Gericht stuft DoS-Angriff als Computersabotage ein

DoS-Angriffe werden gemeinhin eher als Kavaliersdelikt betrachtet - rechtlich betrachtet können sie allerdings ernsthafte Folgen haben. Dies zumindest, wenn man die Ansicht des Landgerichts Düsseldorf in einem jetzt veröffentlichten Urteilstext ... mehr... Gericht, Gesetz, Urteil, Hammer Bildquelle: Dumfries Museum Gericht, Gesetz, Urteil, Hammer Gericht, Gesetz, Urteil, Hammer Dumfries Museum

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bei dem Fall sehe ichs eher als Erpressung und nicht Computersabotage, aber ok^^
Kommt drauf an, was man mit den DoS-Attacken bewirken will :D
 
@Ninos: Ja auch Erpressung, aber 3 der Anbieter wurden durch seine Attacken ja durchaus sabotiert.
 
@skaven: richtig, in dem Fall finde ichs ok, dass er deswegen belangt wird.
Bei anderen Fällen sehe ichs eher als Protest, als als Sabotage... :)
 
@Ninos: 'gewerbsmäßiger Erpressung in Tateinheit mit Computersabotage' - Erst hat er erpresst, und als nicht gezahlt wurde kam dann die Computersabotage...
 
@Ninos: Der Täter wurde ja wohl hauptsächlich wegen der Erpressung verurteilt. Das Gericht hat, nach dem was ich dazu gelesen habe, nichts zum "Strafanteil" wegen der DoS-Attacken gesagt.
 
@drhook: sagte ich doch :D
 
Na, das nenne ich mal eine gute Nachricht. Jetzt existiert zumindest mal ein Referenz-Urteil dafür.
 
@skaven: Aber 10 Jahre? Das klingt irgendwie nach "In irgend einem Gesetz von vor 60 Jahren muss doch was ähnliches sein". Ich finde man müsste gerade bei dieser rasanten digitalen Entwicklung vielleicht sogar ein seperates Gesetz schreiben, wo solche Sachen belangt werden.
 
@Muplo: ja warum nicht 10Jahre? Soll ja auch eine abschreckende Wirkung haben. Und ob man volle 10Jahre bekommt, hängt sicher noch von anderen Faktoren ab.
Denn ein DOS Angriff ist nun mal kein Kinderkram mehr.
 
@skyjagger: Das stimmt schon, aber irgendwie stimmen da die Relationen nicht. Wenn du mal schaust was man alles mit einem Menschen anstellen muß damit man 10 Jahre bekommt, dann wirst du sicher schnell zum Schluß kommen daß ein DoS in einer ganz anderen Liga spielt.
 
@Johnny Cache: Bei DDoS muss auch schon einiges passieren, damit man überhaupt in die Nähe von 10 Jahren kommt! Normalerweise werden Höchststrafen ja nicht gegeben, deswegen ja auch "bis zu".
 
@Wohlstandsmüll: Das "bis zu" gibt es aber eben auch bei Körperverletzung & Co. Und du kannst sagen was du willst, aber wenn jemand einen Server angreift wiegt daß in meinem Augen bei weitem nicht so schwer wie die Verletzung einer Person.
 
@Johnny Cache: Das hängt ganz vom Server ab. Wenn ich es z.B. schaffe im Energie- oder Verkehrsnetz Chaos zu schaffen, dann können sehr viele Menschen geschädigt werden.
 
@Johnny Cache: Es geht ja nicht um DDoS sondern um Computersabotage. Wenn man sich den Gesetzestext mal anguckt, steht dort "bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft". Im Absatz 4 sind die "besonders schweren Fällen" erläutert, die bis zu 10 Jahre Freiheitseinzug nachziehen. ("Vermögensverlust großen Ausmaßes","gewerbsmäßig ","Versorgung der Bevölkerung mit lebenswichtigen Gütern")
 
naja, das ist ein schwieriges Thema. Die Erpressung ist natprlich zu verurteilen, aber ein klassischer DOS ist eigentlich NICHT wirklich sabotage. Bei einem DOS werden ja eigentlich "nur" unheimlich viele Anfragen an einen Server geschickt bis dieser nicht mehr kann. Rein Theoretisch verbietet ja kein Betreiber wie oft ich seine Webseite aufrufen darf. Ist eine heikele Sache
 
@Sam Fisher: "Ebenso wird bestraft, wer unbefugt das Erscheinungsbild einer fremden Sache nicht nur unerheblich und nicht nur vorübergehend verändert." §303 StGB Abs. 2 (Sachbeschädigung) ... Das geht zumindest in die Richtung.
 
@skaven: Wenn du mir dann noch erklärst, was hier die Sache ist?
 
@tobias.reichert: Die Webseite.
 
@skaven: "Jeder körperliche Gegenstand, unabhängig vom Aggregatzustand."

Da fällt die Webseite nicht rein.

Der Tatbestand der Computersabotage ist spezieller und deshalb hier auch einschlägig.
 
