Online-Bewertung: Im Zweifel muss geprüft werden

Betreiber von Online-Portalen müssen die Nutzer-Bewertungen über Dritte einer Prüfung unterziehen, wenn es zu Beanstandungen kommt. Das hat das Landgericht Nürnberg-Fürth in einem vorläufigen Urteil zu Gunsten eines klagenden Zahnarztes entschieden. mehr... Gericht, Gesetz, Urteil, Hammer Bildquelle: Dumfries Museum Gericht, Gesetz, Urteil, Hammer Gericht, Gesetz, Urteil, Hammer Dumfries Museum

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Also derjenige, der bewertet, muss es nachweisen können. Das ist auch gut so. Aber komischerweise muss derjenige, der bewertet WIRD NICHT nachweisen, dass er KEINE Schlechtleistung bietet (siehe diverse Berichte über sogenannte Shop-Texte). Also ist wie immer der Kunde der gelackmeierte und zahlt unter Umständen für Mist auch noch viel Geld. Hier ein Beitrag dazu: http://goo.gl/ftWNY
 
@Joebot: Unschuldig, bis die Schuld bewiesen ist. Der Bewertete muss nichts beweisen.
 
@bgmnt: Nein, Schuldig bis der Beklagte dargelegt hat, zur zufriedenheit des Richters, dass er es nicht gewesen ist! Wir bewegen uns hier im Zivilrecht, nicht im Strafrecht.
 
@The Grinch: Nur auf Zuruf bekommt man keine Strafe, egal welches Recht. Die Beweise hat erstmal der Kläger zu erbringen, dann erst gegebenenfalls der Angeklagte. Wie soll sonst der Angeklagte etwas beweisen, was es gar nicht gibt?
 
@bgmnt: Bewertung ungleich Strafe! Eine Bewertung ist eine Bewertung, nicht mehr, nicht weniger. Ein Kunde hat einen Zahnarzt bewertet. Da der Kunde die Leistung als schlecht bewertet hat, leugnet der Zahnarzt gleich die ganze Behandlung ab und klagt auch noch vor Gericht. Nun mag jeder selbst für sich entscheiden, ob man ausgerechnet zu solch einem Zahnarzt gehen sollte. Ich würde es nicht tun.
 
@bgmnt: Und an Aussagen wie Deiner kann man sehen das leider immer noch viele das dt. Rechtssystem nicht verstehen, mal davon abgesehen das es auch viele Anwälte es auch nicht tun.
 
@Feuerpferd: Wenn die Bewertung anhand einer Tatsache festgemacht wird, die nicht stimmt, so ist es der Tatbestand der Verleumdung. Der Zahnarzt hat jedes Recht sich dagegen zur Wehr zu setzen. Ich bewerte ja auch nicht das Essen vom Restaurant nebenan als schlecht, obwohl ich da niemals selbst gegessen habe. Wenn bei solchen Bewertungsportalen solche Falschmeldungen akzeptiert würden, so würde das ganze Portal ad absurdum geführt werden, weil dann jeder seinen Konkurrenten mit schlechten Bewertungen zubomben könnte, um selbst mehr Kundschaft zu generieren. Die Aktion ist so sehr richtig.
 
@The Grinch: Dann erkläre es doch bitte, wenn Du es besser weißt.
 
@bgmnt: Der Zahnarzt weiß nicht, wie der Kunde heißt, weil der Kunde ja anonym blieb, behauptet aber angeblich nachschlagen zu können dass er ihn nicht behandelt habe. Womit der Zahnarzt sich bereits in Widersprüche verwickelt hat.
 
@Feuerpferd: Der Zahnarzt hat doch Übersichten über die Behandlungen, die er durchgeführt hat (so wird es auch von der Versicherung abgerechnet). Wenn in besagtem Zeitraum keine Operation wie beschrieben stattgefunden hat, kann es die genannte Behandlung nicht gegeben haben. Das ist ein simples Ausschlußverfahren, wo der Name des Patienten gar nicht benötigt wird. Der Zahnarzt hat auch nur angegeben, daß eine solche Behandlung in genanntem Zeitraum nicht vorgenommen wurde. Niemals wurde behauptet, daß er den Patienten nicht behandelt hätte. Die so veröffentlichte Behauptung ist also falsch, ohne daß sich der Zahnarzt in irgendwelche Widersprüche verwickelt.
 
