme. Wer auf seine Privatsphäre achtet ist deswegen noch lange nicht anonym. Er kann trotzdem Freunde, Familie, Feinde, Kollegen usw. haben. Und ganz nebenbei: Auch im Internet kann man sich (mehr oder weniger) anonym bewegen. UND erhalten wir nicht gerade anläßlich der aktuellen Ereignisse immer wieder die Empfehlung uns zu "anonymisieren"?!
 
@Kribs: "..zog er in die Höhle neben an" - so ein Stuß! hast du deine Bildung von den Flintstones? :D Es ist noch gar nicht so lange her, da schlief man zuvielt auf engem Raum oder erleichterte sich wesentlich weniger ungestört wie heute. auch Sex war nichts, weswegen man sich in eine stille Höhle zurück zog. Bezogen auf die Menschheitsgeschichte ist die Privatsphäre in der Tat eher ein jüngeres Konstrukt. Auch das (natürlich?!) Schamgefühl ist je nach Kultur mal mehr mal weniger ausgeprägt gewesen.
 
@bronko2000: Ich liebe die Flintstones, es gib nur wenige Real-Satiren die so Wirklichkeitsnah sind (The Simpsons, Jetsons) Übertragen.
 
@Kribs: zu [o1] Dem ist mitnichten stets so gewesen. Nimm mal das mittelalterliche Burgleben, in dem sich die Hauptaktivität in der großen Halle (die, vielleicht mit Ausnahme der Gemächer des Burgherrn und seiner Frau und ggf. der Küche, mit ihrem Feuer so ziemlich der einzige im Winter halbwegs beheizte bzw. beheizbare Raum war). Dort fand denn auch in ziemlichem Gedränge der Großteil der im Haus ablaufenden Aktivität statt - Hühner liefen herum, einige Leute aßen, manche spielten Würfel, andere hatten direkt daneben Sex, der nächste erleichterte sich in eine Ecke. Weit weg von unseren heutigen Vorstellungen :) Aber Privatsphäre gab es da keine... Edit: wie ich sehe hat bronko2000 sich auch schon in die Richtung geäußert :)
 
@FenFire: Ja ich gebe zu, absichtlich überzogen zu haben. Aber, eure Gegenbeispiele haben einen Haken, hätten die Menschen die =>Möglichkeit<= (siehe O1) gehabt selbständig, sicher und auskömmlich zu leben hätten sie das auch genutzt, die von euch geschilderte Konstellation war auch den herrschenden Umständen geschuldet, Sicherheit und Armut zwangen zu dieser "Haufenbildung". Siehe auch Leibeigenschaften, Kriege, Seuchen (damit begünstigt), Hungersnöte.
 
@Kribs: Stimmt, es dürfte durchaus so sein, dass manche Teile der früheren "Öffentlichkeit" schlichtweg Sachzwängen geschuldet waren (wie in meinem Beispiel: überall sonst in der Burg war es im Winter bitterkalt). Allerdings waren die Vorstellungen, Gebräuche, etc. der Menschen früher auch bei uns (nicht nur in geographisch entfernten Regionen) erheblich anders als heutzutage (z.B. auch was Menschenrechte etc. angeht) und wir tun uns teilweise schwer uns vorzustellen, dass unser Weltbild nicht "das normale" ist, sondern "das zur heutigen Zeit in unserer geographischen Region etablierte". Auch heute ist in Stammes-, Dorf- und Familiengemeinschaften Privatsphäre oftmals erheblich geringer gewichtet als bei uns, bei manchen Urvölkern möglicherweise bis hin zu nonexistent. Vielleicht könnte man verallgemeinert sagen "je höher in einer Gesellschaft der Wert des Individuums, desto höher die Bedeutung von Privatsphäre. Je höher der Wert der Gemeinschaft, desto geringer die Bedeutung von Privatsphäre". In unserer heutigen und hiesigen Gesellschaft ist der Wert des Individuums sehr groß relativ zum Wert der Gemeinschaft. Daher halte ich für plausibel, dass die Leute damals zumindest bei Teilen des früheren Mangels an Privatsphäre damals schlichtweg weder Bedarf noch Bedürfnis an Änderung dieser Teile sahen (da braucht man gar nicht so weit zurückgehen... das Telefonbuch mit Einträgen aller Anschlüsse bis auf ein paar Geheimnummern incl. Wohnadressen der Anschlussteilnehmer war ganz normal).
 
