Kartellverdacht: Amazon und Apple im Visier

Recht, Politik & EU Die beiden Unternehmen Amazon und Apple sind in das Visier des Generalstaatsanwalts für den US-Bundesstaat Connecticut geraten. Richard Blumenthal untersucht die E-Book-Verträge auf mögliche Kartellvergehen. mehr...

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Also ich seh das so: Amazon verhandelt einen Preis und bringt das Buch zu diesem Preis. Apple sagt: Den Preis wollen wir auch! Da die Verlage auch bei Apple angeboten werden wollen, lenken sie ein. Weniger mächtige Unternehmen bekommen daher auch weniger gute Einkaufsraten. Das, auf einen anderen Markt angewendet, ist mein täglich Brot. Und das ist jetzt illegal? PCO
 
@pco:du hast recht es scheint mir auch ein wenig suspekt, aber es wird ja noch geprüft!
 
@pco: Um einen günstigeren Einkaufspreis zu feilschen ist nicht illegal, nur wenn du deine Marktmacht dazu verwendest (quasi Monopolmissbrauch). Wenn du nicht gerade ein kleiner Independent-Verlag bist, wäre ein Ausschluss bei Amazon dein wirtschaftlicher Ruin, daher kann Amazon nach Belieben die Einkaufspreise diktieren. Hab mal über den Marketplace von Amazon ein Buch verkauft - 5 Euro Verkaufspreis, dazu gibt es von Amazon 3 Euro Versand- und Verpackungspauschale, auf dem Konto landeten nach Abzug der Gebühren 3,43 Euro... das kann sich nur Amazon erlauben.
 
@Tyndal: Stimmt, die Provisionen sind gefühlt noch höher als bei ebay...
 
@Rikibu: Stimmt, dafür hast Du aber so gut wie keine Arbeit mit der Vorbereitung eines Artikels zum Verkauf wie bei Ebay. Dazu kommt, dass es keine Zahlungsprobleme gibt, da die Abwicklung per "Vorkasse" über Amazon läuft. Diesen Service lässt sich Amazon (gut) bezahlen, aber mir ist es das wert.
 
@Tjell: Richtig, der gesamte Ablauf ist vorbildlich, keine Frage. Etwas ungünstig gelöst ist die Einstellung eines Angebots, wenn das Buch zwischenzeitlich eine oder mehrere Neuauflagen erhalten hat. Es wurde mir ja auch im Vorfeld angezeigt, wieviel Erlös ich bei einem Verkauf erhalte... realistisch betrachtet habe ich von den 3,43 Euro das Porto, das Verpackungsmaterial und den Weg zur Poststelle bezahlt, für den Verkauf des Buches also 50 Cent draufgezahlt. Bei teureren Büchern rechnet sich das eher, da ist mir der Wegfall des 1-Euro-Risikos von eBay auch die Gebühren wert. Dennoch - wäre Amazon nicht Amazon, würde niemand diese Gebühren bezahlen.
 
@Tyndal: Wenn man der größte Anbieter ist, bekommt man die besten Preise. So funktioniert nun mal die Marktwirtschaft. Wenn mir jemand etwas günstigs anbietet oder großzügige Rabatte einräumt um mich als Marktmogul bei der Stange zu halten finde ich das okay. Amazon und Apple sind nicht die einzige Anbieter und dass sie eine gewisse Vormachtstellung haben, ergab sich aus der Kundennachfrage. Was hätten sie tun sollen? Nein sagen? PCO
 
@pco: Es ist aber nicht so, dass die Angebote freiwillig so günstig gemacht werden. Vielmehr nutzt Amazon seine Marktstellung und fordert diese Konditionen von den Verlagen, wenn sie auf diesen Plattformen verkaufen wollen. Und da müssen die Verlage eben einlenken, weil Amazon und Apple so wichtige Vertriebsportale sind. Das ist schon eine gewisse Ausnutzung der Vormacht auf dem Markt. Und die Nachfrage ist natürlich gut, wenn man immer die günstigsten Preise hat.
 
@trixn86: und weiter? was ist daran schlimm - aldi und lidl machen das schon seit jahrzehnten so!
 
@pco: Richtig erkannt. Wenn Amazon und Apple diese Preise angeboten wurden, müsste alles ok sein. Wenn Amazon und Apple allerdings dem Anbieter geschrieben haben: "Mach uns den normalen EK minus 20%, sonst fliegst du aus unserem Angebot raus!" - dann ist es wirtschaftlich betrachtet immer noch ok, aber moralisch/ethnisch fragwürdig. Als Kunde profitiert man von der Marktmacht, dummerweise interessiert das die Wettbewerbshüter nicht, die setzen nur vorhandene (vermutlich sinnfreie) Gesetze um. Als Arbeitnehmer einer dieser gedumpten Verlage findet man die Aktion gut, als erfolgreicher Unternehmer fragt man sich, was die Behörde sich da einmischt, als wenig erfolgreicher Unternehmer wünscht man sich die Hilfe der Behörde und als Kunde ist man angears**t.
 
