Neu im Duden: Shitstorm, QR-Code und Co.

Wenn am Montag die 26. Auflage des Duden erscheint, finden sich darin auch einige Begriffe, die WinFuture-Lesern wohl schon seit geraumer Zeit flüssig über die Lippen gehen: Der "Gamer" hat es etwa endlich in das gelbe Buch geschafft. mehr... Rechtschreibung, Duden, standardwerk Bildquelle: wikipedia Rechtschreibung, Duden, standardwerk Rechtschreibung, Duden, standardwerk wikipedia

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Ja genau. Auch Winfuture sollte endlich lernen dass Taiwan kein eigenes Land ist, sondern eine Insel. Wird leider immer wieder falsch dargestellt. Deutschland, USA, die UN...niemand erkennt Taiwan als Land an. Also warum tut es Winfuture-Land dann?
 
@Glowbewohner: Hab ich irgendwas in der News nicht mitbekommen?
 
@kkp2321: Du musst zwischen den Zeilen lesen ;)
 
@Wuusah: Ist wohl eindeutig zu hoch für mich Oo
 
@Glowbewohner: Was haben geopolitische Fragen/Fehler mit der Rechtsschreibung zu tun? Wurde das Wort "Taiwan" falsch geschrieben oder bist du ein Chinese, dass du dich in deiner Ehre verletzt fühlst?
 
@Glowbewohner: warum ist Taiwan kein Land? Es handelt sich bei Taiwan um die Republik China, nicht zu verwechseln mit der Volksrepublik China. Taiwan ist seit 1912 eigenständig und hat auch eine eigene Währung - auf dem Papier ist es eine abtrünnige Provinz, de facto ist es ein eigenständiges Land.
 
@otzepo: klingt nach Bayern :p
 
@Eistee: Na und, ein bisschen Abtrünnigkeit schadet doch niemand. :-D Die Bayern sind eher vergleichbar mit den Corellianer (Menschen) aus Star Wars.
Corellia Planet: http://www.jedipedia.de/wiki/Corellia
Corellianer Volk: http://www.jedipedia.de/wiki/Corellianer
Habe es noch mal durchgelesen, yep die Corellianer sind den Bayern schon relativ ähnlich.
 
@otzepo: http://www.duden.de/suchen/dudenonline/Taiwan
 
@Glowbewohner: und drei mal darfst du raten warum nicht alle länder diesen staat öffentlich anerkennen und trotzdem diplomatische beziehungen pflegen.
 
@otzepo: Die Gründe sind völlig irrelevant. Fakt ist in Deutschland ist es nicht als Taiwan anerkannt. Und darum sollte es auch nicht in fachlichen News stehen. Aber das schert bei Winfuture eh niemanden
 
@Glowbewohner: nein, Taiwan ist inoffiziell ein eigenes Land, das darf man nur nicht laut sagen, weil das die Chinesen nicht gerne hören - angeblich hat Deutschland keine diplomatischen Beziehungen mit Taiwan, de facto gibt es in Deutschland aber mehrere Botschaften und wenn du als Deutscher in Taiwan bist findest du auch ein inoffizielles Konsulat im Deutschen Institut. http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/TaiwanSicherheit.html
 
Ich bin der Ansicht das Anglizismen im Duden nichts verloren haben. Bei Googlen kann ich es vll. noch nachvollziehen, das ist ein Eigenname. Auch QR-Code soll mich nicht stören. Aber Shitstorm und Social Media haben da nichts zu suchen. Schade, das der Duden dazu beiträgt die Deutsche Sprache verkommen zu lassen.
 
@kkp2321: Shitstorm volle Zustimmung. Finde ich scheußlich, dieses "Wort". Genau so das gerade aktuelle "Whistleblower". Ich mein... hallo?!?! Warum wird so etwas von den Medien überhaupt übernommen?
 
@RebelSoldier: Und wie willst du das Wort Whistleblower ersetzen?
 
