Steve Ballmer: So gut war der Microsoft-Chef

Im August dieses Jahres hat Steve Ballmer seinen Rücktritt angekündigt. Der Mann im Chefsessel von Microsoft war nie unumstritten. Eine interessante Infografik misst Ballmer aber jetzt an nackten Fakten: Wie gut war der Microsoft-CEO wirklich. mehr... Steve Ballmer, Ballmer, Microsoft CEO Bildquelle: Microsoft Steve Ballmer, Ballmer, Microsoft CEO Steve Ballmer, Ballmer, Microsoft CEO Microsoft

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Gut ist nicht gut genug, wenn's auch viel besser hätte sein können. Zune, WMV-HD, WMA, Games for Windos Live, Xbox One Always On, Windows Mobile, Bing, Silverlight, etc. Microsoft unter Ballmer wollte zu viel Kontrolle haben. Das mag vielleicht bei Apple funktionieren. Wenn man aber gegen derart mächtige Konkurrenten antritt, muss man kundenorientiert denken. Dass Microsoft am Kunden vorbei entwickelt, sieht man am besten am Start Button von Windows 8.1. Die User wollten einen Start Button. Den bekamen sie auch. Dass dieser aber nicht das macht, was die User wollten, zeigt genau was falsch läuft.
 
@Lofi007: ms hat sicher in vielen bereichen zu langsam reagiert...sagen wir heute, die es besser wissen, aber zu der zeit auch nicht besser wussten. sie hatten auch eine sehr enge partnerschaft mit intel, die es ebenso verpasst haben sich schnell genug an die veränderten marktbedingungen anzupassen. die "mobilen" atom processoren von intel waren ein grund für den misserfolg der netbooks. und erst die schlaue idee von apple, rund um ein netbook mit touchdisplay ohne feste tastatur, eine software infrastruktur mit maßgeschneiderten angeboten für kunden (geboren aus den erfahrungen mit ihren ipods und itunes) anzubieten und dazu passend auf prozessoren zu setzen die weniger auf maximale leistung ausreichtet sind, sondern einfach nur ausreichend sind um die 80% der von den meisten menschen genutzten software zu unterstützen, hat die IT welt in eine völlig neue zeit geführt. niemand zuvor war bereit den für die bekannte software viel zu langsamen netbooks entsprechend vereinfachte und dafür schnellere varianten zu spendieren. erst apple hat konsequent darauf gesetzt, dass die meisten menschen gar keine high end pcs benötigen, hat eine entsprechende lösung dafür gebaut und wurde dafür belohnt. alle anderen, auch microsoft, mussten das erst lernen. wobei google und samsung als erste reagiert hatten, sie waren auch nicht in so viele partnerschaften in der alten IT welt verstrickt. heute rennen alle anderen dem neuen trend hinterher. vermutlich hätte ms schon früher ein besseres mobiles windows bereitstellen können, aber intel war lange zeit nicht so weit. viele andere partner auch nicht. bis heute gibt es keine mir bekannte business software, die für mobile geräte angepasst wurde. man stellt dem kunden immer noch ein komplettpaket vor dir tür, welches 90% der mitarbeiter nie nutzen werden. aber man lernt dazu und prozesse in unternehmen dauern meist etwas länger, weil mehr geld dran hängt. so gesehen hat ms nicht wirklich etwas falsch gemacht...wenn man sich mal genau überlegt in welcher situation sie waren. ich bin sogar im gegenteil erstaunt mit welcher konsequenz sie doch noch einen fuß in die tür bekommen haben. noch sind sie nicht dort wo sie sein müssen um ihre bisherigen kunden langfristig zu halten, sicherlich. aber mit der xbox one und der anstehenden verknüpfung der windows versionen zu einer plattform für x86 und ARM systeme, die sowohl im business als auch mit der box im wohnzimmer verfügbar sein wird, sind sie auf einem guten weg.
der start button ist hier allerdings ein symbol für die alte zeit. es ist auch verständlich das viele gern daran festhalten wollen, sie werden sich aber mit der zeit umstellen müssen. sollte ich falsch liegen erwarte ich zwingend einen startbutton in der iOS version 8 ^^
 
@ITkrates: Apropos zu langsam reagiert: Ist zwar OT, aber Microsoft hatte sogar das Internet verschlafen ...
 
@Lofi007: Und gnadenlos aufgeholt(Verdrängung Netscape...). So auch bei der X-Box.
 
@Gorxx: Ja, mit den üblichen Mitteln: Marktposition ausgenützt, den Usern über das OS den IE auf's Aug gedrückt (Explorer-Integration), sich nicht an den Standard gehalten, sodass Seiten nur mehr mit dem IE funktioniert haben (plattformabhängiges Active-X, das schon wieder längst tot ist) ...
 
