EU-Kommissarin: Urheberrecht taugt nichts mehr

Neelie Kroes, ihres Zeichens EU-Kommissarin für die digitale Agenda, hat den aktuellen Umgang mit Urheberrechten scharf kritisiert. Auf dem Forum für Kultur und Medien im französischen Avignon mahnte sie eine grundlegende Überarbeitung der aktuellen ... mehr... Europa, Neelie Kroes, StartupEurope Bildquelle: Sebastiaan ter Burg / Flickr Europa, Neelie Kroes, Kroes, StartupEurope Europa, Neelie Kroes, Kroes, StartupEurope Sebastiaan ter Burg / Flickr

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"Aber am unteren Ende der Pyramide gibt es eine große Masse von Leuten, die unabhängige Zuwendungen oder einen Zweitjob brauchen, um zu überleben." ... Na, da fang ich aber gleich an zu heulen. Seit wann haben Künstler die ihre Kunst zum Verkauf anbieten ein Recht darauf nen Mindestlohn zu bekommen? Wenn das Zeug nicht gekauft wird gibts halt kein Geld.
 
@DennisMoore: "Seit wann haben Mitarbeiter deren Produkte nicht gekauft werden ein Recht auf Mindestlohn. Wenn das Zeug nicht gekauft wird, gibt es halt kein Geld" Künstler sollten begreifen das mit Merchandising und Konzerte mehr zu holen ist als mit CD verkäufen. Das muss aber über Kaffeebecher und T-Shirts hinaus gehen. Wie es richitg laufen kann zeigt z.B. Trent Reznor (NiN) recht gut.
 
@ThreeM: Öhm, "Mitarbeiter deren Produkte nicht gekauft werden"? ... Davon krieg ich jetzt leichte Kopfschmerzen.
 
@DennisMoore: Die Formulierung ist fürn Arsch, da geb ich dir Recht. Ich denke aber es ist weiterhin verständlich.
 
@ThreeM: Verständlich schon. Zutreffend aber nicht. Künstler sind in der Regel selbstständig und nicht abhängig beschäftigt. Darum haben sie selten einen Arbeitsvertrag der die Zahlung regelt und darum auch keinen Anspruch auf irgendwelche (Mindest-)Entlohnung.
 
@ThreeM: Der Mindestlohn ist schnell wech, wenn das Unternehmen pleite geht, dessen Produkte nicht gekauft werden. Du forderst hier, dass Künstler, deren Produkte nicht gekauft werden, durchgefüttert werden. Ob sie untalentiert oder nur nicht bekannt genug sind, ist hierbei egal.
 
@DennisMoore: Es geht hier weniger um die Problematik von Angebot und Nachfage, sondern eher darum, dass das derzeitige Urheberrecht die verwertende Industrie dem eigentlich kreativ Tätigen gegenüber eindeutig bevorzugt. Es gibt genügend Beispiele, wo kreativ tätige durchaus von dem was sie tun leben könnten, wenn sie nicht von Inhalteverwerten abgezockt würden ... Beispiel: Ein befreundeter Kollege konnte eigentlich immer recht gut von seiner Tätigkeit als freier Pressefotograf leben, bis die Springer Mafia (einer seiner Hauptabnehmer) vom überarbeiteten deutschen Urheberrecht gedeckt anfing ihm Sellout-Verträge aufdrücken ... "Wir nehmen das Foto, zahlen einmal eine Summe von xx Euro, können das Foto aber dann so oft und in so vielen verschiedenen Publikationen (einschliesslich online) verwenden" ... derartige Beispiele gibt es ohne Ende, in der Musikindusrie, in Verlagen etc. - oh - Galeristen mit ihren teils schon perversen Abzock-Verträgen nicht zu vergessen ... hier sollte man in erster Linie ansetzen wenn man Künstlern ein Auskommen sichern will ...
 
@pessoa: Sie haben das Recht an dem Foto gekauft. Ist doch OK. Was ist daran verwerflich? Man muß halt über den Preis verhandeln bei so weitreichenden Rechten. Dann sinds nicht mehr xx Euro, sondern vielleicht xxx Euro.
 
