Vorratsdatenspeicherung: VPNs bei Schwedens ISPs

Datenschutz Der schwedische Provider Bahnhof hat angekündigt, eine gesetzliche Verpflichtung zur Vorratsdatenspeicherung umgehen zu wollen - und er steht dabei nicht allein. mehr...

Diese Nachricht vollständig anzeigen.

Jetzt einen Kommentar schreiben
 
Wow. Warum machen die Provider das freiwillig? Hätte nicht gedacht, dass es solche Firmen noch gibt, die sich für den Bürger einsetzen. Finde ich aufjedenfall echt klasse und hoffe, dass viele auch in Deutschland sowas machen würde.
 
@ProSieben: Die Schweden sind da einfach weiter, ist ja auch das Geburtsland der Piratenpartei und dann gab's da auch das ganze Gezetere um TPB, was einfach die Gesellschaft sensibilisiert hat. Außerdem war Schweden (also auch die Regierung) immer gegen die VDS. Das Land wurde wenn ich mich recht erinnere sogar vom europäischen Gerichtshof für die Nichtumsetzung der VDS verurteilt und richtig dazu gezwungen sie einzuführen. In Deutschland hingegen hat das Thema bis heute nicht richtig die Gesellschaft erreicht.
 
@ProSieben: Dafür gibt es viele Gründe. Logfiles werden riesig und fressen damit jede Menge Plattenplatz. Plattenplatz im Serverbereich ist teuer, denn bei guten Providern werden keine billigen 08/15 Platten eingesetzt und wegen der Datenintegrität sind auch gleich mehrere mit einer RAID-Spiegelung verbaut. Natürlich werden die Logfiles meist täglich in komprimierter Form archiviert. Das alles ist - auch wenn es durch Scripte weitgehend automatisch funktioniert - nicht immer ganz Wartungsfrei. Wenn du mehr wissen willst, kannst du mich gerne kontaktieren.
 
@markuszeller.com: Allerdings ticken die Schweden auch ganz anders.
 
@markuszeller.com: dann wäre es doch vorteilhaft für die VDS normale Platten ohne RAID zu verwenden, wenn sie kaputt sind, sind sie halt kaputt. Die Ermittler bekommen dann bei einer Anfrage einen haufen defekter Platten und können dann für teures Geld versuchen die Daten noch in einem Labor zu retten, falls sie dazu Lust haben.
 
@Link: Die Idee ist ja ganz nett, wird aber nicht aufgehen. Der Unternehmer muss diese Daten bereitstellen - auf eigene Kosten. Dann hört der Spass wiederum auf.
 
@markuszeller.com: das ist die Frage, ob sowas nicht auf geht. 100%-ige Datensicherheit gibt es nicht, auch nicht mit SAS-HDDs im RAID mit hot spares, entsprechend müsste es eigentlich geregelt sein, welchen Aufwand die Provider betreiben müssen, um die Daten zu sichern und bei welchen Arten von Daten-GAUs sie nicht mehr dafür zu haften haben, wenn die Daten weg sind. Was ist z.B. wenn wegen eines SW-Fehlers das ganze RAID geschreddert wird? Da ist nichts mehr zu retten... (und bevor Kommentare dazu kommen: nein, nicht erst nach 35-maligen Überschreiben)
 
@markuszeller.com: Selten so einen blödsinn gelesen.
In einem MB speichere ich 1047600 Plaintextcharachters, das entrpicht ungefähr 870 buchseiten. Eine IBM DS3524 + Expansion (EXP3524) mit 47 146GB SAS HDDs gibts für rund 11.000 plus 24/7 support. Das sind 6.7 Terabyte ohne Raid. Eine komplettes Raid50, ob jetzt sinnvoll oder nicht mal beiseite gelassen, bringt mir eine totale Array-Size von 6569.67GB. Umgerechnet sind das 0,60 € pro GB Speicherplatz im RAID-Verbund. Ein komplettes Surf- und Mail Protokoll, sprich VDS, von 400 Usern hat eine ungefähre jahreskapazität von 21 GB oder rund 10 GB für die gesetzlichen 6 Monate. Umgerechnet speicher ich somit auf diesem Storage ohne Komprimierung und Archivierung die Daten von 250.000 Usern für die VDS. Das sind 0,044 € pro Kunde für jeweils 6 Monate. Man muss jetzt natürlich berücksichtigen welcher Provider schon 250.000 Kunden hat aber dann reicht auch ein kleineres Storage. Im Normalfall kommt man nicht über Kosten von 0,05 € für die VDS pro Kunde für 6 Monate. Deine Begründung von wegen Hardwarekosten ist da absolut irrelevant!
 
