Medienkompetenz soll endlich Schulstoff werden

Medienkompetenz soll zukünftig stärker im Mittelpunkt der Schulbildung stehen. Dafür will sich die deutsche IT-Wirtschaft in Form ihres Branchenverbandes BITKOM einsetzen. mehr... Schule, Lernen, Digitale Medien Bildquelle: Universität Paderborn Schule, Lernen, Digitale Medien Schule, Lernen, Digitale Medien Universität Paderborn

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Na endlich...das predige ich seit Jahren - schon seit meinem Studium. Mann dauert das lange bis die Pappnasen da mal wach werden.
 
@miccellomann: jep, ist ja alles gut und schön, aber wer bringt es erstmal den Eltern und Lehrern bei?
 
@jigsaw: Gute Frage :-). Bei den Lehrern ist das ganz einfach. Man müsse nur beginnen de Lehramtsstudenten komplett von den Bachelor und Master Studenten zu trennen um sie spezifischer auf die Aufgaben des Lehrerseins vrzubereiten - quasi ein Studiengang Lehramt, der losgelöster von den rein wissenschaftlichen Studiengängen ist - mehr Pädagogik, mehr solcher Kompetenzthemen (fachübergreifend) und natürlich dann die fachspezifischen Anteile für die Fachlehrer. Würde also gehen. Was die Eltern angeht: Da ist die Regierung, die Sozial- und Jugendämter gefragt, die entsprechend Kampagnen streuen die dieses Thema der Medienkompetenz stärker ins Bewusstsein rufen. Ich erinnere da mal an die Idee des Elternführerscheins - die ich garnicht so schlecht fand. In so einem Rahmen könnte man sowas vermitteln....sicher harte Arbeit - aber man kann da mit genügend positiver Aufmerksamkeit was bewirken. Man muss das nur (finanziell) wollen seitens der Kommunen und der Politik.
 
@miccellomann: Ich denke das ist ein schwieriges unterfangen. Gerade wegen der Zeit und der, hier besonders hohen, unterschiedlichen Lernforschritte! Während der eine versuchteinen weichen umbruch, in Word, zu setzten, hat der andere schon die Aufgabe erledigt :/
 
Ein großer Schritt in diese Richtung wäre schon einmal die Abschaffung der Bücher und Hefte. Um bei den Büchern immer auf dem aktuellsten Stand zu sein ist ein Onlinezugang zu einem Archiv wesendlich sinnvoller in diesem schnellebigen Zeiten. Denn bis neue Bücher gedruckt und dann ein aktualisierter Lehrplan erstellt wird vergeht einfach viel zu viel Zeit. Auch der Umwelt zu liebe ist es noch sinnvoller auf Hefte zu verzichten und das ganze auf dem Schulserver in einer Cloud (wegen Absicherung des schummelns) zu erledigen. Mein Bruder ist auf einer IT-Schule die das einsetzt und das System hat eigentlich nur Vorteile. Damit wäre auch das Leidige Thema des schweren Schulranzens erledigt weil keine Schweren Bücher transportiert werden müssen und diese auch keiner vergessen kann. Außerdem wie will man Medienkompetenz lehren ohne entsprechende Praktische Übungen am Gerät. Auf dem Papier ist das was ganz anderes finde ich.
 
@Sssnake: Für mich wäre das ein falscher Weg. Auch wenn heute viel mit Computern gemacht wird und es wichtig ist früh den Umgang damit zu erlernen, so gibt es noch viele Bereiche, in denen ''Analoge Bücher'' unabdingbar sind. V.a. muss man ja auch lernen von Hand zu schreiben und zu malen. Vollständig auf Computer zu setzen ist also aus meiner Sicht falsch.
 
@gigges: Das mag ja für die Grundschule auch passend und berechtigt sein, aber ab der Hauptschule sollte anders verfahren werden. Wer schreibt im Berufsleben oder Privat noch per Hand einen Brief? Schlägt noch einer ein Lexikon auf um etwas nach zu sehen? Nein, das passiert alles im Internet. Das die deutsche Bürokratie da noch um Jahre anderen Ländern hinterher hinkt ist nicht schuld des Schulsystems, das sollte für die Zukunft vorbereiten und nicht die alten Gepflogenheiten fortsetzen. Verträge werden doch mittlerweile auch Online erstellt und verschickt, man brauch momentan lediglich NOCH eine Unterschrift zur Verifizierung. Das wird sich aber auch ändern sobald der neue Ausweis flächendeckend vorhanden ist, also alle alten ausgelaufen sind oder irgend wann jeder einen neuen haben muß.
Das ist eben meine Ansicht. Die mag vielleicht nicht jeder Teilen, aber ich sehe einfach keine Notwendigkeit auf altertümlichen Lehrmethoden zu bestehen. Bitte versteh mich jetzt nicht falsch, ich bin selbst Handwerker und liebe manches altertümliche Möbelstück und Handwerkspraktiken, aber die Schule sollte wie gehabt für die Zukunft rüsten. Wer altertümliches lernen will der hat im Rahmen seiner Berufsausbildung dann die Möglichkeit beispielsweise Restaurator zu lernen, aber um berufsbezogen zu lehren müßte das ganze Schulsystem abgeändert werden auf Förderung der stärken eines Schülers anstatt zwingend auch deren Schwächen ausbügeln zu wollen. In dieser Hinsicht sind die Schulen in Amerika uns voraus. Denn einer der in Mathe ne 5 hat wird wohl kaum einen Beruf lernen wollen wo dies zwingend erforderlich ist. Der geht dann eben auf eine Schule deren Schwerpunkt wo anders liegt.
 