@check: Mit einem Wort wird man das nicht ersetzen können. Allerdings sind das "Informanten". Oder Wort für Wort: Flötenbläser xD
 
@kkp2321: Warum steht downloaden im Duden wenn es dafür doch ein deutsches Wort gibt? "herunterladen"
 
@Eistee: Zumal wir vieles simpel übersetzen können... "Soziale Medien". Dict.cc hat für Shitstorm "Empörungswelle" gelistet, warum auch nicht.
 
@Eistee: Weil, wenn irgendwann die Mehrheit der deutschen Wörter ausradiert und durch englische erstetzt wurde, dann haben die Ami Geheimdienste nicht mehr so viel Arbeit mit dem übersetzen. :D
 
@kkp2321: Jo, wozu überhaupt noch Duden? Einfach zum Englisch-Wörterbuch greifen, damit ist man dann dem Duden auch voraus.
 
@kkp2321: Hier wird der Unterschied zwischen einem "normativen" und einem "deskriptiven" Wörterbuch nicht verstanden.
 
@kkp2321: ad1: Es heißt "Schade, dass..." und nicht "Schade, das...". Mit nachlässiger Grammatik verkommt die deutsche Sprache auch. ad2: Was Langenscheidt mit dem Duden zu tun hat, habe ich nicht verstanden.
 
@florian29: Ups... keine Ahnung warum ich den jetzt Langenscheidt zugeschoben habe.
 
@florian29: sind beide gelb :D
 
@florian29: Du warst sehr nachsichtig *g*. Beispielsweise hättest du ebenso berechtigt auch "Ich bin der Ansicht, das_s_ ..." monieren können, also praktisch dasselbe wie dein ad1 ;-)
 
@Drachen: Ja, stimmt! Hab ich überlesen! Liegt wohl daran, dass ich mittlerweile eine gewisse Fehlertoleranz "erlernt" habe. Ich akzeptiere es jetzt einfach, dass es zwischen dass/das und seid/seit keinen Unterschied gibt. ;)
 
@kkp2321: Shitstorm: Substantiv, maskulin - Sturm der Entrüstung in einem Kommunikationsmedium des Internets, der zum Teil mit beleidigenden Äußerungen einhergeht. - Social Media: ... was ist so schlimm daran, wenn die duden redaktion das erläutert - ich finde es gut und wichtig, dass anglizismen erklärt werden.
 
@krusty: Weil das Wort einfach bescheuert ist und nur deswegen "cool" klingt, weil es ein Anglizismus ist. Wäre in deutschen Medien immer von "Scheißesturm" die Rede, wäre der Begriff ganz schnell weg vom Fenster und es gebe da nen Riesenwirbel drum, wie man nur sowas Vulgäres abdrucken kann.
 
@kkp2321: "Mit dem immer wachsenden Enfluss englischen Wesens mehrt sich neuerdings in bedenklicher Weise die Zahl der aus dem Englischen stammenden Fremdwörter." (Allgemeiner Deutscher Sprachverein, 1899[!]) Die Verwendung von Lehnwörtern (unter anderem Anglizismen) im Deutschen deutlich niedriger, als sie es in früheren Jahrhunderten schon war. Im Übrigen soll der Duden die deutsche Sprache abbilden, und sie nicht formen. Außerdem gibt es für die meisten Anglizismen schlicht keine exakte, deutsche Entsprechung. "Shitstorm" ist vielleicht kein schöner Begriff, aber auf jeden Fall präziser als die hier schon vorgeschlagene "Empörungswelle". Natürlich gibt es auch Gegenbeispiele (wie z. B. "downloaden"), aber im Normalfall setzen sich Begriffe nicht grundlos durch oder nur weil sie "cool" klingen.
 
@kesan: Weil man sich keine Mühe mehr gibt Deutsche Abbilder zu finden. Man kann auch nicht mehr von Lehnwörter sprechen, da man sie eins zu eins übernimmt uns sie nicht eindeutscht.
 