@T-One: Rechne doch bitte noch die Stromkosten, die Kühlkosten und die Raumkosten dazu. Danke.
 
@HTML5: Er redete über die Speicherkosten des Storage, aber ich rechne dir den Rest nach der Mittagspause noch aus. :)
 
@HTML5: So, gerade die Daten geprüft:
Im Durschnitt lauft das Storage mit 1037 BTU/Hr, sprich 0.3 KWH. KWH Preis Netto ~ 0,214. Stromkosten von 0,071 Cent pro Stunde. Macht einen Jahrespreis von ~622 € nach ner IBM Faustregel 1/3 davon AC-Kosten. = ~830 € Pro jahr AC und Sromkosten. Lässt sich natürlich mit dementsprechenden Rechenzentren auch stark drücken. Das storage braucht 4 HE Platz, da wirds mit den Platzkosten jetzt schwierig, sollten aber im Rahmen sein und beschlage ich jetzt beispielhalber mal mit gesammtkosten pro Jahr von 170 €. Sprich ~1000 € einfacheitshalber. Das macht einen Aufschlag von 0,004 € pro User. Über die 0,05 € kommt man normalerweise nicht hinaus. Wir beanschlagen jedenfalls die Storagekosten der VDS pro User für 6 Monate auf 0,05 €. Was auch meine Rechnung eindeutig darlegt, und ich glaube kaum das bei der Einführung der VDS bei uns auch nur ein bisschen etwas ausser acht gelassen wurde. Um nochmals auf den Punkt zu kommen, jeder Provider der über 0,05 € !!SPEICHERKOSTEN!! kommt machte bei seiner Anschaffung für die VDS etwas falsch. Gesamtkostentechnsich, also die dazugehörigen Server, die Software sowie die Installation sind natürlich hier vollkommen ausser acht gelassen.
 
@T-One: Also von deiner Rechnung bin ja nicht so ganz überzeugt ... es gibt Provider, die haben in Deutschland zum teil 30 Millionen Kunden, sprich Vodafone/Telekom. Da kommen schon 10 - 20 Terabyte pro Halbjahr zusammen. Zudem kommt noch eine Anschaffung der Hardware, welche branchenweit mehr als 300 Million verschlingt und das ist dann auch noch nicht alles ...
Also wenn ich der Chef eines Betriebes wäre, der die Kosten selber tragen soll, dann würde ich mich auch Querstellen :P
 
@Apocalypt21: Da hab ichs absolut mit dir, aber es sind nicht die Speicherkosten -wie Markus meinte- die den ganzen "spaß" teuer machen. Der Storagebereich ist dabei der günstigste Faktor, und nur darauf bezog sich meine Rechnerei. Zu sagen "Wir können/wollen das nicht weil der Speicherplatz zu teuer ist" ist absoluter blödsinn, die kosten kommen von ganz anderen Punkten die ich gerne ebenfalls aufzählen kann, ist nämlich nicht nur 1 VDS Infrastruktur bei der ich in die Planung und Realisierung involiert war.
 
@ProSieben: Hier in Schweden ist es viel wichtiger, dass die Daten der Bürger sicher sind. Die Bürger selbst sind viel sensibler, weshalb es hier auch keine Adress-Sammel-Gewinnspiele gibt, weil einfach kaum einer mit macht.
Ich finde es jedes mal, wenn ich wieder in Deutschland bin, unfassbar, wie viele leichtsinnig mit ihren Daten umgehen.
 
@TurboV6: ich finde ganz andere sachen unfassbar wenn ich aus dem schwedenurlaub wieder zurueck nach deutschland komme :P .. aber facebook ist in schweden auch ganz gross.. zum thema datensammelwut
 
@-adrian-: .. weshalb ich eine Schwedin geheiratet habe ;-)
 
@TurboV6: zurecht mag ich behaupten :) mittsommer dann in stockholm :)
 
@ProSieben: jo warum wohl?? Weil es immer mehr in Richtung Überwachungsstaat tendiert...für den neuen Perso musst Du sogar einen Fingerabdruck abgeben...die Idee mit den VPN´s ist doch geil, es reicht nicht das sich die Schweine in der Regierung am Volk bereichern, nein Sie wollen auch noch wissen was es macht...Drissköppe
 
jede art der legalen gegenwehr ist herzlich willkommen! hoffe auch unsere provider haben ar***in der hose... mfg
 
@Real_Bitfox: Wir hatten die VDS ja schon, und die Provider haben brav und obrigkeitshörig gespeichert. Die Telekom speichert ja selbst ohne VDS gesetzeswidrig Verbindungsdaten.
 
@lutschboy: was speichert die telekom alles ?
 
