BGH: eBay-Nutzer haften nicht für gekaperte Konten

Recht, Politik & EU Nutzer der Online-Auktionsplattform eBay haften nicht für Schäden, die durch Dritte angerichtet wurden, die ein Konto kaperten und ohne Wissen des rechtmäßigen Inhabers Transaktionen durchführten. mehr...

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absolut nachvollziehbares und gut begründetes Urteil, alles andere wäre ja auch eine Überraschung gewesen
 
@Cleanhead: In Amerika hätte der Kläger den Laden für das Höchstgebot bekommen plus Schadensersatz und einem Sponsor-Vertrag von Cola
 
@Cleanhead: sehe ich auch so, man sollte aber auch regelmäßig das Passwort verändern...

Nur was ich nicht Kapiere, welches Kraut hat der Kläger geraucht, eBay ist ja schon suspekt geworden, aber wenn eine Auktion abgebrochen wird, hat man absolut kein Anrecht auf gar nichts, ich musste auch schon die Auktion abbrechen weil der angebotene Artikel versehentlich beschädigt wurde, habs dann Verschenkt.. Schlussendlich ist bei einem Abbruch jeglicher Art kein Kaufvertrag zustande gekommen.
Hatte auch schon Inkasso an der Backe weil der Händler nach dem Kauf auf die Idee gekommen ist für jeden Artikel zusätzlich Versandkosten von 2€ zu erheben, das Gesamtgewicht lag nicht über 2KG, bei 4 Artikel... Da war wohl das Kraut auch zu Stark, habe dann durch Gericht recht bekommen, der Kläger musste alle Kosten tragen -.- eBay machts möglich.
 
@Jareth79: Deine Frage wird in Absatz 4 teilweise beantwortet. Das der Artikel nicht durch den Kontoinhaber eingestellt wurde, weiß der Kläger im Zweifelsfalle ja vorher nicht. Des weiteren handelte es sich um einen Streitwert von rund 34.000 €, da kann man es dann schonmal (selbst bei Niederlage vor Gericht) drauf ankommen lassen.
 
@Cleanhead: Das heißt aber dann auch, dass die Urteile für den Missbrauch von WLAN-Netzen hinfällig sind. D.h. wenn jemand über mein WLAN illegal etwas runterlädt, bin ich dafür nicht mehr verantwortlich. Komisch, dass die Richter sich ständig in ihren Urteilen widersprechen.
 
@sushilange: Mir ist dazu jetzt kein Urteil von höchster Instanz (BGH) bekannt, darum ist es müßig, darüber zu diskutieren. Der Mißbrauch von fremden WLAN-Netzwerken bzw. eines fremden Internetanschlusses ist allerdings schon differenziert zu werten, denn ein solches/solcher bietet grundsätzlich natürlich viel mehr Möglichkeiten zum Mißbrauch, als ein eBay-Konto. Auch hier ist es so, dass grundsätzlich der Anschlußinhaber für seinen Zugang verantwortlich ist bzw. haftbar gemacht werden kann, und ein Mißbrauch meistens erst durch unzureichende Sicherheitsmaßnahmen, wie z. B. fehlende Verschlüsselung oder schwaches Passwort ermöglicht wird. Das nennt sich dann (grobe) Fahrlässigkeit und stößt bei Gericht nicht gerade auf Verständnis. Hier beim eBay-Konto war es so, dass der Ehemann der Beklagten einen Artikel ohne ihres Wissens eingestellt hat und die Beklagte dies selber gar nicht wollte. Man will als Anschlußinhaber natürlich auch nicht, dass jemand anderes sich darüber illegale Inhalte herunterlädt, aber die Paralelle ist nicht ganz die selbe, denn das eBay-Konto wurde ja per Passwort ausreichend geschützt, denn mehr Möglichkeiten hat man dort ja gar nicht, während das WLAN im Zweifelsfall nur mit einem Passwort, aber ungenügender Verschlüsselung bzw. gar keiner "geschützt" wurde. Der Ehemann bediente sich offensichtlich laut vorletztem Absatz der Zugangsdaten der Beklagten, um sich dort einzuloggen und den Artikel einzustellen. Das ansich ist ja schon eine Straftat, denn nur weil ich z. B. den Schlüssel im Auto stecken lasse, heisst das ja nicht, dass sich jeder andere bedienen darf, um es dann zu klauen bzw. damit mal eine Spritztour zu machen. Ist vielleicht wieder ein schlechtes Beispiel und würde vermutlich auch ein etwas anders lautendes Urteil nach sich ziehen, ich wollte aber nur darauf hinaus, dass man in der Regel nie 2 grundsätzlich verschiedene Dinge miteinander vergleichen kann.
 