@FenFire: Das Telefonbuch ist ein richtiges und interessantes Beispiel! (Danke) Ich war nie im Telefonbuch verzeichnet (Trotz normalen Postanschluss) einfach weil ich es ablehnte das Hinz und Kunz meine Nummer und Anschrift lesen konnte. Das setzt aber voraus das man sich schon früh mit dem Thema auseinander setzt. Ich setze mal Voraus das bis Anfang der 90 Jahre es keinen Grund gab anzunehmen das eine Firma Private Daten massenhaft ermittelt und auswertet, das Öffentliche Daten (Siehe Bertelsmann) gesammelt werden war schon vorher bekannt (mir ca. Anfang der 80 Jahre) Damit war für die meisten auch keine Verknüpfung möglich, da auch die Informationsvielfalt fehlte. Erst die Verknüpfung was mit den Daten geschieht, stellt auch eine Verknüpfung zur Privatsphäre her. Anders Ausgedrückt: der Mensch braucht erst das schlechte Bespiel um für sich Rückschlüsse auf mehr Sicherheit und Privatsphäre zu ziehen.
 
@Kribs: deshalb ist der mann auch einer der erfinder des internets und du nicht ;)
 
@Kribs: Der Zustand der Privatsphäre ist existent ab dem Zeitpunkt wo Menschen sich eigene Wohnungen (Höhlen) gesucht haben für sich alleine und ihre Familien etc. Die Evolution davon ist einfach Wohnungen (Höhlen) mit mehreren Zimmern für jede einzelne Person. Nur weil das Wort bzw. der Begriff nicht existent war oder in irgendeiner Form genutzt wurde, heißt das nicht, dass es den eigentlichen Zustand nicht gab.
 
Es ist aber immernoch ein himmelweiter Unterschied, ob der Postbote im 3.000 Seelendorf irgendwas weiß oder eine milliardenschwere Industrie und alle möglichen Menschen quer auf dem Globus verteilt (und natürlich die ganzen Geheimdienste).
 
@Slurp: Dein Vergleich hinkt etwas. Du sagst hier das "die ganzen Geheimdienste" alles wüssten. Damit unterstellst du, dass jeder Mitarbeiter aller Geheimdienste alle von denen erfassten Daten kennt, kennen kann. Tatsächlich ist es aber auch hier eine sehr beschränkte Menge.
Das ist so als wenn Cerf darauf schließen würde, dass die ganze Post alles über seine Briefe wüsste, nur weil der eine Postbote es tut. Er differenziert jedoch.
 
@ZwoBot1102: Wenn man sieht was Snowden in seiner Position alles absaugen konnte entsteht schon der Eindruck das nicht gerade wenige Mitarbeiter des Geheimdienstes zumindest Zugriff auf diese Daten haben.
 
@hezekiah: Als Techniker im Bereich IT-Sicherheit ist der Umgang mit Sensiblen Daten vermutlich in jedem Unternehmen leicht möglich. Jedoch glaube ich kaum das jeder popelige Sachbearbeiter des CIA nach Lust und Laune durch meine Kontoauszüge browsen konnte/kann.
 
@ZwoBot1102: Zitat: Jedoch glaube ich kaum das jeder popelige Sachbearbeiter des CIA nach Lust und Laune durch meine Kontoauszüge browsen konnte/kann. > das kann sogar jeder poplige deutsche beamte
 
@wydan: ok, schlechtes beispiel... :) dann nimm halt eine beliebige andere für dich wichtige information ;)
 
Völliger Quatsch was der erzählt...den Wunsch nach Privatsphäre hat es schon immer gegeben und auch das Verlangen das nicht jeder alles wusste. Auch in einer kleinen Gemeinde/Stadt mit 3000 Einwohnern. Hier scheint der Wunsch Vater des Gedanken zu sein.
 
Ein Christ sagt, das Anonymität eine Anomalie ist ?
Ja dann MUSS es ja wahr sein ! lol
Ich muss schnell zur nächsten Hexenverbrennung und vorher noch einen Kreuzzug planen...
 
@SuperSour: Ist dir eigentlich klar, was du da für einen gewaltigen Stuss du von dich gibst?
 
