Datensammler verkauft Profile zu Religion & Ethnie

Das Unternehmen Acxiom, einer der größten Daten-Analysten der Welt, sammelt und verkauft in Deutschland personenbezogene Daten zur ethnischen Herkunft von rund 15 Millionen Menschen. mehr... Iran, Frau, Kopftuch Bildquelle: HORIZON / Flickr Iran, Frau, Kopftuch Iran, Frau, Kopftuch HORIZON / Flickr

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Und... woher kommen diese Daten? So viele Gelegenheiten sind ja nicht, wo man religiöse Hintergründe erfahren könnte. Selbst auf Facebook gibt da kaum einer was dazu an.
 
@kkp2321: Steht doch im Text, das ziehen die sich anhand der Vor- und Nachnahmen aus den Haaren herbei. Es werden also nicht mal nur ggf.s falsche Tatsachen von Personen behauptet, die jeweiligen Käufer dieser Daten werden obendrein auch noch betrogen/verarscht.
 
@monte:
Das hieße ja, dass ich nach meinem Namen her ein Jude sei, obwohl ich ein orthodoxer Christ bin?!
 
@kkp2321: Schätze vom Zensus. Da war ja gerade diese große Datensammlung in Deutschland, bei der die Menschen nach Religion und Ethnie ausgefragt wurden. Selbstverständlich wurden zuvor alle Bedenken abgewiegelt, dass die Daten der Bürger in falsche Hände gelangen. Konnte ja keiner ahnen!
 
@kkp2321: diese Info hat das Einwohnermeldeamt, Geburtsort und Religionszugehörigkeit sind ja kein Geheimnis, kann sich jeder von denen "abgleichen" diese Daten.
 
@otzepo: Also wohl doch: vom Zensus. Das war ja die große Datensammlung kürzlich. Die wurde genutzt um alte Daten der Meldeämter zu aktualisieren. Vorgeblich um Karteileichen zu finden.
 
@otzepo: Wobei die Daten von denen auch nicht immer ganz astrein sind. Erst heute war ich bei der Stadt und habe festgestellt daß bei mir unter Religion "OA" steht, was ich mal als ohne Angabe werte. Korrekt wäre aber keine Religion gewesen.
 
@Johnny Cache: normalerweise können die diese Daten korrekt einsehen, denn dort wurden vor wenigen Jahren noch Lohnsteuerkarten ausgedruckt, wegen der Kirchensteuer ist das natürlich wichtig. An den Namen die Religion erkennen klappt natürlich nicht, das behaupten die wohl nur oder die haben total falsche Daten :D selbst ein Itzik Goldmünz aus Warschau muss kein Jude sein
 
@kkp2321: Wieso glaubt alle Welt, es gehe bei der ganzen Datensammelwut nur um Daten die man irgendwo selbst eingestellt hat? Natürlich nimmt man die auch, fast jeder Arbeitgeber googelt Bewerber. Aber viel interessanter ist es doch, dass fast alle Emails und Telefongespräche, Banküberweisungen und Webzugriffe einer Person gespeichert werden. Daraus kann man viel mehr Infos gewinnen.
 
@Nunk-Junge: Bewerber informieren sich ja auch über den Arbeitgeber und mit wem sie es dort zu tun haben. Ich kann dir sagen daß es kaum etwas seltsameres gibt als einer Personalerin gegenüber zu sitzen und zu überlegen wie man am geschicktesten erwähnt wie toll man doch das kleine Delphin-Tattoo auf ihrem Hindern findet. Seit der Aktion habe ich aufgehört mich vorher zu informieren. ;)
 
@Johnny Cache: Hihi. ROFL.
 
