Freie WLANs: Bundesrat geht die Störerhaftung an

Die Bundesländer Berlin und Hamburg haben jetzt ihre angekündigte Initiative zur Beschränkung der Störerhaftung von WLAN-Betreibern in den Bundesrat eingebracht. Letztlich soll so der Betrieb offener Internet-Zugangspunkte erleichtert werden. mehr... Wlan, WiFi, Hotspot Bildquelle: Nicolas Nova / Flickr Wlan, WiFi, Hotspot Wlan, WiFi, Hotspot Nicolas Nova / Flickr

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Na hoffentlich wird das endlich etwas! Wenn ich mal im Ausland bin, sehe ich deutlich den Unterschied zu Deutschland. Da gibt es viel mehr freie und kostenlose WLAN-Zugänge.
 
@Gerdo: wie macht man es eigentlich dort, wenn jemand den freien und damit auch anonymen Zugang ausnutzt und misbraucht, indem er z.B. Leute von einem anonymen Zugang aus mobbt oder illegal Sachen herunterlädt?
 
@hansh: Dort macht man Straftaten nicht an der IP Adresse fest sondern am Taeter:)
 
@-adrian-: und wie ermittelst du den Täter, der sich über eine freie IP Adresse Zugang verschafft hat? Wie es z.B. bei einem Cafe ohne Störerhaftung wäre. Dagegen musst du z.B. mit Störerhaftung eben mit dem Handy ne SMS schicken und hast dann eben mit dem Passwort Zugang zum Internet. Wenn du was illegales machst, kann das einfach zurück verfolgt werden.
 
@hansh: Wie verfolgt man Motorradfahrer, die zu schnell durch eine Radarfalle fahren? Da ist mehr Aufwand gefordert, als bei den billigen PKWs. Und nur, weil es schwieriger ist, den Missbrauch einer wirklich schuldigen Person zuzuordnen, muss man nicht zwingend den Betreiber des kleinen Netzes haftbar machen. Es kommt auch niemand auf den Gedanken, die Telekom als Störer mit ins Boot zu holen.
 
@Kobold-HH: die Telekom ist Störer und daher auch Auskunftspflichtig bezüglich der Herausgabe persönlicher Daten des Kunden. (Nur zur Info)
 
@Gerdo: In der FAS stand neulich sehr treffend: "Wie können bloß andere Industrienationen *ohne* Störerhaftung überhaupt existieren??!?" ;-)
 
Ich weiß es nicht, aber mir viel irgendwie sofort diese Deckelung auf 100€ für Urheberechtsverstöße im WWW ein, die dann nachher wegen "gewerblicher Nutzung" auch keinen Vertreter der Abmahn-Mafia intressierte.
 
Geil! Wenn dann mal ganze Großstädte sich mit Wlan von Bürger zu Bürger vernetzen und sich von Internetprovidern mit ihrem üblen Geschäftsgebahren befreien können. Freifunk.net FTW!
 
@Feuerpferd: öhm ... und wer stellt dann die Breitbandkapazitäten für die möglicherweise hunderte von Nutzern in diesem Netz zur Verfügung? Vielleicht der Mann im Mond oder am Ende doch ein paar ("üble") Internetprovider?
 
@KleineLeuchte: Ist glaub ich jetzt eher als großes LAN gemeint. Stell dir das einfach wie ne LAN Party ohne Internetanschluß vor. Du kannst Informationen mit allen LAN-Mitgliedern austauschen aber sonst kommst du nicht weiter als das. Wenn du natürlich jetzt Millionen von LAN-Mitgliedern hast ists schon was.
Find freie WLANs auch eher als gute Alternative für mobile Geräte. Die Internettarife im mobilen Sektor sind immer noch ein wenig abgehoben.
 
Die Problematik deckt auch einen Teilaspekt der verlogenen Breitband-Initiative unserer Regierung ab.
Schließlich könnten NACHBARN auf dem flachen Lande ihre Internet-Flaschenhälse vielleicht effektiv bündeln (in etwa so, wie man einst die beiden ISDN-Kanäle bündeln konnte...), natürlich vorausgesetzt, das dann nicht alle gleichzeitig auf die gebündelte Bandbreite zugreifen.
 