@tobias.reichert: In der Tat schwierig, da §90 BGB eine Sache als "körperlichen Gegenstand" definiert. Aber man kann Gesetze auch analog auslegen... Offensichtlich wird die Verfügbarkeit der Dienstleistung, mit der der Anbieter legal sein Geld verdient, als schützenswerte "Sache" gesehen. Meiner Meinung nach völlig zurecht.
 
@Chiron84: Da kommt man aber schnell an das Analogieverbot, was wirklich auch einfach unnötig ist wenn man ja den §303b (Computersabotage) hat.
 
@tobias.reichert: Du hast Recht, ich habe nicht ordentlich gelesen *schäm* Reicht "Ich bin kein Strafrechtler" als Entschuldigung? ^^
 
@Chiron84: Ausnahmsweise :D

Gibt auf jeden Fall Diskussionsstoff die Materie...
 
@tobias.reichert: Mit fällt grade auf, mein Kommentar (re:9) ist missverständlich, natürlich ist nicht das Analogieverbot unnötig. Unnnötig ist, auch nur in seine Nähe zu kommen, wenn man das über den § 303b vermeiden kann.

Kann mir nur so erklären, dass es dafür Minus gab, das ist ja schließlich hier alles ganz sachlich, gell?
 
@Sam Fisher: Wenn dies aber in klar böswilliger Weise und mit der Absicht, den Server lahmzulegen, bis dieser seinen Dienst einstellt, würde ich das natürlich als Sabotage einstufen.

Diesen Status als "Kavaliersdelikt" haben DoS-Attacken meiner Meinung nach vollkommen zu Unrecht.
 
@Sam Fisher: als normaler nutzter schickst du aber nicht tausende anfragen an einen server je sekunde. Eine DoSattake ist was deutlich anderes als normales Surfen. Verstehe aber deinen gedanken
 
@solitsnake: Mein Browser reißt 2048 Verbindungen gleichzeitig auf, warum auch nicht, wenn der Netzwerk Stack des eignen Systems dafür robust genug ist?
 
@Feuerpferd: ist das deine Rechtsauffassung? Ich höre auch immer extrem laut Musik, wenn meine Ohren dafür robust genug sind...
 
@Wohlstandsmüll: Musik schön laut hören tue ich auch gerne. :-)
 
@Sam Fisher: Grad' einen interessanten, wenn auch schon älteren Artikel dazu gefunden: http://www.law-blog.de/223/denial-of-service-dos-und-deutsches-strafrecht/
 
ups, ich hatte ganz früher mal so cash 4 mail schmarn mitgemacht, wo man fürs mails lesen bezahlt wird........... natürlich schmarn, nee auszahlung gabs nie......... Habe das guthaben dann dafür genutzt aufrufe bei einer webseite zu produzieren, wo ich für bestellungen bezahlt werden sollte. hihi, die seite bekam soviele aufrufe, da ging dann auch nix mehr..... also auch nee "gemietete DoS attake"
 
@WF : Bitte das DoS zu einem dDoS machen - ist dann etwas richtiger. ;)
 
@Mordy: Eher falscher. Ein DoS-Angriff muss nicht zwangsweise auch ein DDoS-Angriff sein. ;)
 
@Mordy: Ne, im Text steht er habe sich einfach einen Server gemietet und mit diesem den anderen überlastet - also nur DoS
 
@moe.: Komisch - ich lese im Urteilstext was von DDoS.
 
@Mordy: Was dann aber immer noch "auch" ein DoS wäre. ;)
 
@skaven: Das ist wohl wahr. :D
 
@Mordy: das liegt dadran weil die leute im Landgericht Düsseldorf keinen plan davon haben was was ist ^^
 
@Trigger80: Hmhmhmja... an deiner Hypothese mag was dran sein. ;)
 
"Der Täter nutzte dafür Rechnerkapazitäten, die er sich in Russland angemietet hatte." jo, für läppische 65 US Dollar im monat ^^
also es wird echt immer mehr mit hacker angriffen und erpressungen.
solangsam ist es echt nicht mehr schön.
Außer im falle der Seite "iSharegossip" da finde ich die hacker aktion garnicht mal so schlecht! die hacker forden die betreiber der seite auf sich selber bei der polizei zu melden,sonst werden ihr persönlichen daten veröffentlicht ^^
PS:iSharegossip ist eine Mobbingplattform
 
@Trigger80: Und ich finde, dass das den Wettanbietern nur recht geschieht, weil die ja Geld mit der Not der Verlierer machen... [/ironie]
 
Das ist typisch deutsche Rechtsprechung. Am liebsten würde ich für eine DOS- Attacke beim Landgericht aufrufen. Ich meine mehrere tausend Studenten, die an einem Tag bei öffentlichen Terminen ganz legal anwesend sein möchten. Natürlich unter Nutzung der Infrastruktur, wie vorherige telefonische Anmeldung, Nutzung eines Parkplatzes bis hin zum normalen Toilettengang oder zum Beschwerdeweg, falls ihnen ihre Rechte nicht zugestannden werden.
 
@AWolf: Du meinst eine Smart Mob? http://de.wikipedia.org/wiki/Smart_Mob
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