Do Not Track: Microsoft hält daran beim IE10 fest

Im März des vergangenen Jahres haben sich die Firefox-Entwickler von Mozilla dazu entschlossen, den so genannten Do-Not-Track-Header in ihren Browser zu integrieren. Mehrere namhafte Browser-Hersteller folgten diesem Trend. mehr... Microsoft, Browser, Internet Explorer 10, IE10 Bildquelle: Microsoft Microsoft, Browser, Internet Explorer 10, IE10 Microsoft, Browser, Internet Explorer 10, IE10 Microsoft

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Wenig überraschend, dass Microsoft am vorsätzlich fahrlässigen Umgang mit dem DNT-Header festhält... . Da ich dessen Idee aber eh für ziemlich naiv halt ist das irgendwie sowieso total egal.
 
@lutschboy: DNT ist vorsätzlich fahrlässig.
 
Leider nicht die beste Entscheidung. Der Do-not-track-Header wird derzeit noch respektiert, allerdings nur, weil er in allen Browsern standardmäßig ausgeschaltet war, und das Aktivieren somit eine vom User höchstpersönlich ausgehende Willensbekundung war, ähnlich wie ein Widerspruch gegen Werbung im Briefkasten.
Der Großteil der Nutzer wusste bislang nicht einmal von der Existenz dieser Funktion, wodurch die Werbeunternehmen sich darin bislang nicht bedroht sahen, wenn sie für die handvoll Nutzer, die das aktivieren, das Tracking tatsächlich deaktivieren.
Wenn der Do-Not-Track-Header jetzt allerdings bei allen ab Werk eingeschaltet ist, also auch bei denen, denen das entweder gar nichts ausmachen würde, oder die davon gar nichts wissen, sieht das natürlich ganz anders aus. Dann ist das kein aktiver Widerspruch einzelner Personen mehr und kein Webeanbieter wird sich in irgendeiner Weise daran gebunden fühlen, dies zu respektieren.
Klebe ich einen Aufkleber auf meinen Briefkasten, dass ich keine Werbung will, besteht die Chance, dass es wirklich beachtet wird. Wenn jetzt allerdings die Firmen, die die Briefkästen herstellen, gleich in all ihre Modelle "Keine Werbung!" eingravieren, interessiert das nachher keine Sau.
 
@mh0001: Aber von wem werd der DNT-Header überhaupt respektiert? Von denen, die Datenschutz respektieren, also grad die, die eigentlich ruhig Daten sammeln könnten weil sie sie eh anonymisieren oder nicht aus dem Haus geben. Die, bei denen besser keine Nutzungsdaten liegen sollten, weil sie sie mißbrauchen oder fahrlässig damit umgehen, sind die, die sowieso den Header einfach ignorieren. Das macht natürlich Microsofts Entscheidung nicht besser, aber bedeutungsloser.
 
@lutschboy: Der DNT- Header war eh eine doofe Idee. Microsoft hätte die Tracking-Schutz Funktion des IE als OpenSource freigeben können, dann hätte es auch als WebStandard verwendet werden können. Und die bösen Jungs hätten sich eh niemals an das Do-Not-Track gehalten.
 
@lutschboy: Finde ich nicht. Wie der Artikel andeutet, ist der DNT-Header ja nur ein Anfang. Wichtiger finde ich, dass man darauf aufbaut und vielleicht ein paar technische Kniffe entwickelt, die das Ganze zu einer nicht mehr ganz so freiwilligen Sache machen. "Freiwilliger Datenschutz" müsste eigentlich jedem Datenschutzbeauftragten den Angstschweiß auf die Stirn treiben.
 
@mh0001: Ich muss gestehen, dass ich mich mit diesem Thema noch nicht wirklich beschäftigt habe, aber meiner Meinung nach entspricht ein per Default aktivierte Widerspruch eher unserer Gesetzgebung zum Datenschutz. Denn normalerweise muss ich der Verwendung meiner Daten explizit zustimmen und nicht die Verwendung explizit verweigern. Ich persönlich fände es nicht schlecht, diesem permanenten Tracking einen Riegel vorzuschieben. Auch wenn es mir nicht besonders viel ausmacht, glaube ich schon, dass ich dann auch einiges weniger an Spam in meinem Spamordner finden würde.
 
@mh0001: Genau, und trotzdem ist der Briefkasten voll mit Werbung jeden Tag, selbst wenn ich da ein Rotlicht dran montiere. Das interessiert die Affen doch so oder so nicht, das wird trotzdem rein geworfen. Ich denke das sich das genauso verhalten kann mit dem DNT .
 