@kkp2321: Noch mehr als Anglizismen stören mich Blockwarte. Außerdem ist der Duden kein Regelwerk zu Verwendung der deutschen Sprache (auch wenn das einige gerne so sehen), sondern bildet nur die aktuelle Entwicklung ab. Und wenn sich die deutsche Sprache einen Anglizismus nach dem anderen einverleibt, dann ist es nicht am Duden, das geradezurücken.
 
looool Das zweitletzte Wort in der viertletzten Zeile heißt "zugegeben"!!! Und das in einem Artikel über den Duden, hihi.
 
@felix48: vor allem auch passend zum Absatz, das es auch für Winfuture eine lohnende Investition sein könnte.
 
@felix48: :D Danke, ist berichtigt. Wirklich falsch geschrieben war es ja nicht. Nur in dem Satz halt irgendwie schon. Also eine Rechtschreibprüfung markiert einem das nicht.
 
@felix48: ? - http://www.duden.de/rechtschreibung/zugegeben
 
Wird auch Zeit dass eine neuere Version "ausgerollt" wird - das machten die alten Ägypter nämlich auch schon, wenn sie aus ihren"Duden" auf Papyrus lasen. :-)
 
@noComment: Oh ja, "ausrollen" - noch so ein Begriff, bei dem ich in so einem Zusammenhang nur die Augen verdrehen kann.
 
Schade, dass die Neuauflage nicht vor meinen Abschlussprüfungen raus kam :D
 
"[...] und gilt bis heute als Standardwerk für Rechtschreibung und richtigen Wortgebrauch." Man sollte dann aber auch bitte dabei erwähnen, dass der Duden KEIN Referenzwerk ist, auch wenn er gerne von vielen so gesehen wird...
 
@Slurp: Danach richten sich aber beispielsweise auch deutsche Behörden.
 
@kubatsch007: Und grade deshalb ist es kein Referenzwerk. Ich jedenfalls spreche im Alltag kein 'Beamtendeutsch'. Du?
 
@lutschboy: Was hat korrekte (und verständliche!) schriftliche Kommunikation nun wieder mit Beamten zu tun? Dass das gesprochende Wort etwas anderen Regeln folgt als Geschriebenes, setze ich mal als allgemein bekannt voraus. Das hat auch etwas mit direkter und indirekter Kommunikation zu tun und den Prinzipien der Kommunikation an sich. Ist ein sehr spannendes Thema und lässt sich schon aus Platzgründen nicht in den WF-Kommentaren abhandeln, von der miserablen Übersichtlichkeit mangels Zeilenumbrüchen ganz zu schweigen.
 
@Slurp: Das ist höchstwahrscheinlich so ein ähnliches Verhältnis wie bei Standard und Industriestandard. Der Duden mag keine offizielle Referenz sein, aber da es wohl keine echte Alternative und keine "offiziellere" Quelle gibt, ist es eine de facto-Referenz.
 
Der Duden ist kein Referenzwerk?
Welches Buch kann mir denn eine Referenz zu der Deutschen Rechtschreibung und Grammatik geben?
 
@MichaCognito: Keines, weil es nicht -die- "deutsche Rechtschreibung und Grammatik" gibt. Was du meinst ist wohl Standarddeutsch, und das ist nur eine von vielen Arten der deutschen Sprache.
 
