Internet ist nicht automatisch bessere Demokratie

Dass online organisierte Entscheidungsprozesse zu einem Mehr an Demokratie führen, ist ein Trugschluss. Zu dieser Einschätzung kommt zumindest der Markus Linden, Politik-Wissenschaftler an der Universität Trier. mehr... Demokratie, Menschen, Leute Bildquelle: Javi S&M / Flickr Demokratie, Menschen, Leute Demokratie, Menschen, Leute Javi S&M / Flickr

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Für mich ist Demokratie ein unerreichbares Ziel der Menschen. Es gibt sie nicht, es gab sie nie und es wird sie auch nie geben. Denn zu einer Demokratie gehört auch, das man verlieren kann wenn die Menge gegen die eigene Vorstellung entschieden hat. Und das können nur die wenigsten.
 
@kkp2321: Die Schweiz ist dem Ideal sehr nah!
 
@klink: Sie scheint dem sehr nahe. Ich bin kein Schweizer, ich kann das nicht bewerten, aber hier gibts doch etwas Lesestoff. scheindemokratie.ch
 
@kkp2321: Im Vergleich zu Deutschland ist die Schweiz um Lichtjahre eine bessere Demokratischer.
 
@klink: Kann ich nicht beurteilen da ich, wie gesagt, kein Schweizer bin. Ich kenne einen Schweizer mit dem ich oft über das Thema rede, welcher mir nur immer sagt das Theorie und Praxis zwei verschiedene Dinge sind. Er lebt seit 20 Jahren in Deutschland und hat nicht das Gefühl hier weniger freiheitlich zu leben (um das Wort Demokratie mal zu vermeiden). Deutschland ist anders organisiert, größer und hat wesentlich mehr Einwohner. Er könne sich nicht vorstellen das ein solches Land nach Schweizer Vorbild funktionieren könne. Unabhängig davon ist aber die Frage, ob denn demokratischer auch besser ist.
 
@klink: Im übrigen sehr interessant, das im Demokratieindex die Schweiz als quasi einzige echte Demokratie doch nur auf Platz 7 kommt. https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratieindex
 
@kkp2321: Interessant wird es, wenn man sich die ersten Ränge so anschaut, auswandern nach Skandinavien scheint immer mehr eine Option zu werden. Im Gegensatz dazu dann Griechenland als Heimat der Demokratie Platz 33.
 
@Antimon: Wenn ich nicht sone Niete in Sprachen lernen wäre, wäre ich auch nicht mehr in DE :)
 
@kkp2321: Ich hab die Seite scheindemokratie.ch nur mal überflogen aber die sieht mir sehr nach dem üblichen Verschwörungsmumpitz aus ;)
 
@dodnet: Wikipedia sollte man eh nicht so ganz vertrauen .. steht auch viel mist manchmal da.
 
@Stoik: ich meinte scheindemokratie.ch
 
@dodnet: Nicht anders reißerisch sind die Seiten über Themen wie Vorratsdatenspeicherung und co. Es hat den selben Charakter. Ob das stimmt oder nicht, können nur die Schweizer selbst wissen. Leider ist das ein sehr in sich selbst verliebtes Volk, von dem nicht viel Objektivität zu erwarten ist.
 
@Stoik: Der Demokratieindex ist auch verlinkt zu der Seite die ihn erhebt, die Daten sind Korrekt. Was man von dem Index selbst halten mag ist jedem selbst überlassen.
 
@dodnet: upps, meinte kkp2321 .. hab mich irgendwie verklickt!
 
@klink: Findest Du. Frag mal Frauen und in der Landwirtschaft abhängig Beschäftigte in der Schwyzz.z...zzz. So in den Rand- und Jenseits-Tälern... Lustig, was der Mensch zu glauben in der Lage ist.
 
@kkp2321: (+) In meiner Heimatstadt gibt es sogar seit kurzen ein Demokratieladen! Aber Demokratie gib es da nicht zu kaufen, nur links orientierte Ausstellungen. Von Neutralität nichts zu sehen.
 
@kkp2321: theoretisch klappt jede organisation - selbst eine diktatur, kommunismus etc. würden fantastisch funktionieren, wenn der fehler mensch nicht wäre!
 
@kkp2321: In einer Demokratie heißt es, Mehrheiten zu organisieren. Und genau diese Möglichkeit hast Du in D jederzeit. Demokratie bedeutet NICHT, für jeden Furz eine Voksabstimmung zu initiieren. Wenn Dir etwas nicht passt, was eine regierung verzapft, hast Du diverse Möglichkeiten, dagegen vorzugehen .... aber wie gesagt, Du musst eben Mehrheiten organisieren. Mit 300 Demonstranten wird das nix, mit 100 Unterschriften auf einer Liste auch nicht. Das ist das, was viele immer vergessen, wenn sie über das sicherlich nicht perfekte System in D meckern. Aber machen wir uns nichts vor, ich möchte wirklich nicht von einer Mehrheit RTL-Zuschauer, BILD-Leser und Stammtischblubberer per Volksentscheid regiert werden.
 