Was soll die sinnlose Nennung von "Vier Frauen"? Auch Microsoft wird das Personal nach Qualifikation und Leistung einstellen, so wie in jeder anderen Firma. Oder darf man nun z. B. vorwerfen, dass kein Quoten-Schwarzer im Vorstand von Microsoft ist?
 
@Lofi007: Ich bin auch kein Fan von Quoten ++
 
@Lofi007: Du glaubst gar nicht wie wichtig das diversity Thema in den USA genommen wird. Da sind die Diskussionen hier ein feuchter Furz im Winde. Der Erfolg eines Unternehmens in USA wird auch an diesem Thema gemessen ...
 
@Lofi007: Mir is auch die Kinnlade runtergefallen als ich das gelesen habe... Als wenn ein Personalchef, der Männer einstellt, von Grund auf böse ist
 
Das mit den Servern kann ich bestätigen. Unter Ballmer kam im Jahr 2000 der erste Server heraus (der W2K-Server), der endlich einen standortübergreifenden Verzeichnisdienst ("Active Directory") bot. Bis dahin konnte Microsoft mit seinen Servern und Netzwerkdiensten kaum gegen Novell anstinken, denn Novell hatte solch einen Verzeichnisdienst schon länger (der auch sehr gut funktioniert hat). Der W2K-Server und das AD hat dann allerdings auch das Ende des großen Erfolgs von Novell eingeläutet. Ich finde bis heute, daß Microsoft-Serverbetriebssysteme stets stabiler, solider, zuverlässiger als jedes Client-Windows waren und sind. Das erklärt auch, warum die 64-Bit-Version von Windows XP lange Zeit als Geheimtipp für ein äußerst schnelles und stabiles Clientbetriebssystem galt. Grund: Es hatte den Betriebssystemkern des W2K3! Möglicherweise hat Ballmer sehr viel mehr Wert auf die Serverentwicklung gelegt als auf vieles andere, und dadurch wurde an anderen Stellen vielleicht auch zuviel verpennt. Somit haben wir heute sehr gute Windows-Server, die aus kaum einer Firma noch wegzudenken sind, aber dafür einen Riesenkonzern, der in puncto mobile Systeme dem Markt noch um Jahre hinterherhinkt, trotz WP, Surface, Nokia usw. usf. (das sind auch alles gute Sachen, aber viiiel zu spät). Meine Prognose: Micosoft wird sich in den nächsten Jahren gesundschrumpfen müssen, im klassischen Kerngeschäft ein zuverlässiger Entwickler und Partner bleiben (Server, Fatclients) mit Windows, Microsoft Office, Exchange und MSSQL, sich aber ansonsten entscheiden müssen, ob sie weiterhin unter viel zu hohen Kosten im Mobilmarkt weiterhin die dritte Geige spielen wollen, oder sich davon verabschieden.
 
@departure: Kein Wunder. Im Server-Geschäft stecken regelmässige Einnahmen in Form von jährlichen Lizenzgebühren, die noch dazu von der User-Anzahl abhängig sind. Und das bei Firmen, die man kontrollieren kann im Gegensatz zu Privatanwendern.
 
@Lofi007: Jährliche Lizenzgebühren für die MS-Serverbetriebssysteme bzw. CALs? Auf welchem Planeten lebst du denn? Ich kaufe hier für unsere Firma jedes OS/jede CAL exakt ein einziges Mal, fertig. Das ist kein Abo.
 
@departure: ich stimme dir zu. nur sehe ich keine alternative zum mitspielen mit den großen. apple, google, amazon, sony und ms, das sind die aktuell großen mitspieler im modernen IT geschäft weltweit. daneben gibt es noch samsung und einige chinesische hardwarelieferanten. aber im markt für IT lösungen an endkunden werden die oben genannten den kuchen unter sich aufteilen. und entwickler werden alle diese systeme unterstützen müssen, wenn sie geld verdienen wollen. genauso wie die musikindustrie und buchautoren und filmproduzenten und sonstige anbieter digitalisierbarer medien.
der serverbereich wird vielleicht noch viele jahre so weiter existieren. aber ms lebt hauptsächlich von den verkauften lizenzen auf client systemen. und hier sind sie ganz schnell raus aus dem markt, wenn sie apple und co nichts entgegensetzen können.
ja, es gibt auch noch HP und Dell und Acer etc. aber die müssen stark aufpassen das sie nicht mehr nur auftragsfertiger für das nächste amazon gerät werden.
 