was ich nicht verstehe: da steht ....Einen Tag danach wurde die Auktion vorzeitig durch Rücknahme des Angebots beendet........ wenn es vorzeitig beendet wurde ist kein kaufvertrag zustande gekommen also was wollen die eigentlich? Wenn eine ware defekt ist und ich eine Auktion vorzeitig beende kommt auch kein Vartrag mit dem Höchstbietenden zustande laut ebay und so les ich das hier auch raus. wozu also der ganze mist mit dem Gericht?
 
@n!vader: Hab ich auch so verstanden und ich wundere mich genau so wie du ...
 
@n!vader: Mit Abgabe des ersten Gebots besteht schon ein Kaufvertrag zwischen Bieter und Verkäufer. Rechtlich gesehen hast du solange du Höchstbietender bist, Anspruch auf die Ware. Wenn du zum Zeitpunkt des Beendes, sei es durch vorzeitiges Beenden oder nach Ablauf der angegeben Zeit immernoch Höchstbietender bist kannst du Anspruch auf die Ware erheben. Steht auch in den Ebay Richtlinien
 
@Cosmic7110: Ein Vertrag besteht aber aus zwei überstimmenden Willenserklärungen. Wenn also der Verkäufer das Angebot zurückzieht, z.B. wegen Irrtums, dann liegt die Übereinkunft nicht mehr vor, ebenso wenn der Kontoinhaber garnichts von der Aktion weiß. Worauf soll sich also der Anspruch beziehen? Ebay-Richtlinien sind schließlich nicht die 10 Gebote ...
 
@Cosmic7110: Außerdem: Wenn schon beim ersten Gebot ein Kaufvertrag zustandekommt, dann hätte ja jeder Bieter einen Anspruch auf Vertragserfüllung, egal ob er am Ende der Höchstbietende war oder nicht. Die Gebote sind bis zum Ende der Auktion eben nur das: Die Abgabe eines Angebots an den Verkäufer.
 
@McStarfighter: Hat er auch, Gibt ein Urteil vom BGH Dazu, und die 2 Willenserklärungen bestehen j auch. Verkäufer stellt das angebot ein (1. Willenserklärung. Bieter akzeptiert dies und bietet einen Betrag 2. Willenerklärung = Vertrag. Hier Nachzulesen http://www.kleingewerbe.info/vertragsrecht/BGH-Urteil-Kaufvertrag-bei-eBay.pdf

Versucht also nicht eure kleine welt euch selbst zu erklärend wenn Deutsches recht dahinter steht.
 
@Cosmic7110: Hier stehts auch noch einmal. http://www.datentransfer24.de/Kaufvertrag-Ebay.html ganz unten
 
@Cosmic7110: Und wenn du meine Angaben mal richtig durchgelesen hättest, dann wäre dir ja eventuell aufgefallen, daß ich das bereits einkalkuliert hatte. Ich redete von "Irrtum", was ein Anfechtungsgrund ist. Und dann gehts ja noch darum, daß der vermeintliche Verkäufer es garnicht war / ist (darum gehts ja in diesem Urteil). Übereinstimmende Willenserklärungen können daher per Definition garnicht existieren. Also kein Kaufvertrag. Und auf die Sache mit dem Vertragsabschluß bei JEDEM agegebenen Gebot bist du leider garnicht eingegangen. Stattdessen lieber Minuspunkte verteilen (ich werde es nicht bei deinen Posts machen) ...
 