@Tyndal: Weisst Du warum die Tüte Milch nur 50ct kostet? Da steckt auch die von Dir angeprangerte fragwürdige Moral dahinter. Wenn ein Verlag seine Bücher nicht mehr bei Amazon absetzen kann, dann geht auch Amazon einiges an Portfolio verloren! Es ist ein Geben und ein Nehmen. PCO
 
Schläge muss es geben... bam bam bam !!!
 
Ich betrachte die meisten E-Books eh als überteuert und wirtschaftlich unrentabel, Preisabsprachen könnten vielleicht ein Grund dafür sein.
Vergleicht man bei aktuellen Büchern die Preise zwischen Print- und E-Ausgabe, so sind diese meist nur geringfügig günstiger. Obwohl für den Verlag Material- Druck- und Transportkosten entfallen. Provisionen an den Handel fallen in beiden Fällen an. Und der Kunde kauft hier kein Buch, sondern nur das Recht zu lesen, das ist ein großer Unterschied wenn Bücher - wie in meiner Familie - weitergegeben werden. Ein Beispiel:
Ich kaufe ein Buch für 20 Euro, das als E-Book 18 Euro kostet. Nach dem Lesen gebe ich das Buch an meinen Bruder weiter, der mir seinerseits auch seine Bücher leiht und so im Prinzip die Hälfte der Kosten trägt. Anschließend verscherbeln wir es noch für 1 Euro auf dem Flohmarkt. Dann hat mich mein Lesevergnügen 9 Euro gekostet, die Hälfte vom Preis des E-Books. Also bleibe ich beim Papier.
Da ist noch viel Luft in der Preisgestaltung wenn der Markt funktionieren würde.
 
@KönigKunde: Ich bin auch kein Fan von eBooks, aber das Argument es nicht weitergeben zu können ist doch unrealistisch. Natürlich kannst du deinem Bruder auch das Lesegerät mit dem eBook geben, bzw kannst ihm das eBook abspeichern und so geben.
 
@Master F.: Mein iPhone gebe ich sicherlich nicht her, das brauche ich ständig. Auch bei allen anderen Lesegeräten ist Weitergeben unrealistisch, die braucht man zumindest fürs nächste Buch.
Einen Weg, meine bei Apple gekauften "Bücher" weiterzugeben habe ich noch nicht gefunden, gibts den? Selbst dann müsste der Mitleser zwangsweise das gleiche Lesegerät haben. Das sind ja keine PDF-Dateien, die man einfach so austauschen kann.
 
@KönigKunde: Naja gut das iPhone, das gibt man wohl nicht weg, aber einen Kindle zB, wenn du fertig bist mit lesen (und nicht sofort ein anderes liest) kann man den ja ausleihen. ___ Ich kenn mich mit dem iPhone nicht aus, aber vom PC her kann man eigentlich alles finden und kopieren, egal was für ein Dateityp.
 
@KönigKunde: Meistens sind es epub dateien und solange die kein DRM haben, kann man die sehr wohl weitergeben.
 
@KönigKunde: Solange auch ebooks an der Buchpreisbindung hängen, wird sich da nicht allzuviel ändern. 2 € Unterschied sind eigentlich schon verwunderlich...

Allerdings kannst du auch ebooks weitergeben, so kann man z.B. das ebook auch speichern ;).
 
@sebastian2: Buchpreisbindung hat damit nichts zu tun, da die Preisbindung nur innerhalb einer Auflage gilt. Schließlich gibts Taschenbuchausgaben auch günstiger als die Hardcover-Variante
 
@zwutz: Naja, es hat schon durchaus etwas damit zu tun.
Eben weil in jedem Geschäft der Preis gleich sein muss...

Gäbe es das nicht, könnte z.B. amazon als größter anbieter, bei den ebooks günstiger werden, als z.B. die ansässige Buchverkäufer.

Außerdem ist die Frage, was vor Gesetz als unterschiedliche Auflage gesehen wird.
Im Grunde ist es doch dieselbe Auflage, egal ob ich das Buch nun als ebook einscanne oder nicht ;). Taschenbücher haben ja z.B. auch eine andere ISBN, ebooks nicht.
 
@zwutz: Richtig. Hardcover kostet immer gleich. Taschenbuch muss auch immer gleich kosten. Logischerweise kann man diesen Sachverhalt auch auf eBooks anwenden.
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