@mh0001: es ist meiner Meinung nach die Pflicht eines Browserherstellers sein Produkt so vorzukonfigurieren, dass der Anwender so gut es geht geschützt wird. Also macht Microsoft hier alles richtig. Wird ja auch sonst immer rumgeschimpft, wenn irgendein Programm nicht den bestmöglichen Schutz für die Privatsphäre des Users vorkonfiguriert hat, macht dann ein Hersteller genau das, wird auch rumgemeckert, ihr solltet euch mal entscheiden. Dass der DNT schon vom Prinzip her völlig nutzlos ist und wenn man wirklich nicht verfolgt werden möchte man auf andere Schutzplugins setzen muss, ist ne andere Geschichte.
 
Sogar Chrome hat eine DNT-Funktion eingebaut (Erweiterte Einstellungen). Allerdings ist bei DNT fraglich, wie ja meine Vorredner auch schon festgestellt haben, dass sich die Werbetreibenden tatsächlich dran halten. Ist ja alles eine - für beide Seiten - absolut freiwillige Geschichte.
 
@RebelSoldier: Eigentlich nutzloser ballast.
 
@Menschenhasser: Naja ich glaub schon, dass sich einige Webseitenbetreiber die Option wahrnehmen. Aber bei den richtig großen Portalen... na ich denke nicht. Aber wer weiß... könnte ja bei dem ein oder anderen auch das Image weiter aufwerten.
 
@RebelSoldier: Ja, aber diejenigen die sich daran halten, gehen eh Verantwortungsvoll mit den gesammelten Daten um und ehrlich gesagt, habe ich auch keine Probleme damit, wenn diese Webseitenbetreiber Statistiken über mein Nutzungsverhalten auf ihrer Webseite anfertigen. Idealerweise nutzen sie (auch noch) Piwik, wo es eh keine zentralen Server gibt und somit auch keine zentrale Auswertung möglich ist. Genau aus diesen Gründen habe ich DNT schon seit Anfang an deaktiviert. Ich sehe einfach keinen nutzen darin.
 
@seaman: es gibt aber auch keinen Vorteil, wenn man es aktiviert lässt, also wieso andere am eigenen Surfverhalten sich bereichern lassen?
 
@Link: Was heißt hier bereichern lassen? Es ist absolut legitim, wenn ein Webseitenbetreiber wissen möchte, "wie" seine Webseite genutzt wird und woher seine Besucher kommen. Ich sehe da nichts verwerfliches drin und weiß auch nicht, was das mit "bereichern" zu tun haben soll. Aber es stellt natürlich ein großes Problem dar, wenn diese Daten auf einem zentralen Server (z.B. Google-Analytics) landen. Generell erlaube ich das Tracking aber auch nur auf Seiten, die mir selbst gefallen und die ich regelmäßig besuche. Ansonsten habe ich Dinge wie Google-Analytics oder auch die Facebook-Plugins (z.B. Like-Button) dauerhaft gesperrt. Nur Piwik lasse ich immer durch, da es dafür keine zentralen Server gibt. Deswegen habe ich bei Piwik auch keine datenschutzrechtliche Bedenken. Zudem ist es auch noch OpenSource.
 
@seaman: wenn nicht der Webseitenbetreiber selbst, dann verdienen die Anbieter der Dienste selbst daran. Die werden das Zeug samt Serverkapazitäten wohl kaum aus Spaß zur Verfügung stellen. Aber auch kommerzielle Seitenbetreiber haben durch Auswertung der Daten finanzielle Vorteile. Und was habe ich, der die Daten erzeugt hat, davon? Nichts. Und oben heißt es bei dir, dass du DNT deaktiviert hast, sich also verfolgen lässt, jetzt kommt aber raus, dass du lediglich Piwik duchlässt. Also sperrst du unterm Strich viel mehr als durch die Aktivierung von DNT möglich wäre. Mach ich auch, nur lasse ich auch Piwik nicht durch, da ich keine Vorteile darin sehe.
 
Wenn sowas standardmäßig an ist, wird es ignoriert, fertig. Damit ist der ganze Ansatz halt schon im Keim erstickt, danke Microsoft.
 
@Doso: Du glaubst doch nicht wirklich, dass das einen Unterschied macht? Wenn ich das ignorieren will, dann ignoriere ich und mache keinen Unterschied, warum die Option eingeschaltet ist.
 
Da sich keiner so wirklich daran halten muss, bringt es am sowieso nicht. Als wenn es Facebook, Google und co. nur im geringsten Interessiert ob nun DNT eingeschaltet ist oder nicht.
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