@McStarfighter: Dann beweis du mal deinen irrtum... Das ist leider eine ziemlich Naive denkweise die du da an den Tag legst, grade in unserem Rechtssystem.

Ich hab dir nun genug texte vorgelegt, warum soll ich dann auf dein unwahres gerede eingehen ? der Vertrag besteht bei Abgabe eines gebotes, alles was danach von dir kam ist nicht vom belang.
 
@Cosmic7110: Hast du Jura studiert? Bist du allwissend? Es scheint ja nicht so, sonst würdest du den sogenannten Erklärungsirrtum kennen. Der würde in diesem Fall schon ausreichen. Und alles andere ist eine Sache von Anwälten und Richtern. Außerdem ist nicht alles so schwarz und düster wie du es schilderst. Merkt man ja schon an diesem BGH-Urteil ... Jedenfalls werden weder du noch ich jemals wissen wie es in Zukunft aussehen wird ...
 
@McStarfighter: Ich hab genug mit dem Rechtssystem zu tun um dir zu sagen das du dir das zu einfach vorstellst...
 
@Cosmic7110: Das lasse ich mal unkommentiert ... ;)
 
Wenn dem VK der Ausgang einer Auktion nicht zusagt, hat es dann demnaechst immer die Freundin/der Opa/der Dackel oder wer auch immer eingestellt...
 
@JanKrohn: das ist richtig
 
@JanKrohn: Lieber so, als das irgendein Spinner tatsächlich solch eine "Entschädigung" bekommt, weil er 5 Minuten investiert hat, um ein Gebot abzugeben.
 
was mich interessiert, ist, der bieter hat für die gastronomieeinrichtung 1.000 euro geboten, bei einem gesamtwert von 33.820 euro .... warum klagt der auf die differenz von 32.820 euro? das krieg ich grade nicht so ganz auf die reihe.
 
@karl marx: das ist der Schadenersatz. Angenommen: Er bietet 1.000, bekommt es auch dafür, verkauft die Sache weiter für 33.820, dann ist die Differenz halt 32.820. Dieses Geld geht ihm durch die Lappen, also will er es als Schaden deklariert ersetzt bekommen.
 
@karl marx: Er hätte, wenn er 1000 Euro investiert hätte einen Mehrwert von 32820 Euro aus diesem Geschäft gehabt. Er kann ja logischerweise nur die Differenz um die er sozusagen geprellt wurde einfordern. Also 33820 Euro Gesamtwert - 1000 Euro Investition = 32820 Euro Mehrwert für ihn. Aber das ganze Geschäft war sowieso nicht ganz koscher, wenn der Käufer wusste dass das Geschäft soviel Wert ist, warum hat das dann nicht sofort als Verletzung der Hälfte gegolten?
 
Danke für das Urteil.Einen Freibrief.Wenn ich nächstes mal nicht mehr was will berufe ich mich drauf ;)
 
Wie wäre das denn abgelaufen, wenn kein Dritter die Auktion erstellt hätte? Hätte der VK dann wirklich für das vorzeitige abbrechen der Auktion die o.a. Summe zahlen müssen?
 
Was mir in dem Artikel fehlt, ist was nun mit der Haftung des falsus procurators ist (in dem Fall also der Ehemann). Meines Erachtens nach müsste er gem. § 179 I BGB schadensersatzpflichtig sein.
 
@Hoodlum: Endlich erwähnt es mal jemand.
Genau so sieht es aus. Aber ich frage mich, wie die Verjährungsfristen sind, die Auktion ist aus 2008.
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