Tracking, Profilerstellung, Aufgabe des,Postgeheimnisses und Generalverdacht von Staats wegen sind bitteschön etwas anderes als die soziale Kontrolle und Enge einer Kleinstadt. Der konnte man wenigstens entfliehen. Sowas kommt raus, wenn der Ochs vom Melken redet.
 
ziemlicher bullshit. nur weil der postbote weiß wer wem einen brief schreibt kennt er aber nicht den inhalt und er weiß auch nicht welches kamasutra stellung ich grad toll finde zu hause.
 
@Conos: Naja, wenns ein gelber Brief ist kann das rumoren auf dem Laendle beginnen.
 
@Conos: Bei Postkarten hats auch nie wen geschert dass jeder die lesen kann der se inne Hände kriegt ^^
Und dann noch das böse Telefonbuch dass es mal gab. Ich weiß noch dass ich damals ne CD von der Telekom hatte, in der man die Telefonnummern, Adressen und Namen aller Eingetragenen ausm Land hatte (also alle außer Geheimnummern) und auch nach allem suchen konnte. Da hat niemand gefragt ob die Inverssuche mit der Telefonnummer gestattet ist :P
 
Der Mensch kann entscheiden wo er Wohnen möchte :D
 
@psyabit: Direkt in der Datenleitung :D
 
@psyabit: Er kann auch entscheiden ob er Google, SMS, Telefon, Internet usw. nutzt :P
 
Der Postbote wusste nur wer wem schrieb wenn der Absender draufstand sonst nicht. Desweiteren wusste er nicht was im Brief drinnen stand. Da war also jede menge Privater Raum vorhanden selbst in so ner kleinen Stadt. Aber wenn ein Internet Pionier sagt das Privatsphäre was neues ist, stellt er sich auf die selbe Ebene wie eine gewisse Kanzlerin die behauptet Internet ist heute 2013 NEULAND. Da sieht man doch mal wieder sehr gut aus welcher Richtung diese Leute beeinflusst werden.
 
@Huibu2013: Gelbe Briefe... Postkarten... usw ;)
 
@hempelchen: Sorry, aber auch das Wiederholen von falschen Beispielen machen diese nicht richtiger! 1. schreibt niemand mit nur auch etwas Verstand wirklich relevante Dinge auf eine Postkarte!? 2. Postbote: Wir haben ein Postgeheimnis!? Dem unterliegt auch und gerade der Postbote! Für die Mißachtung des Postgeheimnisses kann dieser belangt werden! Das Wenigste das ihm da ganz schnell passieren kann ist, dass er seinen Job los ist.
 
@OPKosh: Joa wir haben nen Postgeheimnis.. Und dem Postboten zu vertrauen ist genauso unsinnig wie den guten Herren die deine Daten im Netz abfischen. Ist aber wohl nur meine Meinung. Und ums genau zu nehmen ist das böswillige Eindringen in dein Arbeiten im Netz das gleiche, wie nen Brief zu öffnen und wieder zu verschließen nachdem man den Inhalt gelesen hat... Dass Webdienste dein Surfverhalten untersuchen und auswerten ist für mich hingegen das Gleiche wie das lesen von dem was auf ner Postkarte oder was so als Absenderkennung aufm Brief steht. Alles in allem wird das nur extrem gehypet.
 
@hempelchen: Eben! Genau deshalb braucht und gibt es Gesetze, weil schlichtes Vertrauen darauf, dass Menschen schon das Richtige tun, nicht funktioniert!
 
@OPKosh: Und wie willste nu dem UPS Boten ausm Amiland als deutscher verbieten deine Post zu öffnen? :P Die Katze beißt sich in den Schwanz... Abgehört wurde schon immer... Gesetze dagegen gabs ebenfalls schon immer... (naja nicht immer aber ihr wisst was ich meine) und genauso gabs schon immer Stellen an denen eben diese Gesetze nicht griffen oder ignoriert wurden. Entweder man findet sich mit ab oder nutzt entsprechende Angebote nicht. Es zwingt dich ja niemand zu telefonieren, SMS zu schicken, ausm Ausland was zu bestellen und so weiter und sofort... Aber die Nachteile sind nunmal so immens dass man es hinnimmt. Und ab da hatter wieder Recht... Die Privatsphäre so, wie sie sich einige wünschen, ist nur etwas temporäres.
 
