Kinect für Echtzeit-Übersetzung in Gebärdensprache

In der Forschungsabteilung des Software-Konzerns Microsoft arbeitet man an einer Technologie, um über die Spielekonsolensteuerung Kinect eine besser Verständigung zwischen hörenden und gehörlosen Menschen zu ermöglichen. mehr... Microsoft, Xbox One, Kinect, Bewegungssteuerung, Kinect 2 Bildquelle: Microsoft Xbox One, Kinect, Bewegungssteuerung, Kinect 2, kinect für windows Xbox One, Kinect, Bewegungssteuerung, Kinect 2, kinect für windows Microsoft

Diese Nachricht vollständig anzeigen.

Jetzt einen Kommentar schreiben
 
Sinnvoll. Wenn allerdings von der Microsoft-"Forschungsabteilung" gesprochen wird: Ist damit Microsoft-Research gemeint? Es ist ja bekannt, daß die ganz tolle Dinge entwickeln, allerdings auch, daß nur wenig davon das Licht der Öffentlichkeit erblickt bzw. nur selten ein verkaufsfähiges Produkt daraus wird. In diesem Fall hoffe ich doch sehr, daß hier nicht zu früh das Handtuch geworfen wird (wg. Kosten oder zuviel Arbeit).
 
@departure: Die Forschungsschwerpunkte werden schon in aktuelle Entwicklungen einfließen, auch wenn man kein ganzes Produkt daraus als Enduser sieht: http://de.wikipedia.org/wiki/Microsoft_Research (würde ich mir denken)
 
@departure: Wegen Kosten wohl kaum. MS steckte letztes Jahr 9,8 Mrd. US-Dollar nur in Forschung. Und die Entwicklungen von MS Research werden halt meist nicht so wie dort gezeigt umgesetzt, Algorithmen und Erkenntnisse werden aber dennoch in den Hauptkonzern übernommen.
 
Man kann sagen was man möchte, aber aus Computerlinguistischer Sicht steckt sehr viel in dieser neuen Konsole. Für mich ein sehr interessantes Feld und ist an meiner Uni unter den Professoren schon heiß diskutiert.
 
Ich kenne einige Ergotherapeuten die KINECT bereits als Therapie einsetzen, - bei einen Patienten mit Tetraspastik, der neurologisch bedingt keinen intrinsischen Antrieb zu seiner Umwelt entwickelt hat und erst dann eine Handlungsabfolge ausführen kann, wenn man ihm dies Schritt für Schritt vorgibt. Die Therapie basiert also auf Aktion -> Reaktion. Der Rollstuhlfahrer wird nach dem heilpädagogischen Prinzip in ein lustvollen Lernzustand versetzt, dadurch wird eine intrinsische Reizspirale in gang gesetzt, durch dessen Motivation er eigene Bewegungen ausführt, die die KINECT Kamera wahrnimmt und der Patient unmittelbar eine Reaktion auf dem Bildschirm erhält. Dies versetzt ihn wieder in ein lustvollen Zustand des Lernens. Der Vorgang läuft dann folgendermaßen ab [Vorgabe zur Handlung -> Aktion -> Reaktion > fröhliches Lachen = Intrinsischer Antrieb dies selbst wiederholen zu wollen (* Ohne Vorgabe) > Bewegung (Aktion) > Reaktion auf dem Bildschirm > Stolz dies selbst geschafft zu haben > Die Bewegungen werden deutlicher, zielstrebiger > Reaktion auf dem Bildschirm > Eigene Erfahrung motorische Bewegungen ausführen zu können, an die der Patient nicht geglaubt hat > Seine Aktionen werden noch deutlicher > Reaktion auf dem Bildschirm etc.]. Gerad was die therapeutischen Geräte zu dieser Förderung betrifft, sind die unheimlich teuer. Mir ist bei der Anamnese zu solch einer Förderung ein Gerät begegnet, was nur aus einem riesigen Druckknopf besteht aber 300€ kosten soll. Da ist eine KINECT weitaus billiger und vielseitiger einsetzbar. Zwar würde die Krankenkasse solche Druckknopfgeräte übernehmen, allerdings müssen diese besonders gut begründet sein. Deshalb wurde die KINECT mit einer Xbox angeschafft.
 
Leider ist auch diese Entwicklung kein grosses Ding. Nach wie vor sprechen wir bei irgendeiner art von automatischer Erkennung oder Übersetzung von Gebärdensprache von "signed language" nicht von "signlanguage". Da Syntax und Benutzung der Gebärdensprache vollkommen ungleich der gesprochenen Sprache sind, werden derartige automatische Übersetzer nicht viel bringen da sehr Realitätsfremd. Auch hat man im Video schon den gewaltigen Unterschied an Klarheit und Geschwindigkeit der benutzten symbolic gesehen. Eine automatische Erkennung der Gebärdensprache muss zwangsläufig mit einer analyse des Inhalts einhergehen. Wie bereits aus dem Video zu erkennen, wird jediglich eine Zeichen für Zeichen Übersetzung angestrebt. Nette Spielerei, Linguistisch gesehen allerdings eben nicht mehr als das, eine Spielerei...
Kommentar abgeben Netiquette beachten!