@Real_Bitfox: Naja es geht weniger den Ar*** in der Hose zu haben, sonder eher obs Geld kostet das alles umzusetzten. Wenns zu teuer wird, wirds sein gelassen.
 
@avril|L: Man kann es einfach mit dem Ausbau des Netzes vergleichen: es kostet Geld, bringt aber hinterher noch mehr ein. Wenn Leute plötzlich wieder (oder eigentlich zum ersten mal) völlig bedenkenlos eMule, BT usw. laufen lassen können, werden einige oder sogar viele von denen dickere Leitungen buchen. Man kann in der Anfangsphase das sogar extra anbieten, es werden sich bestimmt viele finden, die bereit sind für den Dienst extra zu zahlen. Und innerhalb eines Rechenzentrums die Daten weiterzuleiten durfte auch nicht so teuer sein, glaube nicht, dass das darüber hinaus gehen wird.
 
Absolut geniale Aktion, beide Daumen hoch!
 
Na dann bin ich mal gespannt wann im Gesetzentwurf steht, dass die Tunnelung von Privatkundenverbindungen durch den Provider gesetzwidrig ist ^^
 
Also geht das nur mir so oder lesen auch andere tiefer in die News?! *Grundsätzlich wollen die Unternehmen so wenig wie möglich Daten ihrer Kunden sammeln.* Das halte ich mal für ein Gerücht und "wollen" wollen ja Viele aber die Realität sieht doch meistens anders aus, denn ob sie es auch tun oder Umsetzen steht wo ganz anders. Ist die Vorratsdatenspeicherung erstmal Gesetz und man "will" plötzlich nicht mehr, dann ist das Kind in den Brunnen gefallen. *Schließlich gehe es bei dem Gesetzesentwurf nicht darum, Verdächtige gezielt zu observieren, sondern um eine generelle Speicherung des Kommunikationsverhaltens der gesamten Bevölkerung.* Also grundsätzlich geht es Unternehmen nur um den eigenen Vorteil und den Profit. Welche Gesetzesvorgaben dabei umgesetzt oder umgangen werden, spielt nicht nur die zweite oder dritte Geige. Da hängt sich jemand ganz weit aus dem Fenster und macht PR auf höchster Ebene - Tue Gutes und rede darüber! Die Realität gestaltet sich ja leider immer ganz anders, als es verrsprochen wurde. Die Politiker machen das nur so. Ich sag mal TRAU SCHAU WEM. Der Feind meines Feindes ist nicht unweigerlich mein Freund!
 
Dafür wird man in Schweden wegen Sex von Interpol gejagt (Assange) jedes Land hat seine vor und nach teile
 
@wolle_berlin: Dann mußte halt Pendeln. Dieses in Schweden machen und jenes in ... Dänemark oder so ^^
 
@DennisMoore: Toll, dann muss ich 3x GEZahlen :D
 
Ich glaube die Regierungen schießen sich mit der Vorratsdatenspeicherung nur selbst ins Bein, zumindest was wirklich schwere (!) Straftaten angeht, denn durch die Vorratsdatenspeicherung werden effektive Gegenmaßnahmen nur so aus dem Boden schießen und am Ende ist es dann noch schwerer als vorher wirklich böse Buben zu fassen, die sonst womööglich auch mal etwas leichtfertig irgendwo ihre Spuren im Netz hinterlassen haben.... Naja aber eigentlich will das ganze ja eh nur die Musiklobby und die interessiert Terror nicht die Bohne....
 
@bowflow: Politikern geht es auch eher um Pipeline und Öl als Terror. Den Terror haben Sie ja sogar selbst geschaffen.
 
@bowflow: Terror ist die Schutzbehauptung, gegenüber der Bevölkerung, eigene Interessen, nach Möglichkeit, vorbehaltlos durchzusetzen. Anders herum: Echter Terror war ein willkommenes Werkzeug, künftig, bis heute, zu rechtfertigen, was niemals zu rechtfertigen wäre. Noch anders rum: das Argument "gegen den Terror" ist das Werkzeug der Politiker, den Lobbyisten zu ermöglichen, was sie verlangen.
 
Ich versteh nur Bahnhof. Und was hat der Bahnhof-Chef damit zu tun? [/Ironie]
Kommentar abgeben Netiquette beachten!

Video-Empfehlungen

WinFuture Mobil

WinFuture.mbo QR-Code Auch Unterwegs bestens informiert!
Nachrichten und Kommentare auf
dem Smartphone lesen.

Folgt uns auf Twitter

WinFuture bei Twitter

Interessante Artikel & Testberichte

WinFuture wird gehostet von Artfiles