@hempelchen: Siehe o:10 re:3 und re:4! Also nach dem Motto: "Du mußt ja nicht auf die Straße gehen, dann wirst auch nicht umgebracht?!" Interessante Logik! Also ich gehe da lieber gegen Morde vor!
 
@OPKosh: Na ne Straße ist aber kein Angebot eines Services/Dienstes ;) Bisl sehr wirsches Beispiel von dir. Aber jedem das Seine. Ich halte das ganze rumgejaule für überzogen. Aber wer Spaß dran hat, darf das gerne tun. Ich habe auch so meinen Seelenfrieden und rege mich nicht drüber auf. Jede Aktion hat ne Reaktion zur Folge. Und solange ich das beachte, weiß ich auch, dass irgendwer mit den Daten die ich habe Geld verdient und dass es möglich ist die Daten die ich so via Elektronik oder auch auf anderem Wege abzuschöpfen. Solange mir das Bewusst ist kann ich damit leben und drauf reagieren. :)
 
@hempelchen: Es ist einfach erschreckend wie selbstverständlich und unnötig man heute bereit ist auf zivilisatorische Errungenschaften zu verzichten bereit ist! Traurige Entwicklung!
 
@Huibu2013: In der Überschrift stand etwas von "Internet-Vater", aber in der Nachricht wird schnell klar, dass er diese Meinung als Chef-Lobbyist von Google gesagt hat - da sinkt die Autorität und Glaubwürdigkeit schnell ins Bodenlose.
 
Da lachen ja die Hühner - und zwar auch die aus seinem kleinen Heimatdorf. Der spinnt einfach. Man muss sich ja nicht mit jedem Mist beschäftigen, der aus den Mündern von Interessenvertretern kommt. Und jetzt wende ich mich wieder intelligenten Dingen zu.
 
Cerf hat recht. Ich hatte mal einen Postboten, der rief mir schon von unten hoch in die zweite Etage zu, daß ich einen Brief von meiner Bank bekommen habe. :-/ Netter Mensch. Aber den kannte ich auch aus Besuchen in der Sauna. Was ich sagen will: es ist zwecklos zu glauben, man könne sich ins stille Kämmerchen zurückziehen. Der Postbote, der Paketdienst, der Bankmitarbeiter, der Controller bei der Kreditkartenfirma kennen die kleinen, schmutzigen Geheimnisse ihrer Kunden. Jetzt tun Alle ganz überrascht, daß es auch im Internet so ist.
 
@Alter Sack: Der Postbote wusste auch den Inhalt der Briefe? An sich hat er nur die RoutingInformationen. Du hast einen Brief von der Bank? Das kann ja auch alles mögliche sein. Z.B. eine Nachfrage zu einer besonders hohen Überweisung, Werbung, sonstige Informationen.
 
@Alter Sack: Das ist zwar richtig dass diese erwähnten Leute eine Menge über einen wissen, aber ALL diese Leute unterliegen einer Verschwiegenheitsverpflichtung! Je nach Sachlage und Ausmaß sind Mißachtungen dieser Verpflichtungen sogar strafbewehrt! Und das zu recht! Egal also woher mir der Postbote bekannt gewesen wäre, ich hätte ihm sehr unmißverständlich klar gemacht, dass diese die erste und einzige Aktion dieser Art ist, die ich willens bin durchgehen zu lassen. Unabhängig von der größe der Ortschaft die ich bewohne!
 
@OPKosh: In der Regel dürften die ganzen Internet-Datenauswerter auch einer Verschwiegenheitspflicht unterliegen. Ja selbst die Mitarbeiter von IT-Unternehmen, deren Systeme personenbezogene oder auch nur sonstige Kundendaten verarbeiten, haben entsprechende Verpflichtungen unterschrieben (mein Arbeitgeber betreibt Systeme für Kundenunternehmen - da liegen natürlich Daten dieser Kunden in den Datenbanken. Kein Mitarbeiter hat das Recht diese Daten zu missbrauchen, auch wenn er die Datenbank aus technischen Gründen einsehen kann oder könnte). Und jemand der willens ist Daten zu missbrauchen ist wohl auch gewillt, hierzu etwaige Verpflichtungen zu ignorieren. Ein Gesetz "Du darfst nicht töten" verhindert auch keine Morde.
 