@Nunk-Junge: Das widerspricht jeglicher Datenschutzparagraphen. Die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten stehen unter Gesetzesvorbehalt oder ausdrückliche Einwilligung des Betroffenen (§4a BDSG). Bei sensitiven Daten (§3 Abs. 9) regelt §4a Abs. 3, dass Einwilligung sich ausdrücklich auf DIESE Daten beziehen muss. Unter "Sensitive Daten" findet man in §28 Abs. 6-9, §3 Abs. 9 / Art. 8 EU-Richtlinie: "...Zugehörigkeit zu religiösen Vereinigungen...". Hat man also dem Unternehmen KEINE AUSDRÜCKE GENEHMIGUNG gegeben, diese Daten für diesen Zweck zu verwenden, ist es illegal. Ebenfalls wichtig: §3 Abs. 11 Nr. 7 BDSG besagt, dass Bewerber mit Beschäftigten gleichzusetzen sind. Somit gelten für Arbeitgeber die Datenschutzgesetze im Bezug auf Bewerber wie die für Beschäftigten. Der Arbeitgeber darf sich also allgemein zugängliche Informationen aus dem Netz für den Rahmen des Bewerbungsvorgangs nur holen, wenn der Bewerber in seiner Bewerbung offensichtlich auf ein Netzprofil (z.B. Xing) hinweist. Ansonsten gilt §4 BDSG: Direktergebungsgesetz (1) Datenerhebung nur zulässig, soweit dieses oder andere Gesetze / Rechtsvorschrift erlaubt, oder Betroffener eingewilligt hat. - hat also ein Betroffener nicht eingewilligt, dass ein Unternehmen solche Daten sich holt, wäre solch eine Datenerhebung nicht zulässig.

Fazit: Wenn man Post in diesem Rahmen bekommt, sollte man erfragen, woher diese die eigenen Daten haben. Denn auch dazu gibt es genügend Rechtsvorschriften die eingehalten werden müssen, um sich nicht strafbar zu machen. Es ist also nicht so einfach, auf legalem Wege Informationen zu Personen weiterzuverkaufen oder weiterzugeben. Kann das Unternehmen nicht nachweisen, woher die Informationen kommen und wie sie beschafft wurden (am Ende muss man als Bürger irgendwo irgendwann mal eingewilligt haben, und das muss festgehalten sein), hat das betreffende Unternehmen ein großes Problem. Und falls es nachweisbar ist, dass man wo zugestimmt hat, kann man das auch wieder widerrufen.
 
@Zeussi: Unser Betriebsrat sieht das etwas anders als Du. Wenn ich einen Bewerber google, dann ist das legal, da es sich um öffentlich zugängliche Informationen handelt. Ich speichere diese Daten auch nicht. Ich habe zwar beruflich auch mit Datenschutz zu tun, bin aber kein Jurist. Wenn mir jedoch Betriebsrat und auch der Landesdatenschutzbeauftragte bestätigen, dass es zulässig ist, dann glaube ich denen.
 
@Nunk-Junge: Ja, Google schon. Aber z.B. sich bei Facebook anmelden und das Profil des potentiellen Bewerbers ausspähen und mögliche peinliche Fotos finden ist nicht erlaubt. Denn lies selber nach im §3 Abs. 11 Nr. 7 BDSG: "[...] (11) Beschäftigte sind: [...] Bewerberinnen und Bewerber für ein Beschäftigungsverhältnis sowie Personen, deren Beschäftigungsverhältnis beendet ist, [...]" Somit steht fest: Bewerber sind Beschäftigte (und die passenden Gesetze sind anzuwenden). Nach §28 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 BDSG: "[...] (1) Das Erheben, Speichern, Verändern oder Übermitteln personenbezogener Daten oder ihre Nutzung als Mittel für die Erfüllung eigener Geschäftszwecke ist zulässig [...] wenn die Daten allgemein zugänglich sind oder die verantwortliche Stelle sie veröffentlichen dürfte, es sei denn, dass das schutzwürdige Interesse des Betroffenen an dem Ausschluss der Verarbeitung oder Nutzung gegenüber dem berechtigten Interesse der verantwortlichen Stelle offensichtlich überwiegt. [...]" Das bedeutet, "allgemein zugängliche Informationen" sind okay, wenn sie nicht dem schutzwürdigen Interesse des Betroffenen widerspricht, so dass sie zwar Google benutzen dürfen oder wenn in der Bewerbung auf ein Xing oder LinkedIn Profil verwiesen wird (§4 BDSG). Aber nicht Facebook oder ähnliches! Dabei sind auch Fragen wichtig, wie alt die Daten sind und ob der Betroffene die Herrschaft über die Veröffentlichung hat.

Dann frag die doch mal bitte, was sie zu meiner Aussage sagen, würde mich interessieren.

//edit: Soll heißen, wenn ein Bewerber mit Fotos oder privaten Details konfrontiert wird, die über Facebook oder einem sonstigen Sozialen Netz (Ausnahme siehe oben) bezogen worden sind, für das man sich z.B. anmelden muss um die Daten zu sehen, kann der Bewerber euch ohne weiteres anklagen und würde Recht bekommen.
 
