Fahndung via Facebook: Angst vor Lynchjustiz

Auf Betreiben des hessischen Justizministers Jörg-Uwe Hahn (FDP) hat sich die Justizministerkonferenz mit der Fahndung via Facebook beschäftigt. Datenschützer und Opposition sehen dies aber skeptisch. mehr... Datenschutzbeauftragter, Peter Schaar, Minister, Bundesdatenschutzbeauftragter, Bmi, Bundesministerium des Inneren Bildquelle: Heinrich-Böll-Stiftung / Flickr Datenschutzbeauftragter, Peter Schaar, Minister, Bundesdatenschutzbeauftragter, Bmi, Bundesministerium des Inneren Datenschutzbeauftragter, Peter Schaar, Minister, Bundesdatenschutzbeauftragter, Bmi, Bundesministerium des Inneren Heinrich-Böll-Stiftung / Flickr

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Facebook und andere Social Networks sollten für sowas nicht mißbraucht werden. Zum einen wegen den Risiken auch bei Falschanschuldigungen und wenn ich immer wieder die "Rundmails" bei Facebook sehe, die teilweise schon seit Jahren im Umlauf sind krieg ich die Krise. Sowas routiert dann in 10 Jahren immer noch, wenn der "Verdächtige" schon lange gefasst oder freigesprochen ist.
 
@dodnet: Die Polizei Hannover veröffentlicht nur (noch) Links zu ihrer Webseite bei Personenfahndungen.
 
@dodnet: Man muß schon recht naiv sein, wenn man glaubt, das Netz zur Jagd gegen Bürger (verniedlichend "Fahndung") mißbrauchen zu können, dann so können Bürger diese Jäger in die Irre führen und auch in den Hinterhalt locken, was ich persönlich nicht schlecht finde, da Großteile der sogenannten Justiz ohnehin nur die einzig gewalttätige Lobby für bestimmte Gruppen in Deutschland darstellen, während sie öffentlich äußert, für alle Bürger da zu sein (bei den einem für deren Nutzen, bei den anderen für deren Schaden).
 
Es stellt sich aber die Frage was wir haben wollen. Entweder die bestmöglichen Möglichkeiten der Ermittlungsarbeit (mit dem Risiko der Lynchjustiz) oder den Schutz des Täters. Ich glaube der Staat hat sich schon jetzt gegen Facebook entschieden, da immer die Täter/innen geschützt werden (Resozialisierungsmaßnahmen, Bewährungsstrafen u.ä. zeigen dies klar und deutlich), und die Opfer um jeden Euro Entschädigung kämpfen müssen! Bis bei uns ein/e Jugendliche/r, die in einem U-Bahnhof jemanden fast totschlägt, in den Bau geht, mus dies mehrfach passieren oder die Richter/innen mit Ihrem Latein ans Ende geraten (kommt selten vor, und dann bedauern sie es noch, wenn es einen Freiheitsentzug gibt).
 
@Graue Maus: Es mag für einige schwer vorstellbar sein, aber auch Täter haben Rechte. Vor allem, wenn sie noch nicht verurteilt wurden. Denn bis dahin sind sie unschuldig
 
@zwutz: Aktenzeichen XY macht in Fernsehen nichts anderes. Wenn die Fahndung bzw. Personensuche beendet ist werden die Fotos auf der Webseite der Polizei Hannover gelöscht.
 
@pete2112: Etwas anders ist es dann doch, weil bei FB und Co kommen dann noch sehr emotionale Kommentare usw. hinzu die sich sehr schnell aufschaukeln können.
 
@pete2112: Was bei Aktenzeichen vom Schirm ist verschwindet, was mal ins Internet kommt verschwindet nicht mehr sondern bleibt ewig.
 
@zwutz: wenn man fahndungen bei facebook postet ist das für mich erstmal nichts anderes als wenn man sie auf die seite der polizei setzt oder in papierform an die tür der wache hängt. so erreicht man nur mehr leute. die sache mit "kann nicht mehr gelöscht werden" ergibt sich genau so wenn ich zur wache gehe, das fahndungsblatt abfotografiere und auf fb verteile (oder es von der polizeiwebsite hole). und wenn man nur links zur polizeiwebsite postet wie es die polizei in han macht ist die sache mit "kann nicht bei fb gelöscht werden" auch wieder hinfällig da man nur den ziel des links löscht und alles is wech (außer evtl da gezogenen zb screenshots, kopierte bilder usw )
 
@chris1284: Die Sache mit den Links auf den eigenen Polizeiservern hat aber noch einen anderen Hintergrund. Wenn sie die Fahndung direkt auf FB hochladen landen die Daten direkt auf entsprechenden amrikanischen Servern die auch amerikanischem Recht unterliegen. Und das FB und die Amerikaner auf deutschen Datenschutz gelinde gesagt pfeifen ist ja bekannt.
 
@Graue Maus: Also würdest du lieber das Risiko der Lynchjustiz vor ziehen? Wie lange? Bis du mal auf der Straße gesteinigt wirst weil dich jemand verwechselt?
 
@Graue Maus: Wenn Du wirklich willst, dass die (wahren / echten) Täter bestraft werden, kannst Du nicht ernstlich "...mit dem Risiko der Lynchjustiz..." kalkulieren. Denn bei Lynchjustiz ist die Wahrscheinlichkeit, dass unbescholtene Personen gelyncht werden groß! Denn beim Lynchen wird nicht geprüft und nicht verhandelt und nicht verteidigt!
 
Aufgrund des folgenden, ohne Sarkasmus zu sehende, Lehrvideos ist es doch nur logisch das man zu diesem Mittel greifen muss: http://www.youtube.com/watch?v=SGD2q2vewzQ
 
@marcol1979: Lehr- oder Leervideo? Und wie sollen wir Dir glauben dass das ein Lehrvideo ist? "Denn Du bist Terrorist!".
 
@Kiebitz: Urban Terror-ist.
 
@marcol1979: Bald gibt es Boogle: http://www.youtube.com/watch?v=-CKbNE5ql0A&feature=relmfu
 
Was passieren kann wenn "öffentlich" zur Fahnung aufgerufen wird kann man anhand einiger Artikel der BILD-Zeitung der vergangenen Jahre sehen.
Es werden Familien und unschuldige blosgestellt, zerstört nur auf einen Verdacht hin. Wenn sich dann herausstellt das diese unschuldig waren ist es zu spät für eine Widergutmachung.
 
Ich stimme den Datenschützern da zu - allerdings mit "die Daten nicht aus der Hand geben", das kann ich mir nicht als wirksam vorstellen.... Es ist doch immer so, dass die Htze groß ist und die Korrektur dann klein aufflammt - ist ja auch nicht so interessant. Glauben die, dass jemand, der z.B. einen KiPo-Verdächtigen sieht nochmal schnell in der Chronik oder Google wühlt, um den Polizei-Link zu finden, der von seiner Entlastung berichtet, bevor er handelt?! (In welcher Form auch immer) - Wohl kaum........
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