Neue Welle falscher Abmahnungen per E-Mail

Recht, Politik & EU Der Versand angeblicher Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzungen im Internet via E-Mail scheint sich zu einer neuen Lieblingsmasche von Betrügern zu entwickeln. mehr...

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Mal ein paar Fragen. 1. wie will die Kanzlei, so sie denn wirklich ansatzweise rechtskonform arbeitet feststellen, das sie auch die namentlich genannten Personen unter Fantasie-Alias Adressen erreicht? 2. reicht es aus, eine Abmahnung per Mail zu versenden um nachzuweisen, dass eine solche Schrift tatsächlich rausgegangen ist? Ja ich weiß das es sich um eine Abzock-Strategie handelt, aber nehmen wir einfach mal an, Abmahnungen, gerichtliche Sachen werden per Mail zugestellt, das ist doch überhaupt nicht sicher? weder der Empfang, noch die Zuordnung behördlich gemeldete Person zu E-Mail Adresse... oder gibt es eine Datenbank diesbezügl. von der ich nix weiß?
so gesehen agiert doch die Kanzlei wirklich recht dumm.
 
@Rikibu: Deswegen kommt auch die De-Mail: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Buerger-koennen-erste-De-Mail-Postfaecher-vorregistrieren-1033628.html
 
@zivilist: Also kommen dann über die DE-Mail spamartig die gültigen Abmahnungen rein ? Schöne neue Welt sag ich da nur ....
 
@Rikibu: Diesen Beitrag habe ich in re: 13 zurückgezogen, sorry.
 
@.Omega.: Stimmt nicht zwingend.
 
@.Omega.: öh? Wieso nicht. Erstens kann auch ein RA E-Mail benutzen, zweitens verschickteen z.B. Wald***f RAe Abmahnungen per Mail, wenn wegen eBay abgemahnt wurde, ob die seriös sind oder nciht, ist eine andere Frage, aber rechtwirksam ist es jedenfalls.
Die Sicherheit, ob das die richtige E-Mail-Adresse ist, fehlt natürlich, bei eBay Accounts war es jedenfalls die, die eBay denen genannt hat.
Und: "Aus dem Inhalt der Mail geht jedoch hervor, dass dieses Schreiben nicht von einer Anwaltskanzlei kommen kann, so Baumgarten, denn der bei einer korrekten Abmahnung geltend gemachte Anspruch auf Unterlassung fehle völlig." D. h. ersteinmal nur, dass die inkompetent sind; und Dumme gibt es überall. Möglich ist alles und Unwahrscheinlichkeit ist etwas anderes...

PS: und natürlich Anzeige wegen Betruges in dem Fall, den WF genannt hat.
 
@Rikibu: zu 2.) ich gebe dir vollkommen Recht. Sicher ist das nicht. Aber leider hat vor 2 Monaten ein Richter in einem Präzendenzfall entschlossen, dass (Ab)mahnungen per Mail zulässig sind. Kann darüber auch nur mit dem Kopf schütteln.
Da war wohl wieder ein Richter am Start, der wie die meisten Politiker, keinen blassen Schimmer hatte, was er mit so einem Urteil anrichtet...
 
@Lay-Z187: Mit anderen Worten, wer Adress-Hüpfen betreibt, ist vor Abmahnungen sicher? Kann ich ja nix dafür, wenn der Abmahnende ne Adresse von mir hat, die vom Server als "unknown" zurückgewiesen wird. Auch fraglich, wer sagt, dass ich in die Mail täglich reinschaue und eine Abmahnung auch bindend wahrnehmen kann? Gibts demnächst n Gesetz das vorschreibt, alle Mailadressen Inhaber müssen 1. über einen ständig verfügbaren Internetzugang verfügen, um juristische Post in Empfang nehmen zu können? 2.regelmässig die Mailboxen durchguggen. 3.Spam-Schutzmaßnahmen deaktivieren, damit man nicht versehendlich eine wichtige Abmahn Mail als Spam getaggt kriegt und sie deshalb nicht wahrnehmen kann? das ist doch alles gestört.
 