@lutschboy: falsch. Es gibt nicht viele Arten der deutschen Sprache. Hingegen gibt es Dialekte, also regionale Abweichungen, und es gibt die Umgangssprache (Slang). Weiterhin gibt es noch zahleiche fachspezifische Begiffe und Abkürzungen, so dass ein Vortrag oder Aufsatz eines Physikers anders daher kommt als der eines Biologen usw., auch in der DV/IT hat man fast eine eigene Begriffswelt, die dann im speziellen Kontext durchaus mehr Anglismen enthält als die normale Umgangssprache. Und natürlich gibt es auch viele weitere Variationen, und sei es nur verkürzte Sprache oder auf "Insiderwissen" beruhende Floskeln, so kann ein Satz an einer schule lustg sein und an der Nachbarschule nicht mehr, weil eine Anspielung auf ein Ereignis enthalten ist, welches eben nur dort passiert und bekannt ist. Wenn du dann noch Eigenheiten betrachtest wie das "fehlende" ß im Schweizerdeutsch, kommst du letztendlich auf einen weiteren Dialekt, aber eben nur auf eine Art der Sprache, nämlich deutsch. Deutsch ist deutsch, Verben und Substantive haben weitegehend dieselbe Bedeutung (abweichende Ausnahmen wie z.B. "Bratwurst" sind mir durchaus bekannt, aber kein genereller Widerspruch) in Meck-Pomm, Sachsen, Bayern, Hessen, am Rhein und auch in der Schweiz und Österreich, also dem deutschen Sprachraum.
 
@MichaCognito: Der Duden gilt durchaus als Referenz. Da es aber auch dabei um Geld geht, hat sich natürlich Konkurrenz gebildet, welche durchaus ebenfalls hochwertige Nachschlagewerte des deutschen Wortschatzes und korrekter Schreibweisen liefert, beispielsweise Langenscheidt und Pons. Letztlich nehmen die sich wohl nicht mehr so viel, aber der Duden hat hat den historischen Vorsprung und ist tiefer im Wortschatz verankert als sprachliche Instanz - und auch hier gibt es eine Vermengung zwischen Marke und Gattungsbegriff bzw. eine Aufweichung der Marke, ähnlich wie es bei "googeln"/suchen oder bei Tempo als Papiertaschentuch passiert und in der DDR bei Mineralwasser üblich war, wo man praktisch landesweit eine Selters bestellt hat und eigentlich ein Mineralwasser meinte.
 
@MichaCognito: Das amtliche Regelwerk der Deutschen Rechtschreibung vom Institut für Deutsche Sprache ist das einzige Referenzwerk und gibt als einziges Regelungen zur Rwchtschreibung raus. Alle anderen (Duden, Pons, etc) reagieren nur auf aktuelle Sprachentwicklungen und binden diese in ihre Werke ein.. Das ist der Unterschied..
 
@Slurp: Danke
 
Schön, schön. Hier wird also wieder zahlreich die vielfältige Normativitätskeule auspackt und das Ende der schönen deutschen Sprache prophezeit - Fakt ist aber, dass das Entlehnen von Wörtern eines der Zeichen für eine gesunde, lebendige Sprache ist. Und daran ändert sich nichts, nur weil ein paar Präskriptivisten im Internet mit der phonologischen oder orthographischen Ästhetik von Anglizismen nicht einverstanden sind oder etwas gegen "Duplikate" haben; dass selbst die "Duplikate" häufig andere Konnotationen haben, als die Erbwörter, interessiert vermutlich auch keinen noblen "Retter der deutschen Sprache". Ich habe noch keinen Sprachverbesserer getroffen, der ernsthaft an Linguistik interessiert gewesen wäre.
 
@remark: danke für deinen Post! 100%ige Zustimmung.
 
@remark: Prinzipiell habe ich ebenfalls keinen Widerspruch zu Deiner Aussage zu treffen. Es gibt auch aus vergangenen Zeiten schon viele ins Deutsche übernommene Worte, die es in die Nachschlagewerke schafften. Portemonaie, als ein Beispiel, obwohl es doch schon das schöne Wort 'Geldbörse' gab. Insbesondere waren es Worte vor allem aus dem Francophonen oder Lateinen, da diese Sprachen und die entsprechenden Länder einst so etwas wie der Nabel der Welt waren. Heute sind es eben Anglizismen- Ärgerlich ist in meinen Augen nur, dass (wohl dank des Internet/schnellebigerer Zeit) Fremdworte anscheinend schneller in Nachschlagewerke aufgenommen werden, als ehedem und ohne zu Wissen, ob eine Begrifflichkeit nicht etwa nur einer momentanen Mode entspringt und eher in ein Fremdwörterbuch/Synonymwörterbuch gehören würde, denn in die defacto Standardwerke der dt. Sprache.
 