@ITkrates: Du hast vollkommen Recht. Das meinte ich ja auch mit "gesundschrumpfen". Ich gehe davon aus, daß wir in den nächsten Jahren einen deutlich kleineren Konzern "Microsoft" erleben werden, der sich auf das konzentriert, was er kann, und nicht auf das, wo andere die Messlatte schon so hoch gelegt haben, daß Microsoft diesen Rückstand nie mehr aufholen kann. Es kann leicht sein, daß Microsoft irgendwann als sicheren Bestand nur noch die Firmenkunden hat. Wenn sie das weiterhin gut hinkriegen, kann das auch durchaus funktionieren, nur wird Microsoft dadurch definitiv kleiner werden. Alles, was neu, hip, modern u. sexy ist und viel stärker die neue Welt der IT wiederspiegelt, ist nicht das, was Microsoft kann. Microsoft ist nicht hip, sexy, modern, auch gibt es bei Microsoft niemals einen "Hype", sondern zwar altmodische, aber solide IT-Landschaften wie schon in den letzten 13-14 Jahren. Bei der modernen IT haben sie anderen längst das Feld überlassen, zwar nicht freiwillig, aber wer solange schläft und ignoriert (Ballmer hat das erste iPhone ausgelacht), was bleibt dem dann noch übrig?
 
@departure: dann sind wir uns einig ;)
zumindest ist es spannend. die kleine erfindung von massentauglichen, berührungsempfindlichen displays hat die IT nachhaltig verändert.
leider nicht zwingend zum besseren, auch wenn viele das so sehen. denn betriebssysteme sind eine infrastruktur, die zwangsläufig hardware und software verbinden muss. mehrere systeme sind volkswirtschaftlich gesehen eine verschwendung von ressourcen. um so mehr, wenn sie nicht miteinander kompatibel sind. ein industriestandard bei den OS wäre wünschenswert. die GUI kann ja dann jeder individuell gestalten ;) aber es muss einfach jedes programm ohne umständliche portierungen auf diesem grundsystem laufen.
 
Um wie viel % sind die PC- und Serververkäufe in diesem Zeitraum denn gestiegen? 2000 war gerade die Zeit als noch nicht alle einen PC Zuhause hatten und das Netz für viele noch neu war. Heute hat jeder mehrere PCs und ohne Netz würde vieles zusammenbrechen - ob das Ballmers Verdienst ist?
 
@Givarus: na, zumindest wurde in dieser Zeit auch dafür 'gesorgt', dass diese ganzen Geräte (oder der größte Teil davon) mit dem OS von Windows läuft und gleichzeitig auch die Office-Suite im Grunde ein Standard geworden ist. Von daher ... so vollkommen egal kann das also nicht gewesen sein, was da passiert ist.
 
@JoePhi: 2000, das war in etwa die Zeit als MS 97% Desktop Marktanteil hatte und es neben Windows und MS Office im Grunde nicht mehr viel gab. Das war die Zeit als der Internet Explorer 6 Netscape platt gemacht hatte und der Quasi-Standard des Internets wurde und über Jahre den eigentlichen Standard ausgehebelt hat. Das war die Zeit als MS gerade am Rande der Zerschlagung stand, weil es auf dem IT Markt keine Konkurrenten mehr gab. Das war die Zeit als Windows XP eigentlich fast fertig war und dann über ein Jahrzehnt den OS Markt komplett dominierte. Da muss man dafür sorgen, dass die Geräte mit Windows laufen? Aha. Mit was hätten sie denn sonst laufen sollen bitte?
 
@Givarus: Natürlich gab es Alternativen: Unix, Mac - Mircosoft hat es verstanden den Games-Markt an Windows zu binden und hat clever im Busniness-Bereich agiert. Das hätten damals auch andere machen können. Zusätzlich wurden gerade im Business-Bereich einige sehr gute Entscheidunden getroffen - nämlich genau da, wo jetzt das Geld herkommt. Was konzentriert ihr euch eignetlich immer so auf Windows? Microsoft ist schon lange nicht mehr Windows. Und diesen Schritt hat Ballmer eindeutig mitgeprägt.
 
@JoePhi: Vor allem UNIX hätte an sich einen uneinholbaren Vorsprung haben müssen, immerhin ist das System in der Steinzeit (60er Jahre) entstanden. Selbst schuld, dass die den Massenmarkt komplett verpennt haben.
 