@Rikibu: wer Adress-Hüpfen betreibt, ist vor Abmahnungen sicher? Ne, dann fängst Du Dir ggf. eine Unterlasungsklage, weil Du die Unterwerfungserklärung nicht abgegeben hast.
 
@humfri: dazu muss die aber erstmal zugestellt werden können, und das mach mal, wenn du ständig die adresse oder den alias der adresse veränderst. noch witziger wird es, wenn du selbst an den Absender Fehlernachrichten schickst, dass seine Mail nicht zugestellt werden konnte. Dann hat der n Haufen REcherchearbeit vor sich, also ich finds lustig. Und so ne failure notice lässt sich leicht selber basteln.
 
@Rikibu: Ja, genau das sind die Punkte, die ich mich auch gefragt habe. Aber ICH hab mir das ja nicht ausgedacht. Der Richter wird gedacht haben: "Aaaach, ich bin doch bei AOL. Das ist doch easy, zu ermitteln, wer zu welcher eMail-Adresse gehört..." Grauhaarige, überbezahlte Vollid!oten, die keine Ahnung haben, was sie mit so einer Shice anrichten...
 
@Lay-Z187: Dann erklär bitte mal, was der Richter so schlimmes angerichtet hat. Glaubst du, dass so ein Urteil von nem Pups-LG irgendeinem ernstzunehmenden Juristen auch nur ein müdes Lächeln entlockt? Gut, ein müdes Lächeln vielleicht tatsächlich, aber mehr nicht. Solche Fehlentscheidungen gibt es zuhauf. Dafür gibt es in Deutschland etwas, dass sich *trommelwirbel* "Instanzen" nennt. Ich finde es ziemlich frech, dass du wegen so einem Urteil die Richter als "grauhaarige, überbezahlte Vollid!oten" bezeichnest. Ich würd mal gerne sehen, wie DU dich als Richter schlagen würdest (wenn du überhaupt das Studium überlebst) __ @all: Bevor die große Panik ausbricht, denkt bitte vorher nochmal kurz nach, was ihr da überhaupt schreibt. Wofür verschickt man denn solche Abmahnungen? Die Teile sind nichts anderes als Aufforderungen, eine Unterlassungserklärung abzugeben... und eben etwas Knete abzudrücken. Kann man sie an E-Mail Adressen "rechtsgültig" (was soll das denn überhaupt sein?!) versenden? Natürlich, warum denn auch nicht! Ich kann doch auch Angebote per Email verschicken oder gar Verträge abschließen, oder sind die etwa auch ungültig? Das deutsche Bildungssystem versagt hier wirklich auf voller Linie. Jeder Depp kriegt irgendwelche Kunstgeschichte in der Schule beigebracht und Chemie und Religion und Philosophie und sonstwas, aber wirklich ELEMENTARSTE Kenntnisse über das deutsche Recht werden nicht vermittelt! Mir persönlich kann es recht sein, da ich davon ziemlich gut leben kann, aber das ist doch eine wirklich bitterböse Erkenntnis, wenn man merkt, wie uninformiert die Leute im Land sind. Eigentlich ein unhaltbarer Zustand! _ Naja, jetzt bin ich leicht vom Thema abgedriftet. Kurzversion: Empörung ist erst dann angebracht, wenn das gerichtliche Mahnverfahren und Klageerhebung unaufgefordert über E-Mail möglich sind. DANN ist -meiner bescheidenen Meinung nach- die Kacke richtig am dampfen. Aber nicht vorher.
 
@Flash32: Mein lieber Scholli! Du hörst dich ja gern erzählen. Ich habe schon studiert. Aber ich würde mir nie anmaßen, das Recht für die deutschen Bürger zu regeln. Das ist nicht meins... Das Grundstudium hat mir gereicht (2. Rechts-Seminare). Aber danke für deine Tipps ;)
 