@FenFire: " Ein Gesetz "Du darfst nicht töten" verhindert auch keine Morde." Schönes Beispiel, danke! - Natürlich hast Du damit Recht! Gesetze zu brechen ist aber immer noch was anderes als sie abzuschaffen, oder gar nicht erst einzurichten, nur weil sie ja eh gebrochen werden können?! Von daher ist dieses Argument schlicht albern. Denn Deine Ansicht bedeutet nichts anderes als: "Legalisiert Mord! Denn Gesetze verhindern sie eh nicht!" Das willst Du nicht wirklich, oder? Nach der Logik könnte man übrigens sämtliche Gesetze abschaffen! Sorry, aber das ist schlicht absurd!
 
@OPKosh: Du hast mich missverstanden. Selbstverständlich sind Gesetze und Regelungen für das Zusammenleben sinnvoll und erforderlich. Was ich zum Ausdruck bringen wollte ist, dass Deine Begründung in [re:2] für das dem Postboten, den Bankangestellten etc. entgegengebrachte Vertrauen, nämlich deren Verschwiegenheitsverpflichtung, nicht unbedingt ein hinreichendes Kriterium darstellt. Denn auch jene können Information, an die sie gelangen, missbrauchen. So wie es auch ein NSA-Mitarbeiter kann (der hat übrigens auch eine Verschwiegenheitsverpflichtung, und Dienstvorschriften die den Missbrauch untersagen - dennoch gab es beispielsweise Fälle, in denen sie privat ihrer Frau/Freundin mit dienstlichen Ressourcen nachspioniert haben). Die Gefahr des individuellen Missbrauchs hast Du immer. Die gesetzlich / gemäß den Vorschriften erlaubte Nutzung hingegen sollte stets auf den Prüfstand - was darf der Datenauswerter offiziell mit den Informationen anfangen?
 
@FenFire: Ok! Dann verstehe ich aber nicht, wie Du Cerf hier "verteidigen" kannst. Denn was der hier sagt ist im Prinzip genau dieses "Wozu Gesetze, sie werden eh gebrochen!". Besser gesagt, geht er sogar noch weiter! Denn was er sagt ist: "Vergeßt Privatsphäre! Wir scheren uns eh nicht drum!". Und das ist hier wohl auch der eigentliche Haken. Das ist keine "Vision" eines "Internet-Pioniers", das ist reines Lobbygeschwafel! - "Wenn ihr weiter auf eure Privatsphäre besteht versaut ihr uns unser schönes Geschäft. Und das lassen wir uns ganz sicher nicht so einfach gefallen. Also vergeßt es lieber gleich und gewöhnt euch einfach dran!"
 
@OPKosh: Hmm... mir ist nicht bewusst, irgendwo Cerf "verteidigt" zu haben...? Ich stehe der in [o1] aufgebrachten Aussage, Privatsphäre sei schon immer ein Thema gewesen, kritisch gegenüber, und habe dort entsprechend argumentiert. In diesem Thread fand ich die Argumentation, der Postbote und der Bankangestellte seien vertrauenswürdig, da sie ja zur Verschwiegenheit verpflichtet seien, nicht hinreichend überzeugend. Wie sich daraus ergibt, dass ich den Aussagen Cerfs zustimme, ist mir nicht ganz ersichtlich. Rein objektiv gesehen enthalten seine Ausführungen ja durchaus vermutlich wahre Aussagen (die Schlussfolgerungen daraus sind das Problem). So hat er beispielsweise Recht, dass Privatsphäre früher zumindest zu bestimmten Zeiten und in bestimmten Gegenden eine erheblich geringere Rolle gespielt hat, und sie rein vom Zeitraum her, in dem sie als wichtig erachtet wird, als "Anomalie" gesehen werden kann. Aber - sowohl die Gesellschaft als auch sonstige Rahmenbedingungen waren damals andere. Woraus sich ergibt das dass, was damals vielleicht gut und richtig war, dies heutzutage nicht unbedingt auch noch sein muss. Und nur weil die aktuelle technologische und gesellschaftliche Entwicklung derzeit im Online-Bereich Privatsphäre immer schwieriger macht, muss das nicht als Entwicklungsziel hingenommen werden. Und nur weil die Menschen sich auf Dauer mit einer Datensammlungssituation arrangieren würden, bedeutet dies nicht dass dies ein erstrebenswerter Zustand ist und nicht versucht werden sollte, dort nicht hin zu kommen.
 