@iPeople: signed
 
@iPeople: richtig. Ergo: die Mehrheit der Deutschen will in die EU, die Mehrheit der Deutschen will Kompetenzen in die EU abgeben, um für andere Länder Gelder bereit zu stellen und bei sich überall zu sparen, die Mehrheit der Deutschen will (wenn so etwas durchkommt) höhere Steuern und die Mehrheit der Deutschen ist am Scheitern des Drohnen-Projekts, in dem auch dessen Gelder vernichtet wurden, beteiligt und Schuld. Ich weiß, dass meine Beispiele nicht unbedingt so stimmen, aber man kann nicht sagen, dass Demokratie allein die Organisation der Mehrheit ist. Für Demokratie ist auch eine handlungsfähige Opposition erforderlich - und die gibt es bei uns kaum bis gar nicht weil Politik oft Einheitsbrei ist (insbesondere sobald man große Koalitionen hat ist die Opposition nur noch ein Witz). Ich stimme o1 zu: Demokratie gab es in Deutschland nie und wird es nie geben. Es ist eine Utopie, die die Menschen versuchen zu erreichen. Aber allein schon, dass es demokratie-feindliche bzw. nicht demokratisch-legitimierte Institutionen und "Gesetze" bzw. Richtlinien (Tallinn-Manual) gibt, zeigt, dass die angebliche Zivilisiertheit der "westlichen Welt" eine Farce und jeder, der daran glaubt und darin partizipiert, nur ein Hamster in einem Rad ist, welches nichts bewirkt. Die Demokratie ist ein erstrebenswertes Ziel - aber in der Umsetzung fast überall eine mehr oder minder große Lüge.
 
@divStar: Du hast gerade bewiesen, dass Du Demokratie auf Wahlen beschränkst, womit Du außerdem bewiesen hast, dass Du nicht verstanden hast, was ich genau meinte.
 
@iPeople: wozu politisches Engagement führt, sieht man prima an den Piraten oder der AfD. Beide werden zumeist von den Medien zerrissen und schlecht geredet - und oftmals zurecht. Bis eine Partei außerdem irgendetwas bewirken kann, dauert es Jahre. Ergo lohnt sich der Aufwand nicht. Entscheidungen fällen nur jene, die - auch mittels Medien und Vorstandsposten - ihre Positionen gesichert haben. In den USA ist es sogar noch extremer. Dort erkauft man seine Beliebtheit mit den Kampagnen-Dollars. Klingt "demokratisch"...not.
 
@divStar: Wer redet von Parteien?
 
Ich fände demokratische Entscheidung z.B. per Internet-Abstimmung zwar toll und bequem, aber leider ist es so, daß sich Meinungen sehr schnell ändern können. Und ehrlich - was soll das, wenn am 1. Mai 55% der Bevölkerung entscheiden, daß Windkraftanlagen nicht mehr gefördert werden, am 15. Mai aber ein Kernkraftwerk in die Luft fliegt und bei der nächsten Abstimmung am 1. Juli auf einmal 98% der Bevölkerung entscheiden, daß Windkraftanlagen gefördert werden? Man muß sich das einfach nur mal vorstellen. Das ist Chaos!
 
@Alter Sack: Demokratie (Volksherrschaft) würde für Deutschland bedeuten: König Fußball und sein Stammtischgefolge regiert. Demokratie heisst auch nicht (automatisch) Freiheit, Menschenrechte und Toleranz (obwohl diese Begriffe fast immer im Zusammenhang mit "Demokratie" fallen), denn wenn die Mehrheit sich in einer Basisdemokratie dagegen ausspricht, weil sie aus irgendwelchen Gründen radikalen Ideen verfallen, dann ist es schnell damit vorbei.
 
@noComment: hast du recht, siehe die nationalsozialistische volksherrschaft.
 
@noComment: Dann spinnen wir diesen Gedanken mit der Demokratie mal etwas weiter. Und was wäre wenn, wider Erwarten, sich die Mehrheit dieser Basisdemokratie für eine vernünftige Idee begeistert, die aber dummerweise dem widerspricht was die jeweils betroffenen Entscheidungsträger so gerne hätten? Ich denke der Ansatz Bequem=Dumm, wenigstens nicht dümmer als die jetzigen Entscheidungsträger, passt heutzutage nicht mehr.
 