@Lay-Z187: Ich schreibe gerne ausführlich. Normalerweise lass ich mir den Post dann nochmal von ner Software oder noch besser, einer Angestellten vorlesen, damit ich mich dessen Glanze nochmal erfreuen... ach quatsch. Die Posts sind so lang, weil ich ausführlich informieren will und eben nicht nur schreibe "so isses" ohne Begründung. Zur Exkursbegründung: ich finde es einfach nur schockierend, wie wenig Ahnung der Durchschnittsbürger vom deutschen Recht hat. Von solchen Popeldingern lassen sich die Leute viel zu einfach beeindrucken. Früher war wenigstens noch ein Brief vom Anwalt nötig (der nebenbei angemerkt, normalerweise auch Null rechtliche Wirkung hat), um die Leute in Angst und Panik zu versetzen. Jetzt reicht dafür schon eine dämliche E-Mail, die noch nicht mal von einem Anwalt kommt. Der nächste Schritt wäre ein Schild und einen Hut in der Fußgängerzone aufzustellen. Auf dem Schild steht "Werfen Sie ihr gesamtes Geld in den Hut, oder sie werden vom Blitz getroffen". Sowas darf einfach nicht sein. Ein durchschnittlicher Bürger müsste sich über sowas totlachen! Das gleiche gilt für das Urteil von oben. Mit Unwissen und rechtlicher Leichtgläubigkeit bringen sich die Bürger tagtäglich selbst um Unsummen. Manche ruinieren sich damit sogar die Existenz. Warum werden den Schülern nicht die rechtlichen Basics beigebracht? Klar, relativistisches Rechnen ist auch super wichtig, aber man schließt halt öfter Kaufverträge und bewegt sich tendenziell eher im ersten Prozent der Lichtgeschwindigkeit fort. _ Edit: Vielleicht finde ich es auch einfach nur zu deprimierend, immer wieder Leuten sagen zu müssen, dass man nichts für sie tun kann und auch eine Klage völlig sinnlos wäre, weil sie durch dummes Verhalten in der Vergangenheit ihre Rechtsposition irreversibel verspielt haben. Ohne Gewissen wäre das Leben wohl in dieser Hinsicht deutlich einfacher.
 
@Flash32: Eins muss man Dir lassen: Du weisst, wovon Du schreibst. Respekt! Aus Beiträgen wie den Deinen nehm' ich immer eine Menge fürs Leben mit ;-)
 
@Lay-Z187: Kannst du einen Link nennen, in dem das Urteil des Richters hinsichtlich "Abmahnung per E-Mail" angeführt wird? Wüde mich mal Interessieren.
 
@uk82: Ne, leider nicht. Wie geasgt ist bestimmt 8-12 Wochen, dass ich den Artikel gelesen hab... Aber google mal... Findest da bestimmt was! Hat damals nämlich für Furore gesorgt (zumindest bei Internet-Nutzerm).
 
@Lay-Z187: Bei Google nach "abmahnung per e-mail" kommen tatsächliche einige Quellen daher, und tatsächlich handelt es sich um ein Urteil des Landgerichtes in Hamburg (also von denen, die selbst in den Knast gehören).
Natürlich ist zweifelhaft, dass höhere Instanzen diesem Urteil zustimmen würden, aber man kann natürlich nicht sicher sein - schade.
 
@all.: Hier kann das Urteil nachgelesen werden: http://tinyurl.com/3ylnmj3
 
@.Omega.: Übel, oder!?
 
@uk82: Krass ist vor Allem der letzte Satz im vorletzten Abschnitt: "Denn der Zugang der Kontrollmail und der Umstand, dass die Email nicht „zurückkommt" begründen eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Email auch an anderer Adresse angekommen ist." Das zeigt, dass der Richter keine Ahnung davon hat, wie Firewalls, Spamfilter oder -blocker arbeiten. Die müssen/sollen sich passiv verhalten um eben das Vorhandensein einer Mailadresse nicht "hinauszubrüllen". *facepalm*
 
@.Omega.: Das Urteil kann keinen Bestand haben, solange es keine Mailadressen gibt, die dir nicht nur zweifelsfrei zugeordnet werden kann, sondern auch permanent dir gehört. Bei meinem Wohnort bin ich verpflichtet zu melden wo ich denn nun wohne. Auf diese Meldung kann sich jeder verlassen, der mir etwas schicken will ... halte ich mich überwiegend an meinem Zweitwohnsitz auf und leere den Briefkasten am Erstwohnsitz nicht, so habe ich Pech wenn ich eine Mahnung etc. nicht mitbekomme ... bei einer E-Mailadresse bestehen derlei Bindungen nicht, ich bin weder verpflichtet eine E-Mailadresse zu haben noch diese irgendwo zu melden oder auch sie permanent zu behalten ... insofern hat dort hin zugestellte Post absolut nicht die Eigenschaft in meinen Einzugsbereich gelangt zu sein ... ich geh daher davon aus das der Richter gesoffen hatte als er dieses Urteil sprach ...
 