@Hobbyperte: Aufm "Lande" hast du ja teils schon recht gute Breitbandverbindungen weil die im Rahmen der Breitbandoffensive Ende 2010 - Anfang 2011 noch mal stark verbessert wurden. Seit dem hast du auf dem Land teilweise 16000er DSL während in den Städten stellenweise noch mit 3000 rumgekrebst wird.
 
Mal sehen, ob sich die Contentlobby-Terroristen heute noch zu Wort melden und auf die massiven Verluste hinweisen die durch freie WLans und der damit zu erwartenden massiven Rechtsverletzungen entstehen.
 
Hmm... Wenn die Betreiber offener, freier WLANs wie Internetprovider behalndelt werden sollen, dann wäre ich als Privatmensch ja zwangsläufig auch einer sobald ich mein WLAN öffne. Somit kann ich dann auch sämtliche illegalen Inhalte saugen und sharen die ich möchte ohne irgendwelche Strafen fürchten zu müssen. Cool. Dann entfällt auch für mich endlich dieses lästige Kaufen. Das macht den Geldbeutel immer so schmal.
 
@DennisMoore: Das Beziehen dieser Inhalte ist doch auch so schon kein Problem. Glaube nicht das es mit der Öffnung der WLANs so massiv zunimmt. Zudem sehe ich einen kleinen Unterschied bei der Motivation zwischen dem Kauf einer DVD und dem Herunterladen des gleichen Films. Ich kaufe mir eine DVD weil ich von der Qualität des Filmes so überzeugt bin das ich unbedingt die DVD im Regal stehen haben möchte. Beim Herunterladen gehts eher um das Reinschnuppern. Der Großteil meiner DVD Sammlung war vorher als Download auf der Festplatte oder wurde bei MaxDome gesichtet.
 
@hezekiah: Das Beziehen dieser Inhalte (besonders aus Tauschbörsen) ist zwar kein Problem, aber schon risikobehaftet. Schön wenn man sowas nicht vom Privatanschluss machen muss, sondern einen WLAN-Zugang verwenden kann wo man anonym bleibt ... "Ich kaufe mir eine DVD weil ich von der Qualität des Filmes so überzeugt bin das ich unbedingt die DVD im Regal stehen haben möchte". Wenn ich von der Qualität eines Film überzeugt bin, dann gucke ich den. Ob der Film auf ner Silberscheibe im Regal gespeichert ist oder als ISO auf meiner Festplatte macht da irgendwie keinen Unterschied. Der Film ist ja der selbe. Ich würd sogar eher zur ISO tendieren. Meine STB hat z.B. gar kein DVD-Laufwerk. Wohl aber ne Festplatte und eine DVD-Playersoftware die ISOs öffnen kann. Zudem kann man ISOs auch super auf andere Geräte streamen. Wie auch immer: Ich kann mir gut vorstellen dass die Hemmschwelle illegales Zeug zu laden durchaus sinken könnte wenn man sich absolut sicher sein kann nicht erwischt zu werden.
 
@DennisMoore: "dann wäre ich als Privatmensch ja zwangsläufig auch einer sobald ich mein WLAN öffne." Das ist so. Wenn du dein Internet frei und offen für jedermann freigibst dann haftest du mit. Denn du bist für deinen Anschluss verantwortlicht. Das Eröffner von Gefahrenquellen bei Schäden und Straftaten mithaften ist ein grundlegendes Prinzip der deutschen Rechtssprechung und findet nicht nur im Internetrecht verwendung.
 
@hansh: Ja, aber wenn die Störerhaftung wegfällt bin ich eben nicht mehr verantwortlich. Dann lade ich als Nutzer illegal über meinen eigenen Anschluss, aber da ich gleichzeitig Anbieter bin, hafte ich nicht dafür. Kann ja irgendwer gewesen sein. Das WLAN ist schließlich offen ;)
 
Wenn man die Anwälte abschaffen würde wär mehr als nur dieses Problem gelöst.
 
@esbinich: ach ja das klingt ja schon witzig, aber wenn du mal einen selbst brauchst, weil dich jemand bestohlen hat oder sonstige Rechte verletzt sind, dann bist du wahrscheinlich mehr als froh über einen guten und kompetenten Anwalt.
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