@FenFire: Moment! Niemand hat gesagt dass Postboten, Bankangestellte usw. per se vetrauenswürdig wären. Dass man davon nicht ausgehen kann beweisen schon alleine die Verschwiegenheitsverpflichtungen und entsprechende Strafen bei Mißachtung selbiger!? Und wenn Du jetzt, in Deinem letzten Satz, sagst, dass Datenschutz und Privatsphäre sehr wohl anstrebenswert seien, dann haben wir offenbar arg aneinander vorbei geredet. Denn genau darum, bzw genau daGEGEN, geht Cerfs Argumentation!? Wie alt oder neu das Konzept der Privatsphäre ist, ist doch gar nicht relevant. Weil unabhängig davon würde ich denken, dass die meisten Menschen sie als eine zivilisatorische Errungenschaft betrachten?! Deshalb finde ich seine Argumentationskette ja so entlarvent. "Weil es ja noch neu ist habt euch nicht so, wenn wir es euch, zum wohle unseres Geschäftsintresses, wieder weg nehmen!" Wir haben uns augenscheinlich mißverstanden. Erschreckend viele hier sind aber offenbar nur zu freimütig bereit, nicht nur auf das Lobbygeschwafel reinzufallen, sondern sein Ansinnen auch noch als "alternativlos" zu betrachten, wenn man nicht auf seine tollen neuen Spielzeuge verzichten sollen muß. Und das geht ja nun auch gar nicht!? Natürlich ist jedem klar, dass Regeln und Gesetze nicht hundertprozentig sind! Aber die heutige Mentalität sich lieber in sein "Schicksal" zu ergeben ist einfach nur noch erbärmlich!
 
Ich sehe in seiner Analogie irgendwie kein Zusammenhang in dem Zwanghaften Sammeln von Daten durch Firmen im Internet. Es ist eine Sache wenn man im Dorf jeden kennt, eine andere wenn ich mir stets Notizen dazu mache, diese Verkaufe und damit zu Geld mache. Da bekomme ich ganz schnell von jedem aus dem Dorf eins auf die Mütze.
 
Der gute alte Vint ist mit 70 Jahren auch nicht mehr der Jüngste. Viele Menschen in seinem Alter haben kein Verständnis für die existierende Technik und die damit verbundene Forderung nach etwas Privatsphäre. Er hat vielleicht das Internet miterfunden, aber ein Vergleich mit der heutigen Situation so wie er es getan hat, kann man nicht machen. Der surft bestimmt noch mit dem Netscape Navigator 1.0.
 
Also ich bin jetzt auch schon etwas länger auf der Welt und kann mich noch gut daran erinnern dass früher der Postbote noch schweigen musste und ansonsten bei uns auch keine neugierige Klatschtanten ins Haus gelassen wurden.
 
Wenn man das anders interpretiert mit den "Städten und Anonymität" Wie passen dann Leute die wochenlang tot in der Wohnung liegen ins Bild? Das G+, Facebook und wie sie alle heißen, eigentlich das genau das Gegenteil bewirken von dem für was sie eigentlich gedacht sind? (Spiegelt auch meine Erfahrungen wieder) Von daher, nein, wenn mit Privatsphäre wirklich privates gemeint ist, also eben z.B. nicht was man bei Amazon bestellt hat, muss ich da etwas widersprechen.
 
Naja auch in 3000 Seelen Dörfern haben sie ihre Leichen im Keller. Zwischen "Der Postbote weiß wer mir schreibt" und "Jeder weiß was ich denke" ist dann wohl doch noch die ein oder andere Dimension. Überwachung bis ins intimste letzte Eck der Person ist schon was neues.
 
interessante Ansichten, die vielen Diskussionsstoff liefern. Meine Ansichten: Zu mehr Offenheit hätte ich nichts dagegen WENN die Menschen es nicht in irgendeiner Form ausnützen würden. Das finde ich den springenden Punkt. Ich wäre genau so ein Fall, weil mein privater Lebensstil nicht so in das normal gesellschaftliche Konzept hineinpasst. Das ging sogar soweit, das ich kurz davor war mich extra wegen diesen Gründen mich selbstständig zu machen, so wird man nur noch nach der erbrachten Leitung gemessen und nicht anhand der Lebensgeschichten und dem heutigen Lebensstil.
 