@Sssnake: Ganz so einfach ist es nicht. Ich bin Student und mittlerweile läuft echt viel über den PC und ich brin froh, mich schon so früh mit dem Thema befasst zu haben. Aber ebenso kommt es auch häufig vor, dass ich in Büchern recherchieren muss und wenn man nur mit Computern und nicht mit Büchern aufgewachsen ist, so wird man sich vielleicht wundern, dass im Buch keine Suchmaske vorhanden ist ;) Also ich bin dafür schon früh den Umgang mit Computern zu erlernen, es sollte aber nicht zum einzigen Medium werden, Bücher haben ja durchaus auch ihre Vorteile.
 
@gigges: Gut, das ist eben Deine Meinung. Ich habe mit Büchern noch nie etwas anfangen können, ich habe immer andere Medien angewandt sofern diese verfügbar waren und sind. Selbst zu meiner Schulzeit wo die Computer erst langsam aufgekommen sind (bin 35) versuchte ich beispielsweise bei Referaten immer Multimediales Anschauungsmaterial zu besorgen anstelle der damals üblichen Folien auf dem Projektor. Das war mir alles viel zu trocken und langweilig. Da wurde halt aus der VBideothek eine kurzdoku oder so auf VHS zusammen kopiert oder so, das fand ich wesentlich kreativer als das Gelaber von einer Materie die man ohne solches keinem schmackhaft machen konnte. Auf diese Weise weckte ich das Interesse auch derjenigen die das normal nicht beachtet hätten.
Gut, belassen wir es dabei, das wäre eine Diskussion welche die Politiker führen sollten und nicht wir in einem Computerforum :-)
 
@Sssnake: Ja noch eine Sache, gerade die heutzutage breite Nutzung von Powerpoint o.ä. führt teilweise zu sehr langweiligen Vorträgen. Zu viel Technik ist manchmal also auch nicht gut, wobei erwähnt werden sollte, dass ich sehr technikaffin bin.
 
@gigges: So was bestätigt aber auch meine Meinung daß die Technik nicht das Problem ist, sondern deren Einsatz. Eine Powerpointpräsi muß nicht langweilig sein, aber wenn da nur Diagramme und so ein Schrott stupide raus gehämmert werden ist das nicht förderlich. man muß das eben Zweck bezogen einsetzen und genau das ist Medienkompetenz das richtig abschätzen zu können.
 
@Sssnake: Das sollten wir letztens in ITG üben, allerding reicht 1/3 Jahr nicht, denn um eine gute Powerpint Präsentation machen zu können muss man erstmal eine Powerpoint Präsentation machen können, und da hörts dann auf!
 
@Qvieo: Ich weiß zwar nicht was ITG ist, aber die Nutzung von Powerpoint beizubringen ist nicht schwer. Für die wichtigsten Techniken braucht man vielleicht 3 Stunden. Danach kommt das aufwändigere, nämlich WIE man Powerpoint sinnvoll nutzt. Dazu gehören Dinge wie KISS, Lesbarkeit, Struktur der Präsentation, ... Das beizubringen ist nicht schwer, aber kostet Zeit - und der Lehrer muss natürlich selber Ahnung haben. Wenn er anfängt alle möglichen Funktionen beizubringen, dann ist klar, dass er selber nicht damit umgehen kann. Ich habe in Powerpoint-Schulungen einfache Richtlinien gegeben, z.B. möchlichst nicht mehr als 7 Zeilen Text, keine ganzen Sätze, keine Animationen wenn es keinen guten Grund gibt, ... und hinterher haben die meisten ganz ordentliche Präsentationen hinbekommen.
 
@Nunk-Junge: ITG steht für Informationstechnischer Grundkurs.
Ich glaube dir das man nicht fassen kann wie lange jemandbraucht um Powerpoint zu verstehen, weil ich es selbst nicht geglaubt habe. Aber es fehlt enfach ein grundlegendes Sachverständniss, und ohne dieses dauert der erste schritt ziemlich lange!
 
