Android-Tablets: GPL-Verletzungen sind die Regel

Tablet-PC Der überwiegende Teil der Anbieter von Tablet-PCs, die mit Googles Betriebssystem Android ausgeliefert werden, verstößt gegen die freie Software-Lizenz GPL. mehr...

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"Als positive Beispiele tauchen in der Liste Samsungs Galaxy Tab" - Ist auch besser so. Die Software- und Treiberpflege ist nicht gerade Samsungs Stärke. Das ist zumindest mein Eindruck.
 
Verstöße hätte besser geklungen als Verletzungen. Naja Hauptsache guten Rutsch dann heute ;)
 
Das betrifft nicht nur Tablets, sondern nahezu alle Geräte, auf denen Linux-Distributionen verwendet werden. Für Android-Handys bietet auch so gut wie kein Hersteller den Sourcecode an und wenn, dann erst ein Jahr später, nachdem geklagt wurde. Bei WLAN-Routern, Sat-Receiver, NAS-Systemen etc. sieht es ebenfalls sehr schlecht aus. Solange keiner klagt, machen die Hersteller nichts.
 
Ich will ja nix sagen, aber gerade bei Creative wundert mich diese Vorgehensweise nicht.
 
wer will schon den Sourcecode des Smartpads? Aber so generell, GPL ist so eine nebulöse Sache, wenigstens was den Klageweg betrifft. Google, als Inhaber der Android GPL Lizenz wird kaum einen Anbieter verklagen.
 
@Lastwebpage: hm. naja. Auch wenn ich persönlich mit dem Sourcecode sehr wenig anfange bin ich schon sehr glücklich darüber, was so manche Menschen damit anstellen um neue Firmware-Versionen für alte Geräte rauszubringen, die vom Hersteller selbst schon lange nichtmehr supported werden. :) Google ist das vielleicht egal, aber Android selbst hat wohl eine Menge Linux-Code, der unter GPL steht? :)
 
@Lastwebpage: Kann es sein, dass du da einige Dinge grundsätzlich und vollständig falsch verstehst? Fangen wir mal an: Es ist vollkommen egal, wer der Urheber ("Inhaber") einer Lizenz ist. Relevant ist der Regelungscharakter der Lizenz, der gegenüber demjenigen der die Lizenz nutzt und dem der das Programm unter dieser Lizenz nutzen will wirkt. Google ist hier also gänzlich uninteressant. Ferner: An der GPL ist auch nichts "nebulöses" - es handelt sich um eine Lizenz wie viele andere auch, die ihre rechtliche Durchsetzbarkeit übrigens auch schon häufig bewiesen hat (auch in Deutschland). Und als letztes zur eingangs gestellten Frage: Du machst den Bock zum Gärtner, da nicht relevant ist, wer den Source haben will, sondern es entscheidend ist, dass der entsprechende Hersteller offensichtlich GPL-lizenzierte Software nutzen *will* - dann muss er sich aber auch an die damit einhergehenden Spielregeln halten. Wenn er das nicht will, kann er sich auch hinsetzen und eine eigene Lösung programmieren - die GPL gibt nun mal nicht nur Rechte, sondern legt auch Pflichten auf.
 
@LostSoul: Wenn Google damit nichts zu tun hat, warum klagt dann nicht Matthew Garrett selber?
 
@Lastwebpage: Erstens müsstest du die Frage nicht mir, sondern eher ihm stellen. Zweitens kann ich sie dir dennoch zum Teil beantworten: Weil es ihm an einer Klagebefugnis mangelt. Klagen kann nur der Rechteinhaber, also beispielsweise der Programmierer, der den Source unter der GPL veröffentlicht hat. Das M. Garrett seit Jahren GPL-Verstöße dokumentiert gibt ihm selbst jedoch keine Befugnis gegen eine solche Verletzung vorzugehen. Anders sieht dies aus, wenn von ihm zur Verfügung gestellter - GPL-lizenzierter - Code betroffen wäre.
 
Was ich aus diesem Bericht klar herauslesen kann ist dies: Die Organisation rund um GNU/GPL ist zu schwach, Sie kann nur auf Verstöße hinweisen, hat aber keine Macht um grossflächig dagegen vorzugehen :-(
 
"Google, als Inhaber der Android GPL Lizenz wird kaum einen Anbieter verklagen." (Lastwebpage) Warum eigentlich nicht? Ist es eine Kostenfrage? Wenn Google es mit der GPL genau nehmen will, muß geklagt werden.
Als Besitzer eines Gerätes könnte man einfach den Hersteller um den Source code bitten. Ich wäre gespannt, ob und was die antworten.
 
@tiki.toshiba: Google ist überhaupt nicht klageberechtigt. Das ist nur der Lizenzgeber, nicht der Urheber der Lizenz.
 
@LostSoul: Wenn ich etwas unter die GPL stelle, kann ich die Einhaltung der Regeln GPL auch einfordern.
Leider habe ich den Wortlaut der mit Android verteilten GPL nicht greifbar.
 
@tiki.toshiba: Korrekt, DU, aber eben nicht Google.
 
@LostSoul: Wieso nicht Google? Ist Google nicht der Entwickler von Android? Google ist doch der Lizenzgeber der Android-Teile am Quellcode, also kann Google auch die Einhaltung der Lizenz einfordern. Das Google es nicht tut ist klar und verständlich. Wer will schon den Erfolg des eigenen Systems gefährden.
 
wenn ich mir ne opensuse box kaufe, und die zweite DVD mit den Sourcen liegt nicht bei, und Novell bzw. deren Nachfolger oder wer auch immer als Herausgeber auf der Packung gelistet ist, würde mir auch auf Nachfrage keinen downloadlink zu den Quellen nennen, könnte ich als bundesdeutscher Käufer sehr wohl zu einem Anwalt marschieren und den Hersteller auf Herausgabe der Sourcen verklagen. Schliesslich habe ich das Produkt (OS & ´Doku ) zu den Bedingungen gekauft, die dem Produkt zugrundeliegen. Das ist eben die GPL ( bis auf yast, welcher unter eigener Suse Lizenz liegt / lag ) - ich muss also die ( theoretische ) Möglichkeit haben, das komplette OS bis auf wenige Komponenten nach meinem eigenen "rezept" neu zusammenzustricken, sei es nur den Kernel umkompilieren zu wollen oder die Theme-Fähigkeit aus KDe rauszuhacken..

Das alles bietet ja die GPL an Freiheit. Wenn ein Distributor/Hersteller ein eigenes, closed-source Linux basteln will, kann er das ja machen - auch verkaufen - siehe exHersteller Linspire, das war auch closed, obwohl auf ubuntu / debian aufbauend. Nur diejenigen Teile des OS, die GPL'd sind, die kann man auch auf Einhaltung einklagen. Du must als Käufer ( Geschädigter Kunde ) nur exakt begründen, warum du unbedingt diese Quellen willst. ( Am OS rumhacken / basteln / experimentieren = Grund genug. Du hast die Quellen nicht, diese stehen dir aber zu .. ).

Also : Tablet kaufen, nach Sourcen fragen, falls keine Antwort zum Anwalt.

Macht halt keiner, könnte aber jeder.
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