Der Gläserne Mensch ist da und keiner will’s glauben, so ist das halt mit dem Internet. Traurig, aber war!
 
@Jack21: Bist du gläsern wenn ich jetzt behaupte du hast grüne Haare und verkaufe diese Information jemanden?
 
Es ist ja nicht nur das, wenn man die New der letzten Tage mal genauer verfolgt hat würde man das wohl anders sehen, aber Ignoranten sehen das wohl eh locker. Mit anderen Worten, die Welt geht unter, aber mir kann ja nichts passieren, ich habe ja Schwimmärmchen.
 
@Jack21: Wenn ich mir den Artikel anschaue hat das wohl mit dem Internet in diesem Fall nicht viel zu tun aber netter Versuch :)
 
Und wie unterscheiden die anhand der Namen Katholisch / Evangelisch ...?
 
@Gord3n: Man macht eine Liste mit allen Namen nimmt Statistiken zur hand in den steht das z.B. 60% (erfunden) der Einwohner Evangelisch sind und pickt sich 60% der Namen aus der Liste heraus.
 
@Gord3n: Angeblich sind ja z. B. die Schmidts evangelisch und die Schmitts katholisch, oder andersherum. Bezogen auf die regionale Verbreitung eines Namens und der dort ehemals vorherrschenden Konfession könnte man dadurch nur ganz grob auf die Religionszugehörigkeit der Vorfahren schließen. Mehr auch nicht.
 
@Gord3n: so genau werden die das dann wohl nicht ausweisen, da steht dann vermutlich nur "christlich" oder etwas Sinngemäßes. Das ganze Christentum ist derart zersplittert, das kann man vermutlich nicht so präzise abbilden, selbst wenn wir Konvertiten mal außen vor lassen.
 
Was für ein Fortschritt, so können religiöse Extremisten oder ähnliche Terroristen ihre Opfer noch schneller finden, Tolle Wurst !

Ironiemodus off.
 
@Helmut Baumann: Du fühlst Dich durch religiöse Extremisten bedroht? Ich eher durch Hans-Peter Friedrich. (Ich bin mir nicht sicher, ob ich Ironie-Tags setzen will.)
 
@Nunk-Junge: Nicht durch Extremisten... Durch den Schwachsinn den die Religionen verbreiten...
 
haha find ich listig ... also ja ok schockierend ... aber kann uns doch wurst sein

da steht ja nicht unser name da hinter und was wir gerne essen ...

wenn es zu irgendwas gut ist das man weiß wo wie viee mit welcher herkunft wohnen warum nicht

freu mich auch immer über meine google werbung das ich nur tvs und technik angezeigt bekomme und nicht barbies oder nur weil sie meine daten analysieren also was solls solange es anonym ist =)
 
Selbst wenn wider Erwarten jemand genug Rückgrat zeigt und mal dagegen ernsthaft vorgeht: was genau wird Acxiom schon passieren außer einem symbolische "Wehe-Wehe!"? Werden nennenswerte Strafen erhoben (also keine lächerlichen Ordnungsgelder), werden Gewinne abgeschöpft, werden die Manager mal persönlich zur Verantwortung gezogen mit nennenswerten Geld- und Freiheitsstrafen? Nein. Nichts passiert. Die heilige Kuh "Wirtschaft" ist unantastbar und verschiebt lediglich die Toleranzschwellen immer weiter abwärts.
 
Ziemlich rassischtische Art von der Firma, die behaupten einfach irgendwelche Herkünfte und dannn kommt sowas á la: In xxx Lohnt sich Sonnenschutzmittel nicht anzubieten, aufgrund das 80% der Bevölkerung aus der Sahara Stammen.... Arme Welt.... xD
 
Wieso werden daten ohne meine Zustimmung überhaupt genutzt ?
das wiederspricht schon mal den Grundrecht der Bürger der BRD.

Wenn ich einem Nutzer meiner Personbezogenen Daten zustimme diese zu nutzen, so hat automatisch kein anderer das Recht diese Daten zu nutzen !!!!!!
Verpasst diese Adressenverkäufern mal je Verstoß eine Geldstraffe von 1Million € schon klappt da mit dem Verkaufen von Adressen !!!!!!!!!!
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