@DennisMoore: Man kauft normalerweise nicht die Rechte an einem Foto, sondern man man erwirbt (z.B. als Verlag) eine Lizenz zu Abdruck oder zur Online Veröffentlichung eines Fotos. Wer als Fotograf die Rechte an seinen Bildern verkauft ... sorry, aber dem ist eh nicht mehr zu helfen ... Was das Verhandeln mit der Springer Mafia angeht ... versuchs mal ... ich wünsche schon mal viel Spass dabei. Es gibt (bzw. man müsste heute leider fast schon sagen "es gab") so etwas wie klare Richtlinen für Bildhonorare ... leider werden diese von immer mehr Verlagen, die Kosten für Inhalte einsparen wollen um ihre Gewinne zu maximieren, einfach ignoriert ... aber ist ja auch egal ... wenn dann wegen der Billigqualität der Inhalte die Auflagen sinken, kann man ja immer noch z.B. die Tagesschau App dafür veranwortlich machen ... Es ist ja eigentlich egal was man für einen Job macht, es sollte aber auf jeden Fall - auch im Turbo-Kapitalismus - sichergestellt sein, dass man dafür korrekt entlohnt wird und somit auch davon leben kann ... wenn Du da anderer Meinung bist, sei bitte wenigstens so konsequent und gehe zu Deinem Chef, um ihm mitzuteilen, dass Du künftig freiwillig auf 60% Deines Gehalts verzichten willst!
 
@pessoa: Ich bin der Meinung dass man angemessen entlohnt werden sollte. Für "Kunst" kann ich aber nicht definieren was angemessen ist. Dafür fehlt mir der Zugang zur Kunst. Außerdem wüsste ich nicht warum ich auf das Gehalt was mir im Arbeitsvertrag zugestanden wird verzichten soll. Wenn ich der Meinung wäre, dass der Betrag zu niedrig ist, also "unkorrekt", kann ich ja kündigen und mir was anderes suchen. Oder ich handel eine Gehaltserhöhung aus. Eben wie der Fotograf. Wenn er mit den xx Euro fürs Bild nicht einverstanden ist, dann verkauft er es halt nicht. Dann hat er unterm Strich genauso viel verdient wie ich ohne Job.
 
@pessoa: Du hast es erkannt und den Nagel auf den Kopf getroffen :)
 
@DennisMoore: Ich bin kein Heiliger aber deine Aussage treibt mir die Kotze hoch! Wenn alle nur noch aus dem Netz ziehen und nichts mehr dafür geben, dann ist es nur noch eine Frage der Zeit bis es Rappelt.(Vorastdatenspeicherung usw..) Es geht hier nicht um die Fetten Konzerne oder deren verwarzten Anwälte, sonder um jemand der sein auskommen mit seinem schaffen haben möchte.
 
@Lordlinux: Wo hab ich denn nun wieder was von "nur noch ziehen und nichts mehr dafür geben" gesagt? Es geht darum dass ein Künstler evtl. von dem was er schafft und verkaufen will nicht leben kann weil es zu wenig Leute kaufen. Das ist bedauerlich, aber eine Änderung des Urheberrechts würde daran das sich keiner für seine Kunst interessiert wahrscheinlich nichts ändern. Wenns mich jetzt nicht interessiert, dann hinterher auch nicht.
 
Das Urheberrecht dient doch nur noch den Zweck die Plattenfirmen und sonstigen Institutionen die zwischen Konsument und Künstler stehen zu bereichern. Mit gerechter Entlohnung geistigen Eigentums hat das nichts mehr zu tun.
 
@jigsaw: Besonders ärgerlich: als ehrlicher Käufer wird man von den Firmen auch gleich erst mal bedroht. Beispielsweise bei PC Spielen.
 
@jigsaw: So siehts aus. Sich auf ne Bühne zu stellen und mit einem Song eine Geschichte zu erzählen ist Kunst. Auf CD gepresste Gesangsaufnahmen irgendwelcher Dritter zu vertickern und sich dran zu bereichern hat dagegen wenig mit Kunst zutun... eigentlich gar nichts!!!
 
@jigsaw: das ist vollkommen falsch:Die Fetten Konzerne haben einfach nur die Mittel um den Leuten die alles für lau haben wollen an den Karren zu fahren. Häufig trifft es leider die Falschen.
 
Wahre Worte - leider nur der Vorstoß einer einzelnen Person - sodass die Idee dahinter in vergessenheit gerät. Schade.
 
@cpfaffinger: Nicht unbedingt.....einer muß mal anfangen.....steter Tropfen höhlt den Stein:-))
 
@cpfaffinger: Den Medienparasiten ist dies alles seit langem bekannt und bewusst. Den Konsumenten auch. Aber wehe irgend jemand versucht den Geldfluss umzuleiten! Dann wird geklagt bis die Richter Überstunden machen müssen...
 
Ist das nicht die Dame die auch wenig von Sitzungen hält und nie Anwesend ist/war aber trotzdem fleissig kassiert?
 