@Lastwebpage: Gute Frage. Ich gehe davon aus, dass sich hier in Deutschland die meisten, die sich momentan politische engagieren, auch ernsthafte Gedanken über ihre Ziele machen. Das heißt sie wollen etwas bewegen. Das ist aber immer noch eine Minderheit. Somit sind z. B. Parteien wie die Piraten, mit basisdemokratischen Ansätzen, nicht der Maßstab für das Verhalten der gesamten Bevölkerung, weil sonst deren Wahlergebnisse anders aussehen müssten. Der Rest der Bevölkerung ist deshalb nicht dumm, zeigt aber trotzdem kein Interesse aktiv in das politische Geschehen einzugreifen. Wenn man jetzt aber den eigentlich uninteressierten Personen die Möglichkeit gibt bequem über eine Schaltfläche eine Abstimmung über ein Thema zu machen, dann kann man zwar kurzfristig die Basis erweitern, für ein längerfristiges Engagement reicht das auf Dauer trotzdem nicht. Bei vielen Themen braucht man halt ein längeres Durchhaltevermögen und muss mühsame Überzeugungsarbeit leisten bis die Wähler aufnahmebereit sind.
 
@noComment: eigentlich wäre eine "Basisdemokratie" legitimiert, denn im Prinzip, denn nur weil man nicht auf irgendeinen Button klicken kann, heißt es noch lange nicht, dass sich Menschen überhaupt irgendwelche Gedanken darüber machen, was Politik ist und was es für sie bedeutet. Viele gehen gar nicht wählen, weil Politik Einheitsbrei ist und nichts bringt - außer, dass man sich ärgert, weil der nächste Politiker Gesetzesvorschläge vertritt bei denen man sich nur an den Kopf fassen und sich fragen will wie extremst bescheuert - oder geschmiert - muss man sein, um so etwas hirnverbranntes zu unterstützen. Nur weil ein jeder Bürger, der 18+ ist, wählen darf, heißt es nicht, dass er sich damit auskennt - und trotzdem darf er (zurecht) wählen. Das würde auf Wähler im Internet genau so zutreffen. Es macht keinen Unterschied. Nur der Weg zur Urne ist oftmals nervig, denn bringen tut er seit Zig Jahren kaum etwas. Und @Nationalsozialismus: im Grundgesetz steht, dass nichts beschlossen werden darf, was die Demokratie als Regierungsform außer Kraft setzt. Selbst, wenn das Volk und die Entscheidungsträger es wollen würden, dürften sie es laut Verfassung nicht, obwohl diese ja auch relativ ist (eigentlich ists ja nur eine Übergangsverfassung, sofern ich weiß).
 
@divStar: Das Grundgesetz ist aber nicht in Stein gemeißelt und kann (und wurde auch schon) angepasst werden. Zwar können momentan bestimmte Paragraphen, wie du hier schreibst, nicht außer Kraft gesetzt werden, doch wer könnte eine Regierung wirklich daran hindern, die über absolute Mehrheiten in den Parlamenten und den bedingungslosen Rückhalt in der Bevölkerung verfügen würde und somit de Fakto die absolute Macht besitzt? Ist zwar unwahrscheinlich aber theoretisch möglich. Dazu schreiben muss ich allerdings, dass es sich hierbei nicht um ein spezifisches Problem der Basisdemokratie handelt, sondern in der jetzigen parlamentarisch Demokratie - bei entsprechenden Wahlverhalten - genauso passieren könnte. Und hier bin ich wieder bei meinem ersten Kommentar, der nichts anderes aussagt als Demokratie bedeutet eigentlich nur Volksherrschaft und diese ist an keine bestimmte Regel gebunden, ansonsten müsste es z. B. ja auch humanitäre Demokratie heißen - mit "humanitär" als bestimmenden Faktor ...
 
@Alter Sack: Aber macht es nicht GENAU so grade unsere Regierung? Atomkraft wird gefördert, dann fliegen die Dinger in die Luft, und auf einmal wird sie abgeschafft, dann wieder eingeführt, dann fliegt wieder eins in die Luft, dann wird sie wieder abgeschafft. Wo ist das jetzt besser als wenn es durch direkte Demokratie geschieht?
 
Oder anders gesagt: der typische Klicker ist ein Trottel.
 
"eine apolitische Illusion"___ geradezu piratesk, quasi ;)
 
Mit Blick auf "idiocracy" und Hartz IV TV(-Fans) fürchte ich fast, er könnte Recht haben. wobei "dass bei der Entscheidungsfindung gerade bei komplexen Themen vieles nicht berücksichtigt wird." auch auf unsere Politiker ofmals zutrifft
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