@Diak: Das ist natürlich die große Schwierigkeit, vor der die Duden-Redaktion (und die Jury eines jeden beliebigen Wörterbuchs) steht. Dass dann nicht nur populäre Entscheidungen getroffen werden, liegt in der Sache der Natur. Ich kann dich aber vielleicht beruhigen: wenn das Wort auf Dauer doch nicht die Wichtigkeit halten kann, die es zum derzeitigen Zeitpunkt hat, fliegt es in einer späteren Ausgabe wieder raus. Wenn du an lockeren (aber meist sehr sauber belegten) Texten über Ereignisse in der Welt der Sprache interessiert bist, lege ich dir einen Blick in den Sprachlog nahe. Da wurde auch schon über die Bedeutung und Verbreitung von unter anderem des Wortes Shitstorm geschrieben: http://goo.gl/a3oGX
 
Der Duden ist das Papier auf das er gedruckt wird, schon seit Jahren nicht mehr wert.
 
@starship: Dann versuch es halt mit duden.de - sofern es denn wenigst den Strom wert ist. Würden mehr Menschen wenigstens den Duden nutzen (oder von mir aus vergleichbares), wäre das Lesen manchen Kommentars wesentlich einfacher. Das darfst Du ruhig zugestehen.^^
 
@Diak: Was soll es denn bringen einen Duden zu benutzen, egal in welcher Form (Druckerversion oder Internet), wenn sich da drin Gossenslang breitmacht? Da wurden zum Beispiel bereits Worte wie das "einzigste" aufgenommen, obwohl klar ist, daß dieses Wort eigentlich gar nicht existieren dürfte! Die Begründung dafür war doch allen Ernstes die Tatsache, daß dieses Wort im allgemeinen Sprachgebrauch üblich ist. Es ist auch allgemein üblich, daß viele Leute die STVO mißachten, soll man die deswegen auch umschreiben und Tempolimits, Vorfahrtsregeln usw kippen? Wie kann es denn bitte sein, daß etwas definitv falsches lediglich durch häufige Verwendung plötzlich richtig wird? Der Duden ist und bleibt ein Witz, egal ob auf Papier oder im Internet. DAS gestehe ich durchaus zu...
 
@starship: Du verstehst offensichtlich noch nicht, was Sprache so mächtig, schön, vielseitig und vor allem genial macht: Sprache ist im Gegensatz zur StOV ein natürliches Gewächs, das sich wie eine Pflanze seiner Umgebung anpasst; etwas, was nicht von einer Instanz kontrolliert werden kann; etwas, was nicht kontrolliert werden darf. Dieses Wachsen und Gedeihen protokolliert der Duden in Ähnlicher Art und Weise, wie ein Evolutionsbiologe die Entwicklung von Lebewesen versucht aufzuzeichnen. Jeder darf Sprache so verwenden, wie er es möchte und für sinnvoll hält, um sein Ziel zu erreichen.
 