@JoePhi: aber trotzdem ist das alles eine Milchmädchenrechnung. wahrscheinlich währen die zahlen besser, wenn zb steven sinofsky die position bekleidet hätte. ballmer hat sehr viele falsche entscheidungen getroffen und kreative köpfe vergrault - bei ballmer steht sein eigenes ego an erster stelle. MS ist ein konzern der nur schwer runterzuwirtschaften ist, durch die monopolstellung (sowohl tatsächliches monomol als auch gewöhnung an produkte) steigern sich natürlich die lizenzverkäufe so wie sich auch die pc-verkäufe in den letzten 13 jahren gesteigert haben. zusätzlich kommen mit dem visual studio, office etc noch weitere standbeine dazu - nicht zu vergessen, dass MS an jedem verkauften androiden auch 10-15 dollar lizenzgebühren verdient - so schnell wie da neues geld rein kommt kann kein CEO der welt den karren so wirklich in den mist setzen. unter ballmer wurden aber etliche mrd falsch investiert und auch bei 99'000 angestellten hat diese softwareschmiede keine entwickler für html5 und java in einer festanstellung - soll verstehen wer will, ich nicht.
 
Beweise, dass er böse ist: http://www.youtube.com/watch?v=fI_xuFA18m4
 
Meine bisherigen Einschätzungen, dass Steve ein Genie ist und sich für seine Mitarbeiter einsetzt, bestätigen sich hiermit. Steve ist ein guter Mensch ohne jegliche Überheblichkeit. Seine "Lockerheit" mögen die "Redmonder". Er und Connie sind in ihrer Heimatstadt sehr beliebt. - Steve und Bill füllen die Stadtkasse manchmal auf, damit Redmond eine wunderschöne Stadt ist und bleibt. So etwas Herrliches findet man in Deutschland nicht. Redmond ist ein Paradies. - Ich spiele schon mit dem Gedanken, dort zu wohnen.
 
@manja: Na dann guten Flug. Und falls die Stadtkasse von Redmond eines Tages nicht mehr aufgefüllt wird und deshalb von den Bordsteinen die Hundekacke nicht mehr abgekratzt werden kann, dann komme doch einfach wieder zurück nach Deutschland. Soll hier nämlich auch irgendwo "blühende Landschaften" geben - sagte jedenfalls mal jemand. Sorry für den Kommentar, aber ich zähle wie immer auf deine Lockerheit.
 
@noComment: In Redmond achten Alt und Jung auf Sauberkeit. Niemand wirft etwas durch die Gegend. Straßen und Parkanlagen sind tadellos in Ordnung. Abends machen nicht wenige Leute einen kleinen Stadt- bzw. Parkbummel. Kinder spielen noch, wenn es schon ein wenig dunkel ist (keine Gefahr). Erwachsene sitzen plaudernd bei einander oder halten sich durch Laufen im Park fit. Ich habe den Eindruck gewonnen, als würden die "Redmonder" eine große friedliche Familie sein. Mein Onkel Michael sagte mir, dass die Kriminalität in Redmond gleich 0 ist. - Das muss man gesehen und erlebt haben!
 
@manja: Glaube ich dir sogar dass Redmond sehr gut davon profitiert dass sich der Firmensitz von Microsoft dort befindet, weil dadurch doch mehr Geld als anderswo für die Infrastruktur der Stadt übrig bleibt. Und der Eindruck von einer "großen Familie" wundert mich auch nicht, da ja viele Einwohner gewissermaßen Kollegen sind. Nur ist diese Idylle nicht aufs ganze Land (USA) übertragbar.
 
@noComment: Dein letzter Satz ist absolut richtig. - So etwas wie Redmond gibt es wahrscheinlich nicht noch einmal in den USA. - Und in Deutschland? :-(
 
@manja: Zu deiner letzten Frage ein kurzer Gedanke. In Deutschland kehren immer mehr amerikanische Verhältnisse ein (im Arbeitsleben und bei der sozialen Absicherung). Wer schon etwas länger auf der Welt ist, der wird diese Entwicklung bemerkt haben. Nachdem nämlich der Kommunismus zusammenbrach, ging und geht es abwärts mit den Prinzipien der sogenannten sozialen Marktwirtschaft (die in den alten Bundesländern propagiert wurde), da man ja den Arbeitnehmern in Deutschland die Überlegenheit vor dem Kommunismus nicht mehr beweisen muss.
 
Ballmer hat sein Leben so hart es geht in diese Firma gesteckt, die diesen Erfolg eindeutig zeigt. Wird mal Zeit, dass wir, die User von MS, Herrn Ballmer auch mal dazu gratulieren! Er hat sich seinen Ruhestand, genauso wie Herr Gates sehr verdient und ich hoffe, dass es ihn lange gut gehen wird.
 
Gut gemacht Steve, ein anderer hätte das nicht hinbekommen... Nach der Logik dieser News müsste MS nach dem Weggang von Ballmer langsam den Bach runter gehen, oder?. Schaun wa mal...
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