@bgmnt: Du glaubst also unbesehen einem Zahnarzt, dass er gut sei, auch wenn er als schlecht bewertet wurde. Nun ja es sind deine Zähne die Du riskierst, als wäre es heutzutage nicht schon längst allgemein bekannt, dass Zahnärzte gerne mal nach Geld bohren, um ihr Konto zu füllen, anstatt dem Wohl der Patienten zu dienen.
 
@Feuerpferd: Was ich glaube, spielt hier gar keine Rolle. Es geht hier um den Fakt, daß hier etwas behauptet wird, was nachweislich nicht stimmt. Vielleicht ist es kein guter Zahnarzt, das ändert aber nichts daran, daß die Behauptung, um die es hier geht, falsch ist, egal in welchem Kontext. Und der Zahnarzt hat damit alles Recht, sich dagegen zu wehren. Es ist doch ein einfaches nachzuweisen, ob eine geschilderter Eingriff zur genannten Zeit überhaupt vorgenommen wurde oder nicht, notfalls über die Krankenversicherung, die die Behandlungen bezahlen muss und der somit die entsprechenden Rechnungen des Zahnarztes vorliegen. Das hat mit der Qualität des Zahnarztes doch nichts zu tun. Ich bin für das Recht und die Wahrheit, und nach der bekannten Sachlage ist der Zahnarzt hier im Recht und ihm wird unrecht getan, egal wie gut oder schlecht er sonst arbeitet.
 
@Feuerpferd: Umgekehrt glaubst Du unbesehen dem Kritiker dass der Zahnarzt schlecht sei, obwohl er bisher auf erfolgte Gegendarstellung des Zahnarztes hin keinerlei Nachweis für seine Darstellung erbracht hat.
 
Ich glaube ja eher, dass da ein ganz mieser Zahnarzt seinen Pfusch hartnäckig verleugnen will. Und selbstverständlich will sich das Opfer solchen Pfusches nicht der Gefahr aussetzen, man stelle sich bloß mal vor, das Opfer des Zahnartzpfusches liegt unter dem Bohrer des Zahnarztes, der das Opfer für die Frechheit den Pfusch aufzudecken dann fröhlich einige Stündchen sadistisch foltert. Nicht jedes Zahnarztopfer kann es sich einfach leisten, mehrfach Geldabzocke beim Zahnarzt zu bezahlen und geht daher wohl notgedrungen zur Korrektur des Pfusches erst mal zum selben Zahnarzt, der den Pfusch verbrochen hat. Völlig klar, dass Zahnarztopfer sich vor der Rache solcher Zahnärzte schützen und nicht ihre Namen angeben werden.
 
@Feuerpferd: Und hier ist der Knackpunkt - Du glaubst, warum auch immer. Und das ohne jegliche Beweise, einfach nur weil ein anonymer Forennutzer irgendetwas behauptet. Vielleicht hast Du schlechte Erfahrungen mit Zahnärzten gemacht. Aber Dein Glaube ändert nichts an den Tatsachen. Und es ist nun mal so, dass man nicht einfach andere einfach mal so mit Schmutz bewerfen kann, ohne die zugrundeliegenden Tatsachen nachzuweisen. Im gegebenen Fall stand Aussage des Kritikers gegen Aussage des Zahnarztes, keiner von beiden hat dem Portalbetreiber einen Nachweis seiner Darstellung geliefert - und bei diesem "Unentschieden" überwiegt dann das Persönlichkeitsrecht des Zahnarztes und die unbewiesene Behauptung darf so nicht weiter verbreitet werden.
 
@Feuerpferd: "Rache solcher Zahnärzte" - wie stelle ich mir das vor? Jemand der sich als Opfer von Zahnarztpfusch sieht wird doch hoffentlich den Arzt wechseln und nicht erneut zum selben Arzt gehen. Wenn Pfusch nachweisbar ist wird diesen auch der nächste Zahnarzt bestätigen (die schütteln oft den Kopf über das Werk von Kollegen), die Kasse wird da schon mitspielen.
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