Wichtig wäre finde ich vielleicht noch, das die Kinder/Jugendlichen lernen aus dem Internet wirklich wichtiges und unwichtiges zu unterscheiden, um z.B. eine Präsentation zu erstellen, ohne vorgegebene Materialien. Ich hab das damals in der 12ten Klasse gehabt und viele in meiner Klasse gesehen, die damit große Probleme haben, weil sie das in der Art noch nie gemacht haben.
 
Und wer soll das an den Schulen unterrichten, der Sportlehrer? Und wer wird das Bezahlen, die BITKOM? Da brabbeln die Leute mal wieder Zeugs vor sich hin, und die Kultusministerien wissen von nichts (abgesehen davon das die Minister dort meist eh nichts wissen).
 
@The Grinch: Siehe mal oben. Generell muss jeder Lehrer die Kompetenz haben, diese Dinge zu vermitteln im Rahmen der Grundausbildung in Pädagogik. Das wird ja bisher versäumt. Und wer das bezahlt? Mal ehrlich: Lieber Geld in unsere Zukunft stecken, gerne auch massiv, als in marode EU Länder, die uns ausbluten wollen. Sorry...aber das ist doch klar. Geld sollte dabei nicht so die Rolle spielen - lieber mal etwas im Ausland sparen als am eigenen Bürger.
 
@miccellomann: Genau so sehe ich das auch. Da wird immer groß in der Presse rumposaunt "Die Kinder sind unsere Zukunft", nur wenn es dann um Jugendprojekte geht ist dafür plötzlich kein Geld da. Im Gegenteil es werden noch Projekte eingestellt. Aber Hauptsache auf dem Marktplatz steht ein Kunstwerk für ne halbe Million weil das wichtige Kultur ist. ^^
 
@miccellomann: Na die Politiker denken sich sicher auch: "Die Jungend kennt sich doch mit sowas aus". Leider ist dem nicht so, ein großteil versagt beinallem eas über Google und Facebook hinausgeht und leider musste ich auch in ITG feststellen das überhaupt kein Sachverständniss vorhanden ist, gerade weil die meisten nur mit ihren Smartphones unterwegs sind. Daskriegt man nicht, wie bei uns, in 1/3 Jahr vermittelt!
 
Ich hatte vor gut einem Monat ITG, also Informationstechnischer Grundkurs. Fakt ist, was mich wirklich enttäucht hat, DIE KÖNNEN NICHTS! Ich meine das wirklich ernst, alles was über Google und Facebook hinausgeht war dem Großteil meiner Klasse viel zu schwierig. Jetzt am ende wurde kaum Stoff vermittelt und wir haben auch nur den umgang mit Office gelernt. Medienkompetenz ist was ganz anderes...und davon war meine Klasse auch noch weit entfernt (9. Klasse)
Also wer denkt, dass die Jugend sich so super mit dem Computer auskennt weil das ja Digital-Natives sind...Falsch: Das muss dringend gelernt werden!
 
@Qvieo: das problem mit der aktuellen generation unter 13 jahren ist zum großen teil auch der tatsache geschuldet das sie gleich auf einem technologisch viel höherem niveau in die technik einsteigen als die etwas älteren, die noch lernen mussten wie ein betriebssystem/pc funktioniert. ich sehe das gerade an den kindern in meiner verwandtschaft. die kennen nur smartphones und tablets, nennen jedes programm auch auf dem pc "app", klicken wild alles an das was sie finden, denken das jedes programm ohne jede einrichtung sofort funktionieren muss...es fehlt das komplette verständnis für die digitale welt. von den eltern kommt in diesem fall auch keine hilfe da diese sich ebenfalls als "digital natives" verstehen, leider aber vor ca. 10 jahren aufgehört haben mit der technischen entwicklung schritt zu halten...
 
Medienkompetenz heißt aber auch, dass man nicht auf die Propaganda Maschinen der Zeitschriften und Pseudo-Nachrichtensender reinfällt. Gleiches gilt natürlich auch für Werbung. Wer Medien benutzt, will seine Meinung verbreiten. Da unterscheiden sich die Politik, die Wirtschaft und die Religionen nicht von einander.
 
@Remotiv: Völlig richtig. Man müsste zudem mit einem Atemzug die staatlichen Propagandamedien privatisieren um dann wirklich unabhängigen Journalismus zulassen zu können. Dann können wir auch effektiver an die Medienkompetenz herangehen - vor allem weil die Propagandamedien (im allgemeinen als Öffentlich-Rechliche bekannt) ja als "seriös" immer wieder betitelt werden - dabei sind die viel schlimmer als mancher Boulevard-Privatsender.
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