DigiGes: Kampagne zum Erhalt der Netzneutralität

Der Verein Digitale Gesellschaft, der sich als Lobby-Organisation der Internet-Community versteht, will eine größere gesellschaftliche Debatte über die Frage der Netzneutralität einleiten. Dafür wird aktuell eine größere Kampagne geplant, teilte der ... mehr... Internet, Netzneutralität, Himmel Bildquelle: Openmedia / Flickr Internet, Netzneutralität, Himmel Internet, Netzneutralität, Himmel Openmedia / Flickr

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Wer ein bisschen Zeit hat und mehr darüber erfahren will, sollte diesen (sehr guten) c't Artikel einmal durchlesen: http://bit.ly/hc7qZj
 
Netzneutralität ist der wichtigste Punkt für die Zukunft des Internets, dabei geht es nicht nur um den Wunsch der Provider von den Inhalte-Anbietern mehr zu kassieren, das wäre noch das kleinste Problem, welches der Markt selbst lösen könnte, denn ohne Inhalte gibt es keinen Traffic. Viel mehr geht es um das Abkassieren der Konsumenten, in Form von "Premium-Diensten" à la Youtube +5€, Twitter und Facebook +5€, Skype +10€ (fehlt ja sonst bei den Ferngesprächen) usw., die Kreativität wird grenzenlos sein, kann man aufsplitten bis zum einzelnen Bit... Wie massiv die Lobby da vorgeht, sieht man ja sehr gut an den jünsten Ereignissen. Man muss schon sehr ignorant sein, um nicht zu erkennen, dass sich die Telekom das Scheitern der Abstimmung (zur Netzneutralität) in der Enquete Kommission über die Einführung der Frauenquote erkauft hat.
 
Selbst wenn die Netzneutralität auf dem Papier bleibt, Richtung Zweiklassen-Internet geht es auch so. Und sei es nur, dass "Premium"-User sich nicht mit Werbung herumplagen müssen, die z.B. auch und gerade bei populären Diensten wie Youtube zusehends aufkommt. Die Aufsplittung z.B. bei Zeitungen in freien und bezahlten Inhalt ist schon im Gange, und letztlich praktizieren die 1-Click-Hoster in kleinem Kreis bereits so eine Zweiklassen-Gesellschaft: Wer bezahlt, kann richtig schnell sauen, andere dürfen sich u.U. Tage gedulden und sich zwischendurch noch mit Captchas und ähnlichem herumärgern, bis ihr Download fertig ist.

Wenngleich ich es wünschte, so glaube ich nicht, dass sich die Netzneutralität halten wird. Dazu ist der Ausbau der Internets viel zu teuer (man denke an den Ausbau von Glasfaser und an die neuen Mobilfunk-Techniken). Bisher ging das gerade noch gut, weil "nur" die Telefonzentralen umgerüstet werden mussten oder ab und an noch ein neuer Verteilerkasten dazu kam. Doch alles lief noch über das längst amortisierte Kupfernetz. Man konnte da eine Zeit lang noch an den Geschwindigkeiten schrauben, doch nun ist das Ende der Fahnenstange erreicht, und es wird eben richtig teuer. Ich habe da sogar noch ein gewisses Verständnis, dass die Telcos nicht auf sich sitzen lassen, dass sie die Infrastruktur zur Verfügung stellen müssen, aber andere abkassieren. Was würdet ihr denn tun/fordern, wenn ihr Boss von Telekom, Vodafone oder so wärt, bzw. wie würdet ihr die Kosten für die Modernisierung und Unterhalt wieder hinein holen wollen?
 
@Waudiz: siehe o4, dem gibts eigentlich nichts hinzuzufügen. Die Kunden der ISP bezahlen den Zugang bereits. Die Beispiele mit OCH usw. sind falsch gewählt und haben nichts mit Netzneutralität zu tun.
 
Kunden die beim Anbieter einen Online Zugang gebucht haben, die haben bereits bezahlt. Alles andere ist der Versuch doppelt abzukassieren. Erinnert an Raubritter aus dem Mittelalter, die am Wegrand herumlungerten, um Reisende zu überfallen und mit der Schutzbehauptung "Wegezoll" zu berauben.
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