@Lay-Z187: Also der Richter kann nur aus Hamburg sein. Die haben in der Vergangenheit mit mehreren unirdischen Entscheidungen für Furore gesorgt.

Ansonsten scheitert aber eine solche, im Artikel beschriebene Zustellung per Mail schon allein an der erforderlichen Signatur nach Signaturgesetz. Wenn aber eine "sichere", zertifizierte Signatur vorliegt, kommen wir in Bereiche, wo's spannend wird. Hier sicher nicht. Also ab in die elektronische Rundablage!
 
@Rikibu: Auf Abmahnungen die per Mail kommen brauch man nicht reagieren...die sind absolut nicht rechtsgültig! So ein "richtiger" Mahnbescheid kostet Geld! Die höhe hängt von dem Betrag ab der verlangt wird...
 
Ich habe garkeine offizielle E-Mailadresse. Nur Mail-Eintagsfliegen. Wo würde dann eine "echte" Abmahnung landen? "Dummykonto@mail.to" sieht ja auch nicht gerade aus, als würde da jemand jeden Tag Mails abrufen...
 
@Kobold-HH: eben das mein ich ja, die Zuordnung von natürlichen Personen die namentlich gemeldet sind und ihren benutzten Adressen kann meiner Auffassung nach nicht zweifelsfrei zugewiesen werden. Noch dazu, wenn man sich obiges Beispiel mal anschaut, könnte man da nicht juristisch zurückschlagen mit ner Verleumdungsklage, weil man bezichtigt wurde Straftagen zu begehen? das wäre mal interessant
 
@Rikibu: Eine Verleumnungsklage dürfte ja auch im Sande verlaufen, da die Absendeadresse ebenso gefälscht ist, wie der Rest. Nur die Kontonummer (dürfte in Osteuropa liegen) wäre die einzige Spur, zum Absender führt.
 
@Kobold-HH: Gegenfrage: Muss das den Absender überhaupt interessieren? Oder den Empfänger? Was ist denn die Rechtsfolge, wenn auf die Abmahnung nicht reagiert wird? Schall und Rauch
 
@Kobold-HH: Wie verhält sich das, wenn der Empfänger seine Post nicht überprüft? Er ist selber Schuld, oder? Wenn man nicht zum Briefkasten geht und ihn leert, gilt der enthaltene Brief auch als zugestellt, oder? Ich kenn mich leider nicht mit dem deutschen Recht so gut aus, dass ich dazu eine qualifizierte Antwort geben kann. Vielleicht weiß einer von euch ja Bescheid?
 
@tipsybroom: Gegenfrage: Was passiert denn, wenn du auf eine Abmahnung nicht reagierst? Muss denn überhaupt abgemahnt werden, bevor man z.B. klagen dürfte? Wenn ja, wer müsste denn im Falle einer Klage beweisen, dass tatsächlich vorher abgemahnt wurde?
 
@tipsybroom: Dazu gibt es keine eindeutige Rechtslage. Das LG-Hamburg hatte jedoch dazu ein haarstreubendes Urteil gesprochen, wonach eine Mail, welche vom Spamfilter abgewiesen wurde, als zugestellt galt. Aber das sind individuelle Urteile, die nicht als Präzendenzfall wie in den USA hergeleitet werden können.
 
Passt ja zum Ferienbeginn... ;)
 
Eine Abmahnung muss doch sowieso per Brief erfolgen? Ich habe mal gelesen das eine E-Mail gar nicht gültig sei. Stmmt das? Eine Anwaltskanzlei würde so etwas nie über eine EMail machen.
 
....wer auf sowas reagiert oder gar noch zur Staatsanwaltschaft rennt, dem IST NICHT MEHR ZU HELFEN !!!
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