@AlexKeller: Ich bin mal so frei und frage nach, welche Umstände das denn waren. Ich persönlich wurde schon oft schief angeschaut weil mein eigentlich einziges berufliches Ziel ist Geld zu verdienen und weil ich zum Bund als PzGren wollte.
 
@Knerd: Sicher :-) Durch verschiedenste Umstände wurde ich in die Jungend-Depression hineingezogen, welches mir einen Teil der Jungend wie auch des Erwachsenenlebens sehr schwer machte. in mehreren Ausbildungen hatte ich mentale Schwankungen, daher konnte ich nie mit Selbstvertrauen gegen aussen treten. Daher arbeitete ich früher auf dem Bau als einfacher Handwerker und schlug mich durch die Ausbildung. Aber mit Durchhaltewillen, mehr Balance wie Sport, Natur, Musik , unter die Leute gehen und Interesse an Technik habe ich die Ausbildung als Informatiker abgeschlossen und arbeite heute in einem schweizweit angesehenen Unternehmen (Engineering und Consulting / Technik am Bau). Nebenbei hatte/habe ich ein turbulentes Privatleben. Eben, genug Nahrung für die Personalverantwortlichen um mich wegen meines früheren Lebens zu benachteiligen.
 
@Knerd: Wenn du genug Interesse und vor allem Durchhaltewillen aufbringst, wieso nicht PzGren?! Man muss halt einfach wissen, man muss loyal gegenüber diesem Führungsstil sein, ist halt nicht die Freidenkermentalität wie in der Informatik. Ich denke das Bundesheer bietet gute und interessante Plätze an. Und wenn du es auch körperlich durchhältst, dann ist ja super. Ich bin übrigens Übermittlungspionier, nächstes Jahr aber eher an den Computern und an den internen Systemen + deren Datenbanken.
 
@AlexKeller: Daran mangelt es bei mir nichtmal, ich bin Asthmatiker und Multiallergiker... Daher nimmt mich die Bundeswehr nicht, ich wurde im April gemustert ;) Leider ausgemustert, damals aus psychischen Gründen aber mit Lebensmittelallergien liegt die Chance bei ca. 0% genommen zu werden. Außerdem nehme ich regelmäßig Medikamente... Aktuell hab ich einen Job bei einer ziemlich großen weltweit agierenden Firma und bin auch zufrieden :) Aktuell spiele ich aber immer noch mit dem Gedanken zu den MSK zu gehen :)
 
@AlexKeller: Was dir passiert ist kann ich teilweise sogar nachvollziehen, eine Mischung aus kenn ich von Freunden und ist mir passiert. Meine Freundin war eine Zeitlang auch depressiv, inzwischen ist sie aber fast "gesund" was allerdings viel Belastung für mich ist, es scheint so, dass ich der Grund für ihre Besserung bin. Irgendwo sehr schön aber auch sehr beängstigend.
 
@Knerd: vielen Dank für die Antworten!
 
@AlexKeller: Ich hab zu danken, es ist nicht selbstverständlich das man freundlich und vorallem offen über privates spricht :)
 
Erinnert mich irgendwie an dystopische Propaganda aus irgendwelchen Filmen. "Ihr könnt nichts dran ändern, weil es einfach natürlich ist, also versucht es erst gar nicht"
Der Typ hat auch einen an der Waffel.
 
Klar..., ich möchte mal den sehen, welcher sich nicht Anonymität wünscht, in einem 3000 Seelen Ort, der mit dem Finger im Hintern erwischt worden ist(Sinnbildlich zu sehen). Und ich glaube auch, das war auch schon im 1600 Jahrhundert so (hier wahrscheinlich um so mehr). Selten so ein Blödsinn gelesen.
 
kommt halt drauf an ob der postbote die informationen die er von einem hat weiterverkauft oder nicht. da liegt das problem. das er weiss wo wer wohnt und was der bekommt ist erstmal ok
 
"In einer Stadt mit 3.000 Leuten gibt es keine Privatsphäre. Jeder weiß hier, was der andere macht". Was für ein schwachsinniges "Argument". Auch in einem Dorf mit <300 Einwohnern weiß nicht jeder alles vom anderen. Und nur weil der Postbote weiß, wer von wem Post bekommt, kennt er noch lange nicht den Inhalt. Wo hammse DEN denn rausgelassen? <eg>
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