@D3vil: ne hier das war die koch-mehrin. aber vll auch beide. über die koch-mehrin war auch mal was bei extra3, kannsu gucken auf youtube ^^
 
@D3vil: Mitnichten. Die Kroes ist eine der wenigen Personen auf EU-Ebene, vor der ich echt Respekt habe. Eine von jenen, die nicht ewig rumlabern. Hab mal ne Pressekonferenz mit ihr erlebt, die ging etwa ne viertel Stunde und es war alles gesagt und geklärt.
 
@ckahle[re:2]: EU Kommissare sind Sprecher eines virtuellen Gebildes ohne Menschen und Land, dass von Gnaden der bevölkerungsreichsten europäischen Staaten (Deutschland, England, Frankreich, ...) solange am Leben gehalten wird, wie es diesen nützt. Soviel zur Wertigkeit dessen, was diese EU Sprecher von sich geben (dürfen).
 
"Stattdessen hören die Menschen heute das Wort Urheberrecht und hassen, was dahinter steht" Und die Künstler sind die dummen weil die Content-Mafia eben selbst mit ihrem Handeln dazu beigetragen haben das man es eben nur noch hasst!
 
"In Zeiten der Veränderung brauchen wir Kreativität und unkonventionelles Denken" Sag das mal Apple, die für jeden noch so unbedeutenden Kuhschiss ein Patent einreichen.
 
Dass sic hwas ändern muss, ist klar. Damit hat die Dame absolut Recht. Die Frage ist nur, was genau sie ändern will, un ob das in die richtige Richtung ginge. Das lässt der Text ja leider offen.
 
@nize: Ich sehe das, was sie gesagt hat, als Aufforderung an alle, die sich angesprochen fühlen, an, sich Änderungen und Verbesserungen auszudenken/zu überlegen.
 
@nize: Wie Du schon richtig bemerkt hast, trifft Frau Kroes mit ihren Ausführungen den Kern des Problems. Frau Kroes hat aber weder Recht noch Handhabe die Geschäftsmodelle von Rechteverwertern zu verändern, das müssen die Damen und Herren schon selber entscheiden wie sie in die Zukunft gehen oder ob sie in der Zukunft untergehen. Fakt ist dass die Geschäftsmodelle so nicht mehr funktionieren. Aber inzwischen tut sich ja auch was, wenn auch nicht von den klassischen Vermarktern. Im Buchsektor, der besonders rückständig ist, sieht man es am besten. Amazon versucht gerade eine Plattform für die Selbstveröffentlichung von ebooks aufzubauen, wenn das noch mit einem nutzertauglichen DRM verbunden wird, kann das die Verlage mit Ihrem Modell in die Knie zwingen.
 
Die EU ist auch nicht mehr Zeitgemäss! Des weiteren...was für eine Alternative gibt es denn? Das Urheberrecht hat doch rein gar nichts mit dem Lohn der Musiker zu tun...
 
Daß so etwas mal aus der EU Spitze kommt! Respekt. Das aktuelle Urheberrecht kommt aus einer Zeit, in der das verbreiten von Medien noch richtig kostenintesiv war und die Künstler die Verwertungsgesellschaften brauchten, da sie diese Kosten nie alleine tragen konnten. Die Verbreitungskosten zum Kunden sind mit dem Internet aber vollkommen impoldiert aber der ganze alte Apparat versucht sich (verständlicherweise) trotzdem weiter am Leben zu erhalten, obwohl ein großteil davon wohl langsam aber sicher überflüssig wird! Es wäre Zeit da mal ein paar alte Zöpfe abzuschneiden.
 
Ich bin für eine EU-Task Force gegen Server-Farmen in China, Südsee und in der Karibik. Wird bestimmt eine lachhafte Offensive gegen wehrlose Alt-PC und unbewaffnete Magnetscheiben. Hahahhahah... die Alte hat wohl zuviel inhaliert. lol
 
Die sollten mal auch bedenken, dass vor 40 Jahren eben nicht jeder Musik usw. machen konnte, denn dafür fehlte ihm das Geld. Es war teuer. Heute kann jeder, der nur ein wenig Enthusiasmus hat, sich öffentlich verkaufen. So gibt es zu viel Müll, zu viel "mainstream". Die Leute geben Kohle aus, aber eben genau so viel wie damals, nur dieses mal viel breiter verteilt. Künstler sind immer mehr geworden dank Internet, nur die Kunden sind a) genau so viele und b) wählerischer, da man mehr Auswahl hat. - Aber naja, lassen wir die Politiker. Dumm und blind, leider... Dennoch tun sie die Arbeit, die wohl kaum jmd anders tun möchte. Mit anderen Worten sind das die, die sich nicht unbedingt eignen, sondern eher die, die einfach nur Politik machen möchten. Ist halt meine persönliche Meinung dazu.
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