@remark: Ein Tumor ist auch ein vielseitiges, natürliches und manchmal auch mächtiges Gewächs. Er paßt sich nur selten seiner Umgebung an, eher paßt er die Umgebung an sich an. Das tun Pflanzen übrigens auch, sie sind absolut in der Lage, Straßen aufzureißen und Gebäude zum Einsturz zu bringen. Der Vergleich hinkt also ein wenig. Sprache dient in erster Linie der Kommunikation. Die sichere Kommunikation ist aber nicht mehr gewährleistet, wenn jeder meint, Sprache nach eigenem Gutdünken verunstalten zu können. Mißverständnisse sind dann vorprogrammiert. Das erlebe ich in meinem Hobby immer wieder. Ich verweigere in dem Fall die Kommunikation mit dem Gesprächspartner konsequent, weil ich keine Lust habe zu raten, was er mir wohl mitteilen will. Die STVO ist übrigens ebenfalls gelegentlichen Anpassungen unterworfen, jedoch machen die aus "falsch" noch lange kein "richtig". Egal wie oft die STVO an aktuelle Bedürfnisse angepaßt wird, man wird an der roten Ampel immer noch warten müssen. Daran wird sich auch nichts ändern, wenn man mir das Wort im Mund umdreht. Mir stellen sich die Nackenhaare auf, wenn ich sehe wie unsere Sprache von diversen "kreativen" Zeitgenossen brutal vergewaltigt wird. Das hat teilweise absolut nichts mit "natürlichem Wandel" zu tun, sondern eher damit, daß wir allmählich zur Müllhalde des "globalen Dorfes" mutieren. Und zwar in absolut jeder Hinsicht. Daß sich zum Beispiel die Iren über uns lustig machen, ist absolut gerechtfertigt! Wir haben hunderttausende Familien, die trotz Vollzeitjob unter der Armutsgrenze leben, und wir haben nichts besseres zu tun, als DEN Leuten das Geld in den Hals zu stecken, die das mit zu verantworten haben, aber das ist ein anderes Thema. Uns kann man nur auslachen. Versuche mal, bei denen Begriffe aus unserer Sprache zu etablieren, da wirst du nicht weit kommen. Also warum müssen wir uns alles annehmen, was andere uns vor die Füße werfen? Was sagt denn das über uns aus? Etwas mehr Nationalstolz würde uns nicht schaden, und das hat nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun! Ich hab' wohl wirklich etwas nicht verstanden, aber ich kann damit ganz ausgezeichnet leben...
 
@starship: Sprache hat einen Nutzen für mich; ein Tumor ist unnötig und fügt mir unter Umständen Schaden zu. Sprache ist ein Allgemeingut, das wir nutzen und das keiner kontrolliert; die StVO ist eine Vorschrift, an die wir uns halten. Mein Vergleich mag irgendwo hinken, aber mit Sicherheit nicht dort, wo du es anmerkst: Sprache kann wie die Pflanze ebenfalls ziemlich destruktiv sein - das ist die Macht, die ich erwähnt habe. "Kreative Zeitgenossen", wie du sie nennst, zu denen zum Beispiel Goethe, Schiller oder im Falle des Englischen auch Shakespeare gehörten, waren im Übrigen die größten "Sprachvergewaltiger". Auch die wussten schon: man darf Wörter erfinden; man darf ausprobieren, ob eine bisher ungenutzte syntaktische Struktur gut funktioniert; man darf Freges Kompositionalitätsprinzip bis ans Ende ausreizen. Genau deshalb sind ihre Texte so wertvoll. Und genau deshalb haben wir beispielsweise so große Probleme damit, einem Computer Sprache beizubringen. Du hast Recht, im Gegensatz zu Programmiersprachen kann natürliche Sprache ambig, mehrdeutig, sein - aber wir sind ja in der Lage, jemanden darum zu bitten, sich verständlicher auszudrücken, da wir eben zum Glück nicht wie Computer funktionieren müssen. Und ich verrate sogar noch ein Geheimnis: du musst gar nicht jedes Wort verwenden, was man dir vor die Füße wirft. Nutze halt ein anderes.
 
Die Sprache verändert sich ständig, und dagegen können wir nicht viel machen. Also warum darüber aufregen? Ich meine, niemand regt sich darüber auf, dass kein Germanisch mehr gesprochen wird, oder? Seien wir doch darüber froh, dass wir uns immer vielfältiger ausdrücken können, und lasst uns das doch positiv nutzen. Wenn wir uns darüber aufregen, ist es nur Gesundheitsschädlich
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